Inhalt der gedruckten Ausgabe 52/2016

Leitartikel

Weihnachts-Wunsch

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Robert Zinterhof
Freier Journalist
Pabneukirchen, OÖ

Information

Terroranschlag auf koptische Kathedrale in Kairo
Kurz will entschieden gegen Christenverfolgung vorgehen

Bei einem der schwersten Anschläge in der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind am 11. Dezember unmittelbar neben dem Amtssitz des koptischen Papst-Patriarchen zahlreiche Menschen – vorwiegend Frauen und Kinder – getötet worden.

Sao Paulo: Jeder dritte Katholik zu Freikirchen abgewandert

Es ist noch nicht lange her, dass kirchliche Stimmen in Österreich das Priester-arme Südamerika als Vorbild für Reformen hierzulande bezeichneten. Doch die Realität dort ist alles andere denn aufbauend.

Friedensmarsch von Berlin nach Aleppo

Laut der Londoner Website AlAraby wollen 3.000 Friedensaktivisten am Weihnachtstag einen Mahnmarsch von Berlin nach Aleppo starten.

Taize-Treffen in Lettland

Das nächste Europäische Taize-Jugendtreffen findet vom 28. Dezember 2016 bis 1. Jänner 2017 in Riga (Lettland) statt.

Abgesetzter slowakischer Erzbischof hat keine großen Pläne

Vier Jahre nach seiner Absetzung als Erzbischof von Trnava hat sich  Robert Bezak bei einem Vortrag in Prag zu diesem höchst umstrittenen Vorgang geäußert.

Stift Klosterneuburg unterstützt Hilfe für Mädchen in Honduras

Das Stift Klosterneuburg hat Großspenden an zwei Sozialinitiativen überreicht: Je 25.000 Euro an die Kindernothilfe Österreich für ein Schutzhaus für sexuell missbrauchte Mädchen in Honduras, und an den Verein „Volontariat bewegt“, der einjährige Volontariatseinsätze junger Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika organisiert.

Opus-Dei-Leiter Bischof Echevarria gestorben

Der Leiter des Opus Dei ist tot. Bischof Javier Echevarria erlag mit 84 Jahren in Rom den Folgen einer Lungenentzündung.

Bethlehem zufrieden mit Touristen

Ranghohe Palästinenservertreter haben eine positive Bilanz zu den Touristenzahlen in Bethlehem gezogen.

Außenminister unterstützen Vermittlung des Vatikan in Venezuela

Der Vatikan erhält bei seinen Vermittlungsversuchen zwischen sozialistischer Regierung und bürgerlicher Opposition in Venezuela einem Bericht zufolge diplomatische Unterstützung.

„Docat“ vorgestellt: Schutz der Menschenwürde ist „die politische Kernkompetenz der Kirche“.

Der neue katholische Sozialkatechismus „Docat“ ist am 15. Dezember in Berlin vorgestellt worden. Das Buch sei eine „wichtige Orientierungshilfe“, so Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD).

71 Bürgermeister im Vatikan: „Netzwerk der Herbergsorte“ stärken

Auf Einladung der Päpstliche Akademie für die Wissenschaften haben 71 Bürgermeister von Flüchtlingsstädten in Europa und dem Mittelmeerraum am zweiten Advent-Wochenende im Vatikan getagt und eine Abschlusserklärung veröffentlicht. Für den Vatikan haben die Bürgermeister eine Schlüsselrolle für den Umgang mit Flüchtlingen und Migranten.

Der „böse“ und der „gute“ Boeselager

Albrecht Freiherr von Boeselager (67), seit 2014 Großkanzler des Souveränen Malteserordens, ist abgesetzt worden. Sein reguläres Mandat ging bis 2019. Sein Nachfolger ist der aus Malta stammende John Critien (67).

OSZE: Vatikan warnt vor „antichristlicher Stimmung“ in Europa

Der Vatikan warnt vor einer zunehmend „antichristlichen Stimmung“ auch in Europa.

Katholische Bischöfe würdigen Reformation und Luther

Die Reformation hat bei allem Leid und Unrecht, das sich katholische und protestantische Christen gegenseitig angetan haben, auch für die katholische Kirche viele positive Aspekte mit sich gebracht; Insofern gebe es auch einiges, wofür man der Reformation ganz generell und Martin Luther im Besonderen dankbar sein kann.

Vatikan reformiert Ausbildung katholischer Priester

Der Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch soll künftig weltweit fester Bestandteil der Ausbildung katholischer Priester sein. Diesem Thema müsse „größte Aufmerksamkeit“ gewidmet werden, heißt es in aktualisierten vatikanischen Richtlinien zur Priesterausbildung („Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis“), die der „Osservatore Romano“ am 8. Dezember veröffentlichte.

Kardinal Paulo Arns war Brasiliens prominenter Befreiungstheologe und Menschenrechtler

Kardinal Paulo Evaristo Arns, prominenter Befreiungstheologe und Menschenrechtler in Brasilien, ist am 14. Dezember im Alter von 95 Jahren in einem Krankenhaus in Sao Paulo gestorben.

Kolumbiens Präsident Santos und sein Kritiker Uribe beim Papst

Papst Franziskus ist am 16. November in mehreren Gesprächen mit Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos und dessen Vorgänger Alvaro Uribe zusammengetroffen. Nach Vatikanangaben empfing der Papst zunächst Santos und dann Uribe, bevor beide Politiker nochmals gemeinsam mit Franziskus zusammenkamen. Santos sprach zwischenzeitlich auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, dem Chefdiplomaten des Heiligen Stuhls.

Melker Abt Georg Wilfinger: Spiritualität und soziales Engagement sind untrennbar

Spiritualität und soziales Engagement gehören untrennbar und gleichwertig zusammen: Das hat Georg Wilfinger, Abt von Stift Melk, in der ORF-Sendung „Niederösterreich heute“ betont. Der ORF widmete Wilfinger anlässlich seines 15-Jahre-“Jubiläums“ als Abt des Wachauer Benediktinerstifts ein Portrait.

In Wien entsteht erste deutschsprachige orthodoxe Gemeinde

In Wien ist derzeit eine deutschsprachige orthodoxe Gemeinde im Entstehen. Metropolit Arsenios (Kardamakis) hat den Wiener Priester Nikolaus Rappert mit dem Aufbau und der seelsorglichen Begleitung beauftragt.

Neues Projekt soll Umweltbildung im Religionsunterricht fördern

Mit einem neuartigen Projekt soll die Umweltbildung im schulischen Religionsunterricht im Sinn der päpstlichen Enzyklika „Laudato si“ konkret gefördert werden.

Guadalupe-Feiern: Pilgerrekord in Mexiko, aber Sorge wegen Trump

Die alljährlichen Feiern zum Fest der Jungfrau von Guadalupe haben am 12. Dezember ihren Höhepunkt erreicht.

Leitartikel

Weihnachts-Wunsch

Vor wenigen Tagen gab es binnen 48 Stunden zwei Terroranschläge: In Istanbul gegen Soldaten, in Kairo gegen Messbesucher. Über den ersten berichteten Medien ausführlich, über den anderen eher verhalten.„Christ & Welt“ schrieb: „Im vermeintlich christlichen Abendland tun fast alle, als ginge es sie nichts an.“ Titel: „(K)ein Herz für Christen!“ Nach dem Anschlag von Kairo hätten sich „hierzulande meist nur einige kirchennahe Aufrechte“ empört. Von der „Solidarität der Feigen“ ist die Rede.
Doch was können wir wirklich tun? Außenminister Sebastian Kurz will  nach dem „feigen Terroranschlag auf die koptische Kirche in Ägypten“ Religionsfreiheit zum Thema des österreichischen OSZE-Vorsitzes 2017 zu machen.
Und wir an der Basis? Beten? Teilnahme an Protestaktionen?  Ein finanzielles Zeichen setzen?
In manchen Kirchen werden zu Weihnachten – dem Aufruf der Caritas oder des Hilfswerks „Initiative Christlicher Orient“ folgend – Spenden-Boxen für die bittere Not Leidenden in der Ursprungsregion des Christentums aufgestellt. Gehen wir nicht achtlos vorüber.
Sollten nicht auch neue Wege der Solidarität beschritten werden? Etwa das Schließen von Partnerschaften mit Pfarren in Ägypten oder anderswo im Orient? Wer könnte solches organisieren? Ein Weihnachts-Wunsch. Oder mehr?

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Jes 9, 1-6

Ein Sohn ist uns geschenkt; man nennt ihn: Fürst des Friedens

Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird. Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers. Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten. Der leidenschaftliche Eifer des Herrn der Heere wird das vollbringen.

 

Zweite Lesung:   Tit 2, 11-14

Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten

Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus. Er hat sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen, das ihm als sein besonderes Eigentum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.

 

Evangelium:   Lk 2, 1-14

Heute ist euch der Retter geboren

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.

 

Gedanken zum Sonntag

Robert Zinterhof
Freier Journalist
Pabneukirchen, OÖ

Dieses kleine Kind gibt Kraft

Weihnachten, das Fest der Familie, des Schenkens, des Christbaums.  Weihnachten ist mehr. Weihnachten, die Geburt Jesu, ist das Fest, das uns auf den Weg zu unserer Menschwerdung bringen soll. Weihnachten ist ein Auftrag, ein Anfang. Wenn Jesus in eine Krippe gelegt wurde, heißt das für mich noch lange nicht, dass er in Armut geboren wurde.
Beim Evangelium nach Lk 2,1-14 schießen mir gleich so viele Gedanken durch den Kopf. Ich muss unweigerlich an heute denken. Viele Behinderte haben keinen Arbeits- und keinen eigenen Wohnplatz. Viele Menschen, davon immer mehr Kinder und Jugendliche, sind auf der Flucht. Wer kann da helfen? Einen Beitrag leisten. Kommen wir wie die Hirten zur Krippe. Dieses kleine Kind gibt so viel Kraft, dass wir für eine bessere Welt eintreten. Ich kann meine Weihnachtsgedanken nicht so gut ausdrücken wie Anton Rotzetter:

Du bist auf der Seite der Kleinen
Du, Gott!
Ein Kind!
Ein Kind in der Krippe!
Du bist auf der Seite der Kleinen
Du ergreifst Partei für alle,
die nicht angenommen werden.
So lass mich Dich
nicht in Glanz und Herrlichkeit suchen
sondern dort, wo die Kinder schreien,
wo Mensch und Tier beisammen wohnen
in den Höhlen und am Straßenrand
Gib mir die Einfachheit der Hirten
und die Demut der Weisen
damit ich Dich erkenne
als Kind in der Krippe
heute.

 

Information

Terroranschlag auf koptische Kathedrale in Kairo
Kurz will entschieden gegen Christenverfolgung vorgehen

Bei einem der schwersten Anschläge in der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind am 11. Dezember unmittelbar neben dem Amtssitz des koptischen Papst-Patriarchen zahlreiche Menschen – vorwiegend Frauen und Kinder – getötet worden.

In der Seitenkirche Butrosia an der koptischen Patriarchenkathedrale zum heiligen Markus in Kairo standen am Sonntagvormittag Männer, Frauen und Kinder eben zum Empfang der Kommunion bereit, als durch das Seitenfenster zum Ramses-Boulevard eine Bombe geworfen wurde. Mit verheerenden Folgen: Die jüngsten Angaben sprechen von 27 Toten und 65 Verletzten.
Patriarch Tawadros II., der sonst dort die Sonntagspredigt zu halten pflegt, entging dem Anschlag: Er hielt sich zu Besuch bei der orthodoxen Kirche von Griechenland auf. Sofort flog er von Athen zurück und leitete am Tag darauf die Trauerfeierlichkeiten.

Kopten-Papst Tawadros II.
Papst-Patriarch Tawadros II.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Wie er in seiner Predigt betonte, handelt es sich um die schlimmste christenfeindliche Bluttat in Ägypten seit Menschengedenken.

Großimam sprach Beileid aus
Die ägyptischen Behörden mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi an der Spitze haben sofort ihr Beileid ausgesprochen und ihren Abscheu bekundet.
Der Großimam der Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmed al-Tayyib, hat zusammen mit einer hochrangigen Delegation den koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen Tawadros II. besucht, um sein Beileid auszusprechen.
Die orthodoxen Kopten machen in Ägypten etwa zehn Prozent der insgesamt 90 Millionen umfassenden Bevölkerung aus.

„Nur Spitze des Eisbergs“
Außenminister Sebastian Kurz hat nach dem „feigen Terroranschlag auf die koptische Kirche in Ägypten den Appell der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) aufgegriffen, Religionsfreiheit zum Thema des österreichischen OSZE-Vorsitzes 2017 zu machen.
Das Attentat vom Sonntag in Kairo sei „nur die Spitze des Eisbergs“.

„Docat“ vorgestellt: Schutz der Menschenwürde ist „die politische Kernkompetenz der Kirche“.

Der neue katholische Sozialkatechismus „Docat“ ist am 15. Dezember in Berlin vorgestellt worden. Das Buch sei eine „wichtige Orientierungshilfe“, so Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD).

Das 320-seitige Handbuch in 32 Sprachen komme zum richtigen Zeitpunkt angesichts des wachsenden Rechtspopulismus, betonte Nahles.
Der frühere Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann würdigte das Engagement von Kardinal Christoph Schönborn für den „Docat“. Die Österreichische Bischofskonferenz übernahm die Herausgeberschaft für das Buch.

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Bundessozialministerin
Andrea Nahles.

Politikerin würdigt Docat
Nahles sagte, das Buch und die dazugehörige App stellten die kirchlichen Positionen etwa zum Schutz der Menschenwürde auch für junge Leute attraktiv dar. Sie würdigte die katholische Soziallehre als „großen, teilweise noch ungehobenen Schatz“. So sei der Schutz der Menschenwürde „die politische Kernkompetenz der Kirche“. Dies etwa am Beispiel eines gerechten Lohnes darzustellen, sei in „Docat“ sehr gut gelungen.

docat

„Docat“-Autor Peter Schallenberg erklärte, bei der Abfassung habe es auch „erhebliche Diskussionen“ etwa über die Todesstrafe oder Sexualethik gegeben. Die Autoren hätten sich aber um eine Textfassung bemüht, die weltweit einheitlich zu übersetzen war, so der Paderborner Moraltheologe.

Mitarbeit von Jugendlichen
Der Name „Docat“ leitet sich vom englischen „to do“ (etwas tun) und „catechism“ (Katechismus) ab. Ein Katechismus fasst kirchliche Lehrsätze und Regeln knapp zusammen.
Die Initiative zu „Docat“ kam 2011 unter anderen von amerikanischen Jugendlichen.
An den Textfassungen beteiligten sich außer Wissenschaftlern auch junge Menschen. Im Rahmen eines Wettbewerbs steuerten sie zahlreiche Fotos bei. Zudem gibt es in dem Buch zahlreiche Zitate prominenter Schriftsteller. Papst Franziskus ist wichtigster Förderer des Projekts und schrieb das Vorwort.
Vorbild war der Jugendkatechismus „Youcat“, der bislang in 72 Sprachen und einer Auflage von sieben Millionen Exemplaren erschienen ist. Nach Angaben der Projektleitung von „Docat“ liegt die weltweite Erstauflage bei 150.000. Die deutsche Erstauflage in Höhe von 20.000 ist bereits verkauft, eine weitere im Druck. Zudem ist das Buch auch als App erhältlich, die bislang 80.000mal abgerufen wurde.

Kardinal Paulo Arns war Brasiliens prominenter Befreiungstheologe und Menschenrechtler

Kardinal Paulo Evaristo Arns, prominenter Befreiungstheologe und Menschenrechtler in Brasilien, ist am 14. Dezember im Alter von 95 Jahren in einem Krankenhaus in Sao Paulo gestorben.

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+ Kardinal Paulo Evaristo Arns.

Während der Militärdiktatur (1964-1985) protestierte der deutschstämmige Kirchenmann gegen die Verbrechen des Regimes. Seit dem Übergang zur Demokratie mobilisierte er Kirche und Sozialbewegungen gegen Ungerechtigkeit, Folter und unmenschliche Arbeitsbedingungen.
Der 1921 im südbrasilianischen Forquilhinha geborene Sohn deutscher Einwanderer trat bereits mit 18 Jahren in den Franziskanerorden ein. 1970 wurde er im Alter von 49 Jahren zum Erzbischof von Sao Paulo sowie 1973 zum Kardinal ernannt.
Außer Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. war Arns der letzte verbliebene Kardinal, der noch vom Konzilspapst Paul VI. ernannt wurde. 1985 rief Arns gemeinsam mit seiner Schwester, der Kinderärztin Zilda Arns Neumann, die Kinderpastoral der katholischen Kirche Brasiliens ins Leben.

Unfall als Attentatsversuch
Arns zählte vor 40 Jahren wohl zu den bestinformierten Menschen im Land. Er wusste, wo gefoltert und gemordet wurde; er versteckte Verfolgte – und stellte Militärs mutig zur Rede. Ein Redeverbot war die Folge. In den 1980er Jahren leitete Arns das Projekt „Brasil: Nunca Mais“ (Nie wieder) über die Verbrechen der Militärdiktatur. Er sammelte heimlich Dokumente über die Verbrechen der Militärs. 1985, kurz nach Ende der Diktatur, wurden die Ergebnisse in Buchform veröffentlicht. Das Projekt gilt bis heute als die ausführlichste Aufarbeitung der damals begangenen Verbrechen durch den Staatsapparat. 1992 war Arns in der Dominikanischen Republik in einen Unfall mit bis heute nicht eindeutig geklärter Ursache verwickelt. Er selbst betonte stets, dass er den Unfall als Attentatsversuch ansehe.

Konflikte mit Rom
Seit dem Übergang zur Demokratie mobilisierte Arns Kirche und Sozialbewegungen gegen Ungerechtigkeit, Folter und unmenschliche Arbeitsbedingungen. Auch Konflikten mit Rom ging der streitbare Kardinal nicht aus dem Weg. So forderte er schon früh, mit Blick auf den wachsenden Priestermangel, den Pflichtzölibat für katholische Priester neu zu hinterfragen

Melker Abt Georg Wilfinger: Spiritualität und soziales Engagement sind untrennbar

Spiritualität und soziales Engagement gehören untrennbar und gleichwertig zusammen: Das hat Georg Wilfinger, Abt von Stift Melk, in der ORF-Sendung „Niederösterreich heute“ betont. Der ORF widmete Wilfinger anlässlich seines 15-Jahre-“Jubiläums“ als Abt des Wachauer Benediktinerstifts ein Portrait.

Das Stift sei kein Selbstzweck für die Mönche, sondern offen für alle Menschen – für spirituell und kulturell Interessierte genauso wie für Menschen in Not und auf der Flucht, so der Abt. Anfang des Jahres wurde eine Wohncontainer-Anlage auf dem Sportplatz des Stifts errichtet, die rund 30 Flüchtlinge, darunter viele Familien, beherbergt.

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Abt Georg Wilfinger.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Container für Flüchtlinge
Die Container-Anlage wurde vom Stift um mehr als 180.000 Euro aus Eigenmitteln gebaut, und war deshalb notwendig, weil im Stift alle Räume ausgenützt sind, vor allem auch, da die zum Stift gehörende Schule in den letzten Jahren stark ausgebaut wurde. Betreut werden die Asylwerber vor Ort von der Caritas. Der regelmäßige Kontakt zum Stift und zur Schule ist durch einzelne Mitbrüder der Benediktiner gegeben.

Projekt in Rumänien
Spiritualität und soziales Engagement seien für ihn „gleichrangig“, sagte Abt Georg. Ein großes Anliegen ist ihm auch das Projekt „Auro Danubia“ im rumänischen Saniob, wo Waisenkinder und sozial vernachlässigte Kinder auf vielfältige Weise unterstützt werden. Die Schirmherrschaft über das Projekt hat das Stift Melk inne. Abt Georg ist auch regelmäßig selbst vor Ort.

Abt und Pfarrer
Wilfinger ist nicht nur Abt von Stift Melk, sondern auch noch Pfarrer in Großriedenthal bei Tulln. Die Begegnung mit den Menschen in der Pfarre „tut mir selber gut und hoffentlich auch den Menschen vor Ort“, sagte er.
Stift Melk ist ein Besuchermagnet: Jährlich kommen rund 500.000 Gäste, um die barocke Klosteranlage zu besichtigen. Heute betreuen die 29 zum Stift gehörenden Benediktiner 23 Stiftspfarren. Im Stift befindet sich auch ein Gymnasium mit rund 900 Schülerinnen und Schülern.

Frohe Weihnachten
und
ein gesegnetes Jahr 2017
wünschen
Redaktion und Verwaltung