Inhalt der gedruckten Ausgabe 51/2015

Leitartikel

Die Kinder und das Kind

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Margit Hauft
Erwachsenenbildnerin
Wels

Information

„In Großbritannien allgemeiner Rückgang des Christentums“
England: Kinos werben nach Vaterunser-Verbot für Hinduismus

Nach dem Verbot eines Spots mit dem Vaterunser werben England Kinos jetzt für Hinduismus. Damit gehen die Auseinandersetzungen der anglikanischen Kirche mit britischen Kinogruppen nach dem ersten Konflikt zu Adventbeginn weiter.

Frauen schließen sich zusammen

Ein internationaler Verein von Frauen in kirchlichen Führungspositionen soll künftig das weibliche Element in der Katholischen Kirche noch weiter stärken.

29. „Heiliges Jahr“ der Kirchengeschichte

Mit dem „Jubiläum der Barmherzigkeit“, das Papst Franziskus am 8. Dezember eröffnete, begann bereits zum 29. Mal in der Kirchengeschichte ein „Heiliges Jahr“.

Dutzende „Heilige Pforten“ in Österreich

Gemäß dem Wunsch des Papstes wird es in zahlreichen österreichischen Kirchen  „Pforten der Barmherzigkeit“ geben, bei deren Durchschreiten Gläubige einen „Jubiläumsablass“ erlangen können.

Papst eröffnet das Heilige Jahr der Barmherzigkeit

Papst Franziskus hat bei einem Festgottesdienst im Vatikan das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eröffnet. Am Ende der Messe, zu der sich mehrere Zehntausend Gläubige versammelt hatten, öffnete der Papst die sonst geschlossene Heilige Pforte am Petersdom.

Appell an den Papst: Im „Jahr der Barmherzigkeit“ Sex-Lehre korrigieren

Der deutsche Theologe und Psychotherapeut Wunibald Müller sieht im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit eine Chance für die katholische Kirche im Blick auf die Lehre zur Sexua-lität. Denn es sei höchste Zeit, die sogenannte heilige Wahrheit nicht wichtiger zu nehmen als die „Liebe und Barmherzigkeit, die Gott selbst ist“, schreibt der Leiter des Recollectio-Hauses in Münsterschwarzach (Bayern) in einem  Appell an Papst Franziskus.

200 Theologen verlangen grundlegende Kirchenreform

50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) sprechen sich 200 führende internationale Theologen für grundlegende Veränderungen in der katholischen Kirche aus.

Kirchliche Kindergärten: Religiöse Pluralität bewusst leben

Das Institut für islamische Studien der Uni Wien unter Leitung von Ednan Aslan hat mit seinen Zwischenergebnissen einer Untersuchung zu islamischen Kindergärten für große Aufregung gesorgt. In Wien soll es 150 islamische Kindergärten geben.

Kardinal Bertone will „moralischen Schaden“ wiedergutmachen

Nach dem Skandal um die Mitfinanzierung seiner Wohnungsrenovierung durch die Stiftung der vatikanischen Kinderklinik „Bambino Gesu“ will Kardinal Tarcisio Bertone dem Krankenhaus nun helfen.

Behindertenanwalt  fordert Abtreibungsstatistik

Auf die Notwendigkeit gesicherten Faktenwissens über Gründe für Schwangerschaftsabbrüche hat Behindertenanwalt Erwin Buchinger hingewiesen.

Bethlehem: Zwei Drittel der Jugendlichen in Armut

Weihnachten ist das Fest der Liebe und Besinnlichkeit, wir feiern die Geburt Jesu Christi. Doch die Menschen in Bethlehem  haben wenig Grund zum Feiern. Seit Wochen erschüttern wieder Gewalt und Terror zwischen Israelis und Palästinensern das Heilige Land. Bisher gab es dutzende Todesopfer und Verletzte auf beiden Seiten.

„Wäre ich gläubig, würde ich den Papst in Gebet einschließen“

Papst Franziskus stärkt die Glaubwürdigkeit der Kirche, die es möglich macht, innerkirchlich wie gesellschaftspolitisch Reformen anzugehen. Das war der Tenor einer Podiumsdiskussion am Montagabend in der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz.

Friedenslicht aus Bethlehem leuchtet heuer in mehr als 30 Ländern

Seit 1986 wird es aus Bethlehem nach Österreich geholt und anschließend als Symbol für Hoffnung auf Frieden in die Welt getragen: das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte Jesu.

Bis Ende 2016 soll Youcat-Bibel in 20 Sprachen erscheinen

Die neue Youcat-Bibel mit dem viel beachteten Papstvorwort ist rechtzeitig vor Weihnachten auch auf Italienisch erschienen.

Päpstlicher Orden für Kunstherz-Erfinder

Der Herzchirurg und Präsident der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Felix Unger (69), ist mit dem Päpstlichen Gregoriusorden ausgezeichnet worden.

Menschenrechtspreis 2015 an „Train of Hope“

Der diesjährige Preis zur Wahrung und Erhaltung der Menschenrechte wurde am 11. Dezember von der Österreichischen Liga für Menschenrechte an die Initiative „Train of Hope“, die Flüchtlingen am Wiener Hauptbahnhof Soforthilfe anbietet, verliehen – stellvertretend für alle Freiwilligen, die sich in den letzten Wochen und Monaten in der Flüchtlingsthematik engagiert haben.

Leitartikel

Die Kinder und das Kind

Österreich debattiert wieder einmal über das Thema Integration und Islam.
Der Anlass: Eine im Auftrag des Integrationsministeriums vom Institut für islamische Studien an der Universität Wien erstellte Untersuchung zu privat geführten islamischen Kindergärten und Kindergruppen in Wien. Bei den Trägern werden teils extremistische Gruppen als Hintermänner vermutet.
Minister Sebastian Kurz spricht von einer „drohenden Parallelgesellschaft“.
Kirchliche Kindergärten betonen daraufhin unisono, dass bei ihnen religiöse Pluralität bewusst gelebt werde.
„Religion in öffentlichen  Kindergärten“ ist in Österreichs Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt.
In Niederösterreich sehr großzügig. Hier können Religionsvertreter bis zu einer Stunde wöchentlich in die Kindergartengruppen gehen. Diese Chance wird jedoch wenig bis gar nicht wahrgenommen. Es ist nicht bekannt, dass kirchliche Autoritäten in Wien oder St. Pölten darauf sonderlichen Wert legen oder gar ihre Pfarren darauf aufmerksam machen. Warum eigentlich nicht?
Das Kind von Bethlehem ist Synonym für Liebe.
Es lebte als Erwachsener, was die Engel bei seiner Geburt sangen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden.“

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Mi 5, 1-4a

Aus dir wird der hervorgehen, der über Israel herrschen soll

Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. Darum gibt der Herr sie preis, bis die Gebärende einen Sohn geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder heimkehren zu den Söhnen Israels. Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des Herrn, im hohen Namen Jahwes, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit leben; denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde. Und er wird der Friede sein.

 

Zweite Lesung:   Hebr 10, 5-10

Ja, ich komme, um deinen Willen, Gott, zu tun

Darum spricht Christus bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen; an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Ja, ich komme – so steht es über mich in der Schriftrolle -, um deinen Willen, Gott, zu tun. Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden; dann aber hat er gesagt: Ja, ich komme, um deinen Willen zu tun. So hebt Christus das erste auf, um das zweite in Kraft zu setzen. Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Opfergabe des Leibes Jesu Christi ein für alle Mal geheiligt.

 

Evangelium;   Lk 1, 39-45

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

 

Gedanken zum Sonntag

Margit Hauft
Erwachsenenbildnerin
Wels

Eine Frau war die erste

Manchmal meint man, die Bibel sei bis zum Rand voller „Männergeschichten“, meinte eine junge Frau zu mir: Schau doch nur ins Alte Testament, Saul, David, Moses… Immer stehen Männer im Vordergrund. Und im Neuen Testament? Meist hat Jesus mit Männern zu tun, spricht zu ihnen, belehrt sie. Und dann noch die 12 Apostel – alles Männer!“
Ist die frohe Botschaft also Männersache? Gerade jetzt in der Advent- und Weihnachtszeit könnte es wieder so scheinen: Die Hirten sind die ersten im Stall, nach ihnen kommen die Weisen zur Krippe. Maria, die einzige Frau der Szene, steht eher im Dunkel, höchstens etwas beleuchtet durch den Glanz ihres göttlichen Kindes.
Doch da kommt das heutige Evangelium –  in den Gottesdiensten wird es sicher von viel mehr Frauen als Männern gehört – und dieses Evangelium macht eines ganz deutlich: Eine Frau war die erste, die von dem wusste, was da kommen sollte – vor den Hirten, vor den Weisen, vor allen Männern!
Eine Frau war die erste in der Weihnachtsgeschichte Gottes mit den Menschen: Maria, der gesagt wurde: „Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.“
Wie muss das wohl bei Maria angekommen sein: Du wirst Gottes Sohn zur Welt bringen. Du bist von allen Frauen dazu bestimmt. Gewiss hat sich da bei ihr nicht nur Freude geregt! Auch Angst. Angst vor dieser Verheißung: „Du bist dazu auserwählt.“ Aber stärker als die Angst ist ihr Ja. Und sie bleibt bei diesem Ja, durch die ganze Geschichte ihres Sohnes hindurch. Ihr Ja  hält bis zuletzt: Das Ja einer Frau zur Sache Gottes.
Denken wir daran, wenn in ein paar Tagen wieder die „Männergeschichten“ des Evangeliums beginnen: Eine Frau war die erste, die von der frohen Botschaft erfahren hat! Sie hat ja gesagt zu dem, was ihr Auftrag war…und sie ist dabei geblieben.

 

Information

„In Großbritannien allgemeiner Rückgang des Christentums“
England: Kinos werben nach Vaterunser-Verbot für Hinduismus

Nach dem Verbot eines Spots mit dem Vaterunser werben England Kinos jetzt für Hinduismus. Damit gehen die Auseinandersetzungen der anglikanischen Kirche mit britischen Kinogruppen nach dem ersten Konflikt zu Adventbeginn weiter.

Die Ketten Odeon, Cineworld und Vue zeigen laut Medienberichten  vor Beginn des Kinderfilms „Der gute Dinosaurier“ einen siebenminütigen Clip über Hinduismus.
Die Vorführung eines christlichen Werbespots in der Vorweihnachtszeit hatte die zuständige Kinowerbeagentur Digital Cinema Media kurz zuvor mit der Begründung abgelehnt, „keine Werbung für religiöse Zwecke“ machen zu wollen.

just pray
Kirchensprecher Arun Arora reagierte empört auf die Ausstrahlung des Hindu-Spots in den britischen Lichtspielhäusern und sprach von „Heuchelei“. Die Kinos würden „mit zweierlei Maß messen“, so Aroras Vorwurf.

Christlicher Werbespot vor Weihnachten unangemessen?
Zu Adventbeginn hatten sich die Ketten geweigert, einen christlichen Werbespot zu akzeptieren.
Es ging um ein 54 Sekunden langes Video, das neben dem Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, auch Flüchtlinge, Pendler, Sänger, Kinder und einen Gewichtheber beim Beten des Vaterunsers zeigt. Die Werbung endet mit der Ansage „Beten ist für jeden – just pray“. Der Clip sollte u.a. vor dem neuen „Star-Wars“-Film laufen, der in Großbritannien am 17. Dezember Premiere hat.
Mit dem Werbespot sollte nach Kirchenangaben für die neue Internetseite www.justpray.uk geworben werden, die bereits mehr als drei Millionen Teilnehmer zählt. Man habe damit zeigen wollen, dass Beten zur britischen Alltagskultur gehöre.
Auch Anglikanerprimas Welby zeigte sich angesichts der Entscheidung überrascht. Es sei „merkwürdig“, dass ein christlicher Werbespot kurz vor Weihnachten als für „nicht angemessen“ erachtet werde, sagte er der „Mail on Sunday“. Folge man dieser Argumentation, müsse man schlicht jegliche Weihnachtswerbung verbieten.

Bischöfe im britischen Oberhaus reduzieren
Eine Kommission hat die Reduzierung der anglikanischen Bischöfe im britischen Oberhaus vorgeschlagen.
Ein „allgemeiner Rückgang“ des Christentums in der Gesellschaft mache eine Neuordnung nötig, heißt es in einem am 7. Dezember vorgestellten Bericht der „Kommission für Religion und Glaube im öffentlichen Leben“, aus dem der Sender BBC zitiert.
Demnach sollen die bislang 26 anglikanischen Bischöfe im Oberhaus einen Teil ihrer festen Plätze unter anderem für Vertreter anderer Glaubensrichtungen räumen.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Anteil anglikanischer Christen an der britischen Bevölkerung  seit 1983 von 40 Prozent auf weniger als 20 Prozent gesunken ist. Der demografische Wandel führe zu mehr Glaubensvielfalt; der Anteil der Muslime, Hindus und Sikhs nehme rasch zu.
Laut „Fischer Weltalmanach 2015“ sind 72 Prozent der Briten Christen, 2,8 Prozent Muslime, 1 Prozent Hindus und 15 Prozent religionslos.
Etwa jeder zehnte der 60 Millionen Briten ist katholisch. Prominentester Konvertit ist Ex-Premier Tony Blair, der 2007 Katholik wurde.

Appell an den Papst: Im „Jahr der Barmherzigkeit“ Sex-Lehre korrigieren

Der deutsche Theologe und Psychotherapeut Wunibald Müller sieht im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit eine Chance für die katholische Kirche im Blick auf die Lehre zur Sexua-lität. Denn es sei höchste Zeit, die sogenannte heilige Wahrheit nicht wichtiger zu nehmen als die „Liebe und Barmherzigkeit, die Gott selbst ist“, schreibt der Leiter des Recollectio-Hauses in Münsterschwarzach (Bayern) in einem  Appell an Papst Franziskus.

müller wunibald
Dr. Wunibald Müller.

Für die Kirche wäre dies mit einer „radikalen Wende“ verbunden. Eine solche sei aber unausweichlich, wenn die Kirche endlich wieder ein Ort sein wolle, an dem die Menschen die heilende Kraft eines Glaubens finden wollten. In seinem Schreiben erinnert Müller an die Geste einer Gruppe von deutschsprachigen Bischöfen bei der jüngsten Synode in Rom.  Diese hatten unter anderem wiederverheiratete Geschiedene und homosexuell orientierte Menschen um Verzeihung gebeten, wenn die Kirche im falsch verstandenen Mühen, die kirchliche Lehre hochzuhalten, Leid über die Menschen gebracht hätte. Solches Leid wird nach den Worten des Therapeuten aber homosexuellen Menschen weiter zugefügt, wenn die Kirche ihre Orientierung nach wie vor als „objektiv ungeordnet“ bezeichne und ihre Liebe, wenn sie sexuell gelebt wird, weiterhin als sündhaft betitle.
Auch treffe dies zu, wenn homosexuellen Männern der Zugang zum Priesteramt verwehrt werde und damit den vielen homosexuellen Priestern, die es trotzdem gebe, eigentlich gesagt werde, dass sie nicht willkommen seien, so der Theologe. Genauso gelte dies für wiederverheiratete Geschiedene, denen nicht oder nur halbherzig zugestanden werde, dass sie zur heiligen Kommunion gehen könnten.Weiter seien Gläubige betroffen, die ihre Sexualität außerhalb einer Ehe in verbindlicher Partnerschaft lebten, solange die Kirche ihre Liebe als moralisch falsch bewerte.

Chance nicht vertun
Wenn Papst Franziskus nicht in der Lage sei, Korrekturen und Ergänzungen an der Lehre in den angesprochenen Bereichen vorzunehmen, habe er die Chance vertan, die notwendige Reinigung der katholischen Kirche in Gang zu setzen, führt Müller an. Ein neuer Anstrich sei zu wenig. Die alten Tapeten seien brüchig geworden und müssten durch neue ersetzt werden: „An manchen Stellen muss selbst die Mauer abgerissen werden und neu aufgebaut werden – solange noch Zeit dafür ist und nicht das ganze Lehrgebäude einfach vorher in sich zusammensackt.“

Kirchliche Kindergärten: Religiöse Pluralität bewusst leben

Das Institut für islamische Studien der Uni Wien unter Leitung von Ednan Aslan hat mit seinen Zwischenergebnissen einer Untersuchung zu islamischen Kindergärten für große Aufregung gesorgt. In Wien soll es 150 islamische Kindergärten geben.

Religion spielt im Kindergarten eine wesentliche Rolle – vor allem wenn es darum geht, Wertschätzung gegenüber Menschen anderer Kulturen und Religionen einzuüben. Darauf haben am 11. Dezember Vertreter verschiedener kirchlicher Kindergarteneinrichtungen hingewiesen. „Wir sehen Religion als wichtiges Element zur Stärkung der Gemeinschaft. Traditionen, Rituale und Feste geben den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Sie sind ein wichtiger Referenzrahmen in der heutigen schnelllebigen Zeit“, so Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung, in einer Aussendung. In den Kindergärten der St. Nikolausstiftung der Erzdiözese Wien werde zudem kulturelle und religiöse Pluralität bewusst gelebt.

Elmar Walter
Elmar Walter.

Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Interreligiöse Brückenbauer
In den 81 Häusern in ganz Wien werden rund 6.000 Kinder betreut, die über 20 verschiedenen Religionen und Konfessionen zugehörig seien, wie Walter erläuterte. Viele Eltern entschieden sich ganz bewusst für eine katholische Trägerorganisation – mit dem Wissen, dass Religion im Alltag zum Thema gemacht werde. Die katholischen Kindergärten würden sich so als „interreligiöse Brückenbauer“ verstehen.

Regelmäßige Kontrolle notwendig
Bei den Kindergärten der St. Nikolausstiftung gebe es sehr häufige Kontrollen der zuständigen MA 11 der Stadt Wien, berichtete Walter. Diese Kontrollen würden selbstverständlich unangemeldet erfolgen. Zusätzlich gebe es noch ein internes Kontrollnetz der Stiftung mit regelmäßigen Inspektionen.
Eine solche interne Kontrolle gibt es auch bei den katholischen Kindergärten, die in Trägerschaft der Orden sind, wie Christa Bruns von der Vereinigung Katholischer Kindertagesheime gegenüber „Kathpress“ erläuterte.
Die Vereinigung führt 33 Standorte in ganz Wien mit insgesamt mehr als 6.100 Kindern. Genaue Zahlen würden derzeit zwar erst erhoben, sie könne aber ungefähr angeben, dass rund die Hälfte der Kinder katholisch sind.
Die andere Hälfte verteile sich auf viele verschiedene Religionen oder auch viele Kinder ohne religiöses Bekenntnis.
Auch bei den Ordens-Kindergärten sei naturgemäß das religiöse Element integraler Bestandteil des Alltags. So etwa auch die Wertschätzung von anderen Kulturen und Religionen auf Basis einer christlichen Grundhaltung.
Österreichweit besuchen rund 42.000 Kinder einen der mehr als 700 kirchlichen Kindergärten. Am höchsten ist die Dichte an kirchlichen Kindergärten in Oberösterreich mit 40 Prozent aller Kindergärten.

Friedenslicht aus Bethlehem leuchtet heuer in mehr als 30 Ländern

Seit 1986 wird es aus Bethlehem nach Österreich geholt und anschließend als Symbol für Hoffnung auf Frieden in die Welt getragen: das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte Jesu.

friedenslicht 2015
„ORF-Friedenslicht-Kind“ Niklas Dumhart.

Foto: ORF OÖ.

Der vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ausgegangene Weihnachtsbrauch am Heiligen Abend hat mittlerweile in mehr als 30 Ländern Fuß gefasst. Organisiert von den Pfadfindern, wird das Licht dieser Tage in ganz Europa und auch in Amerika verteilt.
Seit die neunjährige Ihab Msleh, ein Mädchen aus einer arabisch-christlichen Familie aus Bethlehem, das Licht Ende November in der Geburtsgrotte entzündet hat, verbreitet sich die Flamme von Land zu Land. In Österreich nahm das diesjährige „ORF-Friedenslicht-Kind“ Niklas Dumhart das Licht in Empfang. Der zehnjährige Oberösterreicher, ist für  diese Aufgabe wegen seines sozialen Engagements für einen Mitschüler aus einer Flüchtlingsfamilie ausgewählt worden.
Am 16. Dezember bringt eine Delegation aus Oberösterreich in Begleitung von Diözesanbischof Ludwig Schwarz und Landeshauptmann Josef Pühringer das Licht aus Bethlehem dann zum Papst. Friedenslicht-Kind Niklas wird Franziskus die Flamme im Rahmen der wöchentlichen Mittwoch-Audienz im Vatikan persönlich übergeben.

Frohe Weihnachten
und ein gesegnetes Jahr 2016

wünschen
Redaktion und Verwaltung