Inhalt der gedruckten Ausgabe 50/2016

Leitartikel

Wer schweigt, stimmt zu

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Robert Zinterhof
Freier Journalist
Pabneukirchen, OÖ

Information

Glaubenskongregation neutral im „Streit der Meinungen“
Vatikanisches Ehegericht: „Ohrfeige“ für den Papst

Die öffentliche Forderung des früheren Kölner Erzbischofs, Kardinal Joachim Meisner, und drei weiterer Kardinäle, der Papst solle seine Haltung zu wiederverheirateten Geschiedenen klarstellen, führt zu bemerkenswerten Stellungnahmen.

Papst Franziskus hofft auf Eucharistiegemeinschaft mit der Orthodoxie

Papst Franziskus hat dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., zum Andreasfest gratuliert.

Zu Weihnachten einen Esel schenken

Besonders zu Weihnachten fehlt vielen oft die richtige Idee für sinnvolle Geschenke. Im Caritas-Onlineshop (www.schenkenmitsinn.at) findet man originelle Produkte, die doppelt Freude bereiten.

Österreich: Neuer Spendenrekord

Der Fundraising Verband Austria (FVA) hat mit dem Spendenbericht 2015 einen neuen Rekordwert für in Österreich geleistete Spenden bekannt gegeben.

Niederländische Regierung gegen Verbot des Nikolo-Helfers

Die niederländische Regierung hat sich erstmals gegen ein Verbot des „Zwarten Piet“ ausgesprochen.

Bildungsinitiative „Pilgrim“ streckt Fühler nach Afrika aus

Die ökologisch-spirituelle Initiative „Pilgrim“ zieht immer weitere Kreise. Bereits 205 Schulen und weitere Bildungseinrichtungen im In- und Ausland sind mit dem „Pilgrim“-Zertifikat ausgezeichnet worden. Das entspricht einer Beteiligung von mehr als 60.000 Schülerinnen und Schülern.

Bischof spielte die Gottesmutter Maria

In eine ungewöhnliche Rolle ist ein katholischer Erzbischof im italienischen Loreto geschlüpft: Mit Perücke und Frauengewand gab Giovanni Tonucci (74) am ersten Adventsonntag in einem geistlichen Schauspiel die Gottesmutter Maria.

Papst trägt Todesfälle im Freundeskreis in Notizbuch ein

Papst Franziskus führt Buch über die Todesfälle in seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Das verriet er  in seiner Morgenmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta.

Segen und Dank von Franziskus für Stephen Hawking

Der prominenteste Theoretiker eines Universums ohne Gott zur Audienz beim Papst: Der britische Astrophysiker Stephen Hawking ist am 28. November von Franziskus zusammen mit einigen Dutzend Mitgliedern der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften im Vatikan empfangen worden. Dabei segnete der Papst den 74-jährigen Wissenschaftler, wie auf einem von der Akademie via Twitter verbreiteten Foto zu sehen ist.

Ex-Priester nach Papstbesuch: Ein „Zeichen der Güte“

Sieben Männer, die das Priesteramt aufgegeben und eine Familie gegründet haben, hat Papst Franziskus Mitte November in Rom getroffen. Einer dieser ehemaligen katholischen Pfarrer, Andrea Vallini, hat die Begegnung mit dem Bischof von Rom jetzt in einem Radio-Vatikan-Interview als „Zeichen der Güte“ und „angenehme Überraschung“ bezeichnet und Details des Treffens geschildert. Stattgefunden hat die Begegnung in Vallinis Wohnung im Osten Roms.

Irischer Premier Kenny: Papst beim Familientag 2018 in Dublin

Papst Franziskus hat am 29. November den irischen Premierminister Enda Kenny empfangen. Der Vatikan sprach von einer „herzlichen Begegnung“.

Lose für päpstliche Weihnachtslotterie jetzt auch im Internet

An der Weihnachtslotterie von Papst Franziskus kann ab sofort jeder Interessierte teilnehmen: Der Vatikan schaltete dazu erstmals eine eigene Internetseite frei, die über www.vaticanstate.va zu erreichen ist. Hauptgewinn ist ein roter Kleinwagen der Firma Opel.

Der Salesianerorden bleibt in Syrien

Der Überlebenswille der Menschen in Syrien ist stärker als der Krieg. Das hat der syrische Salesianer Dani Gauri betont. Er hält sich derzeit in Wien auf.

26.000 Muslime an katholischen Schulen in England und Wales

Katholische Schulen in England und Wales haben mehr als 26.000 muslimische Schüler. Das berichtet der Sender BBC unter Berufung auf den ersten Zensus katholischer Schulen zur Religionszugehörigkeit ihrer Schüler.

Britische Kommission kritisiert Diskriminierung von Christen

Die britische Gleichberechtigungs- und Menschenrechtskommission (EHRC) hat sich gegen die Diskriminierung von Christen aufgrund ihres Glaubens gewandt.

Soziale Netzwerke: Kirche muss Suche nach Wahrheit wach halten

Gerade weil in Sozialen Netzwerken Gefühle und auch Unwahrheiten statt Fakten eine immer größere Rolle spielen, muss die Kirche das Ringen um Wahrheit noch stärker in den öffentlichen Diskurs einbringen.

Pakistanische Provinz verbietet Zwangskonversion zum Islam

Als erste Provinz in Pakistan verbietet Sindh die Zwangskonversion minderjähriger Mädchen zum Islam.

Orthodoxer Streit um Kreta-Konzil verschärft sich

Für Wirbel innerhalb der Weltorthodoxie sorgt die Pressekonferenz des Moskauer Patriarchen Kyrill I., die er vor einer Woche im Anschluss an die Feiern zu seinem 70. Geburtstag gegeben hat.

Kritik an Einreiseverbot für kritischen russischen Priester in Lettland

Als „russophobe Geste“ verurteilt das russische Außenministerium das von Lettland verhängte Einreiseverbot gegen einen russisch-orthodoxen Geistlichen.

Norwegische Justiz stellt Ermittlungen gegen Bischof Eidsvig ein

Das Ermittlungsverfahren wegen Betrugs gegen den norwegischen Bischof Bernt Eidsvig und gegen die Diözese Oslo wird nach fast zweijähriger Untersuchung eingestellt.

Indio-Rechte: Lobbying von EU-Parlament und heimischen Bischöfen

Die jüngste Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz zum Schutz der indigenen Völker in Brasilien sowie weiterführende Bemühungen kirchlicher Stellen zeitigen Wirkung.

Naher Osten: Christlicher Sender „SAT 7“ mit starkem Zuwachs

„SAT 7“, der führende christliche TV-Satellitensender im Nahen Osten, hat einen außerordentlichen Publikums-Zuwachs zu verzeichnen, wie die Stiftung „Pro Oriente“ berichtete.

Caritas startet „Gruft Winterpaket“ mit Anstoß durch Fußballstars

Mit der Unterstützung durch prominente Fußballstars ist am 28. November der Anstoß zur diesjährigen Hilfsaktion „Gruft Winterpaket“ der Caritas für Obdachlose erfolgt.

Vatikan: 950 Millionen nahmen am Heiligen Jahr teil

Weltweit rund 950 Millionen Menschen haben während des von Papst Franziskus ausgerufenen „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“ eine sogenannte Heilige Pforte durchschritten.

Leitartikel

Wer schweigt, stimmt zu

Bald nach Gründung der österreichischen Pfarrer-Initiative wurde die Idee laut, es sollten sich Bischöfe ähnlich organisieren, um ihrer Stimme im Vatikan Nachdruck zu verleihen und die Reform der Kirche zu fördern.
Jetzt, nach dem provokanten Offenen Brief von vier Kardinälen an Papst Franziskus in der causa wiederverheirateter Geschiedener, wünschen sich so manche eine Kardinäle-Initiative zur Unterstützung von Franziskus. Doch es herrscht Schweigen und Intransparenz.
Das konservative Internetportal „Katholisches“ zitiert Kardinal Claudio Hummes, einen Franziskus-Begeisterten, mit den Worten: „Ohne diese Tatsache relativieren zu wollen … es sind nur vier Kardinäle. In der Kirche sind wir über 200. Ohne zu sehr relativieren zu wollen: vier sind vier von einer enormen Gruppe, die ihre ganze Unterstützung dem Papst gibt.“
Aus dem Kreis der Briefschreiber verlautet hingegen, es habe noch viele weitere Kardinäle und Bischöfe gegeben, die bereit zur Unterschrift gewesen wären. Man habe sich jedoch bewusst auf emeritierte Würdenträger beschränkt, um Amtsträger nicht in Schwierigkeiten zu bringen.
Wie das Kräfteverhältnis in der katholischen Elite tatsächlich ist, bleibt ungewiss.
Wer schweigt stimmt zu, heißt ein Sprichwort. Doch wem stimmen die Kardinäle wirklich zu, die schweigen?

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Jes 35, 1-6a.10

Gott selbst wird kommen und euch erretten

Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen. Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes. Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. Die vom Herrn Befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion. Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.

 

Zweite Lesung:   Jak 5, 7-10

Macht euer Herz stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor

Schwestern und Brüder, haltet geduldig aus bis zur Ankunft des Herrn! Auch der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde, er wartet geduldig, bis im Herbst und im Frühjahr der Regen fällt. Ebenso geduldig sollt auch ihr sein. Macht euer Herz stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor. Klagt nicht übereinander, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Seht, der Richter steht schon vor der Tür. Brüder, im Leiden und in der Geduld nehmt euch die Propheten zum Vorbild, die im Namen des Herrn gesprochen haben.

 

Evangelium:   Mt 11, 2-11

Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?

In jener Zeit hörte Johannes im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.
Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.

 

Gedanken zum Sonntag

Robert Zinterhof
Freier Journalist
Pabneukirchen, OÖ

Jeder hat die Möglichkeit

Unendlich viele Fragen tun sich bei mir nach dem Lesen des heutigen Evangeliums auf. Ich habe für mich Antworten gefunden. „Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?“ Das heißt für mich: Johannes ist ein Mensch, der sich nicht nach dem Wind dreht.  Johannes geht seinen Weg, auf Jesus ausgerichtet. Das sollten wir uns zum Vorbild nehmen. Drehen wir uns nicht allzu oft nach dem Wind. Geben wir doch Zeugnis von christlichen Werten.
Als Johannes im Gefängnis ist, zweifelt er und lässt fragen: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?“ Auch wir sind oft Zweifler, nicht wenige verzweifeln. Hier zeigt Jesus einen Weg auf. Jesus lobt Johannes: „Ihr habt mehr gesehen als einen Propheten“. Kennen wir wen, der verzweifelt ist? Bieten wir ihm doch Hilfe an. Johannes hatte ein Ziel, das Ziel war Jesus, der Messias. Haben wir heute oftmals nicht zu viele Ziele? Überprüfen wir jetzt unsere Ziele, unsere Wege. Sind wir auf dem richtigen Weg? Belasten wir uns nicht mit Nebensächlichkeiten? Viele Interpretationen habe ich zu folgendem Satz im heutigen Evangelium gelesen, der für mich nicht leicht zu verstehen ist: „Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er. Für mich heißt das: Jesus ist großzügig, barmherzig, niemand wird von Jesus ausgeschlossen. Jeder hat die Möglichkeit, in seinem Wirkungsbereich die Nachfolge Jesu anzutreten.

 

Information

Glaubenskongregation neutral im „Streit der Meinungen“
Vatikanisches Ehegericht: „Ohrfeige“ für den Papst

Die öffentliche Forderung des früheren Kölner Erzbischofs, Kardinal Joachim Meisner, und drei weiterer Kardinäle, der Papst solle seine Haltung zu wiederverheirateten Geschiedenen klarstellen, führt zu bemerkenswerten Stellungnahmen.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller sagte gegenüber „Kathpress“, die Glaubenskongregation handle und spreche „mit der Autorität des Papstes“ und könne sich „am Streit der Meinungen nicht beteiligen“. Er sieht dabei die Gefahr einer Polarisierung.
Der Dekan des vatikanischen Ehegerichts Rota Romana, Pio Vito Pinto, wertete die Initiative als „Ohrfeige“ für den Papst.

Von Meisner enttäuscht
Dass Meisner, der Papst Bene-dikt XVI. (2005-2013) sehr nahe gestanden sei und wisse, dass dieser und Franziskus in ihrer Sicht auf gescheiterte Ehen völlig übereinstimmten, bei dem Brief mitgemacht habe sei, unverständlich. „Aufgabe der Kardinäle ist, dem Papst in seiner Amtsausübung zu helfen – nicht ihn zu behindern oder Vorschriften zu machen“, sagte Pinto.

Kardinal Burke verrückt?
Die Ankündigung von Kardinal Burke, formelle Schritte zu ergreifen, wenn der Papst nicht auf die ihm vorgelegten Fragen reagiere, nannte Pinto „eine Verrücktheit“. „Es gibt kein Kardinalskollegium, das den Papst zur Rechenschaft ziehen könnte“, so der Dekan.

Wertlose Aktion
Zum Umgang mit den vier Kardinälen riet Pinto: „Ein bisschen mehr beten, ruhig bleiben, basta. Offiziell hat diese Aktion keinen Wert.“ Prinzipiell habe der Papst die Möglichkeit, einem Kardinal seinen Rang zu nehmen. Dies werde er aber aller Voraussicht nach nicht tun: „Franziskus ist ein Leuchtturm an Barmherzigkeit und hat unendliche Geduld. Es geht ihm um Zustimmung, nicht um Zwang.“

Kardinalskollegium schweigt
Bemerkenswert ist, dass aus dem Kardinalskollegium in den vergangenen zwei Wochen kaum etwas zu hören war. Prominenteste Ausnahme war der neue US-Kardinal Blase J. Cupich. Die Zweifel der vier Purpurträger „sind nicht meine und nicht die der Universalkirche“, sagte der Erzbischof von Chicago in einem Interview, das noch vor seiner Kreierung zum Kardinal am 19. November geführt wurde.
Auch der Präfekt des neuen vatikanischen Ministeriums für Familie, Laien und Lebensschutz, der irische Kardinal Kevin Farrell, verteidigte Franziskus in einem Interview gegen den Vorwurf der vier Kardinäle, er breche mit dem Lehramt von Johannes Paul II.

Segen und Dank von Franziskus für Stephen Hawking

Der prominenteste Theoretiker eines Universums ohne Gott zur Audienz beim Papst: Der britische Astrophysiker Stephen Hawking ist am 28. November von Franziskus zusammen mit einigen Dutzend Mitgliedern der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften im Vatikan empfangen worden. Dabei segnete der Papst den 74-jährigen Wissenschaftler, wie auf einem von der Akademie via Twitter verbreiteten Foto zu sehen ist.

Der Papst habe Hawking zudem für sein „stetiges Engagement“ für die Päpstliche Akademie der Wissenschaften gedankt, heißt es zu dem Bild. Hawking war Gast der diesjährigen Vollversammlung. Hawking, langjähriger Inhaber des Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge, wurde durch seine Theorien über Schwarze Löcher und seine populärwissenschaftlichen Bücher berühmt. Er vertritt die These, dass sich das Universum spontan selbst aus dem Nichts geschaffen habe, ohne göttlichen Schöpfungsakt, allein durch das Gesetz der Schwerkraft.

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Professor Stephen Hawking.

Der britische Astrophysiker leidet seit 1963 an der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Er kann nur über einen Sprachcomputer kommunizieren.

„Es gibt eine Logik, die die Welt leitet“
„Es gibt eine Logik, die die Welt leitet. Wenn diese Logik nicht existieren würde, hätte ich rein gar nichts entdecken können.“ Das hat der italienische Kernphysiker Antonino Zichichi, ebenfalls Teilnehmer der Vollversammlung, im Gespräch mit Radio Vatikan erklärt. Der ehemalige Präsident des italienischen nationalen Institutes für Kernphysik ist bekennender Katholik; Wissenschaft und Glauben stellen für ihn keinen Widerspruch dar.
„Die Botschaft der Wissenschaft ist, dass wir Kinder einer Logik sind und nicht des Chaos.
Wenn wir Kinder einer Logik sind, wer ist der Autor dieser Logik?“, sagte Zichichi. Chaos könne aber nicht die Grundlage des Universums sein, „denn dann müssten wir das Chaos entdecken. Stattdessen entdecken wir jedoch immer neue Gesetze, neue Regelmäßigkeiten, die bestätigen, dass es eine Logik gibt.“

Der Salesianerorden bleibt in Syrien

Der Überlebenswille der Menschen in Syrien ist stärker als der Krieg. Das hat der syrische Salesianer Dani Gauri betont. Er hält sich derzeit in Wien auf.

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P.  Dani Gauri.
Foto: Salesianer Don Bosco.

Die Salesianer Don Boscos sind nach wie vor vor Ort im Einsatz: Vier Ordensmänner betreiben ein Jugendzentrum in der Hauptstadt Damaskus, drei führen ein Jugendzentrum in Westaleppo. Alle kirchlichen Aktivitäten sind freilich nur in von der Regierung kontrollierten Gebieten möglich.
Im Jugendzentrum der Salesianer in Damaskus werden rund 1.250 Kinder und Jugendliche betreut, in Aleppo immerhin auch noch 900. Die Salesianer bemühen sich um Freizeitangebote und religiöse Unterweisung.
Wo immer nicht direkt gekämpft wird, versuchten die Menschen, so normal wie möglich zu leben, sagte der Salesianer. Freilich oft ohne ausreichend Trinkwasser, Nahrungsmittel oder medizinische Versorgung. Die Kinder hätten sich an den Krieg, an Kampfflugzeuge und Bomben weitgehend gewöhnt.
In Damaskus werden die vier Salesianer in ihrer Arbeit  regelmäßig von 35 Freiwilligen ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Bei sommerlichen Aktivitäten sind es sogar bis zu 100. „Die Freiwilligen sind sehr wichtig, ohne sie wäre viel weniger möglich“, so P. Gauri.
Die Regierung schränke die Arbeit der Salesianer nicht ein, erläuterte der Ordensmann, „weil wir keine politischen Aktivitäten setzen“. Finanzielle staatliche Unterstützung gebe es freilich auch nicht.
Ans Aufgeben hätten die Ordensleute nie gedacht. P. Gauri: „Unser Provinzial hat uns gefragt, ob wir Syrien verlassen wollen. doch unsere Antwort war klar: Wir lassen die Menschen in Syrien nicht im Stich.“

Indio-Rechte: Lobbying von EU-Parlament und heimischen Bischöfen

Die jüngste Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz zum Schutz der indigenen Völker in Brasilien sowie weiterführende Bemühungen kirchlicher Stellen zeitigen Wirkung.

Vor wenigen Tagen verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution zur Situation der Guarani-Kaiowa im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Das EU-Parlament verurteilte darin die Gewalt gegen diese indigene Gruppe und forderte die brasilianische Regierung auf, die gesetzlichen Ansprüche der Guarani-Kaiowa auf ihr traditionelles Land umzusetzen.

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Foto: Dreikönigsaktion.

„Just One World“
Die Dreikönigsaktion und die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) starten mit dem Projekt „Just One World“ eine Solidaritätsaktion für die Indigenen. Sie laden alle Firmlinge in Österreich dazu ein, ihre jugendliche Energie für den Schutz des Regenwaldes und für die Unterstützung der Indios in Brasilien einzusetzen.
Firmstunden-Modelle zu den Themen „Bedrohung des Regenwaldes – Klimawandel – Rechte der Indios“ sowie Infos zu Partnerprojekten der Dreikönigsaktion in Brasilien gibt es auf der Website „www.justoneworld. at“.
Eingeladen werden die Firmlinge aber auch dazu, mit einer eigenen Aktion die Indios in Brasilien tatkräftig zu unterstützen und für das Partnerprojekt Spenden zu sammeln. Auch dazu finden sich Projektvorschläge auf der Website.