Inhalt der gedruckten Ausgabe 50/2015

Leitartikel

Tod am ersten Adventsonntag

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Margit Hauft
Erwachsenenbildnerin
Wels

Information

Kurden-Region bekommt eine katholische Universität
Irakischer Hirtenbrief: Im Advent für Mossuls Befreiung beten

In Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Region des Irak, wird am 8. Dezember eine katholische Universität offiziell eröffnet. Zu diesem Ereignis lud die chaldäisch-katholische Erzeparchie Erbil alle ein, „die sich einem Bildungsweg anschließen wollen, der viele zu einer Zukunft des Wohlergehens und des Friedens geleiten wird“.

Papst will keine „Kirche der harten Linie“

Papst Franziskus hat sich gegen eine Kirche der „harten Linie“ gewandt.

Oberin Christine Gleixner war „Mutter der Ökumene“

Die frühere Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Oberin Christine Gleixner, ist am ersten Adventsonntag im 90. Lebensjahr verstorben.

Krautwaschl: Im Flüchtling zuerst den Menschen sehen

Christen sind nach den Worten des Grazer Bischofs Wilhelm Krautwaschl dazu angehalten, jede Begegnung mit anderen Menschen wichtig zu nehmen und ganz im Augenblick zu leben – auch im Umgang mit Flüchtlingen.

„Druck auf Arme steigt“: Caritas schnürt „Winterpaket“

Die sinkenden Temperaturen machen das Leben der einigen hundert obdachlosen Menschen auf Wiens Straße zunehmend beschwerlich.

Kirchenreformer schreiben den österreichischen Bischöfen:
„Zeit der Entmündigung ist vorbei“

Österreichische Reformbewegungen haben die Ergebnisse der Bischofssynode eingehend beraten und sind zur Auffassung gelangt, dass sich über den unmittelbaren Beratungsgegenstand weit hinausreichende Folgerungen ergeben. Sie haben daher an die Bischöfe des Landes einen Offenen Brief gerichtet. Darin heißt es:

Zentralafrika: Präsidentin lobt Papst für seine „Lektion an Mut“

Trotz schwerer Sicherheitsbedenken hat Papst Franziskus seine Afrika-Reise mit einem Besuch der Zentralafrikanischer Republik abgeschlossen.

Papst hat Homosexuellen-Gesetze in Uganda kritisiert

Papst Franziskus hat nach Darstellung von Vatikansprecher Federico Lombardi in Uganda auch die umstrittenen Homosexuellen-Gesetze angesprochen.

Mexiko: Bischof ruft zu Widerstand gegen Handelsabkommen TPP auf

Mit Blick auf das umstrittene Freihandelsabkommen der „Transpazifischen Partnerschaft (TPP)“ ermuntert der mexikanische Bischof und Menschenrechtler Raul Vera Lopez die Kleinbauern zur Bildung von friedlichen Zellen zur Verteidigung.

Kardinal Rai: Westen muss bei Orient-Politik an Christen denken

Bei einem Besuch in Deutschland hat der libanesische maronitische Kardinal-Patriarch Bechara Boutros Rai die westlichen Regierungen zu Zurückhaltung gegenüber der arabischen Welt aufgerufen, weil viele Aktionen bisher Negativfolgen für die einheimischen Christen hatten.

Christenfeindliche Welle in der Türkei

Die neue christenfeindliche Welle in der Politik des türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogans, die sich im Zuge des Abschusses eines russischen Kampfjets verstärkt hat, hat im Istanbuler Phanar, dem Sitz des Ökumenischen Patriarchats, große Besorgnis ausgelöst.

EU-Parlament hielt Konferenz  zur Christenverfolgung ab

Das EU-Parlament hat erstmals eine vom eigenen Wissenschaftlichen Dienst und nicht von NGOs vorbereitete Konferenz über Christenverfolgung abgehalten.

Der Papst und die Kondome: „Kirche steht vor einem Dilemma“

Es war absehbar, dass diese Frage kommen würde. Ob es nicht an der Zeit sei, dass die katholische Kirche ihr Kondom-Verbot angesichts der nach wie vor hohen Zahl von Aids-Toten auf dem Kontinent lockere, wollte am 30. November ein Journalist auf dem Rückflug der ersten Afrika-Reise von Franziskus wissen. Zuvor hatte der Papst mit Uganda eines der Länder mit der weltweit höchsten Aids-Rate besucht.

Wien: Armenpfarrer Pucher verteidigt „VinziDorf“-Konzept

38 VinziWerke gibt es bis dato in Österreich. In genau einem Jahr soll eine 39. Einrichtung der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg bezugsfertig sein: Das VinziDorf Wien.

Umgang mit Behinderten: Caritas St. Pölten unterstützt Albanien

Das Los behinderter Menschen kann in Albanien ein hartes sein. Das Land hat die UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen unterzeichnet und entsprechende Gesetzte verabschiedet, nun geht es um die Umsetzung dieser im konkreten Alltag der Menschen.

10.000 unierte Gläubige in Österreich

Mit einem Festakt im Wiener Erzbischöflichen Palais und einem Gottesdienst im Stephansdom begingen die Katholiken des byzantinischen Ritus („Unierte“ bzw. „Griechisch-katholische“ Christen) am Freitag, 4. Dezember, das 70-jährige Bestehen eines eigenen Ordinariats in Österreich.

Österreicher spenden heuer mit 600 Millionen Euro so viel wie nie

Die Österreicherinnen und Österreicher spenden so viel wie noch nie: Für heuer erwartet der „Fundraising Verband Austria“ (FVA) eine Summe von 600 Millionen Euro, das sind um fünf Prozent mehr als 2014.

Kremser gewinnt Abilympics 2015

Sensationell ist das Abschneiden von Johann Obritzhauser von der Caritas Werkstatt Krems beim Österreichischen Berufswettbewerb für Menschen mit Behinderungen Abilympics Austria 2015 in Salzburg.

Heiliges Jahr: Slowakei bekam zum Auftakt „Stadt der zwei Basiliken“

Die slowakische Stadt Levoca, einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas, hat jetzt zwei Kirchen, die den Ehrentitel einer Basilika minor führen dürfen: Nach der Marienbergkirche (Marianska hora) jetzt auch die Jakobskirche (Kostol Sväteho Jakuba).

Leitartikel

Tod am ersten Adventsonntag

„Das Bischöfliche Ordinariat teilt mit: KR Mag. Alfred Winkler, Dechant des Dekanates Waidhofen a. d. Thaya und Pfarrer in Echsenbach, Titularpfarrer von Vitis und Ludweis sowie Exc.-Provisor von Münchreith/Thaya, ist am 29. November 2015 im 63. Lebensjahr und im 33. Jahr seines Priestertums verstorben.“
Der plötzliche Tod des eifrigen Waldviertler Seelsorgers am ersten Adventsonntag hat nicht nur seine vier Pfarren schockiert.
Von Vitis (2.200 Katholiken) aus hatte er auch Echsenbach (1.100 Katholiken) sowie Ludweis (230 Katholiken) und Münchreith (900 Katholiken) zu betreuen.
Letztere Kleinpfarren liegen 25 bzw. 28 Kilometer von Vitis entfernt. Um zu ihnen zu gelangen, musste er quer durch sein Dekanat fahren. Schicksal eines Dechants, der Löcher zu stopfen hatte.
Das Begräbnis fand einen Tag vor der Eröffnung des „Jahres der Barmherzigkeit“ statt. Zwölf Monate wird jetzt, so steht zu befürchten, vielerorts die Barmherzigkeit zu Tode gepredigt werden. An unbarmherzigen kirchlichen Strukturen wird dadurch freilich nicht gerüttelt – die jüngste Synode war ein Beweis dafür.
Auch den Priestern wird das Barmherzigkeits-Jahr keine Entlastung bringen. Man wird von ihnen weiterhin erwarten, immer mehr Pfarren zu übernehmen. Neue Wege sind nicht in Sicht.
Der Zölibat der Priester ist heilig, ihr Leben nicht.
Optimismus blüht keiner auf. Das „Jahr der Barmherzigkeit“ wird vielleicht Predigt-Floskeln ändern, das System aber nicht.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Zef 3, 14-17 (14-18a)

Dein Gott jubelt über dich und frohlockt

Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte; du hast kein Unheil mehr zu fürchten. An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion! Lass die Hände nicht sinken! Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.

 

Zweite Lesung:   Phil 4, 4-7

Der Herr ist nahe

Schwestern und Brüder!
Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.

 

Evangelium:   Lk 3, 10-18

Was sollen wir also tun?

In jener Zeit fragten die Leute den Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso. Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist. Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold! Das Volk war voll Erwartung, und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.

 

Gedanken zum Sonntag

Margit Hauft
Erwachsenenbildnerin
Wels

Vorläufer und Vorbild

Bei großen Veranstaltungen, wo viele Menschen zusammenkommen, gibt es oft zunächst ein Vorprogramm, das dazu dient, das Publikum einzustimmen auf den eigentlichen Höhepunkt der Veranstaltung, ehe dann die wahren Stars die Bühne betreten.
Auch Jesus von Nazareth hatte so ein Vorprogramm. In der Adventzeit kommt dieses personifizierte Vorprogramm Jesu ganz besonders oft vor: Johannes der Täufer, den man ja auch den „Vorläufer“ nennt.
Rein von seinem Äußeren her könnte man ihn für einen Exzentriker halten, der besonders auf sich aufmerksam machen möchte. Jemand, der etwas Besonderes sein will, und sich deswegen besonders provozierend gibt und kleidet. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn er Aufsehen erregen möchte, dann nur dazu, dass seine Botschaft gehört wird. Johannes weiß, wie vorläufig er ist. Er will nicht sich selbst zur Geltung bringen, sondern einen anderen. Sein ganzes weiteres Leben ist ein Beweis dafür. Er wirkt in der Öffentlichkeit, bevor Jesus auftritt. Als dieser da ist, tritt er zurück.
Darin ist Johannes auch ein Vorbild für die Kirche. Die Kirche ist kein Selbstzweck. Sie hat nur eine Existenzberechtigung, wenn sie eine Vorläuferin für Christus ist, wenn sie den Menschen einen Zugang schafft zu Jesus Christus. Mein erster Religionslehrer hat uns Erstklässlerinnen das bei einem Besuch in der Pfarrkirche damals so erklärt: „Wir müssen sein wie so ein schönes Kirchenfenster, durch das die Menschen auf den lieben Gott schauen können. Und das ist gar nicht so anstrengend, meinte er aufmunternd, weil Gott schon immer vor uns da ist und durch uns leuchtet, wie bei diesen schönen Fenstern.“

 

Information

Kurden-Region bekommt eine katholische Universität
Irakischer Hirtenbrief: Im Advent für Mossuls Befreiung beten

In Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Region des Irak, wird am 8. Dezember eine katholische Universität offiziell eröffnet. Zu diesem Ereignis lud die chaldäisch-katholische Erzeparchie Erbil alle ein, „die sich einem Bildungsweg anschließen wollen, der viele zu einer Zukunft des Wohlergehens und des Friedens geleiten wird“.

Der Grundstein für die katholische Universität in Erbils Vorort Ankawa war vor zwei Jahren gelegt worden. Die Universität entstand auf einem 30.000 Quadratmeter großen Grundstück, das die chaldäische Kirche zur Verfügung gestellt hatte. Im Anschluss an die Nahost-Synode von 2010 hatte der chaldäische Erzbischof von Erbil und Förderer des Projekts, Bashar Warda, erste Kontakte zur Universität Saint-Esprit in Kaslik im Libanon aufgenommen und um Unterstützung zur Verwirklichung des Projekts gebeten.

Projekt für junge Christen
Mit der libanesischen katholischen Universität sollte ein den Erfordernissen entsprechendes akademisches Angebot entwickelt werden. Das Projekt soll insbesondere auch jungen irakischen Christen die Möglichkeit geben, „in ihrer Heimat Zeugnis von ihrem Glauben abzulegen“.
Auch die dramatischen Erschütterungen im Norden des Irak und die Ankunft zahlreicher christlicher Flüchtlinge aus der Ebene von Ninive in Erbil konnte das Projekt nicht aufhalten. Ein Zeichen dafür, dass die irakischen Christen trotz alledem zuversichtlich in die Zukunft blicken, und ein harmonisches Zusammenleben mit den Muslimen erhoffen, schreibt die vatikanische Nachrichtenagentur „Fides“ dazu.

Hirtenbrief: Im Advent für Mossuls Befreiung beten
Im Advent soll bei den Gottesdiensten für die Befreiung von Mossul im Nordirak und der Orte der Ninive-Ebene sowie für die Garantie der Rechte aller Bürge-rinnen und Bürger im Irak gebetet werden: Dazu hat der Bagdader chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael I. Sako die Gläubigen seiner Kirche in einem Hirtenwort zum Advent und zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit eingeladen, wie die Stiftung „Pro Oriente“ berichtet. Die chaldäischen Katholiken sollten dafür beten, dass die Befreiung der von den IS-Terroristen kontrollierten Gebiete die Rückkehr der Vertriebenen ermöglicht. Die Millionenstadt Mossul – einst eine Hochburg des Christentums im Zweistromland – befindet sich seit dem 9. Juni 2014 unter der Kontrolle der „Daesh“ („Islamischer Staat“).
Für die irakischen Christen bedeute der Glaube an Christus immer auch Bereitschaft zum Martyrium, so Sako. In der arabischen Sprache hätten Glaube und Martyrium dieselbe Wurzel. Für die Christen des Zweistromlandes sei der Glaube keine ideologische Frage, keine theologische Spekulation, sondern eine „mystische Realität der Liebe“. Der Glaube sei eine persönliche Begegnung mit Christus.
„Wir wollen unsere Heimat nicht verlassen und sie so der christlichen Präsenz entleeren“, unterstreicht der Patriarch.

Chapel inauguration at the refugee camp called “Virgen Mary” in Baghdad on 13th November 2015: Just 5 kms from the banks of Tigris River, is this refugee camp called “Virgin Mary” situated in the land offered by the Assyrian Party. 135 displaced families from the Nineveh plains, who are staying in Caravans, waiting for the reconquering of their land and property by the Iraqi National Forces with the help of International Coalition Airstrikes. The waiting can be long…. But for them today is an occasion of joy. By the initiative of the Latin Archdiocese of Baghdad and tireless efforts of Fr. Luis Esteban, a Chapel is built in the premises of this camp also with the help of Aid to the Church in Need. This is more a sign of hope and a symbol of closeness of the Church to these people who lost everything except their faith in God. Archbishop Msgr Jean Sleiman compared in his homily during the Inauguration Mass the situation of the Displaced Christians to that of the deported People of Israel where they cannot sing the songs of Zion. In the Mass were present H. E. Msgr Yousif Abba, Syrian Catholic Archbishop of Baghdad, Priests and Religious in Baghdad. The presence of lots of children, around 128, really makes the community so joyful and colorful. It is foreseen that the priests from different Churches will be celebrating the Holy Mass every week. There is no doubt, the chapel is going to be a source of peace and a place of consolation for these people. Here: Inauguration mass for new chapel at "Virgen Mary" refugee camp IRAQ / BAGDAD-LAT 15/00037 Construction of multipurpose hall at Christian refugee camp in Baghdadn Baghdad
Mit Hilfe von „Kirche in Not“ konnte vor wenigen Tagen in Bagdad eine Kapelle für IS-Flüchtlinge eingeweiht werden.
Foto: Kirche in Not.

Kapelle in Bagdad für IS-Flüchtlinge
Vor wenigen Tagen konnte in Bagdad eine Kapelle für IS-Flüchtlinge eingeweiht werden.
Pater Luis Montes, ein argentinischer Priester ist froh:  „Allein im Oktober hatten wir 128 Bombenattentate in Bagdad. Es ist also kein Wunder, dass die Menschen Angst haben, auf die Straße zu gehen, um zur Kirche zu gelangen.“ Eigentlich, berichtet er, ist die nächste Kirche nicht weit. „Wegen der Gefahr war es aber wichtig, dass die Kirche zu ihnen ins Lager kommt.“
135 Familien aus der Ninive-Ebene bei Mossul leben seit letztem Jahr im Flüchtlingslager, das den Namen der Jungfrau Maria trägt.

Oberin Christine Gleixner war „Mutter der Ökumene“

Die frühere Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Oberin Christine Gleixner, ist am ersten Adventsonntag im 90. Lebensjahr verstorben.

gleixner christine
+ Oberin Christine Gleixner.

Durch ihren vielfältigen Einsatz für Verständigung und Versöhnung zwischen den getrennten Christen wurde Christine Gleixner zur „Mutter der Ökumene“ in Österreich – und darüber hinaus. Für ihr ökumenisches Engagement, das sie bereits 1955 begann, erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.
Christine Gleixner, geboren am 22. Juni 1926, studierte zunächst Biologie; 1949 trat sie in die Ordensgemeinschaft der „Frauen von Bethanien“ in Bloemendaal (Niederlande) ein. Sie studierte Theologie und Pastoralkatechese an der Ordenshochschule, aber auch an den Universitäten von Nijmegen und Utrecht.
Nach einem Studiensemester in Paris 1961/62 kehrte sie nach Wien zurück und übernahm hier die Verantwortung für die Niederlassung ihres Ordens. In der Folge gestaltete sie lange Zeit die ORF-Radioreihe „Ökumenische Morgenfeier“ mit, die nach den Worten des früheren Wiener Weihbischofs Helmut Krätzl zur „ökumenischen Drehscheibe in Österreich“ wurde.
Oberin Gleixner leitete viele Jahre die Wiener Diözesankommission für Ökumenische Fragen und war lange Zeit Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich. Von 2000 bis 2005 leitete sie den Rat.
Großen Wert legte Gleixner auch auf den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen, vor allem auf das besondere Naheverhältnis zum Judentum.

Kirchenreformer schreiben den österreichischen Bischöfen:
„Zeit der Entmündigung ist vorbei“

Österreichische Reformbewegungen haben die Ergebnisse der Bischofssynode eingehend beraten und sind zur Auffassung gelangt, dass sich über den unmittelbaren Beratungsgegenstand weit hinausreichende Folgerungen ergeben. Sie haben daher an die Bischöfe des Landes einen Offenen Brief gerichtet. Darin heißt es:

„Vielleicht ist uns allen noch nicht ganz bewusst, wie sehr Papst Franziskus die Kirche bereits verändert hat. So gut wie alles davon betrifft die Bischöfe – angestoßen durch einen von ihnen, den von Rom. Das Entscheidende ist eindeutig: Die Zeit der Entmündigung ist vorbei. Das hat nach der Überzeugung der kirchlichen Reformbewegungen Konsequenzen, die den Bischöfen in aller Freimut zugerufen werden sollen:
Liebe Bischöfe, bewältigt mutig und unverzüglich das Umdenken zu einem neuen Verständnis Eures Amtes! Dieses war bisher auf die Rolle von Außenstellenleitern des Vatikans reduziert, gebunden durch geschworenen und bedingungslosen Gehorsam. Bringt diese entwürdigende Situation rasch hinter euch und unternehmt alles, um nun die eigentlichen Verantwortungsträger der Kirche zu sein!
Diese neu gewonnene Verantwortung besteht gegenüber Jesus, dem wahren Oberhaupt der Kirche.
Sie besteht aber auch gegenüber dem Kirchenvolk. Die Getauften und Gefirmten sind niemandes Untergebene, so wie auch Ihr Bischöfe nicht solche seid, sondern wie wir alle zur schöpferischen Kraft des Glaubens berufen.
Das Amt der Bischöfe braucht Autorität, wenn es Respekt und Anerkennung finden soll. Autorität kann in unserer Zeit weder durch Berufung auf Gesetze noch auf Tradition gewonnen werden, sondern nur durch die Gaben des Geistes. Der Papst hat gegenüber der Synode erklärt, dass die evangelische Demut des Bischofsamtes erfordere, die Gläubigen an der Hand zu nehmen
und ihnen aufzuhelfen, ohne sich ihnen jemals überlegen zu fühlen.
Den Reformbewegungen ist diese Hand bisher verweigert worden, ebenso das Gehör und das Gespräch. Wir haben immer an dieses ´Aufhelfen´ gedacht, das auch die Kirche in ihrer heute so
schwierigen Lage braucht und das ihr nun von einem inspirierten Papst zuteil wird.
Die Reformkräfte stehen in der Kirche nicht abseits, sondern wollen ihren Beitrag zu jener Erneuerung leisten, um die sie stets gerungen haben und die nun in Gang gesetzt wurde, aber noch
keineswegs abgeschlossen ist. Sie erwarten, endlich Partner fruchtbaren Gedankenaustauschs in einer neuen und hoffnungsvollen Ära der Kirchenentwicklung sein zu können.“

Unterzeichnet ist der Brief von Martha Heizer (Wir sind Kirche), Helmut Schüller (Pfarrerinitiative), Herbert Bartl (Priester ohne Amt) und Herbert Kohlmaier (Laieninitiative).

Zentralafrika: Präsidentin lobt Papst für seine „Lektion an Mut“

Trotz schwerer Sicherheitsbedenken hat Papst Franziskus seine Afrika-Reise mit einem Besuch der Zentralafrikanischer Republik abgeschlossen.

Als erstes besuchte er ein Flüchtlingslager in Bangui, in dem 3.700 Binnenflüchtlinge leben.
Zum Abschluss seines zweitägigen Besuchs feierte er mit mehreren Zehntausend Gläubigen eine Messe im Stadion Barthelemy Boganda von Bangui. Zuvor besuchte er die Große Moschee der Hauptstadt, wo er zu Frieden und Respekt zwischen Muslimen und Christen aufrief.

papst franziskus zentralafrika
Papst Franziskus bei seiner Abschlussmesse im Stadion Barthelemy Boganda von Bangui.

Foto: L‘Osservatore Romano.

Die Spitzen des Landes mahnte der Papst zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen des Landes. Es gelte die reiche biologische Vielfalt des zentralafrikanischen Landes zu schützen, sagte er auch an die Adresse internationaler Konzerne .
Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza lobte Franziskus für seine „Lektion an Mut und Entschlossenheit“, dass er in die Zentralafrikanische Republik gekommen sei. Sein Besuch sei ein Sieg über die Angst und ein Sieg für Frieden und Brüderlichkeit. Einmal mehr habe Franziskus somit bewiesen, dass er der Papst der Armen und Notleidenden sei. Denn die Zentralafrikanische Republik sei heute ein Land mit zerstörten Fundamenten und der täglichen Dramen.

samba-panza catherine
Übergangspräsidentin

Catherine Samba-Panza.

Flucht ist keine Lösung
Die Jugend in der Zentralafrikanischen Republik hat Franziskus aufgefordert, nicht vor den inneren Problemen aus dem Land zu fliehen, sondern für den Frieden zu arbeiten. „Wer flieht, hat nicht den Mut zum Leben“, sagte er am Sonntagabend vor Hunderten Jugendlichen auf dem Platz vor der Kathedrale der Hauptstadt Bangui. „Flüchten ist keine Lösung – dableiben und den Frieden aufzubauen bringt Leben.“
„Niemals hassen, immer vergeben“, ließ er die Jugendlichen mehrmals wiederholen. „Seid Handwerker des Friedens“, rief er ihnen zu. Der Papst bat die jungen Menschen, viel zu beten. Das Gebet könne das Böse besiegen.

Umgang mit Behinderten: Caritas St. Pölten unterstützt Albanien

Das Los behinderter Menschen kann in Albanien ein hartes sein. Das Land hat die UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen unterzeichnet und entsprechende Gesetzte verabschiedet, nun geht es um die Umsetzung dieser im konkreten Alltag der Menschen.

Die Caritas St. Pölten unterstützt Albanien dabei. Gemeinsam mit dem örtlichen Caritas-Verband betreibt sie seit einem Jahr das Projekt „Being active -without barriers“. Im Zuge dessen waren kürzlich Albaniens Vize-Sozialministerin Bardhylka Kospiri und andere Politikvertreter auf Österreich-Besuch.

caritas albanien
Vizeministerin Bardhylka Kospiri (vorne) im Bild mit dem albanischen Caritas-Direktor Albert Nikolla, Friedrich Schuhböck, Direktor der Caritas St. Pölten, und Sozial-Landesrätin Barbara Schwarz.

Kospiri und ihr Team holten sich in Österreich Anregungen für ein konkretes Vorgehen in ihrem Heimatland. „In Albanien sind wir gerade dabei rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Daher ist es für uns wichtig, erfolgreiche Modelle anderer Länder kennenzulernen und sie in unsere Arbeit einfließen zu lassen“, so die Politikerin.
Auf dem straffen Ablaufplan der Delegation standen u.a. Treffen mit Sozial-Landesrätin Barbara Schwarz, Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck und ÖVP-Behindertensprecher Franz-Josef Huainigg, sowie Besuche in den Caritas-Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Furth bei Krems und Loosdorf und der Recyclinganlage in Pöchlarn, in der auch Menschen mit Behinderung arbeiten.