Inhalt der gedruckten Ausgabe 49/2016

Leitartikel

Sternen- und Nachtkinder

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Robert Zinterhof
Freier Journalist
Pabneukirchen, OÖ

Information

In der dunklen Ära der Diözese St. Pölten war Karl Dillinger zentraler Hoffnungsträger

Regierungsrat Dr. Karl Dillinger  war zentraler Hoffnungsträger der Diözese St. Pölten in der desaströsen Ära von Bischof Kurt Krenn (1991-2004).  Am 24. November ist er 92-jährig gestorben.

Griechisch-orthodoxe Kirche von Alexandrien will das Frauendiakonat wieder einführen

Die griechisch-orthodoxe Kirche von Alexandrien will das Frauendiakonat wieder einführen. Das beschloss das Patriarchat im Rahmen der jüngsten Synodenversammlung unter Leitung des Patriarchen Theodoros II.

Kärnten: Nein zu Pfarrauflösungen

Für den Kärntner Bischof Alois Schwarz soll die katholische Kirche in ihren Pfarrgemeinden mehr als bisher „aus dem Schatten des Kirchturms heraustreten“.

Leonardo Boff: Papst Franziskus hat Revolution eingeleitet

Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff (77) hat die Haltung von Papst Franziskus zum gesellschaftlichen Wandel gelobt.

„Geheimrezept“ des Papstes: Gebete und guter Schlaf

Wie hält sich ein fast 80-jähriger Papst fit? „Vielleicht mit Spezialtee“, sagte Franziskus in einem TV-Interview zunächst scherzhaft. Dann verriet er: Gebete und ausreichend Schlaf.

„Amoris laetitia“:  US-Kardinal rügt US-Bischof
Griechischer Bischof: Vier Kardinäle sind Häretiker

Der „offene Brief“ von vier Kardinälen an Papst Franziskus mit der Aufforderung, „Klarstellungen“ zu „Amoris laetitia“ zu treffen, hat den Streit um das postsynodale Schreiben verschärft.

Neues Papstschreiben erbost Hardliner erneut

In seinem am 21. November veröffentlichten Schreiben „Misercordia et misera“ hat Franziskus allen Priestern die Vollmacht erteilt, Frauen in der Beichte von der Sünde einer Abtreibung loszusprechen. In den meisten Ländern war bislang eine sakramentale Lossprechung und die Aufhebung der Exkommunikation nur durch bestimmte Beichtväter möglich.

Papst: „Schwarz-Weiß-Denken in Moralfragen macht mir Angst“

Bei moralischen Urteilen sollte die Kirche laut Ansicht von Papst Franziskus Einzelfälle stärker berücksichtigen. Ein „Schwarz-Weiß-Denken“ mit übergroßer Strenge ohne jeweilige Fallunterscheidung mache ihm „Angst“, sagte er in einer 90-minütigen Begegnung mit Jesuiten.

Gebetsaktion für Viktor Orban

Die Slowakische Bischofskonferenz hat sich von einer Gebetskette distanziert, die von ungarischen Priestern in der Slowakei für den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban verbreitet wird.

Tauwetter Vietnam – Vatikan?

Der Präsident der Sozialistischen Republik Vietnam, Tran Dai Quang (60), ist von Papst Franziskus im Vatikan empfangen worden.

Türkei: Christliche Bürgermeisterin von Mardin des Amtes enthoben

In der aramäischen Weltgemeinschaft hat die Absetzung der Ko-Bürgermeisterin der ostanatolischen Metropole Mardin, Februniye (Febronia) Akyol, im Zug der in der Türkei laufenden Amtsenthebungswelle Empörung ausgelöst.

Ägypten: IS enthauptet zwei koptische Priester

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat laut eigenen Angaben in Ägypten zwei koptische Priester enthauptet, wie Radio Vatikan am 19. November berichtete.

Trondheim: Erster neuer Dom Europas seit zehn Jahren

Nach zweijähriger Bauzeit ist am 19. November der neue Dom im norwegischen Trondheim geweiht worden. Dies sei „die erste Weihe einer Domkirche in Europa seit zehn Jahren“, teilte die Nordische Bischofskonferenz mit.

Landeshauptmann Pröll: „Zu unserem christlichen Glauben stehen“

„Wir müssen auch zu unserem christlichen Glauben stehen und nicht nur darüber reden.“ Das betonte Landeshauptmann Erwin Pröll bei einem Pressegespräch zu den aktuellen Renovierungsarbeiten im Stift Lilienfeld.

Parteipolitik in Kirche weder von links noch rechts erwünscht

Nach den scharfen Attacken eines Aushilfspriesters gegen FP-Politiker während eines Sonntagsgottesdienstes in Mondsee, dessen Vertretungstätigkeit vorzeitig beendet wurde, hat die Diözese Linz von einem weiteren politisierenden Priester berichtet.

Akustische „Wegweiser“ für Flüchtlinge

Auf der Website der Caritas Oberösterreich sind ab sofort mehrsprachige Audio-Sequenzen in Dialogform abrufbar, die Flüchtlingen und Asylwerbern wichtige Fragen zum Leben in Österreich beantworten.

Nach Kirchenkritik: Regierung ändert Bildungsinvestitionsgesetz

Konfessionelle und Alternative Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht werden nicht, wie ursprünglich von der Regierung vorgesehen, von den geplanten finanziellen Förderungen des Staates zum Ausbau von Ganztagsschulen ausgeschlossen.

120 Millionen Europäer in Armut

Der Dachverband Caritas Europa hat eine neue Roadmap für mehr soziale Gerechtigkeit in Europa vorgestellt.

„Unser Heiliger“: Gründer der St. Pöltener Emmausgemeinschaft wird 70

Bei seiner Pensionierungsfeier vor zwei Jahren wurde Karl Rottenschlager „unser Heiliger“ genannt, viele Menschen verdanken ihm ein neues Leben. Der Gründer der St. Pöltener Emmaus-Gemeinschaft feiert am 2. Dezember seinen 70. Geburtstag.

Friedenslicht in Bethlehem entzündet

Die 12-jährige Melanie Walterer aus der oberösterreichischen Gemeinde Klam hat  in Bethlehem in der Geburtsgrotte Jesu das Friedenslicht entzündet.

3000 Weihnachtspackerl für Einsame

Die Katholische Frauenbewegung der Diözese St. Pölten ermöglicht seit beinahe 40 Jahren vielen einsamen und bedürftigen Menschen eine Weihnachts-Freude.

Leitartikel

Sternen- und Nachtkinder

ben und unter 500 Gramm wiegen, dürfen künftig auf Wunsch der Eltern in das Personenstandsregister aufgenommen werden. Dieser Beschluss unserer Regierung in der Vorwoche ermöglicht ein Begräbnis. Das Kind trägt offiziell einen Namen und erleichtert Trauerarbeit.
Doch es gibt auch „Nachtkinder“, Opfer von „Abtreibungen“: Jene, die mit Willen ihrer Eltern vor der Geburt sterben, ungeachtet des Gewichts. Ihre Überreste werden verscharrt. Sie sollen vergessen sein. Die sonst kritisierte „Zwei Klassen-Gesellschaft“ beginnt bereits vor der Geburt.
Darüber zu reden und in der Folge fördernde Maßnahmen zu setzen, um möglichst viele Kinder zu retten, ist in unserer sich der Tabulosigkeit rühmenden Gesellschaft meist Tabu.
Allein die Kirche rüttelt immer wieder daran. Der Kinderrechte wegen, nicht aus ihr dabei unterstellter Frauenfeindlichkeit. Ein Kind ist bekanntlich immer auch Männersache.
In unserer Gesellschaft darf über alles, was mit Demographie zusammenhängt,  debattiert und geklagt werden: Kindermangel, Überalterung, künftige Pensionsprobleme, notwendige Zuwanderung.
Über Nachzug von Migrantenkindern darf selbstverständlich gesprochen werden, über das lautlose Verschwinden ungeborener Einheimischer herrscht weithin Schweigen. Warum?

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Jes 11, 1-10

Er entscheidet für die Armen, wie es recht ist

An jenem Tag wächst aus dem Baumstumpf Isais ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht. Er erfüllt ihn mit dem Geist der Gottesfurcht. Er richtet nicht nach dem Augenschein, und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er, sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes. Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib. Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist. An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Zeichen für die Nationen; die Völker suchen ihn auf; sein Wohnsitz ist prächtig.

 

Zweite Lesung:   Röm 15, 4-9

Christus rettet alle Menschen

Schwestern und Brüder!
Alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott der Geduld und des Trostes schenke euch die Einmütigkeit, die Christus Jesus entspricht, damit ihr Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einträchtig und mit einem Munde preist. Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes. Denn, das sage ich, Christus ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen Diener der Beschnittenen geworden, damit die Verheißungen an die Väter bestätigt werden. Die Heiden aber rühmen Gott um seines Erbarmens willen; es steht ja in der Schrift: Darum will ich dich bekennen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen.

 

Evangelium:   Mt 3, 1-12

Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe

In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

 

Gedanken zum Sonntag

Robert Zinterhof
Freier Journalist
Pabneukirchen, OÖ

Vorbild Johannes

Johannes der Täufer ist für mich ein Mensch mit Prinzipien, einer, der engagiert seine Meinung vertritt. Johannes zeigt Zivilcourage und steht für Überzeugungskraft. Johannes ist „die Stimme in der Wüste“ – aktueller denn je. Das Volk Israel war geistlich gesehen die Wüste, leblos und unfruchtbar. Leben wir heute nicht auch in „Wüsten“? Johannes rief das Volk auf, „den Weg des Herrn“ zu bereiten, Buße zu tun.
Jeder kann heute auf seine Art den Weg des Herrn bereiten. Den Weg des Herrn bereiten heißt für mich: nicht wegschauen. Wir sehen die Not in unserer Umgebung oft nicht mehr. Wenn ja, helfen wir oder drehen wir uns um und verdrängen wir? An Stelle eines „gedankenlosen Vaterunsers“ sollte man sich die Frage stellen: Was habe ich heute für einen Mitmenschen getan? Habe ich nach den Worten des Johannes gelebt?
Die Annehmlichkeiten des Lebens hatten für Johannes keine Bedeutung, wie man im heutigen Evangelium liest. Er schaut auf das Wesentliche. Schauen wir nicht zu oft auf Äußerlichkeiten und vergessen das Wesentliche, die Obdachlosen, die Alleinerzieher, den Flüchtling, unseren Nachbarn? Gehen wir nicht manchmal in die Kirche, um gesehen zu werden? Im Alltag haben wir dann die Worte von Jesus vergessen?
Johannes sieht seinen Dienst als Vorbereitung auf Jesus. Stellen wir uns auch so wie Johannes in den Dienst. Kirche ist für mich mehr als Gebet und Gottesdienst. Beides ist für mich Unterstützung für ein solidarisches Handeln. Werden wir auch so wie Johannes „die Stimme in der Wüste“.

 

Information

In der dunklen Ära der Diözese St. Pölten war Karl Dillinger zentraler Hoffnungsträger

Regierungsrat Dr. Karl Dillinger  war zentraler Hoffnungsträger der Diözese St. Pölten in der desaströsen Ära von Bischof Kurt Krenn (1991-2004).  Am 24. November ist er 92-jährig gestorben.

Er gründete in der dunklen Epoche der niederösterreichischen Diözese das „Forum XXIII“,  um den Geist des Zweiten Vatikanums präsent zu halten, und organisierte – vor allem in Stiften – jährliche „Feste der Hoffnung“, die großen Zuspruch fanden.
Geboren 1924 in Haunoldstein, besuchte er das Gymnasium in St. Pölten. Es folgten  Krieg , Gefangenschaft und Studium. Bis 1975 war er Professor für Deutsch und Geschichte. Dann war er bis zu seiner Pensionierung 1986 Leiter der Abteilung für Erwachsenenbildung im Unterrichtsministerium.

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„Fest der Hoffnung 2000“ im Stift Herzogenburg.
Von rechts: Karl Dillinger, Kardinal Franz König, und Vinzenz Höfinger.

Schüler von Kardinal König
Dillinger wurde in der Dompfarre St. Pölten als Jugendlicher in der Zeit des Nationalsozialismus groß, als der junge Priester – und spätere Kardinal – Franz König Domkurat war. Er erfuhr bald, dass es gefährlich sein kann, sich zum Glauben zu bekennen und sich kirchlich zu engagieren. Daher haben die jungen Leute, fasziniert von ihrem Kaplan König, Spaziergänge unternommen, um ihn „zufällig“ zu treffen und mit ihm Glaubensgespräche führen zu können. Sein bedeutendster Mitstreiter war Vinzenz Höfinger, nachmals Landesrat.

Gründer des Bildungswerks
Sein ganzes Leben galt dem vierfachen Vater der Kirche. Ab 1946 Mitglied der Katholischen Hochschulgemeinde, war er von 1948 bis 1954 Diözesanführer der Katholischen Jugend (KJ), in diese Zeit fielen die großen „Bekenntnistage“ der KJ mit bis zu 20.000 Jugendlichen.  1954 gründete er das Katholische Bildungswerk, dessen Leiter er 19 Jahre war.

Präsident der KA
Von 1987 bis 1992 war er Präsident der Katholischen Aktion (KA). „Er war eine Galionsfigur der engagierten Laien in der Kirche“, betont der jetzige KA-Vorsitzende Armin Haiderer.
Das ganze Leben des vierfachen Vaters galt der Kirche. „Karl Dillinger war für viele Institutionen Quelle und Wegbereiter zugleich. Seine zahlreichen Verdienste mögen lange her sein, aber wir spüren sie bis heute“, würdigt ihn Haiderer.

Unbeugsam und aufrecht
Karl – vulgo Jonny – Dillinger werde immer als aufrechter, prinzipientreuer, ungemein charakterstarker und unbeugsamer Mensch in Erinnerung bleiben, geradlinig und voller Engagement für die Sache Jesu, ein überzeugter Christ, der sich durch nichts und niemand, weder von den Nazis noch von bestimmten Vertretern der Amtskirche einschüchtern ließ – und ein großes Vorbild, so Haiderer.

Griechisch-orthodoxe Kirche von Alexandrien will das Frauendiakonat wieder einführen

Die griechisch-orthodoxe Kirche von Alexandrien will das Frauendiakonat wieder einführen. Das beschloss das Patriarchat im Rahmen der jüngsten Synodenversammlung unter Leitung des Patriarchen Theodoros II.

Die Versammlung fand vom 15. bis 17. November statt, wie der vatikanische Fides-Dienst berichtet. Für die Wiedereinführung des Frauendiakonats wurde dazu eine bischöfliche Kommission ernannt, „die diese Frage vertiefen soll“.
Vor der Synodenversammlung erläuterte Metropolit Gregorios aus Kamerun die mögliche Rolle von Frauen im Diakonat bei der Missionstätigkeit. In der Schlussbotschaft der Versammlung unterstrichen die Synodenmitglieder, dass „verschiedene Ansätze im Hinblick auf Fragen des Lebens der Kirche, für uns keine Abweichungen von der orthodoxen Wahrheit sind, sondern eine Anpassung an die Realität in Afrika“.

Nie abgeschafft
Der liturgische und karitative Frauendiakonat hatte im christlichen Osten bis in die Neuzeit, in der armenischen Kirche sogar bis zum Genozid der Jahre 1915-18 Bestand. Er wurde kirchenrechtlich nie abgeschafft, kam aber unter dem Einfluss der islamischen Gesellschaft im arabischen und türkischen Machtbereich außer Übung.
Die jetzige Neubelebung des altkirchlichen Frauendiakonats in Afrika wurde einer aus drei Bischöfen bestehenden Kommission anvertraut. Zentralfigur ist Metropolit Grigorios Stergiou von Kamerun, der an der Päpstlichen Gregoriana studiert hat.

Start der Kommission in Rom
Am 25. November ist in Rom erstmals die am 2. August von Papst Franziskus angeregte Kommission für das Studium des Frauendiakonats zusammengetreten. Vorsitzender ist der Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, ein Jesuit. Die Hälfte der Kommissionsmitglieder sind Frauen.

„Amoris laetitia“:  US-Kardinal rügt US-Bischof
Griechischer Bischof: Vier Kardinäle sind Häretiker

Der „offene Brief“ von vier Kardinälen an Papst Franziskus mit der Aufforderung, „Klarstellungen“ zu „Amoris laetitia“ zu treffen, hat den Streit um das postsynodale Schreiben verschärft.

Der Vorsitzende der katholischen Griechischen Bischofskonferenz, Fragkiskos Papamanolis, warf den vier Kardinälen „Häresie“ vor. Aus ihrem Schreiben an den Papst gehe klar hervor, dass sie dessen oberste Lehrautorität de facto nicht anerkennen würden, wie das Internetportal „Vatican Insider“ schrieb. Zudem missachteten die Kardinäle das Ergebnis der zwei Bischofssynoden zu Ehe und Familie. Noch schwerwiegender sei jedoch der Skandal, den sie durch die Veröffentlichung ihres Briefes vor dem „gesamten christlichen Volk in aller Welt“ hervorgerufen hätten.

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Bischof Fragkiskos Papamanolis.

„Missbrauch des Kardinals-Titels“
Papamanolis – er hatte 2014 und 2015 an beiden Bischofssynoden zu Ehe und Familie teilgenommen – warf den vier Unterzeichnern des Briefs einen Missbrauch ihres Kardinalstitels vor. Vor der Veröffentlichung des Dokuments hätten sie den Papst um ihre Entlassung aus dem Kardinalskollegium ersuchen sollen, so der griechische Bischof. Die Kardinäle täten so, als inspiriere der Heilige Geist nur sie und nicht den Stellvertreter Christi auf Erden sowie zwei Bischofssynoden zu Ehe und Familie. Weiter schreibt der griechische Bischof, die vier Kardinäle äußerten ihre tiefe Sorge um das Seelenheil der Gläubigen. Er hingegen sei zutiefst um ihr eigenes Seelenheil besorgt.

US-Kirche gespalten
Die katholische Kirche in den USA ist schärfer als einige Ortskirchen in Ost- und Südeuropa in der Frage der Umsetzung des postsynodalen Schreibens „Amoris laetitita“ von Papst Franziskus gespalten. So hat vergangene Woche Neu-Kardinal Kevin J. Farrell, Präfekt des neugegründeten vatikanischen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, den Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput, wegen dessen Richtlinien zur Umsetzung von „Amoris laetitia“ scharf angegriffen, wie die Würzburger „Tagespost“ berichtete. Dass Chaput – er ist Kapuziner und Wortführer der Konservativen in der US-Bischofskonferenz (USCCB) – die Richtlinien nicht in Absprache mit der USCCB erlassen habe, trage „zur Spaltung bei“, so Farrell.

Kardinal contra Bischof
Die Richtlinien waren von Chaput im Juli für seine Erzdiözese erlassen worden. Sie hatten für Aufsehen gesorgt, weil in ihnen betont wird, dass sich zivil wiederverheiratete Geschiedene des Geschlechtsverkehrs enthalten müssten, um die Sakramente empfangen zu können.
In einem Interview mit dem „Catholic News Service“ (CNS), dem Pressedienst der USCCB, sagte Kardinal Farrell, dass er nicht die Sicht teile, die in Chaputs Richtlinien zum Ausdruck komme. „Die Kirche kann nicht reagieren, indem sie die Türen schließt, noch bevor wir auf die Umstände und die Menschen gehört haben.“
Chaput reagierte auf die Kritik angriffig. Im Interview mit dem CNS stellte er die Frage, ob Farrell die Richtlinien „überhaupt gelesen und verstanden“ habe.

„Unser Heiliger“: Gründer der St. Pöltener Emmausgemeinschaft wird 70

Bei seiner Pensionierungsfeier vor zwei Jahren wurde Karl Rottenschlager „unser Heiliger“ genannt, viele Menschen verdanken ihm ein neues Leben. Der Gründer der St. Pöltener Emmaus-Gemeinschaft feiert am 2. Dezember seinen 70. Geburtstag.

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Karl Rottenschlager.

„Wir sind die Lobby derer, die keine Lobby haben“ und „Es gibt keinen hoffnungslosen Fall“ waren nicht nur Motto, sondern Lebenseinstellung und Auftrag für den bescheidenen Jubilar.

Gründer der Emmaus-Gemeinschaft
Die Emmausgemeinschaft St. Pölten wurde 1982 vom Theologen und Sozialarbeiter Rottenschlager mit der Intention gegründet, ein Auffangnetz für Haftentlassene zu schaffen. Derzeit betreut sie ca. 320 Personen täglich.
Die Emmaus-Gäste werden entweder über andere Einrichtungen zu Emmaus vermittelt (AMS, Jugendberatungsstellen, Justizanstalten etc.) oder nehmen direkt Kontakt mit einer Einrichtung auf (z.B. Obdachlose in den Wohnheimen).
Zur Zeit beschäftigt Emmaus ein Team von ca. 140 Angestellten (SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, ErgotherapeutInnen, Verwaltungskräfte). Zusätzlich sind derzeit 30 Zivildienstplätze genehmigt. Ca. 120 Ehrenamtliche unterstützen die Emmaus-Arbeit.

Jeder ist willkommen
Heute bietet die Emmausgemeinschaft St. Pölten Einrichtungen für Menschen in Krisensituationen in den Bereichen Wohnen, Arbeit und gesellschaftliche Integration an. Gast-Freundschaft, die niemanden ausschließt. Die Bezeichnung der Emmaus-Klienten als „Gäste“ ist Ausdruck der Wertschätzung. Allen Religionen gemeinsam ist die Überzeugung, dass Gott selbst in jedem Menschen zu uns kommt. Daher ist jede/r bei Emmaus willkommen.

Liebe und Kompetenz
Rottenschlager baute seine Arbeit und Leitung auf zwei Prinzipien auf: Liebe und Kompetenz. Liebe als Grundhaltung, das heißt als vorurteilsfreie Annahme jedes Hilfesuchenden und Professionalität in allen Arbeitsbereichen. Leitung verstand er als Dienst: „Wer unter Euch der Erste sein will, sei der Diener aller.“ (Matthäus-Evangelium 20)
Rottenschlager wünsche sich, dass in Emmaus jeder Gast, jede/r Klient/in, jede/r Patient/in die Erfahrung macht: Ich werde geliebt, ich werde radikal angenommen – wie auch immer die Vorgeschichte ausschaut. Diese Grunderfahrung wirke Wunder, ermögliche heilsame Beziehungen und fördere Heilungsprozesse. Liebe allein könne die Welt heilen.

Hilfe zur Wiedereingliederung
Nach Jahren als Sozialarbeiter in der Justizanstalt Stein erkannte er, dass jede Entlassungsvorbereitung ohne Nachbetreuung meist ineffizient ist. Zwei Drittel der jährlich 11.000 Haftentlassenen hatte damals weder Arbeit noch Quartier. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte das Emmaus-Experiment gestartet werden. Ziel war es, jedem Hilfesuchenden, der als Gast aufgenommen wird, Arbeit, Wohnung und Hoffnung zu vermitteln. Das Gefängnis sei nicht selten eine „Schule des Hasses“, doch die Gefangenen bräuchten eine „Schule der Liebe“. Darum seien Betreuungsangebote des modernen Strafvollzuges sowie Nachsorge-Einrichtungen überaus wichtig. Nur so könne Wiedereingliederung gelingen.

Prägend war das Elternhaus
Prägend seien für ihn die ersten Lebensjahre auf einem Mostviertler Bauernhof gewesen. In seiner Großfamilie seien auch der Briefträger, der Rauchfangkehrer, der Elektriker, stets zur Jause eingeladen gewesen. Der Satz der Großmutter „Ruckt´s zuwa!“ sei ihm unvergesslich geblieben. Damit habe sie allen Besuchern signalisiert: „Du bist willkommen!“ Selbst Bettler bekamen ihr Brot und Notquartier im Heustadl. Weiters hätten ihn in seiner Gymnasialzeit die Vorträge von Missionaren und Entwicklungshelfer tief beeindruckt, die teils Lepra-Kranke pflegten, bis sie selber starben.