Inhalt der gedruckten Ausgabe 45/2015

Leitartikel

Gewissen

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Margarethe Furtner
Pädagogin
Salzburg

Information

Kardinal Parolin: Synodendokument des Papstes kommt bald – oder gar nicht
Kommunion für Wiederverheiratete? Kasper: „Tür ist offen“, Pell: „Klares Nein“

Papst Franziskus dürfte nach Aussage von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in „relativ kurzer Zeit“ sein Schreiben zur Bischofssynode über Ehe und Familie veröffentlichen.

Frauenbeilage-Chefin der Vatikanzeitung: Geistliche halten Frauen für minderwertig

So mancher Synodenvater wird jetzt vielleicht bereuen, dass er Lucetta Scaraffia in den drei Wochen der Synode nicht mal die Tür aufgehalten hat. Oder dass er sich in der Kaffeepause an ihr vorbeigedrängelt hat, in Richtung Buffet, berichtet „Radio Vatikan“.

Von Ratzinger zum Priester Geweihter wird neuer altkatholischer Bischof

Dr. Heinz Lederleitner, Pfarrer der Kirchengemeinde Krems-St.Pölten, ist bei der Synode der altkatholischen Kirche Österreichs im dritten Wahlgang zum neuen Bischof gewählt worden. Der 57-jährige Wiener tritt die Nachfolge von Bischof John Okoro an, der in Pension geht.

Papst ernennt Armen-Vertreter zu Erzbischöfen von Bologna und Palermo

Papst Franziskus hat am 27. Oktober die italienischen Bischofsstühle in Bologna und Palermo neu besetzt.

Bischof von Osnabrück: Über andere Priesterformen nachdenken

Der Bischof der niedersächsischen Diözese Osnabrück, Franz-Josef Bode, hat Konsequenzen aus der bundesweiten „Seelsorge-Studie“ angemahnt.

Bischof Küng: St. Pölten in „gewaltigem Umwandlungsprozess“

Besondere Schwerpunkte in der Seelsorge müssen u.a. im Bereich der Jugend, der Familien, der „nicht praktizierenden Katholiken“ sowie in der Hinführung der Menschen zu den Sakramenten gesetzt werden. Das hat der St. Pöltner Bischof Klaus Küng in seiner Grundsatzrede vor dem Pastoralrat der Diözese betont.

Pater Jacques Mourad nach Flucht: IS „gebildet und clever“

Der vom „Islamischen Staat“ verschleppte syrische Priester Pater Jacques Mourad hat erstmals nach seiner Freilassung Einzelheiten seiner Geiselhaft geschildert. Demnach malten ihm die Entführer seine Hinrichtung aus, um ihn zu einem Übertritt zum Islam zu bewegen. Die Milizmitglieder seien alles andere als primitiv, sondern gebildet, „clever“ und äußerst berechnend, sagte Mourad dem britischen Sender BBC.

Sechs Verletzte nach Anschlag auf Franziskanerkirche in Aleppo

Unbekannte haben einen Anschlag auf eine katholische Kirche im nordsyrischen Aleppo verübt.

Papst kritisiert innerkirchliche Diffamierung Oscar Romeros

Papst Franziskus hat den innerkirchlichen Umgang mit dem 1980 ermordeten und im Mai 2015 seliggesprochenen Erzbischof Oscar Romero kritisiert.

Medien sehen „Sieg für Papst Franziskus“

Die Mehrheit der großen italienischen Tageszeitungen hat am 25. Oktober mit der Weltbischofssynode als Titelthema aufgemacht.

Papst an Synodenbischöfe: Seid offen für Realität des Lebens

Papst Franziskus hat die katholischen Bischöfe zum Abschluss der Weltbischofssynode über Ehe und Familie zu mehr Realitätssinn aufgerufen.

Kardinal Schönborn: „Kunst der Seelenführung“

Der Erfolg des mit großer Mehrheit angenommenen Synodendokuments ist seine seelsorgliche Ausrichtung. Das betonte Kardinal Christoph Schönborn in einer gemeinsamen Pressekonferenz der österreichischen und deutschen Synodenteilnehmer am Samstagabend in Rom.

Bischof Bode: Schade, dass Schuldbekenntnis keine Mehrheit fand

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode – ein Mitglied der vielbeachteten deutschen Sprachgruppe bei der Familiensynode, ist nach deren Ende nicht rundum glücklich mit den Ergebnissen.

„Volontariat bewegt“: Bereits 500 junge Österreicher haben sich in Afrika, Asien und Lateinamerika engagiert

Die Nachfrage nach internationalen Freiwilligeneinsätzen bei jungen Menschen in Österreich steigt beständig an.

Drei philippinische Priester kandidieren für politische Ämter

Mindestens drei katholische Priester wollen entgegen einem kirchlichen Verbot bei Wahlen auf den Philippinen kandidieren.

Familienorganisationen schlagen Alarm

Österreichs große Familienorganisationen warnen die Regierung eindringlich vor der am Freitag offiziell verkündeten Kürzung der Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) im Zuge der Senkung der Lohnnebenkosten.

Ungarn eröffnete Jubiläumsjahr des Hl. Martin
Auch frühere Bischofskirche des Papstes ist ihm geweiht

Mit großen Feiern beginnt im November das Jubiläumsjahr des heiligen Martin in der westungarischen Stadt Szombathely und in der Benediktiner-Erzabtei Pannonhalma-Martinsberg. Das Festjahr geht im November 2016 zu Ende. Anlass des Festjahrs ist der „runde Geburtstag“ des Heiligen: Martinus (Martin von Tours) wurde vor 1.700 Jahren im römischen Savaria, dem heutigen Szombathely, geboren.

Leiterin der Telefonseelsorge ist „Österreicherin des Jahres“

Die Leiterin der Telefonseelsorge Wien, Marlies Matejka, ist von der Tageszeitung „Die Presse“ als „Österreicherin des Jahres“ in der Kategorie „Humanitäres Engagement“ ausgezeichnet worden.

Leitartikel

Gewissen

Als „Triumph der Zweideutigkeit“ bezeichnet die umstrittene Priesterbruderschaft Pius X. das Synodendokument zu Ehe und Familie. Weder Progressive noch Konservative könnten damit wirklich zufrieden sein. Falsch? Das Erstaunliche nämlich: Beide Seiten tun so, als wären sie zufrieden. Die einen sehen beim Kommunionempfang von wiederverheirateten Geschiedenen die Tür zu, die anderen offen. Was nun also?
Konservative sagen, das Gewissen, auf das der Text verweist, könne „nicht verwendet werden, um objektive Wahrheiten zu verneinen“. Progressive hingegen berufen sich genau auf dieses und sprechen davon, dass „Einzelfallregelungen“ der Weg seien.
Polens Bischöfe haben bereits dekretiert, auf der harten Linie von JP II. bleiben zu wollen, ihre deutschsprachigen Kollegen sehen das völlig anders. Das wird zum Problem für eine Kirche, die katholisch sein will. In Wien wird künftig offiziell möglich sein, was in Warschau streng verboten ist.
Doch auch in Wien wird man vom Good-will des Pfarrers abhängig sein: Was einer erlaubt, kann sein drei Minuten entfernt wohnender Kollege abschmettern. Der eine kann das vor seinem Gewissen verantworten, der andere nicht. Der Willkür sind Tür und Tor geöffnet.
Gewissen – was ist das? Schon wieder ein Thema für eine Synode.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   1 Kön 17, 10-16

Die Witwe machte aus der Hand voll Mehl ein kleines Gebäck und brachte es zu Elija heraus

In jenen Tagen machte sich der Prophet Elija auf und ging nach Sarepta. Als er an das Stadttor kam, traf er dort eine Witwe, die Holz auflas. Er bat sie: Bring mir in einem Gefäß ein wenig Wasser zum Trinken! Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: Bring mir auch einen Bissen Brot mit! Doch sie sagte: So wahr der Herr, dein Gott, lebt: Ich habe nichts mehr vorrätig als eine Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Ich lese hier ein paar Stücke Holz auf und gehe dann heim, um für mich und meinen Sohn etwas zuzubereiten. Das wollen wir noch essen und dann sterben. Elija entgegnete ihr: Fürchte dich nicht! Geh heim, und tu, was du gesagt hast. Nur mache zuerst für mich ein kleines Gebäck, und bring es zu mir heraus! Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas zubereiten; denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen auf den Erdboden sendet. Sie ging und tat, was Elija gesagt hatte. So hatte sie mit ihm und ihrem Sohn viele Tage zu essen. Der Mehltopf wurde nicht leer, und der Ölkrug versiegte nicht, wie der Herr durch Elija versprochen hatte.

 

Zweite Lesung:   Hebr 9, 24-28

Christus wurde ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen

Christus ist nicht in ein von Menschenhand errichtetes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor Gottes Angesicht zu erscheinen; auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern, denn er ist nicht wie der Hohepriester, der jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht; sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt leiden müssen. Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen, um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen. Und wie es dem Menschen bestimmt ist, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt, so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen; beim zweiten Mal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen, sondern um die zu retten, die ihn erwarten.

 

Evangelium:   Mk 12, 38-44

Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern

In jener Zeit lehrte Jesus eine große Menschenmenge und sagte: Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt, und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben. Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber umso härter wird das Urteil sein, das sie erwartet. Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel. Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein. Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.

 

Gedanken zum Sonntag

Margarethe Furtner
Pädagogin
Salzburg

Zwei kleine Kupfermünzen

Das Problem der Wichtigen und der Wirklichen hat es nach diesem Evangelium schon zu Zeiten Jesu gegeben. Die Wichtigen geben vor, wie was zu geschehen hätte. Sie meinen, ihren Anweisungen wäre Folge zu leisten, ihnen sei Ehre zu erweisen. In den heiligen Schriften sind das immer die Männer.
Nicht so bei Jesus: Diejenigen, die richtig handeln, sind zumeist Frauen. Das Beispiel der armen Witwe, die tut, was sie kann, ist maßgeblich. Dabei geht es nicht um die beiden kleinen Kupfermünzen oder gegenwärtig um einen geringen Kirchenbeitrag. Vielmehr verstehe ich es so, dass die selbständigen kleinen Taten vor Gott groß sind. Niemand verlangt diese Opfergabe von der Witwe. Es ist ihre Entscheidung, ihre kleine Gabe zu geben. Gegenwärtig sind viele kleine Gaben ein wichtiger Beitrag zur Versorgung der Flüchtlinge in unserem Lande – „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35) – dieses Werk der Barmherzigkeit wird vielfach von Frauen geleistet.
Die beiden kleinen Kupfermünzen werden oft von Frauen gegeben in ihrem Dienst für die Kirche im Ehrenamt – wie viele Rechnungen, Kilometergeld, Kuchen, Blumensträuße, Wäschereidienste, Telefonrechnungen werden nicht bemerkt und nicht bezahlt. Oft ist es wirklich eine Gabe, die weh tut, weil gegen den Letzten eines Monats eine Tankrechnung für die Kirchengemeinde, ein Lebensmitteleinkauf für den Sonntagskuchen oder die Blumen für den Altarschmuck das Budget überfordert.
Die beiden kleinen Kupfermünzen sind aber auch ein Bild dafür, welche Schritte Frauen wagen, um die Kirche einladender und herzlicher zu gestalten. Sie heißen Fremde willkommen, weisen niemandem die Tür, teilen Brot und Wein mit denen, die mit ihnen Dank sagen.

 

Information

Frauenbeilage-Chefin der Vatikanzeitung: Geistliche halten Frauen für minderwertig

So mancher Synodenvater wird jetzt vielleicht bereuen, dass er Lucetta Scaraffia in den drei Wochen der Synode nicht mal die Tür aufgehalten hat. Oder dass er sich in der Kaffeepause an ihr vorbeigedrängelt hat, in Richtung Buffet, berichtet „Radio Vatikan“.

Jedenfalls zieht die Beobachterin der Synodenarbeiten – eine von 32 Frauen, die es überhaupt in die Aula geschafft hatten – eine teilweise ätzende Bilanz, und zwar ausgerechnet in der französischen Tageszeitung „Le Monde“.

scaraffia lucetta

Lucetta Scaraffia.

„Wenigstens haben sie mich eingeladen“: Das sei ihr immer wieder mal durch den Kopf gegangen während der Synode, berichtet die Historikerin und Feministin Scaraffia, Verantwortliche der Frauenbeilage in der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Für eine Frau wie sie, „die den Mai 68 und den Feminismus mitgemacht hat“, sei die Synode eine „ungewöhnliche Erfahrung“ gewesen, und das meint sie nicht nur positiv. „Was mich bei diesen Kardinälen, Bischöfen und Priestern am meisten erstaunt hat, das war ihre vollkommene Unkenntnis des Weiblichen, ihr unsensibler Umgang mit Frauen, die sie offenbar für minderwertig halten“, so die 67-Jährige. Eine große Mehrheit der Synodenväter, nicht alle, hätten vor allem zu Beginn in ihrer Anwesenheit „deutliches Unbehagen“ verspürt. Nach einer Weile habe man sich immerhin an sie gewöhnt und sie „als eine Art Maskottchen“ gelten lassen.
„Nur geduldet“ und „fast inexistent“ habe sie sich gefühlt – nicht nur in der Aula, sondern auch in ihrer Sprachgruppe. „Jede meiner Wortmeldungen ging ins Leere.“

Pater Jacques Mourad nach Flucht: IS „gebildet und clever“

Der vom „Islamischen Staat“ verschleppte syrische Priester Pater Jacques Mourad hat erstmals nach seiner Freilassung Einzelheiten seiner Geiselhaft geschildert. Demnach malten ihm die Entführer seine Hinrichtung aus, um ihn zu einem Übertritt zum Islam zu bewegen. Die Milizmitglieder seien alles andere als primitiv, sondern gebildet, „clever“ und äußerst berechnend, sagte Mourad dem britischen Sender BBC.

Fr Jacques Mourad from Mar Ellian Monastery in Syria. He has bee

Mourad, Leiter des syrisch-katholischen Klosters Mar Elian in Qaryatayn bei Homs, war am 21. Mai gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Klosters entführt worden. Seine Befreiung wurde am 10. Oktober bekannt; zuvor war es ihm mit anderen Christen gelungen, aus dem IS-Hoheitsgebiet nach Homs zu fliehen.
Nach eigenen Angaben wurden Mourad und sein Mitarbeiter Boutros Hanna nach dem Überfall Ende Mai gefesselt und mit verbundenen Augen in die Berge bei Qaryatayn verschleppt. Vier Tage später brachten die Entführer sie in die IS-Hochburg Raqqa und hielten sie dort 84 Tage gefangen.
Mourad sagte, während dieser Zeit hätten sie genug zu essen erhalten und seien medizinisch versorgt worden. Wiederholt seien sie aber als „Ungläubige“ bezeichnet und mit vorgehaltener Waffe über ihren christlichen Glauben befragt worden. Für ihre Weigerung eines Übertritts zum Islam habe man sie mit dem Tod bedroht.
Die Entführer hätten ihnen „im Detail geschildert, wie wir sterben würden“, sagte Mourad. „Sie sind wirklich begabt darin, mit Worten und Vorstellungen zu terrorisieren.“ Ein IS-Emir habe ihn und Hanna nach 84 Tagen in das zwischenzeitlich von den Milizen eroberte Qaryatain zurückbringen lassen.
Dort habe nach weiteren 20 Tagen Haft ein Gremium von IS-Geistlichen die Entscheidung von Terrorchef Abu-Bakr al-Baghdadi über das Schicksal der Christen überbracht. Zu den Optionen zählte laut Mourad, die Männer hinzurichten und die Frauen zu versklaven; al-Baghdadi habe ihnen hingegen zugestanden, „als Bürger auf dem Gebiet des Islamischen Staats zu leben“. Als Gegenleistung hätten die Christen ihren Besitz übereignen müssen, so Mourad.
Der Priester sagte weiter, er sei vom IS eingehend über die Kirchen und das Kloster in Qaryatayn befragt worden. Dabei habe er die Kenntnisse der Terrormiliz unterschätzt. „Sie wissen alles, jedes Detail“, sagte Mourad. „Wir neigen dazu, sie für unkultivierte Beduinen zu halten. Das Gegenteil ist wahr. Sie sind clever, gebildet, mit Universitätsabschlüssen und sehr genau in ihren Plänen.“
Mourad sagte, er habe sich nach Homs abgesetzt, um auch andere Christen aus Qaryatayn zum Gehen zu bewegen. „Die Gegend ist ein Schlachtfeld“, sagte er unter Verweis auf syrische Luftangriffe und den IS. Viele Christen wollten bleiben, weil sie keinen anderen Ort hätten. „Manche können nicht akzeptieren, vertrieben zu sein, und wollen lieber zu Hause sterben. Andere sind überzeugt, dass der Islamische Staat, mit dem sie einen Vertrag haben, sie schützt“, sagte Mourad.
Derzeit lebten noch rund 160 Christen in Qaryatayn, so der Priester. „Sie sind geblieben, weil sie das wollten. Wir bitten Gott, sie zu schützen, denn die Stadt ist ein gefährliches Schlachtfeld. Es gibt keinen Schutz, nirgendwo ist es sicher“, sagte Mourad.

Medien sehen „Sieg für Papst Franziskus“

Die Mehrheit der großen italienischen Tageszeitungen hat am 25. Oktober mit der Weltbischofssynode als Titelthema aufgemacht.

Sie bewerteten den Abschluss nahezu einhellig als Öffnung gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen und als Erfolg der deutschsprachigen Arbeitsgruppe. „Die Synode öffnet sich für die Kommunion von wiederverheirateten Geschiedenen“, titelte der „Corriere della Sera“. „Ja zu Wiederverheirateten“, lautete die Überschrift von „La Repubblica“; „Ja zur Kommunion für Wiederverheiratete“, so die Schlagzeile von „Il Messaggero“.
Mit ihrer Festschreibung der Einzelfallprüfung sei die Synode dem Weg gefolgt, den die deutschsprachige Arbeitsgruppe geebnet habe, schrieb der „Corriere della Sera“.
Die Bischofsversammlung habe den „deutschen Kompromiss“ verabschiedet, so „La Repubblica“. Die „deutsche Lösung“ habe die Konservativen verwirrt, kommentierte die in Turin erscheinende „La Stampa“.
Die US-Tageszeitung „Washington Post“ zog indes ein gemischtes Fazit: Das Abschlussdokument der Synode sei zwar weitreichender, als man es noch vor einigen Tagen für möglich gehalten habe. „Aber liberale Katholiken, die mit Papst Franziskus die große Hoffnung auf einen Wandel verbinden, dürften dennoch enttäuscht sein“, schrieb das Blatt.

synode

Neue Debattenkultur
Der britische „Guardian“ kommentierte, die Synode sei „ein harter, verletzender Kampf“ gewesen, und die Wunden bräuchten viel Zeit, um heilen zu können. Franziskus’ eigentlicher Sieg sei, dass er die Debattenkultur innerhalb der Kirche verändert habe.Mit seinem Auftreten ermutige er alle Katholiken, selbst über ihre Haltung nachzudenken. „Nur Gott weiß, wozu das führen wird“, so der „Guardian“.

„Triumph der Zweideutigkeit“
Für die umstrittene traditionalistische Priesterbruderschaft St. Pius X. ist das Schlussdokument der Triumph der Zweideutigkeit. Es liege „irgendwo im Niemandsland zwischen einer unerschrockenen Verkündigung der Gebote und der Anpassung an den Zeitgeist“, so Pater Stefan Frey, deren Distriktoberer für Österreich.

Leiterin der Telefonseelsorge ist „Österreicherin des Jahres“

Die Leiterin der Telefonseelsorge Wien, Marlies Matejka, ist von der Tageszeitung „Die Presse“ als „Österreicherin des Jahres“ in der Kategorie „Humanitäres Engagement“ ausgezeichnet worden.

Telefonseelsorge. Marlies Matejka hat fŸr Sorgen der Anrufer ein offenes Ohr - und ein LŠcheln. Wien, 20.11.2001 © Franz Josef Rupprecht; A-7123 Mšnchhof; Bank: Raiffeisenkasse Mšnchhof (BLZ: 33054), Kto.: 17.608

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt das Angebot der katholischen und evangelischen Kirche, das bereits seit fast 50 Jahren unter der Telefonnummer 142 Tag und Nacht kostenlos und unter Wahrung der Anonymität erreichbar ist. Die Auszeichnung sei eine Wertschätzung aller Mitarbeiter dieser besonderen Form der Lebens- und Krisenhilfe, erklärte Matejka gegenüber der „Presse“.
Rund 800 ausgebildete Freiwillige in ganz Österreich sind bei der Telefonseelsorge tätig, hören zu, motivieren oder vermitteln wenn nötig an andere Stellen weiter. 130.000 Gespräche werden jährlich geführt, wobei es um Arbeitslosigkeit oder psychische Krankheit ebenso geht wie um Nachbarschaftsstreitigkeiten, Einsamkeit, Ehekonflikte oder selten auch um Menschen, die nicht mehr leben wollen.