Inhalt der gedruckten Ausgabe 41/2015

Leitartikel

Der Papst und die Geschiedenen

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Eleonore Rosenberg
Studienrätin i.R.
Heilbronn, Deutschland

Information

Afrikas konservative Bischofskonferenzen: Verständnis für voreheliches Zusammenleben und Polygamie

54 afrikanische Bischöfe nehmen an der am 4. Oktober begonnenen Bischofssynode über Ehe und Familie in Rom teil. Sie stellen etwa ein Fünftel der Teilnehmer.

Synode: Elf Kardinäle sehen „Auflösungsphase ohnegleichen“

Eine Gruppe von elf dem „konservativen Flügel“ zugerechneten Kardinälen spricht sich in einem am 28. September in vier Sprachen veröffentlichten Buch gegen weitreichende Änderungen beim traditionellen katholischen Verständnis von Ehe und Familie aus.

Papst schreibt 8-jährigem Buben

Es ist möglicherweise die erste offizielle Botschaft eines Papstes an ein achtjähriges Kind. Der Vatikan hat am 30. September einen Brief von Franziskus an einen kleinen Italiener veröffentlicht.

Benefizkonzert für Flüchtlinge im Wiener Bischofspalais

Ein interreligiöses Zeichen der Solidarität mit Flüchtlingen setzt am 13. Oktober die Promi-Band „Shalom! Music between Friends“.

Deutschland: Die guten Hirten gehen

Die guten Hirten gehen. Deutschlands katholische Kirche wird von zahlreichen Priester-Rücktritten erschüttert, schrieb „Welt am Sonntag“ am 13. September.

Paderborn hat mehr Vermögen als Köln

Die Erzdiözese Paderborn hat erstmals ihr Vermögen veröffentlicht.

Christen und Muslime kooperieren bei Religionslehrerausbildung

In einem europaweit bisher einzigartigen Modellprojekt wird in Österreich künftig die Ausbildung von christlichen und islamischen Religionslehrern für Volksschulen erstmals unter einem Dach stattfinden.

Washington: Papst gab Kim Davis die Hand und empfing homosexuelles Paar

Nach dem Besuch von Papst Franziskus in den USA erregen zwei Berichte des TV-Senders CNN größte Aufmerksamkeit.

Papst Franziskus: Familie hat „den Pass für den Zugang zum Himmel“

Die Familie ist in den Worten des Papstes eine „Fabrik der Hoffnung, des Lebens und der Auferstehung“.

Berlin: Appell zu religiös getrennten Flüchtlingsquartieren
Polizei wünscht besonderen Schutz für Christen

Der Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD) hat sich dafür ausgesprochen, Flüchtlinge nach Religionszugehörigkeit getrennt unterzubringen.

Vatikan und Rom legen Streit ums Heilige Jahr bei

Vor dem Heiligen Jahr 2000 glich Rom jahrelang einer Dauerbaustelle. Vor dem am 8. Dezember beginnenden Jubiläum der Barmherzigkeit tut sich in der Stadt verdächtig wenig. Das hat zu Unmut im Vatikan und zur Verärgerung bei Bürgermeister Marino geführt. Jetzt haben sie den Streit ausgeräumt.

„Pfarrer-Initiative“ hofft auf „Sprung nach vorn“ durch Synode

Einen „Sprung nach vorn“ erhofft sich die „Pfarrer-Ini­­­tiative“ in mehrfacher Hinsicht durch die Weltbischofssynode zu Ehe und Familie.

Zulehner erwartet hartes Ringen bei der Familiensynode

Ein hartes Ringen in der Frage des Umgangs mit wiederver­heirateten Geschiedenen erwartet der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner bei der am kommenden Sonntag beginnenden Weltbischofssy­node zu Ehe und Familie in Rom. „Der theologische Gegensatz zwischen hoch besorgten Ideologen und einfühlsamen Hirten ist groß“, sagte er  in einem Interview mit den „Salzburger Nachrichten“.

Bischof: Leben in Aleppo heißt Bomben, kein Strom, kein Wasser

Täglich Tote und Verwundete durch Bomben und Schießereien, kein Strom, kein Wasser, ständig steigende Nah­rungsmittelpreise – das ist die aktuelle Situation in der nordsyrischen Stadt Aleppo. Zehntausende fliehen deshalb nach Europa, wie der örtliche Bischof Antoine Audo in Salzburg in einem Interview mit „Kathpress“ unterstrich.

Montecassino-Abt: Europa muss gegenüber Islam selbstbewusst sein

Der Erzabt des italienischen Benediktiner-Klosters Monte Cassino, Donato Ogliari, hat die muslimische Einwanderung als „enorme Herausforderung“ für die christliche Identität Europas bezeichnet.

Kardinal-König-Preis 2015 an Bischof Krätzl und Patriarch Sako

Die Kardinal-König-Stiftung vergibt den diesjährigen Kardinal-König-Preis an den emeritierten Wiener Weihbischof Helmut Krätzl (83).

Bischof: Ägypten auf gutem Weg und auch Hoffnung für Christen

Der ägyptische koptisch-katholische Bischof Kyrillos Williams sieht Ägypten auf einem guten Weg.

Malteser eröffnen erste „Kinder-Palliativ-WG“ Österreichs

Im Oktober ziehen die ersten zehn Bewohner in Österreichs bisher einzige Pflege-Wohngemeinschaft für Kinder und junge Erwachsene mit lebensverkürzenden Diagnosen und hochkomplexem Pflegebedarf.

Israel: Christliche Schulen beendeten Streik nach Einigung

Im Streit um die Finanzierung der 47 christlichen Privatschulen in Israel ist es zu einer Einigung zwischen den Schulver­antwortlichen und dem Bildungsministerium gekommen. Wie das Lateinische Patriarchat  mitteilte, ist der Schulbetrieb der seit 1. September streikenden Einrichtungen mit Wo­chen­beginn wieder aufgenommen worden.

Leitartikel

Der Papst und die Geschiedenen

Geschiedene Wiederverheiratete sind vorwiegend ein Thema der westlichen Christen. Damit haben Afrikas Bischöfe nicht ganz unrecht. Wenn anderswo ein Mann, wie in vielen Ländern ihres Kontinents, gleichzeitig mit mehreren Frauen verheiratet sein kann, bedarf es schließlich keiner offiziellen Trennung von einer einmal Ersterwählten.
Das in einem Dokument der afrikanischen Bischofskonferenzen gezeigte Verständnis für Polygamie und damit das Missachten der Rechte von Frauen ist wieder für uns Westler nicht nachvollziehbar, oder doch? Diese Bischöfe sind ja auch nur Männer!
Im Vorfeld der Bischofssynode haben sich die obersten Mitglieder der Familie Kirche in zentralen Themen gegenseitig nichts geschenkt. Vor allem konservative Wortführer traten so heftig auf, dass man meinen könnte, eine Kirchenspaltung stehe kurz bevor. Wenn Eheleute so miteinander umgehen, wie es Kardinäle zuletzt taten, ist das ein unleugbares Signal des bevorstehenden Endes ihrer Beziehung.
Der Papst weiß, dass er bei der Bischofssynode einer Versammlung von in Wirklichkeit in vielen Belangen längst Geschiedenen vorsteht. Er wird alles tun, damit die Problempartner wieder zueinander finden. Doch das wird genauso schwierig bis unmöglich sein wie bei ganz normalen Ehen.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Weish 7, 7-11

Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit der Weisheit

Ich betete, und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte, und der Geist der Weisheit kam zu mir. Ich zog sie Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr. Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand, und Silber gilt ihr gegenüber so viel wie Lehm. Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt. Zugleich mit ihr kam alles Gute zu mir, unzählbare Reichtümer waren in ihren Händen.

Zweite Lesung:   Hebr 4, 12-13

Das Wort Gottes richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens

Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens; vor ihm bleibt kein Geschöpf verborgen, sondern alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft schulden.

Evangelium:   Mk 10, 17-30

Verkaufe, was du hast, und folge mir nach!

In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich. Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.

 

Gedanken zum Sonntag

Eleonore Rosenberg Studienrätin i.R. Heilbronn, Deutschland

Eleonore Rosenberg
Studienrätin i.R.
Heilbronn, Deutschland

Wo findet man die Weisheit?

Die Entscheidung, die Weisheit bei sich einzulassen, sich von ihr leiten zu lassen und darauf zu vertrauen, dass alles Gute kommen kann, ist mutig. Das hat Konsequenzen für viele Lebensbereiche.
Grundsätzlich kann man die Weisheit nicht kaufen, sich kaum anlesen. Der Autor des Weisheitsbuches hat Erfahrung: er hat darum gebetet. Das kann bedeuten, sich auf einen Gott einzulassen, sein Herz zu öffnen. Weisheit wächst selten im Kopf, mehr im Herzen.
Bemerkenswert ist auch, dass der oder die Weise, sich vom Reichtum verabschieden muss. Die Börsen- und Zinskurse, die Beteiligungen und die persönliche Vermögensvermehrung scheinen wenig Bedeutung zu haben, wenn die Frau, der Mann weise handeln möchten.
Die Weisheit trifft man auch eher selten im Lichte der Scheinwerfer, auf dem Societyparkett.
Möglicherweise kann man die eigene Weisheit im Gespräch mit anderen weisen Menschen lernen, vielleicht mehren.
Manchmal trifft man echt weise Menschen, die durch schwere Krankheit gegangen sind, Höhen und vor allem Tiefen des Lebens durchschritten haben. Die weise Frau, der weise Mann preist seine Erfahrungen weder auf einer Website noch auf Facebook an. Die wirklich Weisen muss man schon suchen.
Wie gesagt, nicht an den lauten Plätzen, in den berühmten Kreisen. Selten trifft man die Weisheit auch bei Reichen, die ihren Reichtum dazu benutzen, gute und gescheite Dinge damit zu finanzieren.
Ich werde um meinen Teil der Weisheit weiterbeten.

 

Information

Afrikas konservative Bischofskonferenzen: Verständnis für voreheliches Zusammenleben und Polygamie

54 afrikanische Bischöfe nehmen an der am 4. Oktober begonnenen Bischofssynode über Ehe und Familie in Rom teil. Sie stellen etwa ein Fünftel der Teilnehmer.

Im Gepäck haben sie ein 89-seitiges theologisches Thesenpapier der Vereinigung der katholischen Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECEAM).
Der Grundtenor: Der Westen zerstört mit seinen maximal individualistischen Lebensweisen die afrikanischen Familien. Geschiedene Wiederverheiratete und Homosexuelle seien in ihren Ländern  keine großen Themen.
Zentrales afrikanisches Thema sei die Vielehe – „verbreitet und toleriert in vielen Ländern des Kontinents.“ Die Kirche dürfe zwar nicht den Anschein erwecken, Polygamie gutzuheißen, doch sie müsse auch die Erwartungen von in Vielehe Lebenden in Betracht ziehen. Diese erwarten keineswegs eine volle Teilnahme an den Sakramenten, suchten jedoch in der Kirche „spirituelle Kraft oder die Gnade Gottes.“
Die afrikanischen Bischöfe weisen auch eine Abqualifizierung von Paaren, die gemäß ihrer „traditionellen Kultur“ vorehelich zusammenleben, als „Konkubinat“ entschieden zurück. Mit solchen Verbindungen, die man in Europa „Ehe ohne Trauschein“ nennen würde, gehe in Afrika die Vorstellung einer „Verbindung zweier Familien“ einher.
Kardinal Sarah: „Verrat!“
Wenige Tage vor Beginn der Synode hat sich Kardinal Robert Sarah (70) in einem Interview mit „La Repubblica“ gegen eine Reform des kirchlichen Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen ausgesprochen. Deren Zulassung zur Kommunion „verrate“ das Evangelium“ und sei eine „Rebellion gegen Gott“.

Kardinal Robert Sarah.

Kardinal Robert Sarah.

Sarah wurde 1979 mit 34 Jahren  zum Erzbischof von Conakry (Guinea) und vor 11 Monaten von Papst Franziskus zum Präfekten der vatikanischen Gottesdienstkongregation ernannt. Er gilt als einer der einflussreichsten Kardinäle Afrikas. „Christ & Welt“ bezeichnet ihn als „Anführer“ und „Hoffnungsträger“ der konservativen Bischöfe bei der Synode, nachdem Papst Franziskus den US-Kardinal Raymond Burke abserviert hat.

Papst Franziskus: Familie hat „den Pass für den Zugang zum Himmel“

Die Familie ist in den Worten des Papstes eine „Fabrik der Hoffnung, des Lebens und der Auferstehung“.

Ohne mehr weltweite Unterstützung für die Familien und die Absicherung besonders der jungen Familien habe die Gesellschaft keine Zukunft, sagte er am 26. September vor den Teilnehmern des katholischen Weltfamilientreffens in Philadelphia im Rahmen der Nachtvigil. Familien seien Sinnbild für eine Welt, in der sich kein Mensch alleingelassen und überflüssig fühle und jeder seinen Platz habe, vom Kind bis zu den Großeltern.
Der Papst hatte nach teils bewegenden Begegnungen mit Familien, die ihre Lebensgeschichten berichteten, sein Redemanuskript beiseite gelegt und auf Spanisch improvisiert.

Papst Foto: L‘Osservatore Romano.

Foto: L‘Osservatore Romano.

„Die Familie hat ein göttliches Bürgerrecht. Den Pass für den Zugang zum Himmel hat Gott ihr übergeben“, so der Papst. Der Wunsch nach Familie sei „Teil von Gottes Traum“ für die Menschheit, der fortwährend wahr werde in den Träumen vieler Paare, die sich entschließen, ihr Leben als Familie zu gestalten. Gott wolle in der Familie mit seiner Liebe gegenwärtig werden, was dann gelinge, „wenn die Familie fähig ist, die Arme zu öffnen und diese ganze Liebe zu empfangen“. In einer derartigen Familie sei Gott in Jesus auch Mensch geworden. In der Familie lerne der Mensch „schrittweise die Bedeutung und den Wert der menschlichen Beziehungen kennen“; er lerne, „aus Liebe alles aufs Spiel zu setzen“. Deshalb, so Franziskus, lohne es sich, für eine familienfreundliche Gesellschaft zu kämpfen.
Direkt vor der Papstrede hatte die 73-jährige US-amerikanische Soul-Ikone Aretha Franklin die Hymne „Amazing Grace“ (Erstaunliche Gnade), eines der beliebtesten Kirchenlieder der Welt, gesungen. Franklin hatte auch im Jänner 2009 zur Amtseinführung von Barack Obama gesungen.

„Pfarrer-Initiative“ hofft auf „Sprung nach vorn“ durch Synode

Einen „Sprung nach vorn“ erhofft sich die „Pfarrer-Ini­­­tiative“ in mehrfacher Hinsicht durch die Weltbischofssynode zu Ehe und Familie.

Vorsitzender Pfarrer Helmut Schüller nannte bei einer Pressekonferenz die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, eine Wertschätzung auch für homosexuelle Partnerschaften sowie das Zugeständnis, dass Paare in verantworteter Elternschaft die Zahl ihrer Kinder selbst bestimmen, als Themenbereiche, wo „Bewegung“ höchst wünschenswert sei.
Die beiden anderen Vorstandsmitglieder der Pfarrer-Initiative, Bernhard Kranebitter aus Lienz und Hans-Peter Premur aus Krumpendorf, nannten eine kirchenlehramtliche Würdigung des gebildeten Gewissens als Kriterium, ob die Synode als Erfolg zu werten sein werde.

PI-Vorsitzender Pfarrer Helmut Schüller.

PI-Vorsitzender
Pfarrer Helmut Schüller.

Dekan Bernhard Kranebitter.

Dekan
Bernhard Kranebitter.

Hochschulseelsorger Hans-Peter Premur.

Hochschulseelsorger
Hans-Peter Premur.

Rückenwind durch päpstliche Impulse
Auf die Anfrage von „Kathpress“, ob er die Synode als „Lackmustest“ für die Reformbereitschaft und -fähigkeit der katholischen Kirche im Pontifikat von Franziskus sehe, antwortete Schüller: Ein einzelner Mann könne auch an der Spitze der Kirche nicht einfach „den Schalter umlegen“ in Richtung Erneuerung.
Es sei eine kirchengeschichtlich neue Situation, dass ein Papst für die Umsetzung seiner Erneuerungsideen auch Unterstützung von der Basis brauche. Die Pfarrer-Initiative befinde sich durch Franziskus in der überraschenden Situation, Rückenwind durch päpstliche Impulse zu spüren, „das war bisher nicht üblich“. Nun gelte es manchmal „die Bischöfe an das zu erinnern, was der Papst gesagt hat“.
Auch wenn die Bischofssynode nicht zu den erhofften Ergebnissen führen sollte, will Schüller die Hoffnung auf anschließende Reformimpulse nicht völlig abschreiben: Vielleicht würden sich dann einzelne Bischöfe „aus der Deckung wagen“, für möglich hielte der Pfarrer von Probstdorf auch, dass Ortskirchen eigene seelsorgliche Wege beschreiten, jenseits von weltkirchlicher Uniformität.

„Kirche hinkt Realität oft hinterher“
Der zur Diözese Innsbruck gehörende Dekan Bernhard Kranebitter berichtete von dem im Zuge der Synode gestarteten Prozess „Kirche hört zu – Was Liebende ihr zu sagen haben“ in seiner Lienzer Pfarre.
Dabei hätten sich auch Schwule und Geschiedene eingebracht und Realitäten aufgezeigt, denen die Kirche oft hinterherhinke.
In mancher Hinsicht gelte es wieder aufzuschließen zu den Menschen – und auch zu Gott, der immer bei den Menschen sei, wie Kranebitter betonte. Er hofft, dass bei der Synode der Mensch als Beziehungswesen im Mittelpunkt steht und nicht bloß zu beurteilende Formen von Sexualität.

Flüchtlingshilfe  in Tourismusgemeinde
Über die derzeit viele Pfarrgemeinden herausfordernde Frage der Flüchtlingshilfe äußerte sich Hans-Peter Premur, Hochschulseelsorger in Klagenfurt und Pfarrer in Krumpendorf, wo im Juni eine große Zeltstadt als Notquartier entstanden war.
In der Tourismusgemeinde am Wörthersee sei es gelungen, durch Vernetzung unterschiedlicher Gruppen „proaktiv auf Flüchtlinge zuzugehen“; die Pfarre habe etwa mit der muslimischen Jugend, mit Altkatholiken, Atheisten, Öko-Gruppen und auch mit Politikern kooperiert. Neben der Versorgung mit dem Nötigsten habe es auch interreligiöse Gebete gegeben, erzählte Premur; die Taufe eines vom Islam konvertierten Mauretaniers nach entsprechendem Katechumenat habe sonst wenig beachtete Themen wie die Dreifaltigkeit öffentlich zum Thema gemacht.
„Das bringt Leben in die Bude“, so das bisherige Resümee des Pfarrers zur Flüchtlingswelle. Für ihn überraschend sei in Kärnten „die Zivilgesellschaft erwacht“ – mit der Kirche als wichtiger Akteurin. Ausländerfeindliche „Reflexe“ seien dabei weitgehend ausgeblieben.

Malteser eröffnen erste „Kinder-Palliativ-WG“ Österreichs

Im Oktober ziehen die ersten zehn Bewohner in Österreichs bisher einzige Pflege-Wohngemeinschaft für Kinder und junge Erwachsene mit lebensverkürzenden Diagnosen und hochkomplexem Pflegebedarf.

Das Leistungsspektrum des „Hilde Umdasch-Hauses“ in Amstetten erstreckt sich von Kurzzeit- über Langzeitpflege bis hin zu einem Hospiz- und einem Bedarfskrisenplatz. Initiiert wurde das Projekt vom Souveränen Malteser-Ritter-Orden. Der Seitenstettner Abt Berthold Heigl segnete die Wohngemeinschaft kürzlich im Rahmen einer Eröffnungsfeier, an der neben Sozial-Landesrätin Barbara Schwarz rund 250 Ehrengäste teilnahmen, so der Orden in einer Aussendung.

V.l.n.r.: Geschäftsführerin der Malteser Kinderhilfe Natalie Lottersberger, KR Hilde Umdasch, Vorsitzende des Vorstands der H.U. Privatstiftung und Landesrätin Barbara Schwarz. Foto: Ing. Roland´Schuller.

V.l.n.r.: Geschäftsführerin der Malteser Kinderhilfe Natalie Lottersberger,
KR Hilde Umdasch, Vorsitzende des Vorstands der H.U. Privatstiftung
und Landesrätin Barbara Schwarz.
Foto: Ing. Roland Schuller.

Seit Jahren wisse man um den Bedarf einer stationären Einrichtung in Österreich, in der unheilbar kranke Kinder zur Kurzzeitpflege einziehen können, um deren pflegende Angehörige zu entlasten. Mit finanzieller Unterstützung der Amstettner Unternehmerin Hilde Umdasch, die seit Jahren die Arbeit der Malteser unterstützt, konnte das Projekt schließlich gestemmt werden.
Der laufende Betrieb wird durch das Land Niederösterreich, Elternbeiträge und Spenden sichergestellt. Ein rund 20-köpfiges interdisziplinäres Team kümmert sich um die Pflege und Betreuung.