Inhalt der gedruckten Ausgabe 40/2016

Leitartikel

Pilgern als Zeichen der Solidarität

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Gelöscht

Information

Ab 2017 gibt es eine neue verbindliche katholische Bibelübersetzung
Sie kommt Juden entgegen und kennt erstmals eine Apostelin Junia

Die Katholiken im gesamten deutschen Sprachraum erhalten eine neue, moderne Bibelübersetzung. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) präsentierte am 20. September in Fulda nach jahrelanger wissenschaftlicher Vorarbeit eine Neufassung der sogenannten Einheitsübersetzung. Sie ist ab dem Jahr 2017 auch in Österreich die „verbindliche“ Bibelausgabe für Liturgie, Schule, Familie und Seelsorge.

„Wahres Ziel der IS-Terroristen sind die gemäßigten Muslime“

Im Vorfeld der derzeit in Erbil tagenden Synode der chaldäisch-katholischen Kirche hat Patriarch Louis Raphael Sako ausführlich zur im August erschienenen Ausgabe des Magazins „Dabiq“ der IS-Terrormiliz Stellung genommen, in der das Christentum im allgemeinen sowie alle dialogbereiten Muslime attackiert und Papst Franziskus mit der Ermordung bedroht wird.

Diözese Graz-Seckau löst alle 22 Dekanate auf

Die Diözese Graz-Seckau setzt einen Strukturprozess in Gang, mit dem auf neue seelsorgliche Herausforderungen reagiert werden soll.

Neuer Chef der DBK-Glaubenskommission

Für einige Überraschungen sorgten die 66 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) bei ihrer Herbstvollversammlung mit der Wahl der neuen Zuständigkeiten.

500.000 Katholiken mit Migrationshintergrund in Österreich

Rund 500.000 Katholiken mit Migrationshintergrund leben nach Angaben der Wiener Nationaldirektion der katholischen fremdsprachigen Seelsorge in Österreich.

Expertenstreit über „Humanae vitae“

Fast 50 Jahre nach der Enzyklika „Humanae vitae“ ist eine wissenschaftliche Debatte über das päpstliche Lehrschreiben wider die künstliche Geburtenkontrolle entbrannt.

Bischof: Überleben der Christen im Irak entscheidet sich jetzt

Einen dramatischen Hilferuf für die bedrohten Christen im Nahen und Mittleren Osten hat der chaldäisch-katholische Erzbischof Bashar Warda (47) aus Erbil an die deutsche Öffentlichkeit gerichtet.

„Verheiratete Priester als Normalfall“

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hat seinen Vorstoß für eine Freiwilligkeit beim Zölibat bekräftigt.

Indiens Kirche ist der wichtigste Fürsprecher der Kastenlosen

Seit der Machtübernahme des indischen Premierministers Narenda Modi und seiner Partei BJP hat die Gewalt gegen die Dalit – auch „Kastenlose“ oder „Unberührbare“ genannt – ständig zugenommen.

Deutsche Katholiken: In sieben Monaten 79 Millionen Euro für Flüchtlingshilfe

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat sich für ein neues, umfassendes Einwanderungsgesetz ausgesprochen. Eindeutig sei Deutschland ein Einwanderungsland, zumal mittlerweile rund ein Viertel der Bevölkerung Migrationshintergrund habe, sagte der DBK-Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx.

Neuer europäischer Martinuspilgerweg

Der europäische Martinuspilgerweg, die „Via Sancti Martini“, führt künftig auch durch Österreich.

Mexiko das gefährlichste Land für Priester: Entführungen und Morde

In der mexikanischen Unruheprovinz Michoacan haben Unbekannte einen katholischen Priester entführt. Erst kurz zuvor sind  im mexikanischen Bundesstaat Veracruz die Leichen zweier entführter katholischer Priester gefunden worden.

Jerusalemer Caritas-Direktor: „68 Jahre Okkupation sind genug“

Heftige Attacken gegen Israel hat der Jerusalemer Caritas-Direktor Fr. Raed Abusahlia geritten.

Studie: Rolle der Religion im französischen Arbeitsleben wächst

Religion spielt im Arbeitsleben in Frankreich eine immer größere Rolle.

Georgien: Kein gemeinsames Gebet von Papst und Patriarch

Bei dem 40-stündigen Papstbesuch in Georgien von 30. September bis 2. Oktober in der Hauptstadt Tiflis ist zwar ein Treffen von Papst Franziskus mit dem Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche, Katholikos-Patriarch Elias II., vorgesehen, aber kein gemeinsames Gebet.

Großdemos gegen CETA und TTIP mit kirchlichen Organisationen

Mit mehreren großen Demonstrationen hat ein breites Bündnis von Gewerkschaften, Sozial-, Umwelt- und Entwicklungshilfe-Verbänden sowie kirchlichen und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen am Samstag für eine Neuverhandlung der geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) sowie der EU und den USA (TTIP) protestiert.

Bischof Czaja: Polnische Regierung zertrampelt Menschenwürde

Eine Missachtung des Bürgerwillens hat der Bischof von Oppeln (Opole), Andrzej Czaja, Polens nationalkonservativer Regierung vorgeworfen.

Friedensappell der Weltreligionen in Assisi

Mit einem „Nein zum Krieg“ haben Vertreter aller Weltreligionen am 20. September ein dreitägiges Friedenstreffen in Assisi beendet.

Mit einwöchigen Kursen informiert  die Diözese St. Pölten alle ihre Priester umfassend über den Islam

Die Diözese St. Pölten bringt das Großthema Islam ihren Priestern nahe. Im Rahmen der September-Priesterfortbildungswoche sind alle Priester innerhalb der nächsten vier Jahre zur Teilnahme verpflichtet.

Broschüre zeigt Flüchtlingen christlich geprägtes Österreich

Österreichische Traditionen, Symbole, Brauchtum sowie Feste und die Grundlagen des christlichen Glaubens sind Themen der neuen Informationsbroschüre „Grüß Gott in Österreich“.

Leitartikel

Pilgern als Zeichen der Solidarität

Reisen ins Heilige Land sind derzeit „völlig unbedenklich“, trotzdem würden immer weniger Pilger und Touristen nach Israel, Palästina und Jordanien kommen. Darauf hat der Geschäftsführer von „Biblische Reisen Österreich“, Andreas Kickinger, jüngst hingewiesen. Vor allem Reisen, bei denen auch die persönliche Begegnung mit den einheimischen Christen im Zentrum steht, würden immer seltener. Dabei hätten die Christen vor Ort diese Begegnungen so bitter nötig.
Auch der Benediktinerpater Nikodemus Schnabel, derzeitiger Chef der Dormitio-Abtei in Jerusalem, mahnt dringend mehr christliche Solidarität mit den Christen im Heiligen Land ein. Die Juden erlebten eine starke internationale jüdische Solidarität, die Muslime selbige vonseiten der islamischen Welt, die verschwindend kleine christliche Minderheit hingegen spüre von einer solchen christlichen Solidarität so gut wie nichts.
Solidarität war nie der Christen Stärke. Die in Glaubensfragen zerstritten orientalischen Christen haben es bekanntlich den Muslimen im 7. Jahrhundert leicht gemacht, sie zu unterwerfen.
Im Oktober wollen katholische und evangelische Bischöfe Deutschlands – im Vorfeld des Reformationsjahres 2017 – erstmals gemeinsam eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternehmen. Als Zeichen der Einheit und der Solidarität.
Ein Impuls von Hirten, dem die Herden folgen sollten.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Hab 1, 2-3; 2, 2-4

Der Gerechte bleibt wegen seiner Treue am leben

Wie lange, Herr, soll ich noch rufen, und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht. Warum lässt du mich die Macht des Bösen erleben und siehst der Unterdrückung zu? Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit. Der Herr gab mir Antwort und sagte: Schreib nieder, was du siehst, schreib es deutlich auf die Tafeln, damit man es mühelos lesen kann. Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt, es kommt und bleibt nicht aus. Sieh her: Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben.

 

Zweite Lesung:   2 Tim 1, 6-8.13-14

Schäme dich nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen

Mein Sohn!
Ich rufe dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen; schäme dich auch meiner nicht, der ich seinetwegen im Gefängnis bin, sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft: Halte dich an die gesunde Lehre, die du von mir gehört hast; nimm sie dir zum Vorbild, und bleibe beim Glauben und bei der Liebe, die uns in Christus Jesus geschenkt ist. Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt.

 

Evangelium:   Lk 17, 5-10

Wäre euer Glaube auch nur so groß wie ein Senfkorn!

In jener Zeit baten die Apostel den Herrn: Stärke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen. Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

 

Gedanken zum Sonntag

Information

Gelöscht

der glaube. ein schwieriger begleiter.

Auf Wunsch der Autorin wurde dieser Text gelöscht.

 

Information

Ab 2017 gibt es eine neue verbindliche katholische Bibelübersetzung
Sie kommt Juden entgegen und kennt erstmals eine Apostelin Junia

Die Katholiken im gesamten deutschen Sprachraum erhalten eine neue, moderne Bibelübersetzung. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) präsentierte am 20. September in Fulda nach jahrelanger wissenschaftlicher Vorarbeit eine Neufassung der sogenannten Einheitsübersetzung. Sie ist ab dem Jahr 2017 auch in Österreich die „verbindliche“ Bibelausgabe für Liturgie, Schule, Familie und Seelsorge.

Die neue katholische Einheitsübersetzung kommt an einem wichtigen Punkt der jüdischen Theologie und Frömmigkeit entgegen. Der hebräische Gottesname „Jahwe“, den Juden aus Gründen des Respekts weder aussprechen noch schreiben, wird in den neuen katholischen Bibeltexten nicht mehr vorkommen.

HERR statt Jahwe
Wie der langjährige Vorsitzende der Übersetzungskommission, der Erfurter Altbischof Joachim Wanke, am Dienstag in Fulda erläuterte, folgt die katholische Kirche damit einer überkonfessionellen Absprache. Sie wird bereits seit längerer Zeit auch in den neueren Lutherübersetzungen der evangelischen Landeskirchen angewandt. Während die katholische Einheitsübersetzung bisher den Gottesnamen „Jahwe“ an vielen Stellen des Alten Testaments ausschrieb, gebraucht die neue Fassung nun durchgängig die Bezeichnung „HERR“ oder „GOTT“ in Großbuchstaben.

 Aus Apostel Junias wird Junia
Laut dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Katholischen Bibelwerks, Michael Theobald, enthält die neue Übersetzung in fast jedem Absatz Änderungen. Dabei seien neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den frühesten Texten der Bibel eingearbeitet worden. So sei deutlich geworden, dass der Apostel Paulus nicht zwei Männer mit Namen Andronikus und Junias grüßen ließ und sie als Apostel bezeichnete, sondern das Ehepaar Andronikus und Junia. Auch heißt es künftig „Brüder und Schwestern“ statt „Brüder“ bei der Anrede von Adressaten neutestamentlicher Briefe.

„Machttaten“ statt „Wunder“
Der Bibelwissenschaftler betonte, es seien auch offensichtliche Übersetzungsfehler früherer Bibel-Fassungen beseitigt worden. So sei beispielsweise Paulus in der bisherigen Übersetzung der Begriff der „Verwerfung“ der nicht an Jesus glaubenden Juden in den Mund gelegt worden. Jetzt sei korrekter von ihrer „Zurückweisung“ die Rede. Das schließe „eben nicht ihre endgültige Verwerfung ein“. Die Verwendung von  „Machttaten“ z.B. für Jesu zeichenhafte Heilungen solle verhindern, „dass ein modernes Wunder-Verständnis in die Texte zurückprojiziert“ wird, sagte Theobald.

Volkssprache seit 794
Wieviel Treue gegenüber den Ur-Texten ist nötig, wieviel Anpassung an Alltagssprache ist möglich? Schon die frühesten Bibeltexte in Hebräisch, Griechisch und Latein erlauben unterschiedliche Interpretationen. Die Geschichte der Bibelübersetzung ins Deutsche beginnt im 8. Jahrhundert: Mönche wollten die biblische Botschaft in der Sprache oder den Dialekten der Germanen weitergeben. Ob die Volkssprache überhaupt für Religiöses genutzt werden durfte, war umstritten. Die Frankfurter Synode im Jahr 794 entschied, dass man Gott nicht nur in den geheiligten Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein anbeten dürfe.

„Wahres Ziel der IS-Terroristen sind die gemäßigten Muslime“

Im Vorfeld der derzeit in Erbil tagenden Synode der chaldäisch-katholischen Kirche hat Patriarch Louis Raphael Sako ausführlich zur im August erschienenen Ausgabe des Magazins „Dabiq“ der IS-Terrormiliz Stellung genommen, in der das Christentum im allgemeinen sowie alle dialogbereiten Muslime attackiert und Papst Franziskus mit der Ermordung bedroht wird.

Für den chaldäischen Patriarchen steht dahinter der Versuch, Druck auf die internationale Gemeinschaft auszuüben. Die Propaganda-Strategie der Terroristen bediene sich der Gestalt des Papstes, um sich Gehör zu verschaffen.
Der Papst sei aber nicht das „wahre Ziel“ der Attacken, das seien vielmehr die Repräsentanten des offiziellen gemäßigten Islam wie Großimam al-Tayyeb. Die Drohungen der Dschihadisten seien eine der Ursachen, warum islamische Autoritäten Angst hätten, sich offen gegen die IS-Terroristen und deren verbrecherische Taten auszusprechen.

Angriff auf Großimam
Die Hasstiraden gegen den Papst werden auch mit seinen Dialoginitiativen in Richtung der gemäßigten Muslime begründet, unter anderem. durch ein Bild, das den Papst im Gespräch mit dem Großimam der Al-Azhar, Ahmad M. al-Tayyeb, zeigt. Der Großimam wird in diesem Zusammenhang als „Apostat“ bezeichnet, weil er das Christentum eine „Religion des Friedens“ genannt habe.
„Die Terroristen wollen den Westen erschrecken, indem sie die Gestalt des Papstes benützen“, sagte der chaldäisch-katholische Patriarch im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews“:

Für den chaldäischen Patriarchen steht dahinter der Versuch, Druck auf die internationale Gemeinschaft auszuüben. Die Propaganda-Strategie der Terroristen bediene sich der Gestalt des Papstes, um sich Gehör zu verschaffen.
Der Papst sei aber nicht das „wahre Ziel“ der Attacken, das seien vielmehr die Repräsentanten des offiziellen gemäßigten Islam wie Großimam al-Tayyeb. Die Drohungen der Dschihadisten seien eine der Ursachen, warum islamische Autoritäten Angst hätten, sich offen gegen die IS-Terroristen und deren verbrecherische Taten auszusprechen.

Angriff auf Großimam
Die Hasstiraden gegen den Papst werden auch mit seinen Dialoginitiativen in Richtung der gemäßigten Muslime begründet, unter anderem. durch ein Bild, das den Papst im Gespräch mit dem Großimam der Al-Azhar, Ahmad M. al-Tayyeb, zeigt. Der Großimam wird in diesem Zusammenhang als „Apostat“ bezeichnet, weil er das Christentum eine „Religion des Friedens“ genannt habe.
„Die Terroristen wollen den Westen erschrecken, indem sie die Gestalt des Papstes benützen“, sagte der chaldäisch-katholische Patriarch im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews“.

papst-tayyeb
 „Dabiq“ droht dem Papst und dem Großimam von Kairo.

„Die Dschihadisten machen keinen Unterschied zwischen dem laizistischen Staat und der christlichen Religion, weil es für sie keinen Unterschied zwischen Politik und Religion gibt. Sie träumen von einer theokratischen Nation auf der Basis des Islam und sie machen einen Grundfehler: Sie meinen, dass auch die Christen mit dem Vatikan einen theokratischen Staat hätten.“
„Die Dschihadisten machen keinen Unterschied zwischen dem laizistischen Staat und der christlichen Religion, weil es für sie keinen Unterschied zwischen Politik und Religion gibt. Sie träumen von einer theokratischen Nation auf der Basis des Islam und sie machen einen Grundfehler: Sie meinen, dass auch die Christen mit dem Vatikan einen theokratischen Staat hätten.“

Friedensappell der Weltreligionen in Assisi

Mit einem „Nein zum Krieg“ haben Vertreter aller Weltreligionen am 20. September ein dreitägiges Friedenstreffen in Assisi beendet.

In einem gemeinsamen Appell erteilten sie jeder Rechtfertigung von Krieg und Terrorismus im Namen der Religion eine Absage und bekannten sich zum Dialog. Zugleich riefen die geistlichen Oberhäupter die Regierenden auf, Konfliktursachen wie Machtgier und Waffenhandel, aber auch Armut und Ungleichheit zu beseitigen.

papst-assisi
Papst Franziskus begrüßt jeden der Teilnehmer des Assisi-Treffens persönlich mit Handschlag.
Foto: L‘Osservatore Romano.

Den Appell verabschiedeten Papst Franziskus und der Ökumenische Patriarch Bartholomäus I. gemeinsam mit dem  syrisch-orthodoxen Patriarchen Aphrem II. von Antiochien, dem Anglikaner-Primas Justin Welby, dem Rabbiner David Brodman aus Israel, dem Vizerektor der sunnitischen Al-Azhar-Universität in Kairo, Abbas Shuman, dem buddhistischen Patriarchen Koei Morikawa und anderen.
Vor der feierlichen Verlesung gedachten die Religionsführer schweigend der Opfer des Kriegs und des Terrorismus. Anschließend wurde der Appell von den geistlichen Oberhäuptern an Kinder übergeben, die das Dokument zu Vertretern der einzelnen Staaten bringen sollten. Mit Umarmungen für die Vertreter zahlreicher Religionen hatte Papst Franziskus den Höhepunkt des Friedenstreffens von Assisi begonnen.
Die Religionsvertreter aßen anschließend im Refektorium des mittelalterlichen Klosters gemeinsam zu Mittag, begleitet auch von Flüchtlingen aus Asien und Afrika. Unter den Flüchtlingen waren zwei Palästinenser, drei Syrer und zwei Armenier, die im Februar im Rahmen eines von den Kirchen initiierten humanitären Korridors nach Italien gekommen waren.
Auch zwei vor der Terrorgruppe Boko Haram geflohene Nigerianerinnen, eine Eritreerin und ein Bootsflüchtling aus Mali waren anwesend.

Mit einwöchigen Kursen informiert  die Diözese St. Pölten alle ihre Priester umfassend über den Islam

Die Diözese St. Pölten bringt das Großthema Islam ihren Priestern nahe. Im Rahmen der September-Priesterfortbildungswoche sind alle Priester innerhalb der nächsten vier Jahre zur Teilnahme verpflichtet.

„Das Thema wird immer wichtiger und dringlicher“, erklärt Weihbischof Anton Leichtfried, zuständig für die Weiterbildung von Priestern der Diözese St. Pölten. Mit hochkarätigen Referenten habe man sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit dem Islam beschäftigt. Es sei der Versuch, diese Religion aus verschiedenen Sichtweisen zu betrachten. Nach einem Grundkurs über das Basiswissen zum Islam wurde die politische Situation im Nahen Osten und in Nordafrika näher erläutert. Weiters sprach der Ludwigsburger Religionsphilosoph Jameleddine Ben Abdeljelil über den „Islam von innen“.

priesterfortbildungswoche
Priesterfortbildungswoche in der Diözese St. Pölten mit Weihbischof Anton Leichtfried.
Foto: Wolfgang Zarl.

Auch heikle Themen wie die Konversion von Muslimen zum Christentum wurden besprochen. Wobei Weihbischof Anton Leichtfried darauf hinwies, dass Taufen erst nach einem einjährigen Katechumenat möglich sind. Auch das Verhältnis Islam und Christentum am Beispiel der Landeshauptstadt St. Pölten war ein Aspekt, etwa anhand der Fragen „Wo gibt es Moscheen und Gebetsstätten?“ Abschließend wurden diese Inhalte mit Blick auf den eigenen christlichen Glauben reflektiert.
Weihbischof Leichtfried stellte fest, es sei unter den Priestern ein großes Bedürfnis nach mehr Wissen über den Islam und seine verschiedenen Strömungen unter den Geistlichen da. Priester aus verschiedenen Kontinenten erzählten von ihren Erfahrungen: vom friedlichen und guten Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen in Uganda bis hin zur ständigen Bedrohung durch die Terrormiliz Boko Haram in Nigeria. Auch hierzulande brauche es immer mehr Informationen, da die Zusammenarbeit und Begegnung der Religionen schon in vielen Bereichen im Gange sei: in der Schule, in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz.
Neben dem Ludwigsburger Religionsphilosophen Jameleddine Ben Abdeljelil referierten der Grazer Professor Karl Prenner, „Die Presse“-Journalist und Orient-Experte Wieland Schneider, Johann Bruckner, Fachmann für Weltreligionen in Niederösterreich, Pater Josef Herget oder der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück.