Inhalt der gedruckten Ausgabe 39/2016

Leitartikel

Pfarrer als Bauernopfer

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Veronika Kobli
Kindergartenpädagogin
Mautern, NÖ

Information

Kardinal Schönborn warnt vor „islamischer Eroberung“

Ungeschminkte Aussagen des Wiener Erzbischofs über Europa und den Islam haben jetzt für Aufsehen gesorgt. Anlass war die „Maria-Namen-Feier“ der „Rosenkranz-Sühnekreuzzug-Gebetsgemeinschaft“ im Wiener Stephansdom, die seit Jahrzehnten eines der größten Glaubensfeste Österreichs ist.

Auch Kardinal Müller sieht „Umschichten“ von Priestern skeptisch

Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller sieht den Einsatz ausländischer Priester in der Seelsorge kritisch.

4000 kirchliche EZA-Projekte mit 102 Millionen Euro für Arme

Im Jahr 2015 wurden 3.985 kirchliche Hilfsprojekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) in insgesamt 136 Ländern mit einem Gesamtvolumen von 102 Millionen Euro gefördert. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten Jahresbericht der Koordinierungsstelle (KOO) der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission hervor.

Norditalienische „Lega Nord“ macht Stimmung gegen Franziskus

Die rechtspopulistische „Lega Nord“, Regierungspartei in den norditalienischen Regionen Lombardei und Venetien, polemisiert gegen Papst Franziskus.

Tausende bei „Fest der Begegnung“

Tausende Menschen besuchten am 10. September in St. Pölten das „Fest der Begegnung“. Damit wollten die Veranstalter von der Betriebsseelsorge Traisental und ihre Partner unter dem Motto „Gemeinsame Heimat“ zu einem besseren Verständnis und dem Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen und Religionen beitragen.

Abtprimas Wolf ist nach 16 Jahren abgetreten
Er will mehr Dialog mit Islam und flexiblere Klöster

Der scheidende Abtprimas der Benediktiner hat sich für eine Verstärkung des Dialogs mit Muslimen ausgesprochen. Zum interreligiösen Austausch könne noch mehr getan werden, sagte Notker Wolf in einem „Kathpress“-Interview.

Gregory Polan neuer Abtprimas der Benediktiner
Der US-Abt ist Bibelwissenschafter und Komponist

Rund 250 Äbte wählten am 10. September Abt Gregory Polan zum neuen Abtprimas des Benediktinerordens. Notker Wolf (76) hatte nach 16 Jahren sein Amt an der Spitze des Ordens niedergelegt.

Tausende Südsee-Insulaner beteten für Klimaschutz

In 22 Ländern im Südpazifik haben Menschen aller Religionen an der Klimaschutzkampagne „Beten für unseren Pazifik“ teilgenommen.

Ungarischer Minister: Hilfe für Christen „historische Pflicht“

Der ungarische Minister für Humanressourcen und Pastor der Evangelisch-Reformierten Kirche, Zoltan Balog, sieht Europa in einer besonderen Fürsorgepflicht für verfolgte Christen.

Arabische Emirate erleichtern Einreise für Vatikan-Vertreter

Die Vereinigten Arabischen Emirate erleichtern die Einreise von Kardinälen und Erzbischöfen aus dem Vatikan. Künftig können Mitarbeiter des Heiligen Stuhls mit Diplomatenpass ungehindert in das arabische Land reisen.

Staatssekretärin Duzdar bricht Lanze für Religionsunterricht

Die auch für die Religionsgemeinschaften in Österreich zuständige Staatssekretärin Muna Duzdar findet es „grundsätzlich gut, dass wir konfessionellen Religionsunterricht im öffentlichen Schulsystem haben“.

Bei „Mischehen“ gilt fortan Kirchenrecht der katholischen Ostkirchen

Als Reaktion auf die wachsende Migration von Katholiken aus dem Nahen Osten hat der Vatikan das Kirchenrecht der römischen-katholischen Kirche an das Gesetzbuch der katholischen Ostkirchen angepasst.

Benedikt XVI. ein Fan von Johannes XXIII.

Nach der Veröffentlichung des jüngsten Interviewbuchs „Letzte Gespräche“ mit Papst Benedikt XVI. hat Autor Peter Seewald noch immer „unzählige Fragen“ an das emeritierte Kirchenoberhaupt.

Katholiken in Mittelamerika verlieren weiter an Evangelikale

Die katholische Kirche in Mittelamerika verliert weiter an Boden. So sei die Zahl der Katholiken in Nicaragua zwischen 1995 und 2013 von 77 Prozent auf 47 Prozent eingebrochen, zitierten salvadorianische Medien am Sonntag (Ortszeit) aus einer Studie des Spanischen Instituts für Strategische Studien (IEEE).

Papst will Abwägung bei wiederverheirateten Geschiedenen

Papst Franziskus hat den Sakramentenempfang für wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen verteidigt, zugleich aber eine zu liberale Praxis abgelehnt.

Waidhofner „Bischof der Armen“: Hilfe macht glaubwürdig

Er wollte immer für die Armen da sein und habe immer das Gefühl gehabt, dass Gott hinter ihm stehe. Und er sei auch deshalb glaubwürdig gewesen, weil er durch die Unterstützung aus Österreich konkret habe helfen können. Das erklärte der seit kurzem emeritierte austro-brasilianische Bischof Alfredo Schäffler (75) bei seinem Besuch in der Heimat in Waidhofen/Ybbs.

43 Caritas-Lerncafes in Österreich

Österreichweit gibt es bereits 43 Caritas-Lerncafes, in denen ein kostenloses Lern- und Nachmittagsbetreuungsangebot für unterstützungsbedürftige Schülerinnen und Schüler angeboten wird.

Papst sprach ermordeten Priester Hamel formlos „selig“

Papst Franziskus hat den von Islamisten ermordeten französischen Priester Jacques Hamel als Märtyrer gewürdigt. In einer Messe mit Pilgern der Erzdiözese Rouen am Mittwoch sagte er, Hamel stehe in einer Reihe mit den Glaubenszeugen der ersten Jahrhunderte.

Leitartikel

Pfarrer als Bauernopfer

Man muss nicht viel erinnern, was im Vorjahr geschah. Flüchtlinge in großer Zahl. Ratlose Regierende in Deutschland und Österreich sprachen von Willkommen und ließen Hunderttausende ohne jegliche Kontrolle in und durch ihre Länder. Unzählige wurden mit staatlicher Hilfe durch Österreich nach Deutschland, aber auch durch Deutschland nach Skandinavien geschleust.
Die Folgen sind bekannt: Rechtsruck. Führende Politiker werden bei Wahlen „abgestraft“, vor Gericht hatte sich wegen Nichtbefolgung eigener Gesetze noch keiner zu verantworten.
Und jetzt das: Das Amtsgericht Passau hat einen katholischen Priester aus Oberösterreich wegen Schleuserei von Flüchtlingen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der 71-jährige Pfarrer  Karl Burgstaller hatte – wie viele andere auch – in christlicher Nächstenliebe  im Grenzgebiet zu Bayern erschöpften Flüchtlingen geholfen. Als er in der Nacht vom 16. auf 17. September auf der Straße von Kopfing nach Engelhartszell drei Männer und eine Frau aus Syrien sah, sei er erst weiter gefahren. Dann hätte sich sein Gewissen gerührt, so dass er das Quartett mit dem Auto bis zur Grenze mitgenommen habe. Dort gab es keine Kontrollen, so brachte er sie nach Passau, wo ihn ein Polizist festnahm.
Das berichteten die „Oberösterreichischen Nachrichten“. Jedoch nicht darüber, dass  Regierungen oder Bischöfe gegen diesen Skandal protestiert hätten. Pfarrer als Bauernopfer.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Am 6, 1a.4-7

Weh den Sorglosen; das Fest der Faulenzer ist nun vorbei

Weh den Sorglosen auf dem Zion und den Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria. Ihr liegt auf Betten aus Elfenbein und faulenzt auf euren Polstern. Zum Essen holt ihr euch Lämmer aus der Herde und Mastkälber aus dem Stall. Ihr grölt zum Klang der Harfe, ihr wollt Lieder erfinden wie David. Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen, ihr salbt euch mit dem feinsten Öl und sorgt euch nicht über den Untergang Josefs. Darum müssen sie jetzt in die Verbannung, allen Verbannten voran. Das Fest der Faulenzer ist nun vorbei.

 

Zweite Lesung:   1 Tim 6, 11-16

Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi

Du aber, ein Mann Gottes, flieh vor all dem. Strebe unermüdlich nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast. Ich gebiete dir bei Gott, von dem alles Leben kommt, und bei Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat und als Zeuge dafür eingetreten ist: Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn, das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, der König der Könige und Herr der Herren, der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.

 

Evangelium:   Lk 16, 19-31

Lazarus wird jetzt getröstet, du aber musst leiden

In jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

 

Gedanken zum Sonntag

Veronika Kobli
Kindergartenpädagogin
Mautern, NÖ

Investition in die Ewigkeit

In unserer Zeit haben viele Menschen mehr als sie brauchen. Alle Wünsche können erfüllt werden. Es gibt aber auch Unzählige, die nicht im Wohlstand leben. Sie kämpfen jeden Tag ums „Überleben“. Wir müssen nicht unbedingt an Umweltkatastrophen und Kriege denken, bei denen Tausende leiden und sterben. Auch in nächster Umgebung gibt es Kranke, Arbeitslose und Einsame. Zahlreiche Möglichkeiten gibt es, diesen Bedürftigen zu helfen.
Viele Familien müssen mit jedem Cent sparsamst umgehen. Nach aussen hin merkt es niemand und die Betroffenen wollen das auch nicht zeigen. Um ihnen zu helfen und sie nicht als Bittsteller abzustempeln, sollte man diplomatisch vorgehen. Kleine Hilfen durch Rat und Tat, nachbarliche Sachspenden z.B. sollte man sofort geben, nicht morgen oder übermorgen. Es könnte etwas dazwischen kommen und wir kommen nicht mehr dazu. Das könnte in unserem Kopf und in unserem Herzen zu großen Problemen führen.
Jesus zeigt den Weg vor, der für alle möglich ist. Wer hilft, teilt, etwas gibt und sei es noch so klein, investiert in die Ewigkeit. Dieses Evangelium nach Lukas wirkt für mich etwas streng. Ich glaube aber, vorsichtig ausgedrückt, dass jemand, der all diese positiven Handlungen nicht erfüllt, nicht diesen großen Qualen ausgesetzt werden muss. Das würde ein liebender Gott doch nicht wollen. Versäumen wir es also nicht, Gutes zu tun und in jedem Menschen den Nächsten zu sehen. Dann haben wir es in der Ewigkeit – so es eine gibt – vielleicht etwas leichter.

 

Information

Kardinal Schönborn warnt vor „islamischer Eroberung“

Ungeschminkte Aussagen des Wiener Erzbischofs über Europa und den Islam haben jetzt für Aufsehen gesorgt. Anlass war die „Maria-Namen-Feier“ der „Rosenkranz-Sühnekreuzzug-Gebetsgemeinschaft“ im Wiener Stephansdom, die seit Jahrzehnten eines der größten Glaubensfeste Österreichs ist.

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Kardinal Christoph Schönborn
bei seiner Predigt bei der Maria-Namen-Feier 2016.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

„Vor 333 Jahren ist Wien gerettet worden“, sagte Kardinal Schönborn am 11. September in seiner Predigt. „Wird es jetzt einen dritten Versuch einer islamischen Eroberung Europas geben?
Viele Muslime denken und wünschen sich das und sagen: Dieses Europa ist am Ende.“ Der Kontinent habe sein christliches Erbe verschleudert wie der Verlorene Sohn das Vermögen seines Vaters. Nun fehle es „hinten und vorne“ an geistlichem Rüstzeug. Schönborn schloss mit der Bitte an Gott: „Hab Erbarmen mit deinem Volk, mit Europa, das daran ist, Dein christliches Erbe zu verspielen!“

Türkenjahr 1083
„Maria Namen“ geht auf Papst Innozenz XI. (1676-1689) zurück. Er führte im 17. Jahrhundert den 12. September als Tag des Dankgebets für die gesamte katholische Kirche ein.
Das Fest erinnert an den Sieg über die Türken am 12. September 1683 – ein Sieg, der nicht nur die belagerte Hauptstadt des Habsburgerreichs, sondern vermutlich weite Teile Europas vor der Islamisierung bewahrte.

Starkes Echo
Selbst internationale Medien berichteten über die Predigt. Auf Facebook wurde sie vielfachgeteilt und kommentiert, meist mit dem Tenor, der Kardinal habe die Bedrohung deutlich benannt.
Endlich rede ein hoher katholischer Würdenträger Klartext, schrieben manche. Aber es gibt auch Stimmen, die Schönborn vorwerfen, er liefere den Rechtspopulisten Futter.

Klarstellung des Kardinals
Am 13. September sah sich Schönborn auf seiner Facebook-Seite zu einer Klarstellung genötigt.
Seine Predigt, die er frei gehalten hatte, sei „nicht als Aufruf zur Abwehr von Flüchtlingen“ zu verstehen: „Die Chance auf eine christliche Erneuerung Europas liegt bei uns: wenn wir uns auf Christus besinnen, sein Evangelium verbreiten und mit unseren Mitmenschen, auch den Fremden, so umgehen, wie er es uns ans Herz legt – in Liebe und Verantwortung.“

Ängste getroffen
Dass Kardinal Schönborn an einem solchen Datum im Stephansdom, dessen Turm während der türkischen Belagerung als Ausguck auf die türkischen Stellungen diente, vor einer „islamischen Eroberung“ warnte, dürfte aber kein Zufall und in seinem Konfrontationsgehalt ganz wörtlich zu verstehen sein. Selbst Radio Vatikan titelte: „Kardinal stellt Frage nach islamischer Unterwanderung Europas“.

Abendland niedertrampeln
Mit seinem Befund, dass viele Muslime genau dies anstrebten, scheint der Wiener Erzbischof zudem nicht falsch zu liegen. Kein Geringerer als der Imam der Jerusalemer Al-Aksa-Moschee, Scheich Muhammad Ayed, tönte 2015 mit Blick auf die Masseneinwanderung seiner Glaubensbrüder, das geburtenschwache Abendland sei schwach geworden. „Wir werden sie niedertrampeln, so Allah will.“ Und Islamführer wie ihn gibt es viele.
Umfragen legen nahe, dass Schönborn mit seiner Warnung die Ängste vieler Europäer getroffen hat. Das tat übrigens auch schon Papst Franziskus persönlich. Er sprach im März vor französischen Besuchern von einer „arabischen Invasion“.

Gregory Polan neuer Abtprimas der Benediktiner
Der US-Abt ist Bibelwissenschafter und Komponist

Rund 250 Äbte wählten am 10. September Abt Gregory Polan zum neuen Abtprimas des Benediktinerordens. Notker Wolf (76) hatte nach 16 Jahren sein Amt an der Spitze des Ordens niedergelegt.

Der Abtprimas ist oberster Repräsentant von weltweit rund 22.000 Benediktinerinnen und Benediktiner, einem der größten Orden der katholischen Kirche. Der im 6. Jahrhundert vom heiligen Benedikt gegründete Orden ist der älteste der katholischen Kirche.
Im deutschen Sprachraum sind die Benediktiner mit rund 1.500 Mönchen und Nonnen der mitgliederstärkste Orden. So gibt es in Österreich 17 und in Deutschland mehr als 50 Niederlassungen.

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Abtprimas Gregory Polan.

Der 66-jährige Polan ist seit 20 Jahren Abt der Benediktinerabtei Conception in Missouri, die 1873 vom Schweizer Kloster Engelberg gegründet worden ist. Er studierte in Chicago Musik und wurde1984 mit einer Arbeit über die Heilige Schrift zum Doktor promoviert.
Als Wissenschaftler arbeitete er zuletzt an der „New American Bible“. Polan ist talentierter Musiker; und hat zahlreiche Lieder komponiert.Von Conception gingen zwischen 1945 und 1956 drei Gründungen von Tochterklöstern aus.
Heute leben im Kloster rund 60 Mönche. Viele sind in mehreren Diözesen als Pfarrseelsorger tätig.
2002 ermordete ein Mann in der Abteikirche zwei Mönche und verwundete zwei weitere.

Bete und arbeite
Einen kleinen Triumph konnten die Benediktiner in diesem Jahr verbuchen: In seinem neuen Regelwerk für katholische Ordensfrauen erhob Papst Franziskus das benediktinische Motto „Bete und arbeite“ (Ora et labora) zur Richtschnur für alle Orden.Der kirchenpolitische Einfluss der Benediktiner ist seit dem Amtsantritt des ersten Jesuiten auf dem Stuhl Petri jedoch ebenso wie jener anderer Orden nicht größer geworden – siehe römische Kurie.

Staatssekretärin Duzdar bricht Lanze für Religionsunterricht

Die auch für die Religionsgemeinschaften in Österreich zuständige Staatssekretärin Muna Duzdar findet es „grundsätzlich gut, dass wir konfessionellen Religionsunterricht im öffentlichen Schulsystem haben“.

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Staatssekretärin Muna Duzdar.

Denn in anderen Ländern führe es zu Problemen, wenn Glaubensunterweisung in „Hinterzimmern“ durchgeführt wird, sagte die Tochter eines palästinensisch-muslimischen Elternhauses und vormalige Rechtsanwältin in einem Interview mit der Kooperationsredaktion österreichischer Kirchenzeitungen.
Zum Thema Ethikunterricht für jene, die nicht am schulischen Religionsunterricht teilnehmen, merkte Duzdar an, dass diese Frage zwar das Bildungsministerium betrifft, sie könne einem solchen Ethikunterricht „aber grundsätzlich viel Positives abgewinnen“. Sie sei „für jede Diskussion offen“, so die SPÖ-Politikerin.
Der Staat brauche ein partnerschaftliches Verhältnis mit den Religionsgemeinschaften, betonte das 38-jährige Regierungsmitglied. „Wenn wir neuen Entwicklungen gegenüberstehen, sind sie wichtige Bündnispartner.“

Waidhofner „Bischof der Armen“: Hilfe macht glaubwürdig

Er wollte immer für die Armen da sein und habe immer das Gefühl gehabt, dass Gott hinter ihm stehe. Und er sei auch deshalb glaubwürdig gewesen, weil er durch die Unterstützung aus Österreich konkret habe helfen können. Das erklärte der seit kurzem emeritierte austro-brasilianische Bischof Alfredo Schäffler (75) bei seinem Besuch in der Heimat in Waidhofen/Ybbs.

Der Bezug zur alten Heimat sei ihm immer wichtig gewesen, so Schäffler. Und umgekehrt: Unter der Leitung von Lucia und Franz Höblinger finden sich in der Pfarre Waidhofen/Ybbs regelmäßig zahlreiche Helfer ein, die die sozialen Projekte des Bischofs unterstützen. Das wisse er zu schätzen, betonte Schäffler: In den Pfarrstationen seiner Diözese werden täglich Hunderte Straßenkinder mit Essen versorgt – mit „Hilfe, die durch den Magen geht“.

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Bischof Alfredo Schäffler in seiner Heimatpfarre Waidhofen/Ybbs.
Foto: Wolfgang Zarl.

Tätige Nächstenliebe war dem Niederösterreicher seit jeher ein Anliegen.
So zog er vor mehr als 50 Jahren in die Fremde und ins Ungewisse, in der Überzeugung, ein Instrument Gottes sein zu können. Vieles habe Früchte getragen, etwa wenn die Menschen nun Jobs hätten, anstatt Drogen zu nehmen, berichtete Schäffler. Ihm sei es ein Bedürfnis gewesen, zu denen zu gehen, zu denen auch Jesus Christus gegangen sei: zu den Leidenden und zu jenen, die am Rand der Gesellschaft stehen.

Reichtum ist ungerecht verteilt
In diesem Zusammenhang kritisierte Schäffler Brasilien scharf: Das Land sei reich, aber ungerecht. So liege das Jahresdurchschnittseinkommen in seiner Diözese Parnaiba bei umgerechnet 800 Euro, in der Hauptstadt Brasilia dagegen bei 15.000 Euro. Als Besucher in den schlichten Lehmhütten der Armen erkenne man, wie die Realität der Menschen aussieht.

60.000 Kinder getauft
Schäffler wurde 1968, als 27-Jähriger, in der brasilianischen Diözese Picos zum Priester geweiht. Als Priester taufte er 60.000 Kinder und traute 7.000 Paare.
Hoch zu Ross war er einst als Seelsorger in einem Riesengebet wochenlang unterwegs, erzählte er.
Seine Diözese Parnaiba wurde 1944 gegründet; sie umfasst heute ein Gebiet von rund 20.800 Quadratkilometern.
Die rund 500.000 Katholiken werden von ca. 45  Priestern und 3.000 Katechisten betreut.