Inhalt der gedruckten Ausgabe 38/2016

Leitartikel

Si tacuisses…

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Veronika Kobli
Kindergartenpädagogin
Mautern, NÖ

Information

Antipäpstliche Opposition in römischer Kurie lässt die Piusbrüder auf Errichtung einer „Superdiözese“ hoffen

Den baldigen Abschluss der Verhandlungen zwischen dem Vatikan und der bislang von Rom getrennten Piusbruderschaft erwartet Bernard Fellay, der Leiter der lefebvristischen Gemeinschaft.

Benedikt XVI. bestätigt zentrale Rolle von Kardinal König bei der Wahl von Johannes Paul II. und kritisiert die Kirchensteuer

Das am Freitag erschienene Interviewbuch „Letzte Gespräche“ des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. wurde mit ausdrücklicher Genehmigung von Papst Franziskus veröffentlicht.

Kirchliche Hochschulen St. Pölten und Trumau kooperieren in Zukunft

Eine neue Partnerschaft haben die Philosophisch-Theologische Hochschule (PTH) St. Pölten und das Internationale Theologische Institut Trumau (ITI) bekanntgegeben.

Christlichen Schulen in Israel droht finanzieller Kollaps

Die christlichen Schulen in Israel befinden sich nach Ansicht des Lateinischen Patriarchats in einer „beispiellosen Krise“.

Zulehner erhielt schadhafte  Wahlkarte

„Dringenden Handlungsbedarf“ sieht der Wiener Theologe Paul Zulehner im Hinblick auf die anstehende Wiederholung der Bundespräsidentenstichwahl und die derzeitige Wahlkarten-Farce.

Häupl rettet „Omadienst“

Der „Omadienst“ des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien (KFVW) scheint gerettet.

 

Bolivien: Bischöfe warnen vor abtrünnigen Ex-Priestern

In Bolivien ist ein Streit zwischen der katholischen Bischofskonferenz und der sogenannten „Nationalen Katholischen Apostolischen Kirche Boliviens“ entbrannt.

Befreiungstheologe Jakob Mitterhöfer  80

Ein renommierter österreichischer Vertreter der Befreiungstheologie wird 80 Jahre alt: Jakob Mitterhöfer, Steyler Missionar in St. Gabriel, emeritierter Dogmatikprofessor an der dortigen Theologischen Hochschule, in Wien und Heiligenkreuz Hochschulprofessor für Missionstheologie und als langjähriger Generalsekretär der Päpstlichen Missionswerke in Österreich („Missio Austria“) enger Mitarbeiter des unvergessenen Wiener Weihbischofs Florian Kuntner (1933-1994), feierte seinen runden Geburtstag am Dienstag, 6. September.

Kirche kämpft mit Hirtenbriefen gegen Brutalität der Regierung

Zum zweiten Mal binnen vier Wochen hat die philippinische Bischofskonferenz in einem am 4. September in allen Kirchen verlesenen Hirtenbrief das Vorgehen der Regierung vor allem gegen die Drogenkriminalität kritisiert.

„Freiwilliges Ordensjahr“ gestartet

Analog zum „Freiwilligen Sozialen Jahr“ bieten Österreichs Ordensgemeinschaften ab September 2016 ein „Freiwilliges Ordensjahr“ an.

Jordanische Königin bewundert Papst Franziskus

Königin Rania von Jordanien ist ein Fan von Papst Franziskus. „Ich bewundere die Arbeit die Papst Franziskus getan hat und weiter tut, um die Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Religionen zu stärken“, sagte die muslimische Monarchin und Gattin von König Abdullah II. der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“.

Integrationspreis für Caritas-Mädchencafé „Peppa“

Mit dem „Spezialpreis Integration“ ist am 7. September das Caritas-Mädchencafé „Peppa“ in Wien-Ottakring ausgezeichnet worden.

Familienministerin: „Die Ehe soll Heterosexuellen vorbehalten sein“

Familienministerin Sophie Karmasin hat sich gegen die „Homo-Ehe“ ausgesprochen.

Weniger Delikte gegen Kirchen, Friedhöfe und religiöse Gebäude

Die Delikte gegen Kirchen, Friedhöfe und religiöse Gebäude wie Moscheen und Bethäuser sind in Österreich seit 2013 deutlich zurückgegangen. Das legt die aktuelle Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage zu diesem Thema dar.

Australien: Millionenerbe von Bischof geht an Missbrauchsopfer

Das Millionenvermögen eines Bischofs, der im Zentrum des Missbrauchskandals in der australischen Diözese Ballarat stand, soll Missbrauchsopfern zugutekommen.

Papst: Bischöfe sollen in ethnischen Konflikten vermitteln

Papst Franziskus hat Bischöfe aus Afrika und Asien aufgerufen, in ethnischen Konflikten zu vermitteln.

Salzburg: Neustart im Kloster Hilariberg

In der Erzdiözese Salzburg siedelt sich eine neue Ordensgemeinschaft an: Mit 1. September, zogen die „Brüder Samariter der Flamme der Liebe des Unbefleckten Herzens Mariens“ (samFLUHM) offiziell ins Kloster Hilariberg ein, wie die Erzdiözese in einer Aussendung bekannt gab. Das Kloster soll damit neu belebt werden. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner feierte aus Anlass des Neustarts im Kloster einen Gottesdienst.

„Aufrunder bewirken Wunder“

„Aufrunder bewirken Wunder“: Mit diesen Worten hat die Caritas ihren Spenderinnen und Spendern anlässlich eines Jubiläums gedankt.

Österreichische Missionarin widmete ein halbes Jahrhundert den Indianern

„Venezuela ist nicht mehr das reiche Land, jetzt ist es anders.“ Mit diesen Worten endete einer der letzten Briefe, den Sr. Maria Wachtler heuer an Jugend Eine Welt geschrieben hat. Nun kann sie über das Leben „ihrer“ Yanomami nicht mehr berichten: Die österreichische Don Bosco Schwester ist am 5. September im Alter von 81 Jahren in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, gestorben – in jenem Land, in dem sie 51 Jahre gelebt und gewirkt hat.

„Mutter Teresa zog mich aus dem Müll heraus“

Papst Franziskus hat am 4. September die Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa, die durch ihren Einsatz in den Slums von Kalkutta bekannt wurde, zum verehrungswürdigen Vorbild für Katholiken erklärt. Zu der festlichen Zeremonie versammelten sich mehr als 100.000 Menschen. 13 Staats- und Regierungschefs waren angereist, unter ihnen Indiens Ministerpräsident Narendra Modi.

Leitartikel

Si tacuisses…

Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio hat Ivan Jurkovic, Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, ein „inklusiveres Olympia“ gefordert. Frauen, Kinder sowie Menschen mit Behinderung müssten stärker einbezogen werden, sagte er bei einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrates.
Nach dem Erdbeben in Mittelitalien hat der zuvor in Techniker-Kreisen wenig Aufmerksamkeit erlangte Kurienkardinal Peter Turkson zur „Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien beim Wiederaufbau“ gemahnt.
Jetzt hat sich der Papstberater und honduranische Kardinal Oscar Maradiaga besorgt über den US-Wahlkampf geäußert. Die Welt benötige „großartige Führerschaft“, die derzeitigen Kandidaten brächten diese Qualitäten nicht mit. Gewiss, viele in den USA denken über Trump und Clinton ähnlich, doch soll sich ein landfremder Kardinal so einmischen? Will er selbst kandidieren?
Die Männer im heutigen Rom glauben, sich dank der nur ihrem Geschlecht vorbehaltenen Weihe zu allem und jedem äußern zu müssen.
Im alten Rom gab es das Sprichwort: Si tacuisses, philosophus mansisses – Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben. Nicht Philosoph, sondern Kirchenverantwortlicher bleiben. Mehr Schweigen über das Versagen in der Welt, mehr Handeln im eigenen Bereich.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Am 8, 4-7

Hört dieses Wort, die ihr sagt: „Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen“

Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt. Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld. Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.

 

Zweite Lesung:   1 Tim 2, 1-8

Ich fordere auf zu Bitten und Gebeten für alle Menschen, denn Gott will, dass alle gerettet werden

Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit, als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde – ich sage die Wahrheit und lüge nicht -, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit. Ich will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit.

 

Evangelium:   Lk 16, 1-13

Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon

In jener Zeit sagte Jesus zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch – ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib „fünfzig“. Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib „achtzig“. Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.
Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

 

Gedanken zum Sonntag

Veronika Kobli
Kindergartenpädagogin
Mautern, NÖ

Gier nach Geld oder Sehnsucht nach der Wahrheit

Wichtig im Leben ist, ganz egal in welcher Situation man sich befindet, immer bei der Wahrheit zu bleiben. Auch wenn man von einem Menschen, den man gut kennt, weiss, dass er auf unehrliche Weise zu seinem Vermögen gekommen ist. Wenn man weiss, dass der „Chef“ korrupt ist, sollte man ihn darauf ansprechen und gegebenenfalls den Arbeitsplatz wechseln. Oft ist das äusserst schwierig und meistens bleibt der Wahrheitsliebende auf der Strecke. Wer aber nicht handelt und schweigt, glaube ich, macht sich mitschuldig.
Einen Versuch ist es wert, auch wenn großer Mut dazu gehört.
Freunde macht man sich damit selten. Es bewirkt aber sicher, dass der unehrlich Handelnde beginnt nachzudenken, ob alles richtig ist, was er macht.
Meine Mitmenschen müssen das Gefühl haben, dass ich meine Aufgaben pflichtgetreu erfülle, auch wenn mich niemand kontrolliert. Diese Zuverlässigkeit wird anerkannt.
Gott sei Dank gibt es noch Personen, die ihre Glaubwürdigkeit nicht durch schriftliche Verträge fixieren müssen. Das von ihnen Zugesicherte hat noch „Handschlagqualität“. Glücklich kann der sein, der solche Freunde hat.
Die Entscheidung zwischen der Gier nach Geld und Reichtum einerseits und der Sehnsucht nach der Wahrheit Gottes andererseits muss jeder selber treffen.

 

Information

Antipäpstliche Opposition in römischer Kurie lässt die Piusbrüder auf Errichtung einer „Superdiözese“ hoffen

Den baldigen Abschluss der Verhandlungen zwischen dem Vatikan und der bislang von Rom getrennten Piusbruderschaft erwartet Bernard Fellay, der Leiter der lefebvristischen Gemeinschaft.

Indem der Heilige Stuhl der Gruppierung im Juli den Status einer Personalprälatur innerhalb der Kirche in Aussicht gestellt habe, sei die Entstehung von „so etwas wie eine Superdiözese, die von den Ortsbischöfen unabhängig ist“, zu erwarten, sagte Fellay laut einem Bericht des Portals katholisch.de bei einem Vortrag in Neuseeland.
Obwohl die Bruderschaft auf ihren Bedingungen beharre, komme der Vatikan der Bruderschaft entgegen, so Fellay. Er führe dies auf „Widerstand innerhalb der Kurie gegen den Kurs von Papst Franziskus“ zurück.

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Bischof Bernard Fellay.

„Noch vor zwei bis drei Jahren waren wir die einzigen, die gesagt haben, dass das falsch ist. Jetzt haben wir das Monopol auf solche Angriffe verloren“, erklärte Fellay. Manche Menschen hätten „noch ein Gewissen“ und seien „entsetzt davon, was in der Kirche geschieht“.
Bei einer Anerkennung der Bruderschaft wären allerdings „viele Konflikte“ mit den Ortsbischöfen absehbar, weshalb ein „umsichtiges“ Vorgehen nötig sei, meinte Fellay.
Auch der für die Verhandlungen mit der Bruderschaft zuständige Kurienerzbischof Guido Pozzo sah zuletzt eine Annäherung zwischen den Piusbrüdern und dem Vatikan. Er verwies dabei auf eine abgestufte Verbindlichkeit der Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils. Namentlich dessen Aussagen über interreligiösen Dialog, Ökumene und Religionsfreiheit – jene, denen die Piusbruderschaft kritisch gegenübersteht – haben Pozzo zufolge einen geringeren Grad an Verbindlichkeit.

Benedikt XVI. bestätigt zentrale Rolle von Kardinal König bei der Wahl von Johannes Paul II. und kritisiert die Kirchensteuer

Das am Freitag erschienene Interviewbuch „Letzte Gespräche“ des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. wurde mit ausdrücklicher Genehmigung von Papst Franziskus veröffentlicht.

Wie der Buchautor Peter Seewald der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur KNA sagte, bestand Benedikt auf einer Zustimmung des amtierenden Papstes, bevor er selbst die Veröffentlichung freigab. Diese Zustimmung habe Franziskus ohne weitere Auflagen gegeben.
In dem Buch bestätigt Benedikt XVI. die zentrale Rolle von Kardinal Franz König bei der Wahl Karol Wojtylas zum Papst vorsichtig. Die deutschsprachigen Teilnehmer am Konklave hätten die Wahl Wojtylas unterstützt. Sie hätten „miteinander gesprochen, aber ohne Verabredungen“, schildert Benedikt XVI., der 1978 als frischgebackener Münchner Erzbischof und Kardinal an der Papstwahl teilgenommen hatte. „Ich kann nur sagen, König hat außerhalb des Konklaves zu verschiedenen Kardinälen gesprochen. Was drinnen war, bleibt weiterhin geheim.“
Er selbst habe keinen Anteil an der Wahl Johannes Pauls II., so der zurückgetretene Papst. Er sei einer der jüngsten Kardinäle im Konklave gewesen und habe sich „nicht angemaßt, da irgendwie eine Rolle spielen zu wollen.“

Anerkennung für seinen Nachfolger
Worüber noch über Benedikt XVI. im neuen Buch zu lesen ist:
*In der Studienzeit war er einst schwer verliebt.
*Sein spiritueller Lieblingsort ist Altötting.
*Seine Kritik am „etablierten und hochbezahlten Katholizismus“ Deutschlands.
* Seine Kritik an der deutschen Praxis der Kirchensteuer. Die automatische Exkommunikation derer, die sie nicht zahlten, ist seiner Ansicht nach nicht haltbar.
* Über seinen Nachfolger Franziskus: „Eine neue Frische in der Kirche, eine neue Fröhlichkeit, ein neues Charisma, das die Menschen anspricht, das ist schon etwas Schönes.“

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„Benedikt XVI, Letzte Gespräche
mit Peter Seewald“, Verlag Droemer Knaur,
288 S., € 19,99.

Integrationspreis für Caritas-Mädchencafé „Peppa“

Mit dem „Spezialpreis Integration“ ist am 7. September das Caritas-Mädchencafé „Peppa“ in Wien-Ottakring ausgezeichnet worden.

In insgesamt fünf Kategorien prämierte das Außenministerium im Wiener „Porgy & Bess“ vielversprechende interreligiöse und interkulturelle Projekte mit dem „Intercultural Achievement Award“. Der mit insgesamt 39.000 Euro dotierte Preis wird seit 2014 vom Außenministerium in Kooperation mit dem Zukunftsfond, der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA), dem Integrationsfond (ÖIF) sowie den Österreichischen Kulturforen verliehen.
Im Caritas-Cafe „Peppa“, zu dem ausschließlich Mädchen und junge Frauen zwischen zehn und zwanzig Jahren Zutritt haben, soll ein Ort zur persönlichen Entfaltung geboten werden. Das Angebot aus vielfältigen Freizeitaktivitäten, aber auch persönlichen Gesprächen und Beratung wird von immer mehr Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund in Anspruch genommen. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist es, junge Frauen darin zu stärken, selbständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zugleich soll die Einrichtung auch als Sprungbrett in eine erfolgreiche berufliche Zukunft dienen.
Mit dem Preis in der Kategorie „Aktualität“ wurde die Organisation „International Orthodox Christian Charities“ im Libanon ausgezeichnet. Mit ihrem Projekt „Community Cooking“ sollen die Einheimischen in Kontakt mit syrischen Flüchtlingen kommen, gemeinsam kochen, essen und Mahlzeiten an bedürftige Familien ausgeben. Im Libanon mit seinen knapp 4,5 Millionen Einwohnern leben derzeit weit über eine Million Flüchtlinge.
Es sei für die Zukunft des Landes von essentieller Wichtigkeit, dass Einheimische und Flüchtlinge gemeinsam leben und kooperieren. Hierbei wolle das Projekt einen Beitrag leisten, hieß es von Seiten der Organisation.

Österreichische Missionarin widmete ein halbes Jahrhundert den Indianern

„Venezuela ist nicht mehr das reiche Land, jetzt ist es anders.“ Mit diesen Worten endete einer der letzten Briefe, den Sr. Maria Wachtler heuer an Jugend Eine Welt geschrieben hat. Nun kann sie über das Leben „ihrer“ Yanomami nicht mehr berichten: Die österreichische Don Bosco Schwester ist am 5. September im Alter von 81 Jahren in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, gestorben – in jenem Land, in dem sie 51 Jahre gelebt und gewirkt hat.

Schwester Sr. Maria Wachtler;
+ Sr. Maria Wachtler.

Auf Wunsch der Verstorbenen soll ihre Urne nach der Einäscherung und Begräbnismesse an die Yanomami übergeben werden, die für sie einen Totenritus wie für eine Stammesangehörige durchführen wollen.

Vom Burgenland nach Venezuela
„Mit großem Bedauern und zugleich tief empfundener Dankbarkeit teilen wir die Nachricht vom Ableben Schwester Wachtlers mit“, sagt Reinhard Heiserer, Vorstandsvorsitzender von Jugend Eine Welt: „Lange Zeit und bis zuletzt haben wir Sr. Maria und ihr Werk für das Volk der Yanomami am Oberen Orinoco unterstützt, auch mit den Spenden vieler Österreicher, vor allem aus dem Burgenland.“
Maria Wachtler wurde 1935 in Zanegg in Westungarn geboren und wuchs in Neusiedl am See auf. Schon als Kind wusste sie, dass sie einmal Ordensschwester werden wollte. 1953 war es soweit: Maria trat den Don Bosco Schwestern bei. Von 1956 bis 1964 wirkte sie als Kindergärtnerin in Innsbruck. 1965 wurde sie als Missionarin zum Volk der am Oberen Orinoco lebenden Yanomami in Venezuela entsandt.

Erstes Grammatikbuch
„Lachen, mit denen, die lachen und weinen, mit denen, die weinen.“ Dieser Satz von Schwester Maria drückt viel von ihrer Lebenserfahrung und Liebe zum Volk der Yanomami aus, mit dem sie über fünf Jahrzehnte tief verbunden war.

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Sr. Maria Wachtler in Aktion.

Gemeinsam mit anderen Don Bosco Schwestern baute sie am Oberen Orinoco unter anderem ein funktionierendes Unterrichtssystem auf, sorgte für eine medizinische Grundversorgung und verfasste das erste Grammatikbuch der Yanomami-Sprache. Unermüdlich trieb sie Geld für Boote, Außenbordmotoren, Schulen und Krankenstationen auf.
„Sie war eine bemerkenswerte Ordensfrau, die in aller Bescheidenheit enorm viel geleistet hat“, so Reinhard Heiserer. Der Staat Venezuela würdigte ihre Arbeit mit einer Briefmarke. In Österreich wurde sie unter anderem mit dem ROMERO-Preis ausgezeichnet.