Inhalt der gedruckten Ausgabe 36/2015

Leitartikel

Laien und das „pastorale Personal“

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Josef Georg Simmerstätter
AHS-Prof. i. R.
Angerberg / Tirol

Information

Papst besucht spontan die Messe wie ein einfacher Gläubiger

Wie ein einfacher Gläubiger hat Papst Franziskus am 20. August an einem Gottesdienst beim Grab für seinen Vorgänger Pius X. (1903-1914) im Petersdom teilgenommen.

Nach Widerstand gegen Pfarrauflösung und Kirchenschließung: Deutsche Kleinpfarre in Duisburg verwaltet sich selbst

Vielerorts herrscht auch in Deutschland Resignation gegen-über der Auflösung kleiner Pfarren und der Schließung ihrer Kirchen. Dass Widerstand Sinn macht, zeigt die 2.700 Seelen-Pfarre St. Barbara in Duisburg. Mit Erlaubnis des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck verwaltet sie sich künftig selbst. Ab 8. September erhält sie kein Kir­chensteuergeld mehr.

Australischer Bischof: Umgang mit dem Thema Missbrauch durch Johannes Paul II. war „armselig“

Der australische Kardinal George Pell, bis 2014 Erzbischof von Sydney, ist von einem seiner früheren Weihbischöfe für den Umgang mit dem Missbrauchsskandal kritisiert worden.

Theologe Hans Küng ruft zur Unterstützung des Papstes auf

Der Theologe Hans Küng (87) hat Bischöfe und Priester aufgerufen, Papst Franziskus bei dessen Reformanstrengungen mehr zu unterstützen.

Papst: „Nobelpreis für Eltern“

Familien sollen miteinander beten
Familien sollten sich nach den Worten von Papst Fran­ziskus regelmäßig Zeit für ein Gebet nehmen.

Dreikönigsaktion bietet jungen Österreichern EZA-Lerneinsätze

Die Dreikönigsaktion (DKA) bietet jungen Österreichern, die sich entwicklungspolitisch und sozial engagieren wollen, einmonatige „LernEinsätze“ bei Projektpartnern in Ländern des globalen Südens.

Caritas: Günstige Schulartikel in den carla-Läden

In den „Carla“-Second-Hand-Läden der Caritas können auch heuer wieder kurz vor Schulbeginn günstige Schulartikel gekauft werden. Bis 12. September stehen die Shops ganz unter dem Motto „Bildung ist die beste Armutsprävention“.

Israels Christen in Bedrängnis

Deutsche Bischöfe protestieren gegen neue Sperrmauer
Heftige weltweite Proteste hat der Baubeginn an einem Teilstück der Trennmauer der israelischen Sperrmauer im „christli­chen Dreieck“ Bethlehem, Beit Jala und Beit Sahur ausgelöst, darunter auch von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz.

Deutscher evangelischer Bischof: Bibel lehnt Homosexualität ab

Der neue sächsische lutherische Landesbischof Carsten Rentzing (47) sieht Homosexualität nicht von der Bibel legitimiert.

Sant‘Egidio: Krieg ist der wahre Notstand, nicht die Flüchtlinge

Einen Aufruf zu Friede und zu mehr Solidarität mit Flüchtlin­gen hat die katholische geistliche Bewegung „Sant’Egidio“ im Vorfeld ihres 29. internationalen Friedenstreffens vom 6. bis 8. September in Tirana gestartet.

Patriarch nennt IS „satanisch“

In dem seit 2011 durch einen blutigen Bürgerkrieg erschütter­ten Syrien herrscht nach Worten des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Fouad Twal, „arabischer Winter in seiner furchtbarsten Form“.

Kinderbibelwoche: Handbuch zum Nachmachen präsentiert

Zum 11. Mal fand heuer von 23. bis 28. August die Kinderbibelwoche in St. Pölten statt – erstmals auf dem Gelände der Dompfarre.

Sibiriens größte Hafenstadt am Pazifik erhält monumentale Christus-Statue

In Wladiwostok wird dem­nächst eine monumentale Christus-Statue des georgisch-russischen Bildhauers Zurab Tsereteli aufgestellt werden, wie russische Medien berichten.

Höchster rumänisch-orthodoxer Orden für Kardinal Christoph Schönborn

Die rumänisch-orthodoxe Kirche hat Kardinal Christoph Schönborn für seine Verdienste um die Ökumene und um christliche Werte in der Gesellschaft mit ihrem höchsten Orden ausgezeichnet. Die Überreichung des „Kreuzes der Heiligen Bran­co­veanu-Märtyrer“ erfolgte am 24. August durch den für Österreich zuständigen Metropoliten für Zentral- und Nord-europa, Serafim (Joanta), in der rumänisch-orthodoxen Pfarrkirche St. Andreas in Wien-Simmering.

Leitartikel

Laien und das „pastorale Personal“

„Die Entscheidung des Bistums Essen, die drei Kirchen St. Barbara, St. Norbert sowie St. Peter und Paul ab dem Jahr 2015 aufzugeben, bedeutet für viele der 27 000 Katholiken im Duisburger Norden den Verlust ihrer Heimat.“ So die Rheinische Post.
2006 wurde St. Barbara mit weiteren vier Pfarren zur Großpfarre St. Norbert zusammengelegt. Im September 2015 wird diese nun mit der Großpfarre St. Johann fusioniert. Zu einer Nochgrößerpfarre.
Die Pfarre St. Barbara mit ihren „nur 2.700 Katholiken“ darf, oh Wunder, auch nach dem Stopp der Kirchenbeitragsmittel am 8. September weitermachen und ihr Gotteshaus behalten. Das ist erst in zweiter Linie der Einsicht des zuständigen Bischofs zu verdanken.
Die Kleinpfarre hat Protestaktionen verschiedenster Art gestartet. Politiker versuchten zu intervenieren, sogar Muslime sprachen sich für den Erhalt des christlichen Gotteshauses aus.
Die Homepage des Fördervereins „Rettet St. Barbara!“ hat zu einer Gebetsnovene vom 30. August bis 7. September anlässlich der Zusammenlegung der beiden Großpfarren aufgerufen.
St. Barbara hat ein Überlebenskonzept erstellt, um sich ab nun selbst zu verwalten.
Auf der Hompage heißt es, das „pastorale Personal“ könne sich jetzt auf Eucharistie und Verkündigung konzentrieren. Andere Sakramente wie Beichte oder Krankensalbung werden nicht einmal mehr erwähnt.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Jes 35, 4-7a

Die Ohren der Tauben öffnen sich; die Zunge des Stummen jauchzt auf

Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor, und Bäche fließen in der Steppe. Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Quellen.

Zweite Lesung:   Jak 2, 1-5

Hat Gott nicht die Armen auserwählt, um sie zu Erben des Königreiches zu machen?

Meine Schwestern und Brüder, haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, frei von jedem Ansehen der Person. Wenn in eure Versammlung ein Mann mit goldenen Ringen und prächtiger Kleidung kommt, und zugleich kommt ein Armer in schmutziger Kleidung, und ihr blickt auf den Mann in der prächtigen Kleidung und sagt: Setz dich hier auf den guten Platz!, und zu dem Armen sagt ihr: Du kannst dort stehen!, oder: Setz dich zu meinen Füßen! – macht ihr dann nicht untereinander Unterschiede und fällt Urteile aufgrund verwerflicher Überlegungen?
Hört, meine geliebten Schwestern und Brüder: Hat Gott nicht die Armen in der Welt auserwählt, um sie durch den Glauben reich und zu Erben des Königreichs zu machen, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?

Evangelium:   Mk 7, 31-37

Er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen

In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden.
Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

 

Gedanken zum Sonntag

Simmerstaetter Josef Georg

Josef Georg Simmerstätter
AHS-Prof. i. R.
Angerberg / Tirol

Er hat alles gut gemacht

Beim letzten Satz des Sonntagsevangeliums bin ich hängen geblieben. Ein starkes Wort! – „Er hat alles gut gemacht.“
Der Priester, der Maria und mich getraut hat, es war (Kanonikus Alois Wimmer) der Leiter des Diözesangerichtes, der uns 1967 nach päpstlicher Dispens von meinen priesterlichen Verpflichtungen in der bischöflichen Hauskapelle geheim zu trauen hatte, hat es als Thema für seine Ansprache genommen.
Ich habe es mit tiefer Dankbarkeit aufgenommen und wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, dann kann ich nur mit grenzenloser Dankbarkeit wiederholen: „Er hat alles gut gemacht.“ Ganz belanglose Begebenheiten, Begegnungen und Vorkommnisse und eine ganze Reihe eigener Versagen haben oft nach Jahren schicksalhafte Bedeutung gewonnen, sodass ich mich fragte: „Wer hat das damals nur so glücklich gefügt?“ Für mich steht fest, dass da einer ist, der unser Leben lenkt, ohne dass er in unsere Entscheidungen und Handlungen eingreift.
Liebe Leser bG (beiderlei Geschlechts), bitte lest die Erzählung vom ägyptischen Josef. (Gen 37-50) Die Menschen handeln klug oder unklug, liebevoll oder gemein, Gott hindert sie bei den ärgsten Verbrechen nicht, aber wie ein Schachspieler, der ausschließlich mit seinen eigenen Figuren seine Züge macht, hat er alles zu einem guten Ende gebracht, „hat alles gut gemacht“ – auch wenn es für Betroffene oft unvorstellbar hart war.
Warum soll Gott nicht auch den ganzen Krempel, den wir das Weltgeschehen nennen, nicht umso mehr zu einem guten Ende steuern, wenn er schon Einzelschicksale so meisterhaft steuert? Freilich befreit uns das nicht von der Verantwortung für unsere Handlungen, mit denen wir oft unseren Mitmenschen das Leben schwer machen. Aber ich bin gewiss: „Er hat alles gut gemacht“ und wird alles gut machen. Er ist unendlich groß! Sein Name sei gepriesen!

 

Information

Nach Widerstand gegen Pfarrauflösung und Kirchenschließung: Deutsche Kleinpfarre in Duisburg verwaltet sich selbst

Vielerorts herrscht auch in Deutschland Resignation gegen-über der Auflösung kleiner Pfarren und der Schließung ihrer Kirchen. Dass Widerstand Sinn macht, zeigt die 2.700 Seelen-Pfarre St. Barbara in Duisburg. Mit Erlaubnis des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck verwaltet sie sich künftig selbst. Ab 8. September erhält sie kein Kir­chensteuergeld mehr.

Bereits 2014 hat St. Barbara ein Konzept entwickelt, wie sich das religiöse, caritative, gesellschaftliche und kulturelle Leben der Gemeinde auch ohne die bisher vertrauten Strukturen und Institutionen nach der Fusion erhalten lässt. Laien werden ehrenamtlich zahlreiche Aufgaben übernehmen, damit sich das „priesterliche Personal auf die Feier der Eucharistie und die Verkündigung des Evangeliums konzentrieren“ kann, wie es auf der Homepage www.rettet-st-barbara.de heißt.
Die Leitung der Gemeinde nimmt ein „Runder Tisch“ genanntes Gremium ein, das sich aus Vertretern der fünf Hauptarbeitsbereiche („Säulen“), der Pfarre und des Fördervereins „Rettet St. Barbara!“ zusammensetzt.
Bischof Overbeck sieht in dem Konzept, das er für drei Jahre genehmigt hat, „erste Schritte zur Realisierung der ´nahen´ Kirche“  und wünscht für den „nicht einfachen Weg“ Gottes Segen, Freude und Erfolg.

St. Barbara

Das Konzept von St. Barbara beruht auf fünf Säulen:
LITURGIA
(Feier des Glaubens)
Leitung von Wortgottesdiensten und Andachten, „Frühschichten“ statt fehlender Rorate-Messen.
DIAKONIA
(Taten der Nächstenliebe)
Kostenloses Mittagessen für Bedürftige am Sonntag, Caritas-Paketaktion zu Weihnachten, Sternsingeraktion, Lebensmittelsammlungen, Eine-Welt-Verkauf , Rat- und Hilfe-Börse,
MARTYRIA
(Verkündigung)
Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Kinder-und Jugendarbeit, Frauenarbeit, Seniorenarbeit.
KOINONIA
(Gemeinschaft der Gläubigen)
Bücherei, Pfarrblatt. Planung und Umsetzung  von Pfarrfesten, Konzerten und Oster- und Weihnachtsmärkten.
OIKONOMIA
(Wirtschaftliche Sicherstellung der Gemeinde)
Ein Förderverein muss Mittel aufbringen, um Kirche und Gemeinderäume zu erhalten.

Typische Arbeitergemeinde
Die 1934 gegründete Pfarre St. Barbara ist eine typische Arbeitergemeinde des Ruhrgebietes im 20. Jahrhundert.
1952 konnte die Kirche eingeweiht werden, nachdem – trotz bitterer Nachkriegszeit – von den Pfarrmitgliedern viel gespendet worden ist und Männer, Frauen und Jugendliche bei den Bauarbeiten selbst Hand angelegt hatten. 2005 wurde ein neuer Gemeindesaal fertiggestellt.
Ein Jahr später schlug die strukturelle Krise der deutschen Kirche auch hier zu: St. Barbara wurde mit vier weiteren Pfarren zur Großpfarre St. Norbert zusammengelegt. Auf der Homepage heißt es: „Bereits im Zuge dieser Fusion wurden drei Kirchen geschlossen und ihre Gemeinden aufgelöst.“

St. Barbara
Kinder bei einem Pfarrfest in St. Barbara, Duisburg.
Foto: Homepage „Rettet St. Barbara!“.

Demos und Kirchenbesetzung
Als 2011 die Absicht von Bischof Overbeck bekannt wurde, weitere Kirchen zu schließen, „erhob sich in den betroffenen Gemeinden ein bis dahin unbekannter Proteststurm. Vor allem die Gläubigen aus St. Barbara und St. Norbert, deren Gemeinden akut von der Schließung bedroht waren, gingen gemeinsam gegen die Pläne ihres Bischofs auf die Straße. Unter dem Motto ´Kein Kahlschlag im Duisburger Norden – Rettet St. Barbara!´ organisierten die Gemeindemitglieder Demos, Menschenketten, Flashmobs und besetzten am Ende sogar ihre eigene Kirche. Die bundesweit beachteten Aktionen führten an vielen Orten zu einer Solidarisierung mit der Protestbewegung, so setzten sich neben Bundes- und Landespolitikern auch die Duisburger Muslime für den Erhalt der Gemeinden ein.

Australischer Bischof: Umgang mit dem Thema Missbrauch durch Johannes Paul II. war „armselig“

Der australische Kardinal George Pell, bis 2014 Erzbischof von Sydney, ist von einem seiner früheren Weihbischöfe für den Umgang mit dem Missbrauchsskandal kritisiert worden.

Aus Profilierungsdrang habe Pell ein eigenes Aufklärungsprogramm für seine Diözese gestartet und so eine gemeinsame Aktion der australischen Bischöfe unterlaufen, sagte der 78-jährige emeritierte Weihbischof Geoffrey Robinson vor einem staatlichen Untersuchungsausschuss am 24. August in Sydney. „Er hat unsere Einheit zerstört“, zitierten australische Medien Robinson.
Robinson selbst hatte seit 1994 mit anderen Bischöfen an dem Programm „Towards Healing“ für eine Aufklärung von Kindesmissbrauch durch Kirchenmitarbeiter gearbeitet. 1996 rief Pell, damals gerade zum Erzbischof von Melbourne ernannt, als eigene Initiative „Melbourne Response“ ins Leben. Robinson warf Pell vor, er habe sich als führende Gestalt in der Missbrauchsaufklärung etablieren wollen und zugleich zu hohe Hürden für eine Kontaktaufnahme durch Opfer aufgestellt.
Den Umgang mit dem Thema Missbrauch durch Johannes Paul II. (1978-2005) nannte Robinson „armselig“. Statt die Bischöfe zu Solidarität mit den Opfern zu verpflichten, habe er ein „Schweigen“ gefördert.
Selbst Papst Franziskus zeige in dieser Sache nicht die nötige Führungsstärke. Allerdings gebe es einflussreiche Personen, die sich Reformvorhaben des derzeitigen Kirchenoberhaupts „mit Zähnen und Klauen“ widersetzten.
Robinson, von 1984 bis zu seiner Bitte um vorzeitige Entpflichtung 2004 Weihbischof in Sydney, hatte mit Blick auf eine unheilbare Krebserkrankung eine baldige Aussage vor der Kommission für den Umgang mit Missbrauchsfällen in Institutionen gewünscht. Früher war er im bischöflichen Komitee für berufliche Standards unter anderem für die Reaktion auf Missbrauchsklagen verantwortlich. 2002 appellierte er an Papst Johannes Paul II., eine weltweite Untersuchung in der katholischen Kirche auf den Weg zu bringen.

Weihbischof Geoffrey Robinson.

Weihbischof Geoffrey Robinson.

P. Klaus Mertes.

P. Klaus Mertes.

Vatikan-Missbrauchsaufklärung nicht sehr glaubwürdig
Der deutsche Jesuit Klaus Mertes fordert vom Vatikan mehr Anstrengungen bei der Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche. Die Glaubwürdigkeit einiger Kardinäle im Umfeld des Papstes sei „jedenfalls tief und nachhaltig erschüttert“, schrieb Mertes in einem Gastbeitrag für das Internetportal „katholisch.de“ und nennt als Beispiele die Kardinäle George Pell und Angelo Sodano. Auch die für die Verfahren zuständige Glaubenskongregation sei „personell nicht gut besetzt, sondern eher mit Leuten, deren Wille zur Aufklärung aus guten Gründen sehr zweifelhaft ist. Namen liefere ich auf Anfrage gerne nach.“ Aufklärung sei „der erste und fundamentale Akt der Anerkennung, ohne den es weder Heilung noch Versöhnung geben kann“, so Mertes.

Sant‘Egidio: Krieg ist der wahre Notstand, nicht die Flüchtlinge

Einen Aufruf zu Friede und zu mehr Solidarität mit Flüchtlin­gen hat die katholische geistliche Bewegung „Sant’Egidio“ im Vorfeld ihres 29. internationalen Friedenstreffens vom 6. bis 8. September in Tirana gestartet.

Einen Aufruf zu Friede und zu mehr Solidarität mit Flüchtlingen hat die katholische geistliche Bewegung „Sant’Egidio“ im Vorfeld ihres 29. internationalen Friedenstreffens vom 6. bis 8. September in Tirana gestartet.
Nicht die Flüchtlinge, sondern die Kriege seien heute der wahre Notstand, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Gemeinschaft. Seit Jahren wüteten Kriege, „für deren Beilegung scheinbar niemand die nötige Kraft oder den nötigen Willen aufzubringen vermag“. Immer sei jedoch Friede möglich, so die Überzeugung der im interreligiösen Friedensdialog engagierten Bewegung.

60 Millionen Kriegsflüchtlinge
Nur wenn der Westen nachhaltig in den Krisenregionen des Nahen Ostens investiert, werden die Menschen auch dort bleiben und nicht nach Europa zu gelangen suchen. Das war der Tenor einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien mit Caritas-Auslandshilfechef Christoph Schweifer und dem Flüchtlingsexperten Kilian Kleinschmidt. Rund 60 Millionen Menschen seien derzeit weltweit vor Kriegen auf der Flucht. Allein in Syrien seien es 12 Millionen, so Kleinschmidt. Acht Millionen davon seien innerhalb des Landes vertrieben, vier Millionen flüchteten ins Ausland.

Schock über Flüchtlingstragödie auf A4
Tief betroffen von der Flüchtlingskatastrophe mit mehr als 70 Toten haben sich hochrangige Vertreter der Kirchen in Österreich geäußert. Er sei „sprachlos“ angesichts der Tragödie auf der A4, wo ein Schlepper-LKW mit den erstickten Flüchtlingen aufgefunden wurde, so Caritas-Bischof Manfred Scheuer.

Menschenwürdige Quartiere
Innenministerin Johanna Mikl-Leitner soll „auf die Tube drücken“ und den Widerstand der Bundesländer und mancher „feiger Bürgermeister“ bei der Schaffung von menschenwürdigen Unterkünften für Flüchtlinge überwinden. Dazu hat Gerald Gump, der als Pfarrer in Schwechat langjährige Erfahrung mit dem Asylthema sammelte, in einem Interview mit den „NÖN“ aufgefordert. Über die derzeitige Problematisierung von 10 oder 20 Flüchtlingen in einem Ort kann Gump nur lächeln: „In unserem pfarrlichen Sozialprojekt ‚Zirkelweg‘ haben wir durch die letzten Jahrzehnte weit über 1.000 Flüchtlingen mitten in Schwechat Heimat geboten, die aus über 50 Nationen stammten.“

Graz: Bischofsfonds für Flüchtlingshilfe
Der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl unterstützt seit seiner Weihe Flüchtlinge im In- und Ausland mit einem Spendenfonds. Die eingehenden Beiträge sind zweckgewidmet und kommen jeweils zur Hälfte der Flüchtlingshilfe in Österreich und einem Projekt für schutzsuchende Jesiden und Christen im Irak zugute. Bisher sind mehr als 80.000 Euro auf das Spendenkonto eingegangen.

SK Rapid unterstützt Caritas
Der SK Rapid unterstützt auch heuer die „Gurkenglasaktion“ der Caritas, mit der Spenden gegen den weltweiten Hunger gesammelt werden. Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek: „Wir freuen uns, auch heuer wieder einen Beitrag zu leisten. Dass alle 10 Sekunden ein Kind an Hunger und Unterernährung stirbt, ist eine Tragödie, gegen die wir ankämpfen müssen.“ Als größter Sportklub Österreichs „ist das für uns eine Verpflichtung.“

Kongo: Bischöfe warnen Jugend vor Migration
Die Kongolesische Bischofskonferenz hat an die afrikanische Jugend appelliert, nicht nach Europa auszuwandern. Afrika brauche die jungen Leute und ihre Talente, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Nicolas Djomo Lola, laut einem Bericht des vatikanischen Pressedienstes Fides. Anlass war das Panafrikanische Jugendtreffen in Kinshasa. „Lasst euch nicht von Illusionen leiten, wenn ihr eure Länder verlasst und euch in Europa und Amerika auf die Suche nach nicht existierenden Arbeitsplätzen macht“, so der Bischof von Tshumbe.
Die Jugendlichen sollten ihre Talente und alle Ressourcen nutzen, um einen Wandel auf dem Kontinent zu erreichen und gerechte, friedliche Gesellschaften zu bauen.

Kinderbibelwoche: Handbuch zum Nachmachen präsentiert

Zum 11. Mal fand heuer von 23. bis 28. August die Kinderbibelwoche in St. Pölten statt – erstmals auf dem Gelände der Dompfarre.

150 Kinder, 40 Jugendliche und mehr als 90 erwachsene Begleiter erlebten eine Woche in lebendiger Gemeinschaft mit Bibeltheater, Gebet, Sport und Spiel. Im Rahmen der KiBiWo präsentierte Gründerin Ulla Frühwald ihr Buch „Gemeinsam Glauben leben!“, das die Erfahrungen aus 10 Jahren Praxis weitergeben und andere zum Nachmachen ermutigen soll.
Insgesamt 15 Autoren haben in den verschiedenen Kapiteln ihre Ideen und Beiträge zur Historie, Theologie, Pädagogik und Praxis der Kinderbibelwoche zur Verfügung gestellt.

Dr. Gerhard Reitzinger, Ulla Frühwald, Lisa Frühwald, Teilnerhmer/innen der KiBiWo, Begleiterin Dr. Sigrid Schmidl.
Dr. Gerhard Reitzinger, Ulla Frühwald, Lisa Frühwald, Teilnerhmer/innen der KiBiWo, Begleiterin Dr. Sigrid Schmidl.

Für Lisa Frühwald vom Leitungsteam ist es wesentlich für die KiBiWo, dass „Jesus im Zentrum steht“. So sei auch das ganze Tagesprogramm vom gemeinsamen Morgen- und Abendgebet eingerahmt und getragen. „In unserer Zeit wird man schief angeschaut, wenn man von Jesus spricht, hier können alle ganz offen reden, denn hier ist Jesus unter uns.“ Ziel der KiBiWo sei es, die Botschaft des Evangeliums „in das Heute umzulegen“, so Lisa Frühwald, „einfach und für Kinder verständlich, zugleich aber nicht verfälschend“.
Bischofsvikar Gerhard Reitzinger hatte vor 10 Jahren den Anstoß zur KiBiWo gegeben und begleitet diese seither.
Ulla Frühwalds Buch (176 Seiten, € 14,30) ist erhältlich beim Behelfsdienst der Pastoralen Dienste St. Pölten, Tel.: 02742/324-3315. E-Mail: pd.behelfs-dienst@kirche.at.