Inhalt der gedruckten Ausgabe 29/2016

Leitartikel

Mitfiebern und mitleiden

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Elfriede Harth
Suchende, Lernende, Hoffende
Frankfurt, BRD

Information

1.000 Kilometer von der Schweiz zu Fuß nach Rom:
Papst empfängt die Pilgerinnen für mehr Frauenrechte nicht

Nach zwei Monaten und mehr als 1.000 Kilometern zu Fuß aus dem Schweizer St. Gallen sind Pilgerinnen der Initiative „Für eine Kirche mit den Frauen“ in Rom angekommen. Dort erfuhren sie, dass Papst Franziskus sie weder empfangen noch bei der Generalaudienz begrüßen werde.

Vertrauensumfrage: Katholische Kirche „Top-Aufsteigerin“, jedoch weit hinter der Caritas

„Wem glaubt Österreich 2016?“: Diese Leitfrage im alljährlich durchgeführten „klar.SORA Glaubwürdigkeits-Ranking“ hat für die katholische Kirche ein erfreuliches Ergebnis erbracht: Sie legte gegenüber 2015 um elf Prozentpunkte zu und wird von 46 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher als glaubwürdig eingestuft.

US-Reformpriester erbaten „bischöflichen Moderator”

Die Vereinigung reformorientierter katholischer Priester in den USA (AUSCP), Schwesterorganisation der österreichischen Pfarrer-Initiative, hat Erzbischof John Wester (65) gebeten, die Rolle eines „bischöflichen Moderators” zu übernehmen. Wester, seit einem Jahr Erzbischof von Santa Fe, sieht die Einladung als Ehre und verspricht vollen Einsatz.

Anhänger von Venezuelas Präsident greifen angehende Priester an

In Venezuela ist laut lokalen Medienberichten eine Gruppe von Seminaristen von Anhängern der linksgerichteten Regierung von Präsident Nicolas Maduro angegriffen geworden.

Kein Gesichtsschleier am Arbeitsplatz

Das Gesicht unverhüllt zu lassen zählt „in Österreich zu den unbestrittenen Grundregeln zwischenmenschlicher Kommunikation“.

BP-Wahl am Schutzengelfest

Für dringend erforderlich hält Kardinal Christoph Schönborn ein Fairnessabkommen zwischen den Bundespräsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer.

39. Nachfolgerin von Hildegard von Bingen gestorben

Die 62-jährige Äbtissin Clementia Killewald (Foto) des deutschen Benediktinerinnenklosters St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen ist nach schwerer Krankheit gestorben.

Kölner Woelki schreibt für „Stern“

„Caritas et Furor“ (Liebe und Zorn) ist eine neue Kolumne überschrieben, in der sich der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki ab sofort regelmäßig auf „stern.de“ in die gesellschaftspolitische Debatte einbringen will.

Kardinal Schönborn betont: „Amoris laetitia“ ist verbindlich

Kardinal Christoph Schönborn ist Behauptungen entgegengetreten, das jüngste Schreiben von Papst Franziskus zu Ehe und Familie habe keinen lehramtlichen Charakter und sei damit weniger verbindlich.

Fischer: Respektvoller Umgang mit Religionen wichtiges Anliegen

Der respektvolle Umgang mit den Religionsgemeinschaften war dem scheidenden Bundespräsidenten Heinz Fischer in der gesamten zwölfjährigen Amtszeit ein großes Anliegen.

Wiener Philosoph Pöltner: Lebensschutz beginnt im Mutterleib

Der Wiener Philosophieprofessor Günther Pöltner tritt für einen umfassenden Schutz von Menschenleben ein, der bereits im Mutterleib beginnen müsse.

Frankreich: 79 Neupriester für 94 Diözesen

Das katholische Frankreich erlebt einen neuen Tiefpunkt: 2016 werden nur 107 Männer zu Priestern geweiht: 79 für die 42 Millionen Katholiken umfassenden 94 Diözesen, 18 für Ordensgemeinschaften und 10 für zwei geistliche Institute, berichtet die Tageszeitung „La Croix“.

Caritas-Jahresbericht: Knapp 800 Millionen Euro für Notleidende

Knapp 800 Millionen Euro und damit fast um 100 Millionen Euro mehr als 2014 hat die Caritas Österreich im Vorjahr für notleidende und bedürftige Menschen aufgewendet.

Theologe Tück warnt vor unkritischer Annäherung an Piusbrüder

Der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück hat erneut vor einer unkritischen Annäherung zwischen der Katholischen Kirche und der Piusbruderschaft gewarnt.

Benedikt XVI. spricht von Homosexuellen-Netzwerk im Vatikan

Benedikt XVI. spricht in einem Interviewband laut einem Vorab-Bericht von einem Homosexuellen-Netzwerk im Vatikan.

Der Vatikan wollte Papst Pius XII. vor den Nazis verstecken

Der Vatikan bereitete sich im Zweiten Weltkrieg offenbar konkreter als bislang bekannt auf eine Entführung von Papst Pius XII. (1939-1958) durch das nationalsozialistische Regime vor.

IS-Terror in Bangladesch

Die katholische Kirche in Bangladesch hat die Muslime des südasiatischen Landes aufgefordert, sich eindeutig vom Terrorismus zu distanzieren.

Obdachloser Jesus“ vor US-Kirche löst Notruf-Serie aus

Eine Statue namens „Obdachloser Jesus“ hat im US-amerikanischen Fargo (North Dakota) eine Serie von Notrufen ausgelöst.

Brasilianischer Bischof abgesetzt

Papst Franziskus hat den Amtsverzicht von Erzbischof Aldo di Cillo Pagotto von Paraiba in Brasilien angenommen.

Politiker von Malediven neuer UN-Berichterstatter für Religionsfreiheit

Der bisherige UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Ahmed Shaheed, ist zum neuen UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit ernannt worden.

Katholische Publizisten und ÖGB ehren Hubert Feichtlbauer

Hubert Feichtlbauer, langjähriges Mitglied und von 1979 bis 1991 Vorsitzender des „Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs“, stand beim Sommerheurigen des Verbands im Mittelpunkt von Ehrungen.

Pater aus Kremsmünster mit US-Pressepreis ausgezeichnet

Bernhard Eckerstorfer, Pater im oberösterreichischen Benediktinerstift Kremsmünster, ist mit dem „Catholic Press Award 2016“ ausgezeichnet worden.

Peter Alexander war anonymer Caritas-Spender

Star-Entertainer Peter Alexander (1926-2011) hat unter einem Pseudonym jahrelang mit Spenden Hilfsprojekte der Caritas für Kinder in Not unterstützt.

Ein neues Buch von Pfarrer Zeiger

Da ist Schwester Elisabeth, die sich mit ihrem Mörder beim Pfarrer ein Stelldichein gibt. Oder Frau Anni, die Bäckerin aus der Kindheit des Autors, die er bei einem Besuch im Seniorenzentrum wieder trifft. Oder Erwin, der Totengräber und Philosoph, der eine überraschend einleuchtende Antwort auf die Frage nach dem ewigen Leben gefunden hat.

Leitartikel

Mitfiebern und mitleiden

Das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im EM-Halbfinale ließ in ihrem Heimatland die Wogen hoch gehen. Und hat viele tief ins Herz getroffen. Auch Kirchenvertreter, die sich bekanntlich bei ihren eigenen Spielen auf den vatikanischen Wiesen nur selten als hervorragende Stürmer präsentieren.
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick etwa sprach seiner Mannschaft via Twitter Mut zu. „Liebes DFB Team: Ihr hattet den Sieg verdient. Respekt! Kopf hoch und weiter!“, schrieb der sportbegeisterte Kirchenmann. Er ist nach dem Match traurig ins Bett gegangen. Auch das zwitscherte er.
Vor zwei Jahren wurde Deutschland Weltmeister. Vor 400.000 Fans brüllte damals das Jugend-Idol Bastian Schweinsteiger: „Jetzt haben wir endlich das Scheiß-Ding. Danke Jungs!“
Scheiß-Ding? Hatten die DFB-Fans nicht gezittert und manche von ihnen vielleicht sogar gebetet, dass ihre Mannschaft den Pokal erringt? Und dann eine solche despektierliche Bemerkung?
Ironie der Geschichte: Im jüngsten Halbfinale hat Schweinsteiger mit seinem Handspiel und dem darauf folgenden Elfmeter-Tor die Niederlage seiner Mannschaft eingeleitet.
Mitfiebernde deutsche Fußball-Fans sind daraufhin wohl zu Hauf traurig schlafen gegangen. Mitleidende vielleicht auch ein wenig erleichtert. Schweinsteiger musste nicht noch einmal so ein „Scheiß-Ding“ in Händen halten.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Gen 18, 1-10a

Mein Herr, geh an deinem Knecht nicht vorbei

In jenen Tagen erschien der Herr Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham saß zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang. Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei! Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen. Ich will einen Bissen Brot holen, und ihr könnt dann nach einer kleinen Stärkung weitergehen; denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast. Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief: Schnell drei Sea feines Mehl! Rühr es an, und backe Brotfladen! Er lief weiter zum Vieh, nahm ein zartes, prächtiges Kalb und übergab es dem Jungknecht, der es schnell zubereitete. Dann nahm Abraham Butter, Milch und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie aßen. Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er. Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.

 

Zweite Lesung:   Kol 1, 24-28

Das Geheimnis, das seit ewigen Zeiten verborgen war, wurde jetzt den Heiligen offenbart

Schwestern und Brüder!
Ich freue mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt. Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkündige, jenes Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war. Jetzt wurde es seinen Heiligen offenbart; Gott wollte ihnen zeigen, wie reich und herrlich dieses Geheimnis unter den Völkern ist: Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit. Ihn verkündigen wir; wir ermahnen jeden Menschen und belehren jeden mit aller Weisheit, um dadurch alle in der Gemeinschaft mit Christus vollkommen zu machen.

 

Evangelium:   Lk 10, 38-42

Marta nahm ihn freundlich auf.
Maria hat das Bessere gewählt

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf, und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.

 

Gedanken zum Sonntag

Elfriede Harth
Suchende, Lernende, Hoffende
Frankfurt, BRD

Eine selbstbestimmte Frau

Es ist sehr bezeichnend, dass hier Jesus in einer Beziehung zu zwei Frauen geschildert wird. Eine dienende, Hausarbeit leistende und eine, die ihm zu Füßen sitzt und ihm gebannt zuhört. Er lässt sich versorgen, umsorgen. Eine Rollenverteilung, besonders in der Intimität des Privathaushalts, die uns bekannt vorkommt.
Doch Jesus reagiert auf die Ermahnung Martas, er solle Maria anweisen, einen Teil der Versorgungsarbeit zu übernehmen, „wie es sich für eine Frau geziemt“, statt wie ein Mann an einem philosophischen, politischen oder spirituellen Gespräch teilzunehmen, damit, dass er Marta zurechtweist. Maria handle richtig, er heiße es gut so. Jesus verurteilt nicht die notwendige Haus- und Sorgearbeit. Was er anmahnt ist die Tatsache, dass Marta sie nicht frohen Herzens erledigt, sondern widerwillig. Dass sie diese Tätigkeiten als Belastung und Ausnutzung empfindet, aber nicht den Mut hat, sich zu verweigern. Denn auch das ist wichtig. Es ist wichtig, alte Rollenzuweisungen zu hinterfragen und zu boykottieren. Nur so kommen Veränderungen in Gang. Maria handelt nicht aus Faulheit. Sie drückt sich nicht vor einer Arbeit, die ihr die Gesellschaft zuweist. Aber sie entdeckt, dass es in ihrem Leben Dinge gibt, die wichtiger sind, als fremdbestimmt Rollen zu erfüllen. Sie handelt selbstbestimmt. Und Jesus heißt es gut, diesem Ruf, dieser Berufung kompromisslos zu folgen. Auch gegen den Widerstand der Gesellschaft.

 

Information

1.000 Kilometer von der Schweiz zu Fuß nach Rom:
Papst empfängt die Pilgerinnen für mehr Frauenrechte nicht

Nach zwei Monaten und mehr als 1.000 Kilometern zu Fuß aus dem Schweizer St. Gallen sind Pilgerinnen der Initiative „Für eine Kirche mit den Frauen“ in Rom angekommen. Dort erfuhren sie, dass Papst Franziskus sie weder empfangen noch bei der Generalaudienz begrüßen werde.

Der Schweizer „Tages Anzeiger“ meint, die Schwammigkeit des Kirchenoberhaupts habe Methode, und kommentiert bitter: „Papst Franziskus sagt mal dies, mal das, mal Ja, mal Nein. Und genau so meint er es. Alle sollen sich auf ihn beziehen können.“
Zum Abschluss feierten die Pilgerinnen am 2. Juli eine Messe im Petersdom.
Zweck der Wallfahrt sei die Botschaft, dass „Männer der Kirche in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über deren Stellung, Rolle und Funktion entscheiden“ sollten, sagte die Hauptinitiatorin Hildegard Aepli. Sie betonte, sie wolle „weg von der Forderung des Frauenpriestertums“. Es gehe aber darum, einen Dialog „auf Augenhöhe“ zu führen und, „wo es möglich ist, Frauen einzubeziehen“. Die Initiatorin ging am Samstagmittag davon aus, den Papst während ihres Aufenthalts in Rom nicht persönlich zu treffen.

aepli hildegard
Hildegard Aepli.

Dennoch Aepli empfindet die Amtsführung des Papstes als „Rückenwind“. Als positives Signal bewertet sie auch die Unterstützung der Aktion durch die Bischöfe Felix Gmür aus Basel, Markus Büchel aus St. Gallen und Wilhelm Krautwaschl aus Graz sowie durch mehrere Äbte und Ordensobere – unter ihnen der Vorsitzende der österreichischen Superiorenkonferenz, Abtpräses Christian Haidinger -, die alle zum Abschluss des Pilgerwegs der Initiative nach Rom gekommen waren.

Fischer: Respektvoller Umgang mit Religionen wichtiges Anliegen

Der respektvolle Umgang mit den Religionsgemeinschaften war dem scheidenden Bundespräsidenten Heinz Fischer in der gesamten zwölfjährigen Amtszeit ein großes Anliegen.

fischer heinz
Dr. Heinz Fischer.

Das sagte das Staatsoberhaupt bei seiner Rede zur festlichen Verabschiedung aus dem Amt des Bundespräsidenten am 8. Juli im Parlament. Ausdruck dieses Respekts und der persönlichen Verbundenheit speziell mit Kardinal Christoph Schönborn waren Fischers Begrüßungsworte am Anfang seiner letzten Ansprache als höchster Amtsträger der Republik: Mit „hochwürdigster Herr Kardinal“ begrüßte der Bundespräsident den Wiener Erzbischof nach den Mitgliedern des Hohen Hauses und noch vor der Bundesregierung.
Schon vor einem Monat im Rahmen der Vollversammlung der Bischofskonferenz war der Bundespräsident nach Mariazell gekommen, um sich vom Episkopat zu verabschieden. Dem folgte schließlich noch ein persönlicher Besuch Fischers bei Kardinal Schönborn im Erzbischöflichen Palais in der vergangenen Woche. Eindringlich rief Fischer in seiner letzten Ansprache im Reichsratssaal zu einer „breiten Koalition gegen Hass und Gewalt“ auf. Er warnte vor der „zerstörerischen Kraft des Hasses“, die sich zuerst in Worten und dann in Taten zeige.

Katholische Publizisten und ÖGB ehren Hubert Feichtlbauer

Hubert Feichtlbauer, langjähriges Mitglied und von 1979 bis 1991 Vorsitzender des „Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs“, stand beim Sommerheurigen des Verbands im Mittelpunkt von Ehrungen.

Hubert Feichtlbauer Franz Josef Rupprecht, A-7123 Mšnchhof, Bank: Raika Mšnchhof (BLZ 33054), Kto.: 17.608
Dr. Hubert Feichtlbauer.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Nach einem Gespräch der aktuellen Verbands-Vorsitzenden Gabriele Neuwirth mit dem 84-jährigen renommierten Journalisten überreichte ihm Journalistengewerkschafter Franz C. Bauer mit der Alfred-Dallinger-Medaille in Gold die höchste Auszeichnung der GPA-djp.
Beim Word-Rap mit Neuwirth bewies der an einer Krebserkrankung leidende Feichtlbauer Esprit, Wortwitz und Tiefgang. Er gab Auskunft über seine Prägungen, berufliche Stationen, sein christliches Wertefundament und auch über Misserfolge und Fehleinschätzungen: Z.B. outete er sich als langjähriger Verfechter der großen Koalition und zur Abgrenzungspolitik von Kanzler Franz Vranitzky gegenüber den Freiheitlichen unter Jörg Haider; wenn eine Regierungskonstellation trotz schwindender Mehrheit an der Macht bleibe, ohne notwendige Großreformen zustande zu bringen, müssten neue Bündnisse möglich sein, so Feichtlbauer.
Auch im Blick auf die Kirche sei der katholische Publizist mancher Fehleinschätzung erlegen, bekannte er: So habe er einst gemeint, seine Generation werde das Abgehen von der Zölibatsverpflichtung für Weltpriester nicht mehr erleben, wohl aber deren Kinder. Da sei er sich „nicht mehr so sicher“, sagte Feichtlbauer.
Keine Illusionen macht sich der frühere Vorsitzende der Plattform „Wir sind Kirche“ hinsichtlich der künftigen volkskirchlichen Breite. Ein Ende der Entinstitutionalisierung in unseren Breiten sei nicht absehbar, die Kirche der Zukunft werde eine deutlich kleinere Schar entschiedener Christen sein.
Zu den Ehrungen und dem ihm gezollten Lob antwortete er in typischer Feichtlbauer-Manier: „Komplimente sind immer peinlich. Noch peinlicher ist nur, wenn man keine bekommt.“
Hubert Feichtlbauer, ein 1932 geborener Innviertler, war seit 1960 in verschiedenen österreichischen Printmedien als Chefredakteur und auch bei der Bundeswirtschaftskammer leitend tätig. Die gewerkschaftliche Auszeichnung erhielt Feichtlbauer u.a. für sein Engagement bei der Neuerrichtung des Österreichischen Presserates 2010, dem er seither angehört. Die Buchveröffentlichungen des CV’ers dokumentieren u.a. sein waches Interesse an kirchlich-religiösen Themen, so „Zerbricht die Kirche?“ (1999), „Franz König – Der Jahrhundert-Kardinal“ (2003) und „Neuer Papst – Hoffnung für wen?“ (2005).

Ein neues Buch von Pfarrer Zeiger

Da ist Schwester Elisabeth, die sich mit ihrem Mörder beim Pfarrer ein Stelldichein gibt. Oder Frau Anni, die Bäckerin aus der Kindheit des Autors, die er bei einem Besuch im Seniorenzentrum wieder trifft. Oder Erwin, der Totengräber und Philosoph, der eine überraschend einleuchtende Antwort auf die Frage nach dem ewigen Leben gefunden hat.

Es sind kleine Geschichten aus dem Alltag über Gott und die Welt. Kleine Geschichten – und doch sind sie groß. Gefühlvoll, manchmal mit einem Augenzwinkern, aber immer ohne Pathos erzählt Franz Zeiger Geschichten, wie sie das Leben schrieb. Und er entdeckt dabei immer wieder die Spuren Gottes.
Die im 200 Seiten starken Buch „Schwester Elisabeth und ihr Mörder“ erstmals zusammengefassten kurzen Essays von Pfarrer Franz Zeiger sind im Laufe mehrerer Jahre teils als Kolumnen in Print- und Onlinemedien sowie als Beiträge des Virtuellen Advent- bzw. Fastenkalenders der Pfarre Linz – St. Peter erschienen.

buch zeiger
„Schwester Elisabeth und ihr Mörder“ ist ab sofort um 9,80 Euro überall im Buchhandel oder in der Pfarre Linz – St. Peter erhältlich. Der Reinerlös kommt zur Gänze der Flüchtlingsarbeit von Pfarrer Zeiger zugute.