Inhalt der gedruckten Ausgabe 27/2016

Leitartikel

Auf eigenen Wunsch

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Elfriede Harth
Suchende, Lernende, Hoffende
Frankfurt, BRD

Information

Nach 52 Jahren wurde in Kolumbien Waffenstillstand vereinbart
Papst will an Unterzeichnung des Friedensvertrags teilnehmen

Mit großer Freude haben Papst Franziskus und die Kirche in Kolumbien auf die Ankündigung des Waffenstillstandes im Land reagiert. Die katholische Kirche hat seit Beginn 2012 die Friedensgespräche begleitet. Franziskus hatte im Februar gesagt, er wolle 2017 zur Unterzeichnung des Friedensvertrags nach Kolumbien reisen.

Regensburger Bischof toleriert lefebvristische Priesterweihen

Mit Blick auf die bevorstehenden Priesterweihen bei der lefebvristischen Piusbruderschaft hat Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer „jede Initiative zur Überwindung einer Kirchenspaltung“ begrüßt.

Neue Einheitsübersetzung: Ordensmann fordert „Open-Access-Bibel“

Eine Petition an die Deutsche Bischofskonferenz fordert eine möglichst freie Verfügbarkeit der neuen Einheitsübersetzung.

Kardinal Schönborn vertritt Papst Franiskus in Weißrussland

Kardinal Christoph Schönborn besucht vom 1. bis 3. Juli als Gesandter des Papstes Weißrussland, um an den Feierlichkeiten zum 25-Jahr-Jubiläum der Erzdiözese Minsk-Mohilev teilzunehmen.

Neuer Superintendent  für NÖ

Die evangelische Diözese Niederösterreich hat einen neuen Superintendenten: Der 39-jährige aus Bayern gebürtige Lars Müller-Marienburg, seit sechs Jahren Pfarrer in Innsbruck, ein gebürtiger Bayer, wurde am 18. Juni in St. Pölten im fünften Wahlgang gewählt.

Konzil: Keine Fasten-Erleichterungen

Das orthodoxe Konzil auf Kreta hat am 22. Juni das Thema „Die Wichtigkeit des Fastens und seine Anwendung heute“ behandelt , wie das Konzilssekretariat mitteilte.

Syrisch-orthodoxer Patriarch entkommt knapp Attentat

Der Patriarch der syrisch-orthodoxen Kirche, Mar Ignatius Aphrem II., ist offenbar knapp einem Anschlag entkommen.

Göttweiger Abt: Kurz-Kritiker sind „kurzsichtig“

Unterstützung für die Flüchtlingspolitik von Minister Sebastian Kurz hat der Göttweiger Abt Columban Luser signalisiert.

Küberl nimmt Abschied und zieht Bilanz über 22 Jahre Caritas

Die Caritas muss sich immer zugleich um konkrete Not kümmern wie auch deren strukturelle Ursachen aufzeigen. Da-rauf hat Direktor Franz Küberl am 24. Juni bei der Präsentation des Jahresberichts 2015 der Caritas Steiermark hingewiesen.

Überraschungen in Jerusalem

Papst Franziskus hat den altersbedingten Rücktritt des Jerusalemer Patriarchen Fouad Twal (75) angenommen. Zugleich ernannte er den früheren Kustos der Franziskaner im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa (51), zum Erzbischof und Apostolischen Administrator während der Sedisvakanz.

Jesuit: „Brexit“ kann Neustart Europas beschleunigen

Das britische Votum für den EU-Austritt könnte dazu beitragen, dass die EU eines Tages zu einer „radikalen Umkehr“ findet und einen Neustart wagt.

Philippinische Bischöfe warnen vor Selbstjustiz

Die Bischofskonferenz der Philippinen zeigt sich besorgt über eine wachsende Zahl von Morden an mutmaßlichen Drogendealern. Verdächtige zu ermorden, sei moralisch falsch.

Unruhe in melkitischer Kirche

Weil 12 von 22 Bischöfe fernblieben, hat der melkitische Patriarch Gregorios III. Laham (82) die jährliche Bischofssynode im Libanon verschoben.

Vatikan weist Spekulationen um chinesischen Bischof zurück

Der Vatikan war eigenen Angaben zufolge nicht über das „Reuebekenntnis“ eines unter Hausarrest stehenden chinesischen Bischofs gegenüber der vom Regime in Peking kontrollierten Katholischen Patriotischen Vereinigung (CPCA) informiert.

Deutsche Kirchensteuereinnahmen 2015 auf Rekordniveau

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben 2015 so viel Kirchensteuern erhalten wie noch nie.

Papst bekennt bei Treffen mit Studenten Zeit des Glaubenszweifels

Papst Franziskus hatte nach eigenen Worten immer wieder Glaubenszweifel. Oft habe er religiöse Krisen erlebt, „als Jugendlicher, Seminarist, Priester, Ordensmann, Bischof und Papst“, sagte er beim Besuch eines römischen Studienkollegs.

Armenien: Papst ärgert Türkei und spricht erneut von „Völkermord“

Schon zum Auftakt seiner mit Spannung erwarteten Reise nach Armenien hat Papst Franziskus am 24. Juni von einem „Völkermord“ gesprochen.

Papst: Amtsverzicht Benedikts XVI. ist Lehrstück für die Kirche

Benedikt XVI. hat mit seinem Rückzug nach den Worten von Papst Franziskus ein Lehrstück für die Kirche gegeben.

Spaemann: Papst belastet Kirche

Die katholische Kirche ist durch Konflikte an der Kirchenspitze nicht grenzenlos belastbar, hat der deutsche Philosoph Robert Spaemann in einem weiteren kritischen Beitrag zum Papstdokument „Amoris laetitia“ gewarnt.

Brasilianische Kleinstadt baut riesige Heiligenstatue

Die südbrasilianische Kleinstadt Imbituba will Rio de Janeiros weltberühmte Christus-Statue in den Schatten stellen.

Flüchtlingshotspot Libyen: Sant’Egidio hilft

Die italienische katholische Basisgemeinschaft Sant’Egidio, die vor allem in der Friedens- und Flüchtlingsfrage ein wichtiger Partner des Vatikan ist, hat eine neue Initiative im Blick auf den Flüchtlingshotspot Libyen gestartet.

15.000 Menschen bei „Marsch für Jesus“

Außenminister Sebastian Kurz hat den christlichen Kirchen in Österreich für ihr gesellschaftliches Engagement gedankt und den Beitrag der Kirchen in der Asylhilfe und Integration unterstrichen.

Retz / Znaim: Festival „Offene Grenzen“

Vom 7. bis 24. Juli sind die Weinstadt Retz und das benachbarte mährische Znaim / Znojmo erneut Schauplatz des international renommierten Festivals der „Offenen Grenzen“.

Brand von Barockbeichtstuhl mit Weihwasser gelöscht

In der Kathedrale von St. Gallen haben zwei Touristen einen brennenden Beichtstuhl mit Weihwasser gelöscht.

Leitartikel

Auf eigenen Wunsch

Abweichungen der Kirche von Jesus von Nazareth tragen mitunter auch kabaretthafte Züge. Jesus forderte seine Freunde auf, sich nicht Meister nennen zu lassen: „Nur einer ist euer Meister, ihr alle seid Brüder.“ Die Kirche aber hat es verstanden, eine Vielklassengesellschaft zu schaffen mit Titeln ohne Zahl.
Viele Priester belohnt der Bischof in einem bestimmten Alter mit dem Titel „Geistlicher Rat“, ihren Rat sucht er freilich nie.
Nächste Stufe: „Konsistorialrat“. Vor Jahrzehnten war ein Uni-Professor der Bibelwissenschaften hocherfreut, als ihm sein Bischof diesen Titel verlieh. Er eilte ins Bischofshaus, um zu danken. Der Portier erklärte ihm, das ginge jetzt nicht, der Bischof sei im Konsistorium. Enttäuscht zog er wieder heim – mit der Erkenntnis, dass sein Titel Schall und Rauch war.
Dieser Tage ließ eine Meldung aus Rom lachen: „Vier Kardinäle rücken auf eigenen Wunsch in die nächsthöhere Dienstklasse auf. Papst Franziskus gab den Anträgen der sogenannten Kardinaldiakone statt, in die Gruppe der Kardinalpriester zu wechseln.“ Die Männer zwischen 80 und 92 Jahren, die Angesichts des Todes diesen offenkundig seligmachenden Wunsch hegten, waren frühere Präfekten der Glaubens- bzw. Ordenskongregation, ein  ehemaliger Chef einer Basilika und ein Bibelwissenschaftler.
Warum nur ist indisches Kasten- und Klassendenken so anziehend? Warum nicht auch Denken aus dem Westen Asiens?

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Jes 66, 10-14c

Wie ein Strom leite ich den Frieden zu ihr

Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr über sie traurig wart. Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mütterlichen Reichtum! Denn so spricht der Herr: Seht her: Wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr und den Reichtum der Völker wie einen rauschenden Bach. Ihre Kinder wird man auf den Armen tragen und auf den Knien schaukeln. Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch; in Jerusalem findet ihr Trost. Wenn ihr das seht, wird euer Herz sich freuen, und ihr werdet aufblühen wie frisches Gras. So offenbart sich die Hand des Herrn an seinen Knechten.

 

Zweite Lesung:   Gal 6, 14-18

Ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib

Schwestern und Brüder!
Ich will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. Denn es kommt nicht darauf an, ob einer beschnitten oder unbeschnitten ist, sondern darauf, dass er neue Schöpfung ist. Friede und Erbarmen komme über alle, die sich von diesem Grundsatz leiten lassen, und über das Israel Gottes. In Zukunft soll mir niemand mehr solche Schwierigkeiten bereiten. Denn ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib. Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn, sei mit eurem Geist, meine Brüder. Amen.

 

Evangelium:   Lk 10, 1-12.17-20

Der Friede, den ihr dem Haus wünscht, wird auf ihm ruhen

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.
Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.
Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.

 

Gedanken zum Sonntag

Elfriede Harth
Suchende, Lernende, Hoffende
Frankfurt, BRD

Werkzeuge Gottes

Gottes Botschafterinnen und Botschafter sind Friedensbringer_innen. Sie werden ausgesandt zu zweit. Denn Christentum ist nur in Gemeinschaft möglich, nicht in der Vereinzelung. „Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, werde ich mitten unter Euch sein“. Sie sollen Wegbereiter_innen sein. Erntehelfer_innen. Gesät wurde bereits. In die Herzen der Menschen wurde Sehnsucht gesät, Sehnsucht nach innerem und äußerem Frieden. Nach Harmonie, nach gegenseitiger Achtung, gegenseitiger Fürsorge und Liebe. Diese Sehnsucht will gestillt werden. Es gibt viel Arbeit, aber nur wenige sind zum Arbeiten bestellt worden. Die Ausgesandten sollen mit leeren Händen auf Wanderschaft gehen. Es kommt nämlich nur auf sie selbst an und auf die frohe Botschaft, die sie bringen.
Drei Dinge sollen die Ausgesandten tun: Erstens sollen sie nicht wählerisch sein, sondern im ersten Haus einkehren, das sie aufnimmt. Und dort sollen sie zweitens bleiben, denn überall ist Bedarf. Sie sollen nichts fordern, aber annehmen, was ihnen gegeben wird. Denn wer empfängt, will auch geben und soll geben können. Und drittens sollen sie Kranke heilen. Denn Jesus wurde nicht zu den Gesunden geschickt, sondern zu den Kranken und Bedürftigen.
Die Ausgesandten sollen ihre Botschaft nicht mit Gewalt überbringen, denn sie sind wie Schafe unter den Wölfen. Es steht ihnen nicht an, über Menschen zu richten. Das wird Gott selbst besorgen. Und sie sollen nicht dem Hochmut verfallen, wenn sie Erfolg zu haben scheinen, und sich  als etwas Besonderes dünken. Sie haben nicht gesät. Sie können aus sich heraus nichts bewirken. Sie sind nur Werkzeuge Gottes, Wegbereiter_innen. Aber Gott hat sie bei ihrem Namen gerufen und  sie sind Gottes Ruf gefolgt.

 

Information

Nach 52 Jahren wurde in Kolumbien Waffenstillstand vereinbart
Papst will an Unterzeichnung des Friedensvertrags teilnehmen

Mit großer Freude haben Papst Franziskus und die Kirche in Kolumbien auf die Ankündigung des Waffenstillstandes im Land reagiert. Die katholische Kirche hat seit Beginn 2012 die Friedensgespräche begleitet. Franziskus hatte im Februar gesagt, er wolle 2017 zur Unterzeichnung des Friedensvertrags nach Kolumbien reisen.

Präsident Juan Manuel Santos und die Spitze der Guerilla-Organisation FARC hatten sich am 22. Juni  auf einen bilateralen Waffenstillstand geeinigt, der in einen Friedensvertrag münden soll. Anschließend soll das kolumbianische Volk per Referendum über die ausgehandelten Konditionen abstimmen.
Unterzeichnet wurde der Waffenstillstand von Santos, FARC-Chef Timoleon Jimenez sowie Vertretern Kubas und Norwegens am 23. Juni in Havanna, wo seit drei Jahren die Verhandlungen stattfinden.
Kolumbiens Bürgerkrieg zwischen der Regierung und der linksgerichteten FARC-Guerilla ist der längst andauernde Krieg der Gegenwart. Die seit 1964 andauernden Kämpfe haben über 250.000 Menschenleben gekostet und 6,9 Millionen Binnenflüchtlinge hinterlassen.

Küberl nimmt Abschied und zieht Bilanz über 22 Jahre Caritas

Die Caritas muss sich immer zugleich um konkrete Not kümmern wie auch deren strukturelle Ursachen aufzeigen. Da-rauf hat Direktor Franz Küberl am 24. Juni bei der Präsentation des Jahresberichts 2015 der Caritas Steiermark hingewiesen.

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Caritas-Direktor Franz Küberl.

Der ehemaliger Präsident der Caritas Österreich (1995-2013) steht seit 1994 an der Spitze der Caritas Steiermark, Ende August übergibt er seine Funktion an den bisherigen Wirtschaftsdirektor der Diözese Graz-Seckau, Herbert Beiglböck.
Bereits zuvor hatte Küberl in einem Interview mit der „Kleine Zeitung“ Bilanz über seine Zeit als Grazer Caritas-Direktor gezogen. Er sei immer wieder auf Helfende, Freiwillige und Spender gestoßen, „die vielleicht nie die Türschwelle eines Ordinariates übertreten würden, aber ihre Gläubigkeit durch ihr tätiges Mitwirken in der Caritas bezeugen“.
Die Caritas sei somit auch „untrennbar Kirche“, wies Küberl hin. Die Caritas tue sich insofern leichter, als sie „nicht die ganze Kirchenlehre von zweitausend Jahren und jede Regel, sei sie noch so fragwürdig, mit in den Rucksack packen“ müsse und wolle: „Für uns ist wichtig, dass die Bergpredigt und der barmherzige Samariter im Gepäck sind.“

Vatikan weist Spekulationen um chinesischen Bischof zurück

Der Vatikan war eigenen Angaben zufolge nicht über das „Reuebekenntnis“ eines unter Hausarrest stehenden chinesischen Bischofs gegenüber der vom Regime in Peking kontrollierten Katholischen Patriotischen Vereinigung (CPCA) informiert.

Der Heilige Stuhl sei erst durch Medienberichte auf den Blogeintrag des Schanghaier Bischofs Thaddeus Ma Daqin aufmerksam geworden, in dem der 47-Jährige seinen Austritt aus der CPCA bereute, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi mit. Indirekt wies er so auch Spekulationen über eine Abmachung mit China zur Freilassung des unter Hausarrest stehenden Weihbischofs zurück.

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Bischof Thaddeus Ma Daqin.

Zuvor hatte der emeritierte Hongkonger Erzbischof Kardinal Joseph Zen „ein Schweigen des Vatikan“ zu dem verstörenden Zwangs-Schuldbekenntnis des bisher couragiert agierenden Schanghaier Bischofs kritisiert.

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Kardinal Josef Zen.

Ma hatte die Patriotische Vereinigung zum Tag seiner von Rom anerkannten Weihe am 7. Juli 2012 verlassen und war seitdem unter Hausarrest gestanden, so dass er sein Amt als Weihbischof-Koadjutor nicht ausüben konnte. Am 12. Juni dieses Jahres hatte der Bischof überraschend auf seinem Blog erklärt, er habe bei seinem Austritt unter äußerer Beeinflussung gehandelt und unzutreffenden Vorwürfen gegen die CPCA geglaubt. Heute wisse er um den konstruktiven Beitrag der Vereinigung für das kirchliche Leben.

15.000 Menschen bei „Marsch für Jesus“

Außenminister Sebastian Kurz hat den christlichen Kirchen in Österreich für ihr gesellschaftliches Engagement gedankt und den Beitrag der Kirchen in der Asylhilfe und Integration unterstrichen.

„Gerade die christlichen Gemeinden sind jene, die für die neu Ankommenden einen Anker darstellen und einen Ort der Geborgenheit bieten und dazu beitragen, dass diese Menschen in die Gesellschaft hineinfinden.“
Kurz sprach am 18. Juni auf dem Wiener Heldenplatz im Rahmen des „Marsches für Jesus“, an dem über 15.000 Menschen teilgenommen hatten.

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Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Als eine besondere Herausforderung für Österreich und ganz Europa bezeichnete Kurz die weltweite Verfolgung von Menschen aufgrund ihres Glaubens. Rund 100 Millionen Christen litten weltweit unter Verfolgung, so Kurz: „Da dürfen wir in Österreich und in Europa nicht wegsehen“.