Inhalt der gedruckten Ausgabe 25/2017

Leitartikel

Warum nur Firmalter diskutieren?

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Stefan Wedra
Personalberater
Salurn, Italien

Information

Vorarlberg prescht vor und hebt Firmalter auf 17 Jahre an

Die Diözese Feldkirch will das Firmalter von bisher mindestens zwölf auf 17 Jahre anheben. Das neue Konzept für das Firmsakrament ist in einem zweijährigen Prozess entwickelt worden und soll in den nächsten zehn Jahren diözesanweit umgesetzt werden.

Umfrage: Die Franzosen sehen ihre Priester überaus positiv

Das positive Bild des Priesters in Frankreichs Gesellschaft hat sich durch den Missbrauchsskandal 2016 offenbar nicht verändert. Das geht aus einer zu Pfingsten von der Zeitung „La Croix“ veröffentlichten Umfrage hervor.

Vier Diözesen ohne Priesterweihe

In Österreich werden nach Kathpress bisher vorliegenden Angaben in diesem Jahr zumindest 18 Männer, die wesentliche Teile ihrer Priesterausbildung hierzulande absolviert haben, zu katholischen Priestern geweiht.

Kiew: Kardinal Husar verstorben

Kardinal Lubomyr Husar, von 2001 bis 2011 Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche, ist im 85. Lebensjahr nach schwerer Krankheit in Kiew gestorben.

US-Kardinal wirft Trump „moralisches Versagen“ beim Klima vor

In ungewöhnlicher Schärfe hat ein prominenter US-Kardinal den von Präsident Donald Trump angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen kritisiert.

Mönche in Italien verkaufen „Erdbeben-Bier“

Benediktinermönche im italienischen Norcia haben am 3. Juni ein „Erdbeben-Bier“ auf den Markt gebracht.

„Nachbar in Not“ bittet um Spenden für Hungernde in Afrika

Um Hilfe für hungernde Menschen in Afrika im Rahmen der angelaufenen ORF-Hilfsaktion „Nachbar in Not“ hat die Caritas Österreich gebeten.

Ökumene: Papst plädiert für „Einheit in Verschiedenheit“
„Von charismatischer Bewegung geht Strom der Gnade aus“

Papst Franziskus hat sich zu Pfingsten zu einer „Einheit in der Verschiedenheit“ der Christen bekannt.

Polens Bischöfe lehnen Kommunion für Wiederverheiratete ab

In der Diskussion um die Auslegung des Papstschreibens „Amoris laetitia“ in Bezug auf wiederverheiratete Geschiedene haben Polens Bischöfe eine Entscheidung getroffen.

Konservative Anglikaner ernennen „Missionsbischof für Europa“

Das konservative anglikanische Netzwerk GAFCON (Global Anglican Future Conference) hat einen „Missionsbischof“ für Europa ernannt. Die Maßnahme erfolgte als Reaktion auf den Beschluss der schottischen Anglikaner vom 8. Juni, die Ehe für gleichgeschlechtliche Partner zu öffnen, wie britische Medien berichten.

Nicaraguanischer Priester und Minister Miguel d’Escoto gestorben

Der prominente nicaraguanische Befreiungstheologe, Priester und Politiker Miguel d’Escoto Brockmann ist am 8. Juni im Alter von 84 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Mangua gestorben. Das meldete die vatikannahe Blogseite „il Sismographo“.

Neuer Bischofs-Mord in Kamerun

In der Causa des ungeklärten Mordes am Bischof von Bafia in Kamerun, Jean-Marie Benoit Balla, gibt es eine Reihe ähnlicher Fälle im Land in den vergangenen Jahrzehnten. Darauf macht die katholische Nachrichtenplattform „Aleteia“ aufmerksam.

Ethnischer Streit um Bischof in Nigeria

Auf außergewöhnlich scharfe Weise hat Papst Franziskus in den Leitungsstreit  in der nigerianischen Diözese Ahira eingegriffen. Er verlangt nun von jedem der rund 70 Priester der Diözese eine persönliche Loyalitätserklärung. Wer nicht binnen 30 Tagen ein entsprechendes Schreiben an den Papst sende, werde suspendiert.

Ablehnung für bundesweite Beratungsstelle für ungewollt Schwangere

Die Lebensschutzorganisation „Aktion Leben“ kritisiert die am 7.Juni im Parlament gefallene Entscheidung gegen die Schaffung einer bundesweiten Beratungsstelle für ungewollt Schwangere. Die Diskussion um zusätzliche Schwangerenberatungsstellen zeige aber, „dass Schwangerenberatung grob unterschätzt wird und Fachkenntnis fehlt“, erklärte die Generalsekretärin der Organisation, Martina Kronthaler, in einer Reaktion.

Schwertner: Flüchtlingsstudie bestätigt Erfahrungen der Caritas

Die Caritas sieht sich durch eine am 6. Juni veröffentlichte Studie des Meinungsforschungsinstitutes SORA bestätigt, wonach sich die Einstellung der Wiener zu Flüchtlingen im Verlauf der vergangenen Monate deutlich zum Positiven verändert hat.

Kein Pauschalverdacht gegen getaufte Flüchtlinge

Der Fall des Afghanen, der nach jahrelanger verbüßter Haftstrafe von Deutschland nicht abgeschoben wurde, weil er sich im Gefängnis taufen ließ, und dann in einer Flüchtlingsunterkunft ein Kind erstach, lässt in Deutschland die Wogen hoch gehen.

Aleppo: Erste christliche Flüchtlinge kommen zurück

Zigtausende Christen sind in den vergangenen Jahren aus der nordsyrischen Stadt Aleppo geflohen. Nun sind 15 christliche Familien aus Frankreich, Deutschland und Venezuela nach Aleppo zurückgekehrt, wie die syrische Ordensfrau Annie Dermerijan gegenüber „Kathpress“ berichtete.

4.500 Ministranten bei Großtreffen in Wien und Lilienfeld

Zu den beiden „Minitagen“ der Diözesen Wien und St. Pölten – zwei großen Festen für alle Ministrantinnen und Ministranten – sind am Pfingstdienstag insgesamt über 4.500 Kinder nach Wien-Kalksburg und Lilienfeld gekommen.

Restaurierungen der größten Katakomben Roms abgeschlossen

Nach mehrjähriger Restaurierung sind die Domitilla-Katakomben in Rom am 30. Mai der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Im Zuge der Arbeiten kamen zahlreiche Gemälde aus dem 3. und 4. Jahrhundert unter Ablagerungen wieder zum Vorschein.

Vatikan-Bibliothek vernetzt digitale Handschriftenbestände

Die Vatikanische Bibliothek hat einen weiteren Schritt für die wissenschaftliche Nutzung ihrer einzigartigen Handschriftenbestände vollzogen.

Kirchliche Erwachsenenbildung: 750.000 Teilnehmer

Die Zahl der Erwachsenenbildungsveranstaltungen im kirchlichen Umfeld ist 2016 neuerlich angestiegen.

350.000 Besucher bei der „Langen Nacht der Kirchen“

Rund 350.000 Menschen haben nach ersten Schätzungen der Veranstalter am Freitagabend an der bundesweiten „Langen Nacht der Kirchen“ teilgenommen.

Leitartikel

Warum nur Firmalter diskutieren?

Dank der Diözese Vorarlberg ist die Diskussion um Firmalter und -vorbereitung neu angefacht worden. Wichtiger wäre freilich eine um Taufalter und -vorbereitung.
„Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt.“ So die letzten Worte des Herrn vor seiner Aufnahme in den Himmel.
Ursprünglich wurden nur Erwachsene, die ihren Glauben bekannten, getauft. Bald kamen Kinder hinzu – auf Grund des Glaubens ihrer Eltern. Und aus „Heilsnotwendigkeit“.
Ungetauft gestorbene Kinder durften lange nicht ins Familiengrab, sondern mussten an extra ausgewählten Plätzen begraben werden.
Persönlicher Glaube und Taufe gehören zusammen. Darauf bestehen viele Freikirchen und taufen nur Erwachsene. Im völligen Gegensatz dazu gewisse katholische Bischöfe: Sie erlauben sogar die Taufe von Kindern nichtkatholischer, ja nach dem Austritt der Kirche dieser sogar abgeneigter Eltern, so sich nur irgendein – in der Realität oft bedeutungsloser – katholischer Pate finden lässt.
Die nach dem Konzil eingeführten Taufgespräche sind gut und hilfreich, jedoch zu wenig. Die Eltern versprechen, ihre Kinder im Glauben zu erziehen.
In der Praxis heißt das nicht selten: Sie erlauben später gnädig, dass das Kind zur Erstkommunion geht. Andere Kirchenbesuche vorher oder nachher sind nicht miteinbegriffen.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Ex 19, 2-6a

Ihr sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören

In jenen Tagen kamen die Israeliten in die Wüste Sinai. Sie schlugen in der Wüste das Lager auf. Dort lagerte Israel gegenüber dem Berg. Mose stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der Herr vom Berg her zu: Das sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden: Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe. Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.

 

Zweite Lesung:   Röm 5, 6-11

Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod des Sohnes, werden wir erst gerettet werden durch sein Leben

Schwestern und Brüder!
Christus ist schon zu der Zeit, da wir noch schwach und gottlos waren, für uns gestorben. Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben; vielleicht wird er jedoch für einen guten Menschen sein Leben wagen. Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir durch ihn erst recht vor dem Gericht Gottes gerettet werden. Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Gottes Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch sein Leben. Mehr noch, wir rühmen uns Gottes durch Jesus Christus, unseren Herrn, durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.

 

Evangelium:   Mt 9, 36 – 10, 8

Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und sandte sie aus

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

 

Gedanken zum Sonntag

Stefan Wedra
Personalberater
Salurn, Italien

Es gäbe genug Arbeiter

„Die Ernte ist groß, aber es gibt wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.“ Selten stößt ein Satz so bitter auf!
Früher war die Kirche im Dorf. Die Pfarrer waren Personen an denen man sich orientieren oder auch reiben konnte. Die Sonntagsmesse war ein fester Termin im Dorfleben, bei dem Messdiener, Lektoren, Kommunionhelfer mit eingebunden waren. Heute Seelsorgsbereiche, Wortgottesdienste, Helikopterpriester mit wenig Zeit für Seelsorge und eigene Spiritualität.
Auf dem Tag der geistlichen Berufe in Brixen fühlen viele sich angesprochen. Doch 90 % der Interessierten sind junge Frauen. Aber wer darf im priesterlichen Dienst tätig sein? Die Gebete werden erhört und doch wird nichts draus gemacht.
Aufgrund des Priestermangels wendet man sich sogar von der Mess-Spiritualität ab, um Wortgottesdienste einzuführen. Da kann man doch gleich evangelisch werden. Bewährte Pfarrstrukturen werden zu neuen Sozialräumen zusammengefasst, um Priester zu „sparen“. Das ist herumdoktern an Symptomen. Grundproblem ist die vertikale Häresie in der römisch-katholischen Kirche. Die Basis fordert Abhilfe, die Hierarchie hält am zölibatären Mannpriestertum fest.
Es gibt bestimmt kein zurück zur Klerikerkirche, denn die neuen Entfaltungsbereiche für Laien sind immens wichtig. Doch die Eucharistiefeier muss als Mittelpunkt der Gemeinden erhalten bleiben. Das Beispiel anderer Kirchen zeigt: Es gäbe genug Arbeiter, wenn man Frauen und Nichtzölibatäre zum priesterlichen Dienst zuließe. Alles andere ist Sünde.

 

Information

Vorarlberg prescht vor und hebt Firmalter auf 17 Jahre an

Die Diözese Feldkirch will das Firmalter von bisher mindestens zwölf auf 17 Jahre anheben. Das neue Konzept für das Firmsakrament ist in einem zweijährigen Prozess entwickelt worden und soll in den nächsten zehn Jahren diözesanweit umgesetzt werden.

Bereits jetzt haben 14 Vorarlberger Pfarren die „Firmung 17+“ eingeführt, erklärte Pastoralamtsleiter Martin Fenkart in einer Aussendung. „Mit älteren Jugendlichen ist eine reifere Auseinandersetzung mit dem Glauben auf Augenhöhe und freie Meinungsbildung möglich und wir können die jungen Menschen in einer wichtigen Lebensphase begleiten.“


Firmung 2017 in Pauorf-Göttweig.
Foto: Michael Burchhart.

Neues Firmkonzept: Fünf Säulen
Der Weg zur Firmung verlief in Vorarlberg bisher sehr unterschiedlich, „es gab viele verschiedene Konzepte der Firmvorbereitung“, so Fenkart. Diese sollen nun zusammengeführt werden. Unter großer Beteiligung von Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarren wurde in den letzten zwei Jahren ein neues Firmkonzept entwickelt, das für gemeinsame theologische Schwerpunkte und inhaltliche Orientierungen steht.
Angelehnt ist das neue Konzept an fünf Säulen, zu denen nicht nur das Christsein in Gemeinschaft und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben gehören. Auch die eigene Originalität, spirituelle Erfahrungen und soziales Engagement stehen im Vordergrund.

Große Unterschiede
Das Mindestalter von Firmlingen ist in Österreichs Diözesen sehr unterschiedlich: In Innsbruck, Linz und St. Pölten 12, in Eisenstadt und Klagenfurt 13, in Wien und Graz 14 Jahre. Auch in diesen Diözesen gibt es zahlreiche Pfarren mit einem höheren Firmalter und bis zu zweijährigen Vorbereitungskursen.

Ökumene: Papst plädiert für „Einheit in Verschiedenheit“
„Von charismatischer Bewegung geht Strom der Gnade aus“

Papst Franziskus hat sich zu Pfingsten zu einer „Einheit in der Verschiedenheit“ der Christen bekannt.

Der Geist Gottes selbst sei es, der die Verschiedenheit und die Einheit schaffe. In einer Messe auf dem Petersplatz nannte der Papst es eine „Versuchung“, eine Einförmigkeit in der Kirche herstellen zu wollen, in der alle alles „gleich zu machen und immer in derselben Weise zu denken“ hätten. Dann gäbe es keine Freiheit mehr, warnte er vor zehntausenden Gottesdienstteilnehmern.


Papst Franziskus.

Gott bewirke „einfallsreich und unvorhersehbar“ Unterschiede in der weltweiten Kirche. Zu jeder Zeit lasse er neue und vielfältige Geistesgaben aufblühen. Christen sollten um die Gnade bitten, eine Einheit anzunehmen, die über persönliche Vorlieben hinausgehe, so der Papst. Die Kirche müsse ein „einladendes und offenes Haus“ sein.
An dem Gottesdienst auf dem Petersplatz nahmen mehrere zehntausend Katholiken aus aller Welt teil. Mit der Messe endete zugleich ein mehrtägiges Treffen der katholischen Charismatischen Erneuerung, die in Rom ihr 50-jähriges Bestehen feierte.
Ähnlich wie entsprechende freikirchliche und evangelische Gemeinschaften betont sie das Wirken des Heiligen Geistes in den einzelnen Gläubigen.

Ära der Märtyrer
Mit zehntausenden Christen unterschiedlicher Konfessionen hat Papst Franziskus am Tag zuvor ein Abendgebet zum Pfingstfest gefeiert. Dabei betonte er, gegenwärtig würden mehr Christen ihres Glaubens wegen getötet als in der Antike. Er sprach von einer „Ökumene des Blutes“.
Die Entstehung der charismatischen Bewegung nannte der Papst ein ökumenisches Ereignis. Von dort sei ein „Strom der Gnade“ ausgegangen. Die Art des charismatischen Gebets gefalle nicht jedem, aber sie füge sich „voll in die biblische Tradition ein“. Niemand solle sich schämen, Gott zu preisen. Taufe, Gotteslob und Dienst für andere gehörten zusammen, betonte Franziskus. Auch er selbst stimmte bei der abendlichen Feier immer wieder in die eingängigen Lieder ein.

Förderer der charismatischen Bewegung
Franziskus hatte sich schon in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires der charismatischen Bewegung geöffnet. In Lateinamerika stellen Pfingstkirchen zugleich eine wachsende Konkurrenz für die katholische Kirche dar.
Der päpstliche Hausprediger Raniero Cantalamessa nannte bei dem Treffen die charismatische Bewegung einen Weg zur Einheit der Christen. Wenn der Heilige Geist in Millionen Gläubigen unterschiedlicher Kirchen wirke, könne man ihnen nicht das Christsein absprechen.


Hausprediger Raniero Cantalamessa.

„In den Augen der Welt sind wir eins“
Ein einendes Element sei auch das „gemeinsame Martyrium für Christus“, so Cantalamessa. Christen würden „nicht verfolgt und getötet, weil sie Katholiken, Anglikaner, Pentekostale oder etwas anderes sind, sondern weil sie Christen sind“, sagte der Kapuzinerprediger. „In den Augen der Welt sind wir schon eins, und es ist eine Schande, wenn wir es nicht wirklich sind“, betonte er.
Der evangelikale Pastor Giovanni Traettino nannte die Wahl von Franziskus zum Papst eine Wende im Verhältnis der katholischen Kirche zu den evangelikalen Gemeinschaften. Christus habe „nur eine Braut“, die eine Kirche, sagte der italienische Geistliche.
Franziskus hatte ihn und seine Gemeinde in Caserta 2014 eigens besucht.


Pastor Giovanni Traettino.

Schwertner: Flüchtlingsstudie bestätigt Erfahrungen der Caritas

Die Caritas sieht sich durch eine am 6. Juni veröffentlichte Studie des Meinungsforschungsinstitutes SORA bestätigt, wonach sich die Einstellung der Wiener zu Flüchtlingen im Verlauf der vergangenen Monate deutlich zum Positiven verändert hat.

Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, sieht dadurch „belegt, was wir auch als Caritas seit jeher erfahren“: Dass nämlich „dort, wo Begegnung stattfindet, Vorurteile abgebaut“ würden. „Wo das Gegenüber ein konkretes Gesicht erhält, ist der Mut größer als die Angst“, so Schwertner gegenüber der „Kathpress“. An vielen dieser Begegnungsorte auf dem Gebiet der Erzdiözese Wien würden Zuversicht und Zusammenhalt wachsen.


Generalsekretär Klaus Schwertner.

Akzeptanz in Wien stark gestiegen
Bei der SORA-Studie wurden insgesamt 1.600 Personen befragt, wobei 600 in der Nähe von ausgewählten Flüchtlingsquartieren wohnten. Verglichen wurden dabei die Werte vor der Eröffnung dieser Einrichtungen mit jenen nach der Inbetriebnahme. Demnach hat sich die Akzeptanz laut Studienautor Bernhard Hoser schlagartig gebessert: „Die Situation hat sich nach der Eröffnung sehr schnell beruhigt“, zitierte ihn die APA am Mittwoch. Waren zuvor insgesamt nur 44 Prozent für die Einrichtung einer Unterkunft in ihrer unmittelbaren Nähe, kletterte die Zustimmung danach auf 69 Prozent. Dem entsprechend sank die Ablehnung, wobei anfangs 22 Prozent der Anrainer dagegen waren, später nur mehr 14 Prozent. Im Jahr 2016 haben sich allein bei der Wiener Caritas mehr als 1.100 Menschen gemeldet, um als neue Freiwillige selbst einen Beitrag für sozialen Zusammenhalt zu leisten.

4.500 Ministranten bei Großtreffen in Wien und Lilienfeld

Zu den beiden „Minitagen“ der Diözesen Wien und St. Pölten – zwei großen Festen für alle Ministrantinnen und Ministranten – sind am Pfingstdienstag insgesamt über 4.500 Kinder nach Wien-Kalksburg und Lilienfeld gekommen.

Als Höhepunkt feierten in Wien Weihbischof Stephan Turnovszky und in Lilienfeld Abt Matthäus Nimmervoll mit den Kindern einen Gottesdienst.


Messe mit Abt Matthäus Nimmervoll.
Fotos: Wolfgang Zarl.

Am Nachmittag standen jeweils an die 100 Workshops zu den Themen Spiel, Sport, Kooperation, Krea-tives und Religion auf dem Programm.
In Lilienfeld war der Minitag ein Fest der Superlative: Insgesamt verteilten die Organisatoren rund 3.500 Portionen Nudeln als Mittagessen, dazu flossen einige hundert Liter Fruchtsaft.
Rund 150 ehrenamtliche Mitarbeiter trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei, teilte die Diözese St. Pölten mit. Am Nachmittag besuchte Weihbischof Anton Leichtfried die Ministranten und kam mit ihnen bei einem kleinen Rundgang durch das Stiftsgelände ins Gespräch.


Einzug der MinistrantInnen.

Die Diözesen seien „sehr stolz auf die ehrenamtliche Arbeit tausender Buben und Mädchen jahrein, jahraus in ihren Pfarren“, erklärte Ulrich Schilling, der Leiter des Bereichs Kinder und Jugend der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten.
Diesen Einsatz sehe man jedoch gleichzeitig auch als Ansporn, besondere Veranstaltungen und Angebote zu setzen. Der „Minitag“ sei mittlerweile ein Fixpunkt für viele Ministrantengruppen geworden. Die in der Diözese St. Pölten bereits 1997 gestartete Veranstaltung solle den Kindern „Wertschätzung und Dank“ für ihren Dienst vermitteln.