Inhalt der gedruckten Ausgabe 25/2016

Leitartikel

Einsetzen wichtiger als Absetzen

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Eleonore Rosenberg
Studienrätin i.R.
Heilbronn, Deutschland

Information

Papst führt Dienstaufsichtsverfahren für Bischöfe ein

Nach einem päpstlichen Überraschungsdekret müssen Diözesanbischöfe, aber auch gleichrangige Amtsträger und Ordensobere, im Fall von Aufsichtspflichtvergehen mit ihrer Absetzung rechnen. Der neue Erlass tritt am 5. September in Kraft.

Papst stellt Maria Magdalena den Aposteln gleich

Maria Magdalena wird liturgisch aufgewertet: Ihr „gebotener Gedenktag“ am 22. Juli wird künftig in der ganzen römisch-katholischen Kirche als „Fest“ eingestuft.

Alaba eröffnet EM mit Bibeltweet

Österreichs Superstar in der Fußball-Nationalelf, David Alaba, hat die Europameisterschaft in Frankreich in den Sozialen Medien mit einem Bibelvers „eröffnet“.

Orthodoxes Konzil steht auf der Schneide

Die Abhaltung des Panorthodoxen Konzils von 19. bis 26. Juni auf Kreta wird immer unsicherer.

Ehenichtigkeitsverfahren: Papst ermahnt Italiens Bischöfe

In einem ungewöhnlichen Schritt hat Papst Franziskus Italiens Bischöfe schriftlich zu einer zügigen und einheitlichen Anwendung der neuen Vorschriften für beschleunigte Ehenichtigkeitsverfahren aufgefordert.

Stift Zwettl unter neuer Leitung

Das Stift Zwettl steht seit 31. Mai unter einer neuen Führung: P. Albert Filzwieser (70) wurde zum neuen Oberen des Klosters gewählt.

Caritas fordert mehr Aufmerksamkeit für Ukraine-Konflikt

Der Präsident der ukrainischen Caritas, Andrij Waskowycz, hat mehr Aufmerksamkeit für die andauernden Kämpfe im Osten des Landes gefordert.

Heiliges Jahr: Zahl der Rompilger stark gestiegen

Nach den Anlaufschwierigkeiten der ersten Monate zieht das Heilige Jahr der Barmherzigkeit jetzt immer mehr Pilger an, berichtete Radio Vatikan.

Erwachsenentaufen: Erzdiözese Wien bestätigt Fälle von Bedrohung

Die Leiterin des Erwachsenenkatechumenats der Erzdiözese Wien, Friederike Dostal, hat eine fallweise Bedrohung von Muslimen bestätigt, die konvertieren wollen.

Templeton-Preisträger Sacks: Ende Europas durch Geburtenkollaps

Der ehemalige britische Großrabbiner Jonathan Sacks (68) rechnet wegen der Kinderlosigkeit in den westlichen Gesellschaften mit dem Ende der europäischen Zivilisation.

Lettische Lutheraner schaffen Frauenordination wieder ab

Die evangelisch-lutherische Kirche Lettlands (ELKL) hat die Frauenordination offiziell abgeschafft.

330.000 Besucher bei „Langer Nacht der Kirchen“

3.000 Veranstaltungen, 800 teilnehmende Kirchen und 330.000 Besucher. Diese Bilanz zogen die Verantwortlichen der „Langen Nacht der Kirchen“, die heuer bereits zum zwölften Mal stattfand.

Malawi: Islamisierung bedroht Christen

„In letzter Zeit ist es wiederholt zu christenfeindlichen Übergriffen bei uns gekommen. Wir beobachten eine zunehmende Radikalisierung der muslimischen Bevölkerung.“

Jakartas Gouverneur ist Christ und hebt Schulkopftuchzwang auf

Die staatlichen Schulen in Jakarta dürfen von muslimischen Schülerinnen nicht länger das Tragen von Kopftüchern verlangen.

Methodisten vertagen Entscheidung zu Homosexualität

Die weltweite evangelisch-methodistische Kirche hat Entscheidungen zur großen Streitfrage Homosexualität aufgeschoben. Eine Sonderkommission solle alle Kirchenvorschriften zur Sexualität grundsätzlich prüfen, teilte der Evangelische Pressedienst epd unter Berufung auf den methodistischen Informationsdienst mit.

Caritas ist über Außenminister Kurz  „fassungslos“

Für heftige Kritik hat der jüngste Vorstoß von Außenminister Sebastian Kurz gesorgt, Flüchtlinge bereits im Mittelmeer abzufangen und entweder in ihre Heimatländer zurückzubringen oder sie auf Inseln zu internieren, wie dies Australien seit Jahren praktiziert.

Jesuiten bauen Online-Universität für Flüchtlinge aus

Mit einem Büro in München erweitert der Jesuitenorden seine Online-Universität für Flüchtlinge.

Kirche in Polen will Flüchtlinge aus Nahost aufnehmen

Die katholische Kirche in Polen macht sich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten im eigenen Land stark.

Indische Klausurschwester als Raumfahrtstechnikerin promoviert

Ein außergewöhnliches Doktoratsstudium hat in der Vorwoche eine indische Ordensfrau abgeschlossen: Die 32-jährige Benedicta vom Heiligen Antlitz, Mitglied des Karmelordens, wurde am angesehenen „Defence Institute of Advance Technology“ in Pune nahe Mumbai als Raumfahrtsingenieurin promoviert.

Die Taufe von Joan Leo Ali

Ein Jahr lang hat sich Joan Leo ALI auf diesen Tag vorbereitet. Am Sonntag, den 5. Juni 2016 um 9.30 Uhr war es schließlich so weit: Im Rahmen einer Festmesse empfing er das Sakrament der Taufe. Umgeben war er an seinem großen Tag von den Menschen „seiner“ Pfarrgemeinde Linz – St. Peter und vielen Freundinnen und Freunden, die aus Nah und Fern angereist waren.

Katar und Vatikan digitalisieren islamische Handschriften

Arabische und islamische Dokumente aus Beständen der Vatikanischen Bibliothek sollen in Zusammenarbeit mit der Nationalbibliothek von Katar digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

25 Jahre für die Bibel in Ostmitteleuropa und in Nahost

Mehr als 600 „bibel-relevante“ Projekte in 25 Ländern Europas, Asiens und Afrikas hat die von Kardinal Franz König (1905-2004) begründeten Initiative „Biblia“ aus Spenden bis heute unterstützt. Jetzt wurde in Wien das 25-Jahr-Jubiläum der Einrichtung gefeiert.

Leitartikel

Einsetzen wichtiger als Absetzen

Papst Franziskus hat die Amtsenthebung von Bischöfen erleichtert, die ihren Pflichten nicht nachkommen.
Die Reaktionen darauf sind karnevalesk: Ein Münsteraner Kirchenrechtler fürchtet, dass damit Denunziationen „Tür und Tor“ geöffnet werden. Ein maltesischer Erzbischof freut sich, dass „ein Bischof nun das Recht habe, sich zu verteidigen, wenn eine Vatikan-Kongregation Ermittlungen gegen ihn aufnimmt.“
Bekanntlich haben Erzkonservative bislang laufend „Liberale“ in Rom denunziert. Ihre Exponenten mussten sich hingegen nie verteidigen, da sie von höchster Seite stets in Schutz genommen worden sind. Man denke an Groer, Krenn und andere.
Wer, wie einst im Fall von St. Pölten, gegen einen Bischof Protest einlegen wollte, musste dies groteskerweise über eben jenen tun, andernfalls reagierte Rom überhaupt nicht. Ergebnisse: null! Dass Krenn dann tatsächlich fiel, war nicht, weil man in Rom plötzlich des leidenden Volkes gedachte; Hintergrund waren Fraktionskämpfe unter ziemlich ähnlich Denkenden.
Noch viel wichtiger als eine Änderung der Möglichkeit zur Absetzung von Bischöfen wäre ein radikaler Schwenk zurück zum altkirchlichen Brauch bei den Einsetzungen – durch die Betroffenen selbst, nicht mittels undurchschaubarer Winkelzüge eines mafiagleichen Apparats

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Sach 12, 10-11; 13, 1

Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben

So spricht der Herr: Über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems werde ich den Geist des Mitleids und des Gebets ausgießen. Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. Sie werden um ihn klagen, wie man um den einzigen Sohn klagt; sie werden bitter um ihn weinen, wie man um den Erstgeborenen weint. An jenem Tag wird die Totenklage in Jerusalem so laut sein wie die Klage um Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo. An jenem Tag wird für das Haus David und für die Einwohner Jerusalems eine Quelle fließen zur Reinigung von Sünde und Unreinheit.

 

Zweite Lesung:   Gal 3, 26-29

Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt

Schwestern und Brüder!
Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid „einer“ in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung.

 

Evangelium:   Lk 9, 18-24

Du bist der Messias Gottes.
Der Menschensohn muss vieles erleiden

In jener Zeit als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

 

Gedanken zum Sonntag

Eleonore Rosenberg
Studienrätin i.R.
Heilbronn, Deutschland

Nachher vorher alles gewusst

Im Abstand von Jahrzehnten alles besser zu wissen muss sich in diesem Fall der Evangelist Lukas vorwerfen lassen. Ziemlich viele Für und Wider sind Jahre nach Jesu Tod besprochen und diskutiert worden. Die jungen Christengemeinden haben in ihren unterschiedlichen Traditionen Zugang zur Botschaft von Jesus, später Christus, für manche dem Messias gefunden. Und unterschiedlich ist auch, was sie von ihm halten.
Auch im 3. Jahrtausend haben die Menschen sehr unterschiedliche Zugänge zur Religion. Sie nehmen die Worte der heiligen Schriften oder der diversen Verkündigungen mehr oder weniger ernst. Manche können wenig damit anfangen, sind aber dankbar für ethische Standards. Anderen gelingt es, ihr Leben nach einer Heilsbotschaft auszurichten. Sie bietet ihnen Orientierung im Alltag, Hinwendung zu höheren Idealen, soziale Verpflichtungen, Gemeinschaft und persönliche Spiritualität.
Es muss nicht immer alles zutreffen, nicht gleichzeitig sein, alles kann sich wandeln. Tore können sich öffnen, auch wieder verschließen. Lebensereignisse können Menschen Gott finden, auch verlieren lassen. Manche werden über ihrem Glauben sprechen, andere kaum Worte finden, Erlebtes auszudrücken.
Inwieweit Jesus in diesen Religionsereignissen vorkommt, kann von keiner Kirche verordnet werden. Früher nannte man dies die „Gnade des Glaubens“ – die man weder bestellen noch kaufen kann. Wer Gottes Ruf in sein Leben lässt, muss damit rechnen, dass es umgekrempelt werden kann. In manchen Fällen werden diese Menschen zu schrankenlos Liebenden, furchtlosen Ersthelfern, Friedensaposteln, können ihr persönliches Kreuz ertragen, können anderen Mut zusprechen, das Leben umarmen oder auch verlieren. Man kann aber nie im Vorhinein wissen was kommt. Bei manchen stellt sich erst nach Jahrzehnten heraus, was geschehen ist.

 

Information

Papst führt Dienstaufsichtsverfahren für Bischöfe ein

Nach einem päpstlichen Überraschungsdekret müssen Diözesanbischöfe, aber auch gleichrangige Amtsträger und Ordensobere, im Fall von Aufsichtspflichtvergehen mit ihrer Absetzung rechnen. Der neue Erlass tritt am 5. September in Kraft.

Der nur scheinbar euphemistische Titel des Motu Proprio „Wie eine liebevolle Mutter“ zeigt die Absicht der Neuerung an, die unzweifelhaft die Handschrift von Franziskus trägt: Es geht um den Schutz der „Kleinsten und Wehrlosesten“, wie es in der Vorrede heißt. Demgegenüber wird von dem, dem viel anvertraut wurde, auch mehr verlangt – der Gedanke an das Gleichnis vom treuen und schlechten Knecht aus dem Lukasevangelium (12,35-48) drängt sich auf.

Papst Franziskus © kathbild.at/Christoph Hurnaus
Papst Franziskus.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Schutz der Kleinen
Die Aussagen zu Missbrauchsfällen in dem Erlass zogen naturgemäß die Aufmerksamkeit auf sich: Bischöfe, die beim Vorgehen gegen sexuelle Ausbeutung Minderjähriger oder schutzbedürftiger Erwachsener in gravierender Weise nachlässig arbeiten, können ihren Posten verlieren. Nun hatte Franziskus schon im Juni 2015 bei der Glaubenskongregation ein Tribunal für Bischöfe eingerichtet, die Missbrauch vertuschen und damit eine Bestrafung der Schuldigen vereiteln. Das sind jedoch unterschiedliche Dinge.
Das Gericht bei der Glaubenskongregation ist für die Verfolgung von Straftaten  zuständig; jetzt wird zusätzlich eine Art Dienstaufsichtsverfahren eingeführt, wenn ein Bischof oder Ordensoberer seinen Aufgaben nicht nachkommt. Dementsprechend liegt die Zuständigkeit bei jenen Vatikanbehörden, die auch andere Personalangelegenheiten von Bischöfen und Ordensoberen behandeln – den Kongregationen für Bischöfe, Mission, Ostkirchen und Orden.

Hohe Verantwortung
Wer in der Kirche eine hohe Verantwortung trägt, soll nach dem Willen von Franziskus geradestehen, wenn durch schlechte Amtsführung andere schweren Schaden erleiden, sei er „physisch, moralisch, geistlich oder wirtschaftlich“. Unerheblich ist dabei, ob dem Amtsinhaber eine „schwere moralische Schuld“ nachweisbar ist. Der Erlass beruft sich auf den Kirchenrechts-Kanon 193, der eine Amtsenthebung von Klerikern „aus schwerwiegenden Gründen“ ermöglicht. Bisher betraf dies allerdings eher untere Chargen, nicht die Leitungsebene.

Anwendung schwierig
Franziskus will „präzisieren, dass zu den besagten ‚schwerwiegenden Gründen‘  auch die Sorgfaltspflichtverletzung von Bischöfen bei ihrer Amtsausübung gehört“. Eine Schwierigkeit liegt nun darin, diese Präzisierung konkret anzuwenden. Wann hat ein Bischof „objektiv in sehr schwerwiegender Weise seine Sorgfaltspflicht verletzt“? Träfe dies etwa auf einen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst mit aus dem Ruder laufenden Baukosten zu, oder nicht auch auf andere Entscheider und Kontrollgremien in einer Diözese?
Wie lässt sich ein „spiritueller“ Schaden ermessen? Und wie wird die Abstufung vorgenommen zwischen „sehr schwerwiegenden“ Versäumnissen und – im Fall von Missbrauch „schwerwiegenden“?
Leicht wird die Aufgabe der Kurie im Konfliktfall nicht, zumal wenn es darum geht, Spaltungen unter den Gläubigen zu verhindern.

Das Verfahren
Der Verfahrensweg, wie ihn das Motu Proprio skizziert, sieht vor, dass die betreffende Kongregation bei Vorliegen ernster Hinweise tätig werden kann. Der Beschuldigte ist über die Aufnahme der Ermittlungen zu informieren. Er hat das Recht zur Verteidigung, auch im Gespräch mit der Kongregationsleitung. Sucht er nicht von sich aus darum nach, bittet ihn umgekehrt die Kurienbehörde um eine Stellungnahme.
Das Votum, das die Kongregation gegebenenfalls nach Anhörung anderer Amtsträger fällt, wird dem Papst vorgelegt, der sich wiederum mit einem Juristengremium berät; dieses dürfte nach Einschätzung von Vatikansprecher Federico Lombardi mit Kardinälen und Bischöfen besetzt werden. Gegen das Urteil des Papstes ist laut dem Kirchenrecht (Canon 333) „weder Berufung noch Beschwerde“ möglich. Damit hätte das Verfahren zur Absetzung eines Bischofs faktisch nur eine einzige Instanz.

Papst stellt Maria Magdalena den Aposteln gleich

Maria Magdalena wird liturgisch aufgewertet: Ihr „gebotener Gedenktag“ am 22. Juli wird künftig in der ganzen römisch-katholischen Kirche als „Fest“ eingestuft.

Ein kleiner Schritt aufwärts im „Who is who“ der Heiligen, aber ein großer Schritt für die Wertschätzung der Rolle von Frauen in der Kirche. Mit einem Dekret vom 3. Juni namens „Apostola Apostolorum“ hat der Papst entschieden, sie – zumindest was den Rang ihres Gedenkens im Heiligenkalender betrifft – den Aposteln gleichzustellen, berichtet Radio Vatikan.
Dies sei ein Wunsch des Papstes und entspreche zudem dem „aktuellen kirchlichen Kontext, der nach einer tieferen Reflexion über die Würde der Frau“ verlange, so der Sekretär der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Arthur Roche, in einem Begleitartikel der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“.

maria magdalena
Maria Magdalena mit dem auferstandenen Jesus.

Zum Gedenktag der Heiligen kommt nun ein eigener Präfationstext, was es sonst nur bei wenigen anderen Heiligen gibt.
Maria Magdalena gehörte zum engeren Kreis um Jesus. Ihr Beiname „Magdalena“ soll von ihrem Heimatort „Magdala“ abgeleitet worden sein. Gemäß den Evangelien wohnte sie der Kreuzigung Jesu und seiner Kreuzabnahme bei und blieb nach seiner Grablegung weinend am Grab. Sie war es demnach auch, die das Grab später leer vorfand und dem auferstandenen Jesus begegnete. Maria Magdalena wird in der weiteren Tradition mit der namenlosen Sünderin, die Jesus die Füße salbte, gleichgesetzt (Lk 7,36-50).

Caritas ist über Außenminister Kurz  „fassungslos“

Für heftige Kritik hat der jüngste Vorstoß von Außenminister Sebastian Kurz gesorgt, Flüchtlinge bereits im Mittelmeer abzufangen und entweder in ihre Heimatländer zurückzubringen oder sie auf Inseln zu internieren, wie dies Australien seit Jahren praktiziert.

„Dieser Vorschlag hinterlässt uns fassungslos“, sagte dazu Caritas-Präsident Michael Landau am Dienstag gegenüber der APA. Das „australische Modell“ ist seiner Meinung nach nicht mit der europäischen Rechtsordnung und der Menschenrechtskonvention vereinbar. Kritik kam auch vom Vatikan, wo Kardinal Antonio Maria Veglio als Präsident des päpstlichen Migrantenrates den Vorschlag des österreichischen Außenministers als „menschenunwürdig“ bezeichnete.

kardinal veglio antonio maria
Kardinal Antonio Maria Veglio.

Als „Armutszeugnis“ bezeichnete Landau den Versuch des Außenministers, „die Machenschaften von Schleppern zu bekämpfen und dabei zugleich Rechte verletzen zu wollen“. Die Rückführung von Asylwerbern, ohne deren Antrag überhaupt zu prüfen, sei rechtlich nicht zulässig und verletzte alle humanitären Standards. „Jeder Mensch hat das Recht auf ein faires, rechtsstaatliches Verfahren“, appellierte Landau an den Außenminister sowie zugleich an die gesamte Regierung. Der Caritas-Präsident ortete hierbei „Gesprächsbedarf“.
„Wer Schutz braucht, muss auch Schutz erhalten“, betonte Landau sein Prinzip in der Flüchtlingspolitik und weiter: „Wir brauchen kein australisches, sondern ein solidarisches Modell“.

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Außenminister Sebastian Kurz.

Außenminister verteidigt sich
Außenminister Kurz verteidigte am Montag seinen Vorstoß, Flüchtlinge bereits im Mittelmeer abzufangen, direkt in ihre Heimatländer zurückzubringen oder sie auf Inseln zu internieren. In Australien, wo dieses Modell praktiziert wird, sei schon seit Jahren niemand auf der Überfahrt ertrunken. Im Gegensatz dazu seien allein in den vergangenen Wochen Hunderte Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer ertrunken, so Kurz in der ZIB2. Er sage freilich nicht, „dass die Unterbringung in Australien in Ordnung ist“.Europa sollte diesbezüglich „wesentlich besser und menschlicher sein“.
Kurz präzisierte in der ZIB2 auch seine Forderung, mehr Flüchtlinge in Österreich wie in der gesamten EU – ähnlich wie Australien – über Resettlement-Programme aufzunehmen. In Österreich „sind jedenfalls 10.000 bis 15.000 Menschen pro Jahr bewältigbar“, betonte Kurz.
Im Vorjahr habe man 1.500 Flüchtlinge über Resettlement aufgenommen, während 90.000 Menschen illegal gekommen seien. Resettlement-Programme hätten den Vorteil, dass man sich die Flüchtlinge aussuchen, sie gefahrlos ins Land bringen und auch die Integrationsmaßnahmen vorbereiten könne.

Die Taufe von Joan Leo Ali

Ein Jahr lang hat sich Joan Leo ALI auf diesen Tag vorbereitet. Am Sonntag, den 5. Juni 2016 um 9.30 Uhr war es schließlich so weit: Im Rahmen einer Festmesse empfing er das Sakrament der Taufe. Umgeben war er an seinem großen Tag von den Menschen „seiner“ Pfarrgemeinde Linz – St. Peter und vielen Freundinnen und Freunden, die aus Nah und Fern angereist waren.

Ausgehend von dem Versprechen Jesu: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“ (Mt 28, 20b) zeichnete Pfarrer Franz Zeiger den bisherigen Lebensweg Joan Leos nach und machte anhand von Beispielen aus dem Leben Joan Leos, die dieser ihm vorab erzählt hatte, deutlich, dass Jesus ihn mehrmals aus Todesgefahr gerettet hatte. Er betonte auch den Mut Joan Leos, unerschrocken zu Jesus Christus zu stehen, obwohl in seiner Heimat die Todesstrafe auf den Religionswechsel zum Christentum steht.
„Joan Leo, Jesus macht keine leeren Versprechungen. Er wird dich nie verlassen!“, schloss der Pfarrer seine Predigt.

Taufe joan
Foto: Stefan Tauber.

Nach der Bezeichnung mit dem Kreuzzeichen durch Vertreter der Gemeinde und Freunde empfing Joan Ali, der sich als zusätzlichen Taufnamen den Namen Leo gewählt hatte, schließlich das Sakrament der Taufe.
Nach der Überreichung der Taufkerze und des Taufschals durch die Taufpatin Maria Scholl bat der Pfarrer Joan Leo, nun das erste Mal den Ministrantendienst zu versehen.
Nach der Festmesse, die von der Chorgemeinschaft St. Michael unter der Leitung von Veronika Lehner musikalisch gestaltet wurde, feierten alle ein frohes Fest der Begegnung mit syrischen und österreichischen Speisen.

Franz Zeiger