Inhalt der gedruckten Ausgabe 24/2017

Leitartikel

Bischofshürden

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Stefan Wedra
Personalberater
Salurn, Italien

Information

Papst Franziskus: „Jesus hat sich nie an Strukturen gebunden, sondern immer an Beziehungen“

„Der Stil Jesu, das ist das Grundlegende für unseren Dienst.“ Das sagte der Papst in der Kathedrale von Genua bei einem Treffen mit Priestern, Seminaristen und Ordensleuten, berichtet Radio Vatikan.

USA: Wirbel um Gott Vater als schwarze Frau

Eine Neuinterpretation von Michelangelos berühmtem Sixtina-Fresko „Die Erschaffung Adams“ sorgt jetzt in den USA für Wirbel.

Neuer Weihbischof für Salzburg

Der 65-jährige Salzburger Generalvikar Hansjörg Hofer ist vom Papst zum Weihbischof der Erzdiözese Salzburg ernannt worden. Die Bischofsweihe findet am 9. Juli statt.

Stift Zwettl hat einen neuen Abt

Das Zisterzienserstift Zwettl hat am 29. Mai den bisherigen Prior Johannes Maria Szypulski zum Abt gewählt.

Älteste Ordensfrau gestorben

Die mutmaßlich älteste Ordensfrau der Welt, Candida Bellotti, ist im Alter von 110 Jahren im italienischen Lucca gestorben.

Caritas fordert einschneidende Reformen im Behindertenbereich

Caritas-Präsident Michael Landau hat am 31. Mai gemeinsam mit fünf Betroffenen einschneidende Reformen im Behindertenbereich eingefordert.

Müller gegen eigenmächtige Deutung der Ehelehre durch Bischöfe

Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation,  hat den Deutungsanspruch von Bischöfen im Blick auf das Papstschreiben „Amoris laetitia“ zu Ehe und Familie kritisiert.

Ausstieg Trumps aus Klimaabkommen „große Schmach“ für Papst

Die Aufkündigung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 durch US-Präsident Donald Trump ist laut dem Vatikan nach den dort erfolgten Gesprächen eine Schlappe.

Papst: Priestermangel nicht mit ungeeigneten Kandidaten bekämpfen

Papst Franziskus warnt Bischöfe in einer Situation des Priestermangels davor, ungeeignete junge Männer in die Seminare aufzunehmen, berichtet Radio Vatikan.

Wien: Erstes nationales Gebetsfrühstück im Parlament

Im Parlament hat am 31. Mai das erste nationale Gebetsfrühstück in Österreich stattgefunden. An der nach US-Vorbild ausgerichteten Veranstaltung nahmen über 200 Gäste aus 27 Ländern teil; 36 Politiker aus vier verschiedenen Parteien hatten dazu eingeladen.

Hilfe aus Ungarn und Österreich für Irak und Syrien-Flüchtlinge

Der irakische Patriarch Louis Raphael Sako und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban haben am 30. Mai eine Vereinbarung zur Förderung des Wiederaufbaus der irakischen christlichen Ortschaft Tell-Aszkuf abgeschlossen. Ungarn stellt dafür zwei Millionen Euro zur Verfügung, berichteten örtliche kirchliche Medien.

Teure Autos sind für Russlands orthodoxe Priester tabu

Franziskus-Effekt in Moskau: Russlands orthodoxe Kirchenleitung drängt ihre Geistlichen zum Verzicht auf teure Autos.

Jugend Eine Welt: Scheitern des G7-Gipfels fatal für Südsudan

Als „komplettes Versagen von Vernunft und Menschlichkeit“ bezeichnet das Hilfswerk „Jugend Eine Welt“ das Scheitern des G7-Gipfels in Bezug auf die Bekämpfung der Hungerkrise in Ostafrika.

Vatikanexperte: Auf Kirchenebene wird Beziehung zu USA besser

Die politische Führung in USA und Europa rückt auseinander, katholische Verantwortungsträger beider Kontinente dagegen „bringen uns zusammen“.

US-Initiative macht sich für Hagia Sophia als Kirche stark

Zum Jahrestag der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen am 29. Mai 1453 hat in New York eine griechisch-orthodoxe  Emigranten-Organisation gefordert, in der damals zur Moschee gemachten und 1934 als Museum säkularisierten Hagia Sophia wieder christliches Gebet und Gottesdienste zu erlauben.

Salzburger Stift St. Peter zeigt römische Ausgrabungen

In der Salzburger Erzabtei St. Peter sind Ausgrabungen aus der Römerzeit und aus dem Frühmittelalter ausgestellt.

Katholische Ehrendoktorwürde erstmals für einen evangelischen Bischof

Mit Michael Bünker hat erstmals in Österreich ein evangelischer Bischof die Ehrendoktorwürde einer katholischen Fakultät erhalten.

Erstmals Frau NÖN-Herausgeberin

Erstmals in der 143-jährigen Geschichte des Pressvereins der Diözese St. Pölten wurde eine Frau – einstimmig – an die Spitze gewählt: die Publizistin Gudula Walterskirchen (49).

Papst-Uni: Fernstudium zur „Theologie des Volkes Gottes“

„Wir sind das Volk“, das heißt in Kirchensprache übersetzt: Wir sind das „Volk Gottes“, unterwegs durch die Zeit.

650 offene Gotteshäuser in der „Langen Nacht der Kirchen“

Rund 650 Kirchen in ganz Österreich beteiligen sich heuer am 9. Juni an der „Langen Nacht der Kirchen“.

Leitartikel

Bischofshürden

Im November 2015 hat Papst Franziskus den Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer zum Bischof von Linz ernannt. Seither warten die Tiroler immer ungeduldiger auf einen neuen Oberhirten.
In der vergangenen Woche kam einer ihrer Landsleute, Hansjörg Hofer, zu Bischofswürden – allerdings nicht in Innsbruck, sondern in Salzburg. Viele sind irritiert.
Nach einem Bericht des „Standard“ liege, „wie aus hohen Kirchenkreisen zu erfahren ist“, der Grund für die Länge des Bestellverfahrens vor allem in der Nuntiatur. „Dort soll die Liste mit den potenziellen Kandidaten zunächst nicht weiter nach Rom, sondern postwendend zurück nach Innsbruck gegangen sein. In der päpstlichen Botschaft war man über einen Vorschlag bestehend nur aus Tirolern ‚not amused‘“.
Nur Tiroler für Tirol? Das wäre in der alten Kirche die Regel gewesen. Der Theologe Origenes (+253) verwies darauf, dass die Gemeinde bei der Bischofswahl zugegen sein müsse und darauf zu achten habe, dass ein Würdiger gewählt wird. Die Gemeinde deswegen,  weil sie das Leben eines jeden aus ihrer Mitte kenne. Ortsfremde durften nicht gewählt werden.
Das Konzil von Nikea (325) untersagte die Translation  eines Bischofs von einer Stadt in eine andere.
Beide Regeln sind längst über Bord geworfen und wurden in ihr Gegenteil verkehrt. Leider.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Ex 34, 4b.5.-6.8-9

Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott

In jenen Tagen stand Mose am Morgen zeitig auf und ging auf den Sinai hinauf, wie es ihm der Herr aufgetragen hatte. Der Herr aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben ihn hin. Er rief den Namen Jahwes aus. Der Herr ging an ihm vorüber und rief: Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue. Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden. Er sagte: Wenn ich deine Gnade gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch mein Herr mit uns. Es ist zwar ein störrisches Volk, doch vergib uns unsere Schuld und Sünde, und lass uns dein Eigentum sein!

 

Zweite Lesung:   2 Kor 13, 11-13

Die Gnade Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen

Schwestern und Brüder!
Freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, und lebt in Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.
Grüßt einander mit dem heiligen Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade Jesu Christi, des Herrn. die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

 

Evangelium:   Joh 3, 16-18

Gott hat seinen Sohn gesandt, damit die Welt durch ihn gerettet wird

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

 

Gedanken zum Sonntag

Stefan Wedra
Personalberater
Salurn, Italien

Die Unerträglichkeit ertragen

Im Facebook habe ich oft Diskussionen mit Menschen, die an eine bessere Welt ohne Religion glauben. Mein Gegenargument: Im letzten Jahrhundert sind Abermillionen Menschen von Atheisten ermordet worden. Atheisten sind auch keine besseren Menschen.
Der Dialog zeigt, dass die gleiche Einstellung zum Menschen wie die meine, diese Menschen zu Atheisten macht. Im Namen des Christentums wurden Verbrechen begangen. Kein Christ kann diese rechtfertigen. Macht man dies klar und bekennt sich zum gemeinsamen Engagement für Menschen, hat man eine Basis.
Manchmal denke ich mir bei meinem kirchlichen Engagement, mein Leben wäre einfacher als Atheist: keine Organisation von Gottesdiensten, keine innerkirchlichen Diskussionen, keine Rechtfertigungszwänge gegenüber Atheisten. Vielleicht nur einfach mal für Menschen da sein.
Ich wurde geboren, ich lebe, ich werde sterben, wie jeder andere religiöse Mensch oder auch Atheist. Anfang und Ende unserer Existenz machen uns gleich.
Oder?
Mir reicht es nicht Atheist zu sein! Die Antwort dazu liegt in diesem Evangelium! Es ist ein Destillat der christlichen Heilsgeschichte: Gott liebt diese Welt. Er sendet seinen Sohn für jeden Menschen. Ihr Lebenssinn und ihre Lebenshoffung sind das ewige Leben. Er kommt zu Rettung, nicht zum Gericht. Gott wartet auf meinen Glauben.
Das Bewusstsein, in dieser Liebesgeschichte Gottes mit uns Menschen meinen Platz zu haben, hilft mir die Unerträglichkeit und Fragwürdigkeit meiner Existenz und der Welt zu ertragen und zu leben.

 

Information

Papst Franziskus: „Jesus hat sich nie an Strukturen gebunden, sondern immer an Beziehungen“

„Der Stil Jesu, das ist das Grundlegende für unseren Dienst.“ Das sagte der Papst in der Kathedrale von Genua bei einem Treffen mit Priestern, Seminaristen und Ordensleuten, berichtet Radio Vatikan.

„Jesus war immer auf dem Weg… Er hat sich nie an Strukturen gebunden, sondern immer an Beziehungen. Die Beziehungen sind das Wesentliche:  Begegnung mit Gott und mit den Nächsten. Das sind die alten Kriterien der Kirche, und es sind auch die modernen!“


Papst Franziskus bei seinem Treffen mit Priestern, Seminaristen und Ordensleuten in der Kathedrale von Genua.  
Foto: L‘Osservatore Romano.

Franziskus beantwortete in der Kathedrale von Genua freiheraus Fragen. Ein Priester fragte ihn nach Kriterien für ein gelungenes geistliches Leben in der Arbeitswelt der Priester heute, ein zweiter sprach von der Notwendigkeit von Brüderlichkeit innerhalb des Klerus. Eine Ordensschwester fragte nach der Beziehung von Ordensberufung und Verantwortung und ein Kapuzinerpater wollte wissen, was der Papst zur Krise der Berufungen zu sagen habe.

 Auf dem Weg, im Gebet
„Der Stil Jesu, das ist das Grundlegende für unseren Dienst“, begann der Papst seine Antworten. „Jesus war immer auf dem Weg. Die Evangelien erzählen davon alle etwas anderes, aber er war immer auf dem Weg, immer unter den Menschen, der Menge.“  Das bedeutet Nähe zu den Menschen, zu ihren Problemen und Fragen. Abends habe Jesus sich oft zum Gebet zurückgezogen. „Diese beiden Dinge, diese beiden Wege Jesu zu sehen, auf der Straße und im Gebet, hilft uns auch in unserer Arbeit.“
Nicht alles planen
Ein Priester oder Seelsorger, der alles geplant habe, sei meistens nicht offen für die Überraschungen Gottes. Der Papst erwähnte die Müdigkeit, die in der Seelsorge oft genug überhandnehme, er sprach von der gefährlichen Eile, die Begegnungen verhindere, und er warnte vor falschen Kompromissen. „Lasst euch vom Volk Gottes ermüden, verteidigt nicht zu sehr eure eigene Ruhe. Das ist der Stil Jesu“, ermahnte er die Anwesenden.

Minimum an Struktur, Maximum an Leben
„Jesus hat sich nie an Strukturen gebunden, er hat sich immer an Beziehungen gebunden“, ein weiterer Hinweis des Papstes.
Der Papst formulierte es als Gegensatz – sich auf Beziehungen oder auf Strukturen verlassen – „es geht immer um ein Minimum der Strukturen für ein Maximum des Lebens und nie um ein Maximum an Strukturen für ein Minimum an Leben. Die Beziehungen sind das Wesentliche, Begegnung mit Gott und mit den Nächsten. Das sind die alten Kriterien der Kirche, und es sind auch die modernen, die ultramodernen.“

Loblied auf „Diözesanität“
Der Papst betonte die Gemeinschaft unter den Priestern, Selbstgenügsamkeit unter Priestern richte viel Schaden an. Ebenso sang der Papst ein Loblied auf die von ihm so genannte „Diözesanität“, also auf die Orientierung auf die Ortskirche, die vor zu viel Abstraktion schütze.
„Im Bistum hat die Kirche ein Gesicht, hat die Kirche Gesichter“, so der Papst. „Hier ist das Leben konkret. Es gibt kein Charisma ohne eine konkret gelebte Erfahrung.“ Das gelte auch für Ordensleute, auch wenn ein Orden universal sei, habe er doch immer an einem konkreten Ort begonnen, dort wurzle das Charisma der Ordensleute.

Fragen, was Jesus heute sagt
Papst Franziskus sprach weitgehend frei, er erzählte von Erfahrungen mit Priestern oder mit der Ernennung von Bischöfen und gab geistliche Ratschläge für konkrete Anliegen. „Wir müssen unsere Zeit sehen als ein Vorübergehen des Herrn. Der Herr begegnet uns und wir müssen uns fragen, was der Herr uns heute sagt.“

Ausstieg Trumps aus Klimaabkommen „große Schmach“ für Papst

Die Aufkündigung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 durch US-Präsident Donald Trump ist laut dem Vatikan nach den dort erfolgten Gesprächen eine Schlappe.

Diese Entscheidung ist „auch eine große Schmach“ für den Vatikan, sagte der Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften und enge Papstvertraute Bischof Marcelo Sanchez Sorondo im Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“.


Bischof Marcelo Sanchez Sorondo.

Papst Franziskus hatte sich bei seiner Begegnung mit dem US-Präsidenten im Vatikan für das Klimaschutzabkommen stark gemacht. Als Geschenk hatte er Trump eine Ausgabe seiner Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ überreicht.
Die katholische Bischofskonferenz der USA reagierte empört. Zusammen mit Papst Franziskus und der gesamten katholischen Kirche sähen die Hirten die Pariser Vereinbarung „als einen wichtigen internationalen Mechanismus zur Förderung der Verantwortung für die Umwelt und Förderung des Klimaschutzes“. Der Ausstieg sei „zutiefst beunruhigend“.

Wien: Erstes nationales Gebetsfrühstück im Parlament

Im Parlament hat am 31. Mai das erste nationale Gebetsfrühstück in Österreich stattgefunden. An der nach US-Vorbild ausgerichteten Veranstaltung nahmen über 200 Gäste aus 27 Ländern teil; 36 Politiker aus vier verschiedenen Parteien hatten dazu eingeladen.

Glaube und Religion spiele für den einzelnen Menschen sowie für die Gesellschaft im Ganzen eine wichtige und positive Rolle, so die Auffassung der Organisatoren, die bei dem Treffen besonders die überparteiliche und interkonfessionelle Zusammenarbeit hervorhoben.


Gebetsfrühstück im Parlament.
Foto: ÖVP-Club.

Gebet um Frieden
Die beteiligten Politiker beteten darum, als Verantwortungsträger angesichts von Krieg, Terror, Streit und Gewalt zu Frieden und Versöhnung beitragen zu können. Weiteres Thema war das friedliche Miteinander der Religionen und Weltanschauungen, sowie die materiellen und geistigen Armen – wobei an die Situation einsamer, alleinstehender, depressiver oder von Stress geplagten Menschen erinnert wurde. Angesichts derer müsse die Politik für einen „gerechten und guten gesellschaftlichen Rahmen“ sorgen. Gott wurde auch um das Wohl der Kinder und Familien sowie um die Weisheit in der Politik angerufen, wobei im letzten Punkt die selige Politikern Hildegard Burjan Erwähnung fand.

Prominente Teilnehmer
Prominente Teilnehmer des ersten nationalen Gebetsfrühstücks waren u.a. Minister Andrä Rupprechter, Bundesrats-Präsidentin Sonja Ledl-Rossmann, der dritte Nationalratspräsident Nobert Hofer, ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka, Der Wiener SP-Demokratiesprecher Peko Baxant, die stellvertretende Klubobfrau des Team Stronach, Waltraud Dietrich, die Europaparlamentarier Barbara Kappel und Alojz Peterle, die Verfassungsgerichtshofs- Vizepräsidentin Brigitte Bierlein und der Präsident der Akademie der Wissenschaften, Prof. Anton Zeilinger.
Die Religionsgemeinschaften waren vertreten u.a. durch die katholischen Weihbischöfe Franz Scharl und Stephan Turnovsky, den serbisch-orthodoxen Bischof Andrej Cilerdzic und den Freikirchen-Vorsitzenden Edwin Jung.
Auch viele Mitglieder des Nationalrates, des Bundesrates, der Landtage und etliche Botschafter und Abgeordnete aus verschiedenen Ländern waren zugegen, darunter Robert Aderholt und Bob McEwen, zwei Mitglieder des USA-Repräsentantenhauses.

Gebetsfrühstücke…
… gibt es seit über 60 Jahren in den USA, wo seit Dwight Eisenhower alle Präsidenten teilgenommen haben. Auch in etlichen nationalen Parlamenten – u.a. in Berlin, Washington, Brüssel, Kiew und Jerusalem – bildeten sich in jüngerer Vergangenheit ähnliche Traditionen.

Katholische Ehrendoktorwürde erstmals für einen evangelischen Bischof

Mit Michael Bünker hat erstmals in Österreich ein evangelischer Bischof die Ehrendoktorwürde einer katholischen Fakultät erhalten.

Im Rahmen eines Festakts an der Universität Salzburg am 31. Mai ehrte die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Salzburg den lutherischen Bischof mit dem Ehrendoktorat der Katholischen Theologie. An dem Festakt nahmen u.a. auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der Salzburger Erzbischof Franz Lackner teil.


V.l.n.r.: Szepterträger der Universität Salzburg, Ehrendoktor Michael Bünker, der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät Dietmar Winkler und Rektor Heinrich Schmidinger.

Die Fakultät wolle damit einen „außerordentlichen Theologen“ auszeichnen, der als „selbstbewusster evangelischer Christ“ seiner Kirche eine Stimme leiht, die in Österreich gehört werde, wenn es um den gesellschaftlichen Ort des Christentums in der Gesellschaft geht“, sagte der Fundamentaltheologe und Ökumeniker Gregor Maria Hoff, der gemeinsam mit Dekan Dietmar Winkler den Antrag zur Ehrenpromotion verfasst hat.

Bünker: „Luther war kein Reformkatholik“
Martin Luther war „kein Reformkatholik“, sondern stand für eine eigene Form von Kirche. Das betonte der lutherische Bischof Michael Bünker bei einem Gesprächsabend in Linz, zu der am 29. Mai das Journalistenforum der Diözese Linz und der Kepler-Salon geladen hatten.
Ein Ökumene-Modell, das die Evangelische und die Katholische Kirche zu „irgendeiner Union“ verschmelze, hielt der evangelisch-lutherische Bischof für „unrealistisch“, vorstellbar sei nur „ein Miteinander verschiedener Kirchen“.