Inhalt der gedruckten Ausgabe 23/2017

Leitartikel

Waffen für Radikale

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Stefan Wedra
Personalberater
Salurn, Italien

Information

Vor Pfingsten und Ramadan kehrt in Ägypten Angst zurück:
Islamisten ermorden mindestens 28 koptische Pilger

Der Besuch des Papstes in Ägypten Ende April hat die Christen dort für einige Tage Hoffnung schöpfen lassen, doch jetzt ist die Angst zurückgekehrt:  Am Freitag, 26. Mai, gab es erneut einen verheerenden Anschlag von islamistischen Terroristen auf koptische Christen.

Papst ernennt einen Weihbischof und einen Konvertiten zum Kardinal

Papst Franziskus hat die Ernennung fünf neuer Kardinäle angekündigt. Das Konsistorium findet am 28. Juni statt.

Papst soll in Korea vermitteln

Südkoreas neuer Präsident Moon Jae In hat offenbar Papst Franziskus um Vermittlung im Konflikt mit dem nordkoreanischen Nachbarn gebeten.

Umweltfreundlichste Pfarren in NÖ gesucht

Die Katholische Aktion der Diözese St. Pölten führt 2017 in Kooperation mit der Evangelischen Kirche NÖ und der Erzdiözese Wien den „Diözesanen Umweltpreis“ durch, der vom Land Niederösterreich unterstützt wird.

Neue US-Botschafterin beim Vatikan

US-Präsident Donald Trump hat die Unternehmerin Callista Gingrich zur neuen Vatikan-Botschafterin der USA ernannt. Der Senat muss der Entscheidung freilich noch zustimmen.

US-Außenminister: Papst drängte Trump auf Klimapolitik

US-Präsident Donald Trump ist am Mittwochmorgen, 22. Mai, von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen worden. Beide sprachen 30 Minuten lang in der päpstlichen Privatbibliothek über den  gemeinsamen Einsatz für Lebensschutz sowie für Religions- und Gewissensfreiheit, wie der Vatikan später bekanntgab. Danach stellte Trump seine Familie vor, Ehefrau Melania, Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner.

Hl. Land: Trump besucht Grabes-, aber nicht Geburtskirche

Als erster amtierender US-Präsident hat Donald Trump am Montagnachmittag, 22. Mai, die Jerusalemer Grabeskirche und anschließend die Klagemauer besucht.

Barack Obama und Angela Merkel beim Evangelischen Kirchentag

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat am 25. Mai beim Evangelischen Kirchentag in Berlin  gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an einer Open-Air-Podiumsdiskussion teilgenommen, zu der sich laut Angaben der Organisatoren rund 70.000 Menschen zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule versammelt hatten.

Österreich wächst durch Zuwanderung, Scheidungsrate sinkt

Zu Jahresbeginn 2017 lebten 8.772.865 Menschen in Österreich, das sind um 72.394 Personen (+0,83 Prozent) mehr als zu Jahresbeginn 2016. Das geht aus den jüngst veröffentlichten Daten der Statistik Austria hervor.

US-Bischöfe: Trumps Haushaltsentwurf für 2018 ist unmoralisch

Die katholischen Bischöfe haben in einem Brief an alle Abgeordneten und Senatoren des Kongresses den US-Haushaltsentwurfs für 2018 massiv kritisiert. Er sei unmoralisch.

Syrien: Nach Islamisten-Abzug erste Messfeier seit sechs Jahren

In den von den islamistischen „al Nusra“-Rebellen geräumten Ortschaften im Wadi Barada im syrischen Grenzgebiet zum Libanon können wieder christliche Gottesdienste gefeiert werden.

Life Ball-Organisator Keszler: „Ich bete oft“

Er ist bekennender Homosexueller, HIV-positiv und steht als Organisator des Wiener Life Balls im Rampenlicht. Im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“ hat er über eine andere Facette seines Lebens gesprochen: seinen Glauben. „Ich bete oft. Ich bete zu einem wohlwollenden Gott. Zu etwas, das unteilbare Liebe ist und überhaupt Existenz für mich begründet“, so Keszler wörtlich.

Kirchliche Bibliotheken sind zunehmend „Begegnungsorte“

Das kirchliche Bibliothekswesen befindet sich derzeit in einem großen Wandel.

Prominente unterstützen „Tag des Lebens“

Die „Aktion Leben“ startet rund um den 1. Juni österreichweit Aktionen zum „Tag des Lebens“ – und erhält dafür prominente Rückenstärkung: Tanzschulbesitzerin Yvonne Rueff, Schauspielerin Edith Leyrer und Schauspieler Cornelius Obonya zählen zu den ersten Unterstützern der Kampagne „Die Überraschung des Lebens“.

Menschen mit Behinderungen auf Auslandseinsatz

In Deutschland konnte die Anzahl von Menschen mit Behinderungen, die auf Auslandseinsatz gehen, innerhalb weniger Jahre stark gesteigert werden: Heuer gibt es bereits 26 Entsendungen, doppelt so viele wie im Vorjahr.

Italienischer Bischof segnete Agapitus-Hof in Stift Kremsmünster

Das Benediktinerstift Kremsmünster hat seinen ehemaligen Konviktshof nach seinem Schutzpatron, des aus Italien stammenden Agapitus, benannt. Bischof Domenico Sigalini aus der Heimatstadt des Heiligen, Palestrina (Provinz Brescia), segnete vor wenigen Tagen ein Kunstwerk.

Erste internationale Wallfahrt der Burgenlandkroaten in die alte Heimat

Ein eindringliches Plädoyer für ein geeintes Europa hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics abgelegt. Er leitete die erste internationale Wallfahrt der Burgenlandkroaten nach Zagreb. Ziel der 500 Pilger war vor allem das Grab des seligen Märtyrerkardinals Alois Stepinac (1898-1960).

Leitartikel

Waffen für Radikale

Deutschland ist böse, sehr böse, Saudi-Arabien ist gut, sehr gut. So sprach US-Präsident Trump vergangene Woche und legte nach. Saudi-Arabien erhält für seinen Kampf gegen den Terrorismus – gemeint ist aber der Hauptgegner Iran – Waffen für 110 Milliarden Dollar, über einen Zeitraum von zehn Jahren sogar für 350 Milliarden…
In Saudi-Arabien herrscht die sunnitische Sekte der Wahabiten, in ihrer Radikalität mit den IS-Terroristen eng verwandt.
Ohne Unterstützung von der arabischen Halbinsel könnten Al Kaida und IS in Syrien nicht Krieg führen – und in Europa nicht Schrecken verbreiten. Folgen: Flüchtlinge und Terroropfer.
Die früher moderaten Muslime auf dem Balkan werden dank saudischem Geld zunehmend radikalisiert.
Nicht die iranischen Schiiten bedrohen Europa, sondern terroristische arabische Sunniten.
Den verheerenden Terroranschlag in New York am 11.9.2001 mit 3.000 Toten hat Osama bin Laden, ein Saudi-Araber und der Gründer von Al Kaida, organisiert.
Mit russischen Waffen kämpfen derzeit Aufständische in der Ukraine. Mit US-Waffen kämpfen die Saudis im Jemen. Europa hat Moskau – ewiger Feind? –  mit Sanktionen bestraft, Washington – bester Freund? – selbstverständlich nicht.
Der US-Präsident, ein Christ, muss zu denken geben. Ihm ist der Götze Profit  wichtiger als Europa oder Klimaschutz.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Apg 2, 1-11

Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen zu reden

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

 

Zweite Lesung:   1 Kor 12, 3b-7.12-13

Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen

Schwestern und Brüder!
Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet. Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

 

Evangelium:   Joh 20, 19-23

Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch: Empfangt den Heiligen Geist

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

 

Gedanken zum Sonntag

Stefan Wedra
Personalberater
Salurn, Italien

Alle mitnehmen

Das Pfingstevangelium bringt uns zum Anfang der Kirche. Es wird berichtet vom ersten Zusammenkommen der Urgemeinde. Es wird nicht gesagt, wie viele es waren und wie sie zueinander standen. Aber eins hatten sie gemeinsam: Angst. Diesen allen wird vom Auferstandenen der Friede gewünscht. Sie erkennen ihn an seinen Wunden. Diese Präsenz von Kreuz und Auferstehung gibt Hoffnung und Freude.
Aus dem Munde des Auferstandenen empfangen sie ihre Sendung für die Welt. Sie sind in gleicher Weise gesandt, wie Jesus selbst. Diese Kirche ist so wie der Auferstandene selbst: heilig für und in der Welt. Wie zärtlich ist die Übertragung dieser Vollmacht: Es ist ein Anhauchen, ein schwaches Lüftchen. So wie Gott in der Welt wirkt? Schwach unscheinbar und doch beharrlich?
Verstörend wirkt auf mich der Satz von der Sündenvergebung. Wem die Sünden von uns der Kirche vergeben sind, dem vergibt sie auch Gott. Das ist eine überwältigende Zusage. Aber wenn sie von der Kirche nicht vergeben werden? Für mich, der mit einem hierarchischen Kirchenverständnis aufgewachsen ist, wirkt das irritierend bis beängstigend. Zu oft ist aus Machtmotiven Menschen der Zugang zum Himmel madig gemacht worden. Sind wir als Kirche so exklusiv, dass wir andere ausschließen können?
Der Satz wurde jedoch in eine hierarchiekritische Gemeinschaft hineingesprochen. Eine vom absoluten Heilswillen Gottes bewegte Gemeinschaft kann nur danach streben, alle mitzunehmen ohne auszuschließen. Sonst lebt sie an sich selbst vorbei.

 

Information

Papst ernennt einen Weihbischof und einen Konvertiten zum Kardinal

Papst Franziskus hat die Ernennung fünf neuer Kardinäle angekündigt. Das Konsistorium findet am 28. Juni statt.

Als erster Schwede der Geschichte wird der Bischof von Stockholm, der Karmeliterpater Anders Arborelius (67), zum Kardinal ernannt. Als 20-Jähriger trat er vom Luthertum in die katholische Kirche über.


P. Anders Arborelius,
Bischof von Stockholm

Gregorio Rosa Chávez (75) wirkt bereits seit 1982 als Weihbischof von San Salvador. Er studierte unter anderem in Belgien und wirkt auch als Pfarrer. Auf kontinentaler Ebene ist er Präsident der Caritas für Lateinamerika und die Karibik. Nach der Ermordung seines großen Vorbilds, Erzbischof Oscar Arnulfo Romero, im mittelamerikanischen Bürgerkrieg im Jahr 1980 ist Rosa Chavez gewissermaßen der Sachwalter des geistlichen und kirchenpolitischen Erbes von Romero geworden. Nach seiner Ernennung zum Weihbischof 1982 hat er die bleibende Botschaft des Ermordeten in Lateinamerika, in Rom und weltweit in unzähligen Vorträgen, Schriften und Interviews wachgehalten.


Weihbischof Gregorio Rosa Chavez.

Die weiteren neuen Kardinäle:
* Erzbischof Jean Zerbo (74) steht seit 1998 an der Spitze der Erzdiözese Bamako in der Hauptstadt des überwiegend muslimischen Mali, in dessen Norden in den vergangenen Jahren Islamisten Fuß gefasst haben.
Der Erzbischof spielt eine aktive Rolle bei den Friedensverhandlungen in seinem Land. Nur knapp zwei Prozent der Bevölkerung Malis sind Katholiken.
* Erzbischof Juan José Omella (71) wurde von Papst Franziskus im Dezember 2015 zum Erzbischof von Barcelona ernannt, nachdem er zuvor verschiedene andere Stationen als (Weih-) Bischof durchlaufen hatte. In den 1970er Jahren wirkte er ein Jahr lang als Missionar im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo. In der Spanischen Bischofskonferenz leitet Omella die Kommission für Sozialpastoral.
* Bischof Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun (73) ist aus Laos gebürtiger Apostolischer Vikar von Paksé in seinem Heimatland. Er studierte in Laos und in Kanada, empfing die Priesterweihe 1972, gründete eine Katechistenschule und ein System der Seelsorgebesuche in den abgelegenen Bergdörfern in Laos. Die Katholiken in dem südostasiatischen Land leben in einer extremen Diasporasituation, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei 1,5 Prozent, es besteht eine Situation der Unterdrückung der Kirche. So gibt es in Laos keine Diözesen, sondern bisher bloß Apostolische Vikariate.

US-Außenminister: Papst drängte Trump auf Klimapolitik

US-Präsident Donald Trump ist am Mittwochmorgen, 22. Mai, von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen worden. Beide sprachen 30 Minuten lang in der päpstlichen Privatbibliothek über den  gemeinsamen Einsatz für Lebensschutz sowie für Religions- und Gewissensfreiheit, wie der Vatikan später bekanntgab. Danach stellte Trump seine Familie vor, Ehefrau Melania, Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner.

Es folgte die Präsentation der Geschenke. Trump hat für Franziskus eine Erstausgabe des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King (1929-1968) dabei.  Franziskus revanchiert sich mit seinen Lehrschreiben, darunter die Umwelt-Enzyklika „Laudato si“, und mit einer signierten Ausgabe seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2017. Darin geht es um Gewaltfreiheit als politische Strategie und um Abrüstung. Gerade vor ein paar Tagen hat Trump mit Saudi-Arabien einen Rüstungsdeal mit rund 110 Milliarden Dollar Umfang geschlossen.


Besuch im Vatikan: Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, Tochter Ivanka, US-Präsident Donald Trump, Papst Franziskus, Trump-Ehefrau Melania.
Foto: L‘Osservatore Romano.

Klimawandel und Dürrekatastrophe
Papst Franziskus hat US-Präsident Donald Trump bei der Begegnung im Vatikan zu Maßnahmen des Klimaschutzes gemahnt. „Franziskus hat Trump gedrängt, sich an die Vereinbarungen von Paris zu halten“, erklärte US-Außenminister Rex Tillerson laut einem Bericht von Radio Vatikan vom Donnerstag auf dem Flug von Rom nach Brüssel zu Journalisten. Der Präsident werde erst nach seiner Rückkehr in die USA entscheiden, wie er sich dazu positioniere.
Trump habe dem Papst versichert, die USA würden mehr als 300 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen Dürre und Hungersnot in Ostafrika und Teilen des Nahen Ostens aufwenden.

Melania im Kinderspital, Ivanka in Sant´Egidio
Nach dem offiziellen Akt besuchte Melania Trump das  päpstliche Kinderspital „Bambino Gesu“, Italiens ältestes Kinderspital.
Ivanka Trump, Tochter des US-Präsidenten, traf sich  am Sitz der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio mit weiblichen Opfern von Menschenhandel. Sie nannte sie „bemerkenswerte Frauen“, die ein „Zeugnis von Glaube, Stärke und Beharrlichkeit“ gäben.
Ivanka Trump nannte es wichtig, aus erster Hand über die Hilfe für jene zu erfahren, „die es am meisten brauchen, die Alten, Armen, Benachteiligten und die Opfer von Menschenhandel“. Man habe auch mögliche weitere Schritte erörtert, sagte sie anschließend vor Journalisten.

Barack Obama und Angela Merkel beim Evangelischen Kirchentag

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat am 25. Mai beim Evangelischen Kirchentag in Berlin  gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an einer Open-Air-Podiumsdiskussion teilgenommen, zu der sich laut Angaben der Organisatoren rund 70.000 Menschen zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule versammelt hatten.

Eine religiöse Gesinnung könne helfen, Wahrheiten auf den Prüfstand zu stellen und etwa gegen gesellschaftliches Unrecht anzugehen, führte Obama aus. Der erste farbige Präsident in der Geschichte der USA verwies dabei auf die von Christen getragene Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei. Gefährlich werde es jedoch, wenn Menschen der Auffassung seien, Gott würde nur durch sie allein sprechen.
Merkel – ebenfalls Protestantin – gestand, ihr gebe der Glaube mit Blick auf ihr Amt eine gewisse Demut, an Dinge heranzugehen. Auch sie erteilte Fundamentalismus und Fanatismus eine Absage.
Am Tag zuvor hatte die deutsche Bundeskanzlerin die Christen zum öffentlichen Bekenntnis ermutigt: „Religion gehört in den öffentlichen Raum.“


US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel diskutierten am Brandenburger Tor vor 70.000 begeisterten Kirchentagsbesuchern unter Moderation von EKD-Ratsvorsitzendem Heinrich Bedford-Strohm .  
Foto: Evangelische Kirche Berlin.

Bewunderer des Papstes
Obama, der in Hawaii und Indonesien in einem nach eigenem Bekunden „nicht sehr religiösen Haushalt“ aufwuchs, trat 1985 der protestantischen United Church of Christ bei, die sich für soziale Gerechtigkeit für Afroamerikaner einsetzt.
Seinen ersten bezahlten Job verschaffte ihm allerdings die katholische Kirche. Ebenfalls Mitte der 80er Jahre war er in Chicago als Sozialarbeiter tätig. Er bewunderte die Befreiungstheologie und dann später Papst Franziskus.
So wichtig ihm sein Glaube aber auch sei, so sehr lehne er religiöse Rechthaberei in gesellschaftlichen Debatten ab. Demokratie lebe von Kompromissen, der Glaube müsse manchmal kompromisslos sein, so Obama.

Menschen mit Behinderungen auf Auslandseinsatz

In Deutschland konnte die Anzahl von Menschen mit Behinderungen, die auf Auslandseinsatz gehen, innerhalb weniger Jahre stark gesteigert werden: Heuer gibt es bereits 26 Entsendungen, doppelt so viele wie im Vorjahr.

Das berichtete Rebecca Daniel von der deutschen Organisation „bezev“ am 23. Mai bei einer Veranstaltung in Wien, die von „WeltWegWeiser“, der Servicestelle für internationale Freiwilligeneinsätze von Jugend Eine Welt, organisiert wurde.
Anlass: ein neues Pilotprojekt, das von der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA) gefördert wird und das in den  kommenden Jahren auch in Österreich professionelle Rahmenbedingungen für inklusive Freiwilligeneinsätze schaffen soll.
Erwin Buchberger (Grenzenlos – Interkultureller Austausch /ICYE Austria) und Elisabeth Stöhr (Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.v.), zwei Freiwillige mit Behinderung, erzählten bei der von Magdalena Scharl (BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben) und Sofia Martinsson (WeltWegWeiser/Jugend Eine Welt) gemeinsam moderierten Podiumsdiskussion von den Freuden und Stolpersteinen ihres Auslandseinsatzes.
Ihr Fazit: „Ich würde es wieder machen“. Nun wollen sie andere Freiwillige mit Behinderung zu einem Auslandseinsatz motivieren. Erwin Buchberger war 2012 in einer integrativen Schule in Lettland im Einsatz und kümmerte sich dort u.a. um EDV-Angelegenheiten. Die größte Herausforderung für ihn sei die Sprache gewesen, erzählte er, obwohl er sich mit Lern-CDs gut vorbereitet hatte.  Elisabeth Stöhr half in einer inklusiven Schule in Tansania im Unterricht und bei Freizeitaktivitäten mit. „Ganz viel ist möglich, auch wenn intensive Vorbereitung nötig ist. Nur Mut!“


Am Podium: Magdalena Scharl (BIZEPS), Sofia Martinsson (Jugend Eine Welt/WeltWegWeiser), Rebecca Daniel (bezev), Elisabeth Stöhr (Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.v.), Erwin Buchberger (Grenzenlos/ICYE Austria), Barbara Eglitis (Grenzenlos).
Foto: Jugend Eine Welt.

Mit am Podium saß auch Barbara Eglitis von  der österreichischen Organisation „Grenzenlos“, die schon bisher inklusive Einsätze innerhalb Europas vermittelte und von Welt Weg Weiser als erste Partnerorganisation gewonnen werden konnte.