Inhalt der gedruckten Ausgabe 23/2016

Leitartikel

Falsche Worte tun weh

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Eleonore Rosenberg
Studienrätin i.R.
Heilbronn, Deutschland

Information

548 Männer werden heuer in den USA zu Priestern geweiht
Jeder Dritte hat Verwandte mit geistlichem Beruf

In den USA werden heuer 548 Männer zu Diözesan- oder Ordenspriestern  geweiht. 400 von ihnen haben Fragen des renommierten Instituts CARA beantwortet.

Historischer Besuch eines Al-Azhar-Großimam in Rom
„Durch Terrorgruppen verursachte Missverständnisse ausräumen“

Der 23. Mai war ein historischer Tag. Erstmals besuchte ein Großimam der ägyptischen Al-Azhar-Universität einen Papst. Franziskus und Großimam al-Tayyeb beendeten ihren rund halbstündigen Austausch mit einer Umarmung.

Freude über neuen Bildungsfonds

Freudig hat das Hilfswerk „Jugend Eine Welt“ (J1W) auf den in Istanbul beschlossenen neuen Bildungsfonds für Kinder in Krisengebieten reagiert.

Steigende Besucherzahlen in Wiener „Gesprächsinsel“

Die von katholischen Einrichtungen getragene „Gesprächsinsel“ an der Freyung in der Wiener Innenstadt verzeichnet zunehmende Besucher- und Gesprächszahlen.

Eine Tote bei Raketeneinschlägen in Franziskanerschule in Aleppo

Bei zwei Raketeneinschlägen in die derzeit als Seniorenheim genutzte Franziskanerschule im syrischen Aleppo sind am Samstag ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt worden, einer von ihnen schwer.

Italien: Erneut Bombe vor Kirche

Vor einer Kirche in der Adria-Kleinstadt Fermo ist am Sonntag, 22. Mai, ein Sprengsatz entdeckt worden.

700 Kirchen mit langer Nacht

Mehr als 700 Kirchen und kirchliche Einrichtungen in Österreich laden am Freitag, 10. Juni, wieder zur „Langen Nacht der Kirchen“.

„Charlie Hebdo“-Chef: Linke unterwerfen sich dem Islamismus

Der Chefredakteur der Pariser Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“, Gerard Biard, hat der politischen Linken vorgeworfen, sie unterwerfe sich dem Islamismus.

Irakischer Erzbischof: „Westen soll endlich Christen aufnehmen“

Heftige Kritik am Westen hat einmal mehr der syrisch-katholische Erzbischof Yohanna Boutros Moshe von Mossul geäußert. Der Westen lasse die schwer bedrängten Christen im Irak im Stich, so der Erzbischof im „Kathpress“-Interview: „Warum tun jene Länder, die angeblich die Menschenrechte so hoch halten, so wenig für uns?“

Benedikt XVI. dementiert geheimen Visionsbericht von Fatima

In einem ungewöhnlichen Schritt hat Benedikt XVI. Spekulationen über angeblich geheimgehaltene Teile der Gottesmutter-Botschaften von Fatima zurückgewiesen.

Palästinensischer Priester: „Bethlehem stirbt vor unseren Augen“

Der Pfarrer von Beit Jala im Westjordanland, Fr. Aktham Hijzan, hat an die Weltöffentlichkeit appelliert, endlich Druck auf die israelische Regierung auszuüben, damit diese den Bau der umstrittenen Trennmauer durch das Cremisantal einstellt.

Burundischer Erzbischof: Korrupte Politik stoppt alle Projekte

Der Erzbischof von Gitega in Burundi, Simon Ntamwana, erhebt schwere Vorwürfe gegen die politische Klasse seines Landes.

Katholikentag: Innerkirchliche Kontroverse um AfD-Boykott

Der innerkirchliche Konflikt um die Nichteinladung der AfD zum Katholikentag ging kurz vor dessen Eröffnung am 25. Mai, weiter.

Rio de Janeiro: Olympia geht zu Lasten der Kinder

Die nahenden Olympischen Sommerspiele verschlechtern die Lebenssituation und Perspektiven vieler junger Menschen von Rio de Janeiro: Das haben zwei Kinder aus der brasilianischen Millionenstadt, Ricardo da Conceicao Aquino und Leticia Silva Farias, am 24. Mai bei einer „Kinderpressekonferenz“ in Wien dargelegt.

Fest der Freude für die Kopten in Wien

Im Zeichen der herzlichen Freundschaft zwischen katholischer und koptisch-orthodoxer Kirche stand am 20. Mai eine Festakademie aus Anlass der Weihe des neuen Altars des von der katholischen an die koptische Kirche übergebenen Wiener Gotteshauses Maria vom Siege durch Papst-Patriarch Tawadros II.

Erster Arbeiterpriester Österreichs feierte 90. Geburtstag

Rudolf Wimhofer, erster Arbeiterpriester der Diözese St. Pölten und einer der ersten Arbeiterpriester in Österreich feierte seinen 90. Geburtstag. Er lebt jetzt in Traisen und arbeitete über viele Jahre in Fabriken – mitten unter den Arbeiterinnen und Arbeitern, wo er das Evangelium verkündete.

Neuer Franziskanerkustos für Hl. Land

Der Trentiner Franziskanerpater Francesco Patton (52) ist neuer Kustos (Leiter) der Kustodie im Heiligen Land und damit oberster Hüter der christlichen Stätten. Patton ist mit Zustimmung des Vatikans zum Nachfolger von Pierbattista Pizzaballa (51) gewählt worden.

Wien: „Marsch für Jesus“ am 18. Juni mit Schönborn und Kurz

Am 18. Juni findet in der Wiener Innenstadt ein ökumenisches Großereignis mit prominenter Beteiligung statt: Beim „Marsch für Jesus“, der bisher schon dreimal in der Bundeshauptstadt stattgefunden hat, wird heuer laut Angaben der Veranstalter auch Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz sprechen.

Leitartikel

Falsche Worte tun weh

Auch Kirchen-Oberhäupter können falsche Worte wählen.
Patriarch Kyrill I., Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, beklagte jüngst den Verfall der christlichen Werte in der westlichen Welt. In Russland hingegen würden diese Werte weiterhin hochgehalten.
Bürger der Krim und der Ukraine sehen das gewiss anders. Sie erfahren gerade Russlands Werte, über seine westliche Grenze exportiert. Sie inkludieren in Europa einen blutige Konflikt.
Papst Franziskus forderte Tage zuvor in der französischen Tageszeitung „La Croix“ eine differenzierte Sicht auf den Islam und dessen Verhältnis zur Gewalt: „Es ist wahr, die Idee der Eroberung gehört zur Seele des Islam.“ Allerdings sei es ebenso möglich, die Aussendung der Jünger zu allen Nationen durch Jesus in diesem Sinne zu verstehen, so Franziskus.
Ja, möglich ist alles –  im Lotto. Die Wortwahl hier verstimmt jedoch und tut weh.
Weder hat Jesus Jerusalem erobert, noch Petrus Rom. Mohammed Mekka schon. Und seine Nachfolger haben mit dem Schwert missioniert, nicht mit Predigten.
Verstehenwollen des Islam ist eine Sache, unterwürfige Selbstmarginalisierung eine andere. Jesu Missionsauftrag war 101prozentig kein Eroberungsbefehl. Wer Gegenteiliges andeutet, ist zurechtzuweisen.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   1 Kön 17, 17-24

Sieh, dein Sohn lebt

In jenen Tagen erkrankte der Sohn der Witwe, bei der Elija wohnte. Die Krankheit verschlimmerte sich so, dass zuletzt kein Atem mehr in ihm war. Da sagte sie zu Elija: Was habe ich mit dir zu schaffen, Mann Gottes? Du bist nur zu mir gekommen, um an meine Sünde zu erinnern und meinem Sohn den Tod zu bringen. Er antwortete ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn von ihrem Schoß, trug ihn in das Obergemach hinauf, in dem er wohnte, und legte ihn auf sein Bett. Dann rief er zum Herrn und sagte: Herr, mein Gott, willst du denn auch über die Witwe, in deren Haus ich wohne, Unheil bringen und ihren Sohn sterben lassen? Hierauf streckte er sich dreimal über den Knaben hin, rief zum Herrn und flehte: Herr, mein Gott, lass doch das Leben in diesen Knaben zurückkehren! Der Herr erhörte das Gebet Elijas. Das Leben kehrte in den Knaben zurück, und er lebte wieder auf. Elija nahm ihn, brachte ihn vom Obergemach in das Haus hinab und gab ihn seiner Mutter zurück mit den Worten: Sieh, dein Sohn lebt. Da sagte die Frau zu Elija: Jetzt weiß ich, dass du ein Mann Gottes bist und dass das Wort des Herrn wirklich in deinem Mund ist.

 

Zweite Lesung:   Gal 1, 11-19

Gott offenbarte mir seinen Sohn, damit ich ihn unter den Heiden verkündige

Schwestern und Brüder!
Ich erkläre euch, Brüder: Das Evangelium, das ich verkündigt habe, stammt nicht von Menschen; ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen. Ihr habt doch gehört, wie ich früher als gesetzestreuer Jude gelebt habe, und wisst, wie maßlos ich die Kirche Gottes verfolgte und zu vernichten suchte. In der Treue zum jüdischen Gesetz übertraf ich die meisten Altersgenossen in meinem Volk, und mit dem größten Eifer setzte ich mich für die Überlieferungen meiner Väter ein. Als aber Gott, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat, mir in seiner Güte seinen Sohn offenbarte, damit ich ihn unter den Heiden verkündige, da zog ich keinen Menschen zu Rate; ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zurück. Drei Jahre später ging ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. Von den anderen Aposteln habe ich keinen gesehen, nur Jakobus, den Bruder des Herrn.

 

Evangelium:   Lk 7, 11-17

Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!

In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Nain; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm. Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann ging er zu der Bahre und fasste sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen. Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

 

Gedanken zum Sonntag

Eleonore Rosenberg
Studienrätin i.R.
Heilbronn, Deutschland

Das Tor in ein neues Sein

Der Wunsch, ewig zu leben, ist so alt, wie die Menschheit selbst. Sobald ein Mensch geboren ist, steht der Tod unabwendbar vor der Tür, früher oder später. Manche alte oder sehr kranke Menschen verspüren den Wunsch zu sterben, so bald wie möglich, so wenig schmerzhaft wie möglich. Das ist irgendwie noch zu verstehen.
Wenn Menschen freiwillig aus dem Leben scheiden, ist das oft nicht zu verstehen. Sie lebten in guten Verhältnissen, hatten alles, was sie zum Leben brauchten in mehr oder weniger Überfluss. Sie gehen trotzdem, manche still und leise. Andere scheiden dramatisch, im schlimmsten Fall, nehmen sie noch jemanden mit, Kinder, Partner oder irgendjemand ihnen Unbekannten, etwa durch einen Unfall. Das ist grauenhaft.
Wenn ein Kind stirbt, ist es fast immer ein dramatischer Abschied, vor allem für die Eltern. Wenn eine lange schwere Krankheit dem Tod voraus geht, haben sie wenigstens noch die Möglichkeit, sich auf den Abschied vorzubereiten. Kinder, die sterben werden, wissen zumeist, was kommen wird. Oftmals versuchen sie, ihre Familie und Freunde auch zu trösten.
Ob Jesus den toten Jüngling tatsächlich lebend und gesund seiner Mutter zurückgegeben hat, können wir heute nicht mehr nachprüfen. Die Geschichte erzählt aber vom tiefen Mitgefühl, von der Mit-Trauer, dem Erbarmen und der Liebe Jesu. Die Tränen der Mutter rühren den Rabbi, wahrscheinlich denkt er an seine Mutter. Wie würde es ihr gehen, wenn er sterben würde? Ein junger kraftstrotzender Mann denkt nicht oder nicht gern ans Sterben.
Allerdings ist für Christen der Tod das Tor in ein neues Sein. Für manche Menschen ist es zu früh, durch diese Tür zu gehen.

 

Information

Historischer Besuch eines Al-Azhar-Großimam in Rom
„Durch Terrorgruppen verursachte Missverständnisse ausräumen“

Der 23. Mai war ein historischer Tag. Erstmals besuchte ein Großimam der ägyptischen Al-Azhar-Universität einen Papst. Franziskus und Großimam al-Tayyeb beendeten ihren rund halbstündigen Austausch mit einer Umarmung.

Mit der Begegnung nahmen die katholische Kirche und ein führendes Lehrinstitut des sunnitischen Islam nach einer jahrelangen Krise wieder das Gespräch auf der Spitzenebene auf.
Seit 1998 gab es einen regelmäßigen theologischen Austausch zwischen der Al-Azhar-Universität und dem Vatikan. Die Zusammenkünfte wurden Anfang 2011 von ägyptischer Seite abgebrochen. Grund waren Forderungen von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) nach besseren Schutz für koptische Christen vor Terror und Gewalt. Mit dem Pontifikat von Franziskus verbesserten sich die Beziehun- gen zwischen Vatikan und der Al-Azhar-Universität wieder. Im Dezember 2013 hatten beide Einrichtungen auf Wissenschaftsebene wieder Gespräche aufgenommen.
Friede
und Schutz der Christen
Das Treffen selbst sei die Botschaft, sagte Franziskus laut Journalisten, die vor und nach dem Gespräch hinter verschlossenen Türen zugegen waren. Franziskus schenkte dem Großimam eine Ausgabe seiner Enzyklika „Laudato si“ und eine Medaille, die einen Olivenzweig abbildet.
Die private Unterhaltung, die in der Bibliothek des Apostolischen Palastes stattfand, drehte sich nach Vatikanangaben um den Einsatz religiöser Autoritäten und ihrer Gläubigen für den Frieden. Beide Seiten verurteilten demnach Gewalt und Terrorismus.
Weiteres Thema war laut der Pressemitteilung die Situation der Christen im Nahen Osten und Möglichkeiten ihres Schutzes.
In einer Stellungnahme erklärte der Großimam, ihm sei es beim Gespräch mit dem Papst darum gegangen, durch Terrorgruppen verursachte Missverständnisse über den Islam auszuräumen und Muslime in westlichen Staaten zur Integration in die Gesellschaft zu ermutigen.

Irakischer Erzbischof: „Westen soll endlich Christen aufnehmen“

Heftige Kritik am Westen hat einmal mehr der syrisch-katholische Erzbischof Yohanna Boutros Moshe von Mossul geäußert. Der Westen lasse die schwer bedrängten Christen im Irak im Stich, so der Erzbischof im „Kathpress“-Interview: „Warum tun jene Länder, die angeblich die Menschenrechte so hoch halten, so wenig für uns?“

erzbischof moshe yohanna petros
Erzbischof Yohanna Boutros Moshe.

Moshe appellierte an die westlichen Länder, gezielt Christen aufzunehmen, „und zwar alle gemeinsam, konzentriert“. Das wäre jedoch nur eine vorübergehende Maßnahme für die Zeit, solange im Irak Krieg herrscht. „Ich garantiere für meine syrisch-katholischen Leute, dass sie nach dem Krieg wieder in ihre Heimat zurückkehren“, sagte der Erzbischof wörtlich.
Vor dem Einmarsch der USA und ihrer Verbündeten und dem Sturz von Saddam Hussein im Jahr 2003 lebten im Irak noch bis zu 1,4 Millionen Christen, jetzt sind es im gesamten Land nicht einmal mehr 300.000.
Moshe hatte seinen Bischofssitz in Mossul und musste mit den letzten Christen die Stadt verlassen, ging dann kurz nach Karakosch, und nachdem auch diese Stadt fiel nach Erbil, der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Nordirak. In Mossul und den anderen einstmals stark christlichen Städten und Dörfern der Ninive-Ebene gebe es keine Christen mehr, so der Erzbischof.

Rio de Janeiro: Olympia geht zu Lasten der Kinder

Die nahenden Olympischen Sommerspiele verschlechtern die Lebenssituation und Perspektiven vieler junger Menschen von Rio de Janeiro: Das haben zwei Kinder aus der brasilianischen Millionenstadt, Ricardo da Conceicao Aquino und Leticia Silva Farias, am 24. Mai bei einer „Kinderpressekonferenz“ in Wien dargelegt.

Die beiden 13-Jährigen sind Mitglieder des Zirkus- und Kinderrechteprojekts „Se essa rua fosse minha“ (SER). Bei ihrem Österreich-Besuch auf Einladung der Dreikönigsaktion bewarben sie die Initiative „Nosso Jogo“ für Menschenrechtsstandards bei großen Sportereignissen.
Wie schon 2014 bei der Fußball-WM wendet Rios Stadtverwaltung auch heuer für die Vorbereitung und Austragung von Olympia immens viel Steuergeld auf, das anderwärtig fehlt. In zahlreichen Schulen würden schon seit Monaten Schulmaterialien, Bücher oder sogar die Lehrergehälter nicht ausbezahlt, berichtete Ricardo. Selbst viele Schulbüchereien, Theatersäle oder Schwimmbäder seien aufgrund fehlender Mittel für die Instandhaltung geschlossen. An manchen Schulen hätten die Schüler bereits Protestbesetzungen gestartet.

menschenrechte
Leticia und Ricardo berichten über eine Schule in Rio die aus Geldmangel geschlossen werden musste: „Lehrer kriegen monatelang kein Gehalt. Es fehlt am Notwendigsten, damit Schule überhaupt funktionieren kann.“

70.000 wurden umgesiedelt
Besonders tragisch für Kinder sind jedoch die vielen Umsiedlungen von Armenvierteln, die die Stadt für Sportstätten oder zum bloßen Aufpolieren ihres Erscheinungsbildes durchführt. Den Angaben zufolge waren allein in Rio bereits 70.000 Menschen für die WM und für Olympia davon betroffen, manche mussten ihr Zuhause sogar binnen Stunden räumen. Ricardo: „Schlimm ist für die Kinder, dass sie damit auf einen Schlag alle Freunde verlieren und in der neuen Wohnumgebung oft nicht wieder in die Schule einsteigen können.“
Der Initiative „Nosso Jogo“ gehören über 100 österreichische und 20 internationale Partner sowie die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit an.

Erster Arbeiterpriester Österreichs feierte 90. Geburtstag

Rudolf Wimhofer, erster Arbeiterpriester der Diözese St. Pölten und einer der ersten Arbeiterpriester in Österreich feierte seinen 90. Geburtstag. Er lebt jetzt in Traisen und arbeitete über viele Jahre in Fabriken – mitten unter den Arbeiterinnen und Arbeitern, wo er das Evangelium verkündete.

Franz Sieder, einer der letzten Arbeiterpriester Österreichs und guter Freund Wimhofers, berichtet: „Die Arbeiterpriester sind in Frankreich entstanden. Vor 50 Jahren gab es in Frankreich riesige Gebiete, die für die Kirche über die pfarrliche Pastoral nicht mehr erreichbar waren. Man musste neue Wege gehen um diese Arbeiterregionen gleichsam missionarisch zu beackern.“
Hunderte Priester hätten sich entschieden ihr Priestersein so zu leben, dass sie selbst als Arbeiter in die Fabrik gehen, um ganz in der Arbeitswelt präsent zu sein und hautnah das Leben mit den Arbeitern zu teilen. Sie hätten sich gesagt: In diesem Milieu, das der Kirche entfremdet ist, müssen wir die Botschaft Jesu vorrangig durch unser Leben verkünden.

Wimhofer Rudi 90
Arbeiterpriester Rudolf Wimhofer  (Mitte) wird vom Prior des Stifts Lilienfeld, P. Pius Maurer, und vom Traisner Bürgermeister Herbert Thumpser (links) geehrt.
Foto: Wolfgang Zarl.

Ein durchsichtiges Leben
In Paris sagte einmal der Arbeiterpriester Jean Perrot, der schon zwölf Jahre in einer Flugzeugfabrik gearbeitet hat Folgendes zu Sieder: „Weißt Du, für mich als Arbeiterpriester ist das Wichtigste, dass mein Leben für die Arbeiter völlig wahr und durchsichtig ist. Ich habe keine Geheimnisse vor den Arbeitern. Ich habe auch keine Taktik, wie ich ihnen begegne. Die Arbeiter wissen, wie ich meine Freizeit verbringe und sie wissen auch, wie ich als Priester meinen Zölibat lebe. Die Glaubwürdigkeit und Durchsichtigkeit ist ungeheuer wichtig.“
Ein solcher Arbeiterpriester sei auch 17 Jahre lang Rudolf Wimhofer im Voest-Alpine-Werk in Traisen gewesen. Er habe – so Sieder – mit allen Konsequenzen die Arbeit mit seinen Kollegen geteilt und auch in einer Arbeitersiedlung gelebt.

Am Sonntag „pfuschen“
Rudolf Wimhofer habe sein Arbeiterpriestersein so konsequent gelebt, dass er auch kein Gehalt mehr von der Kirche bekam. Auch in seiner Pension als Priester habe er nur seine Arbeiterpension bekommen und nichts von der Diözese. Das sei und war sein eigener Wunsch. Vielfach habe er auch ausgeholfen und Gottesdienste in verschiedenen Pfarren zelebriert. Zu seinen Arbeiterkollegen habe er dann manchmal im „Arbeiterjargon“ gesagt: „Am Sonntag gehe ich ‚pfuschen‘“.
Sieder zum christlichen Zeugnis des Jubilars: „Rudolf Wimhofer war bemüht durch viele Jahre das Evangelium durch sein Fabriksarbeiterleben als Staplerfahrer zu verkünden. Ich denke, dass es notwendig ist, dieses stille Zeugnis auch einmal öffentlich zu würdigen.“