Inhalt der gedruckten Ausgabe 21/2017

Leitartikel

Fromme Kaiserin tat Gläubigen weh

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Margarethe Furtner
Pädagogin
Salzburg

Information

Österreichs Kirchen und Politik zeigen sich solidarisch mit den verfolgten Kopten

In der seit einem Jahr koptischen Kirche Maria vom Siege am Wiener Mariahilfer Gürtel fand am Sonntagabend, 7. Mai, ein ökumenischer Gottesdienst für Ägyptens Christen statt. Dazu eingeladen hatten Kardinal Christoph Schönborn, Außenminister Sebastian Kurz und der koptische Bischof Anba Gabriel. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Neuer Präsident Südkoreas ist Katholik
Er steht gegen Säbelrasseln und für den Dialog mit dem Norden

Südkoreas Katholiken haben hohe Erwartungen zum politischen Neuanfang und hoffen auf Einheit, soziales Gleichgewicht und ein Ende der Korruption unter dem neu gewählten Präsidenten Moon Jae-in, der ein praktizierender Katholik ist.

So wählten Frankreichs Katholiken

Bei der französischen Präsidentschafts-Stichwahl am 7. Mai haben die regelmäßig praktizierenden Katholiken überproportional (71 Prozent) für den unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron gestimmt, die gelegentlich praktizierenden Katholiken hingen überdurchschnittlich (46 Prozent) für Marine Le Pen (Front National)

Jakartas christlicher Gouverneur Ahok zu 2 Jahren Haft verurteilt

Der scheidende christliche Gouverneur von Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama „Ahok“, ist wegen Blasphemie zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Schwestern vom Armen Kinde Jesus: Gründerin wird seliggesprochen

Die Aachener Ordens- und Schulgründerin Clara Fey (1815-1894) wird 2018 seliggesprochen.

Zeitung: Hungerstreikende Palästinenser bitten Papst um Hilfe

Rund 880 hungerstreikende palästinensische Häftlinge haben sich offenbar mit einem Hilferuf an Papst Franziskus gewandt.

Naher Osten: Massiver Verlust an christlichem kulturellem Erbe

Das ungeheure Ausmaß der Zerstörung und Vernichtung des christlichen kulturellen Erbes durch die IS-Terrormiliz hat der Salzburger Ostkirchenexperte Prof. Dietmar Winkler beklagt.

In Ninive-Ebene beginnt Wiederaufbau

Eine „Olivenbaum-Zeremonie“ als Symbol für den Wiederaufbau christlicher Präsenz in der irakischen Ninive-Ebene.

Salzburg: Uni und Erzabtei kooperieren auf akademischem Niveau

Die Universität Salzburg und die Erzabtei St. Peter in Salzburg kooperieren erstmals auf akademischem Niveau: Der Universitätskurs „Sapientia Benedictina“ kann ab Oktober gebucht werden und schließt mit einem Zertifikat ab.

Melkitischer Patriarch Gregoire III. Laham tritt zurück

Patriarch Gregoire III. Laham, Oberhaupt der melkitischen griechisch-katholischen Kirche im Nahen Osten, ist zurückgetreten.

Experte: Geplante „Fakultät der Theologien Berlin“ realitätsfern

Der Direktor des Jüdischen Museums Berlin, Peter Schäfer, hält die Idee einer „Fakultät der Theologien“ von Christen, Muslimen und Juden in der deutschen Hauptstadt für realitätsfern. Sie beruhe auf einem „Verständnis von Theologie, das vom Christentum bestimmt wird“, schreibt Schäfer in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Es berücksichtige zu wenig die Vielfalt der Theologien im Islam und Judentum.

Vatikan-Sternwarte tagt zu Schwarzen Löchern

Ein Expertentreffen der päpstlichen Sternwarte in Castel Gandolfo befasste sich mit dem Thema „Schwarze Löcher, Gravitationswellen und Raumzeit-Singularitäten“.

Nur 42 Prozent der konfessionslosen Briten glauben nicht an Gott

Die meisten Konfessionslosen in Europa sind nach Ansicht der britischen Religionssoziologin Linda Woodhead nicht strikt atheistisch eingestellt.

Florian Kuntner: Buch würdigt Weihbischof als modernen Propheten

Ein neues im Verlag Tyrolia erschienenes Buch würdigt den vor 23 Jahren verstorbenen Wiener Weihbischof Florian Kuntner (1933 – 94) als prägende Persönlichkeit der Kirche Österreichs, als einen Bischof, der seiner Zeit voraus war und auch heute noch Vorbildcharakter genießt.

Papst ehrt Pförtnerin von Nonnberg

Papst Franziskus hat auf Bitte von Erzbischof Franz Lackner die 90-jährige Außenpförtnerin der Benediktinerinnenabtei auf dem Salzburger Nonnberg, Anna Hauzenberger, mit dem päpstlichen Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ ausgezeichnet.

Sensationsfund im Stift Admont

Dem Handschriftenexperten Martin Haltrich aus dem Stift Klosterneuburg ist im steirischen Benediktinerstift Admont ein Sensationsfund geglückt: Der Experte entdeckte im Zuge von Recherchearbeiten die „womöglich ältesten Schriftstücke in deutscher Sprache, die jemals gefunden wurden“.

Zum zehnten Mal das „LaufWunder“

25.000 Kinder und Jugendliche aus Schulen, Kindergärten, Vereinen und Pfarren nehmen heuer wieder am „Lauf Wunder“ der Caritas für Menschen in Not teil. Die Aktion feiert heuer ihr 10-Jahr-Jubiläum.

Leitartikel

Fromme Kaiserin tat Gläubigen weh

Am vergangenen Wochenende wurde der 300. Geburtstag der „frommen Kaiserin“ Maria Theresia gefeiert. Das radikale Eindämmen der Volksfrömmigkeit hat anders, als vielfach dargestellt, nicht erst mit ihrem Sohn Joseph II. begonnen.
Mit 1. Jänner 1772 ließ sie alle Feiertage aufheben. Es gab nur zwei  Ausnahmen: das Fest des Landespatrons Leopold (15. November) und das Fest des Patrons der eigenen Pfarrkirche.
Verboten wurden gleichzeitig alle Kirchtags-und andere Prozessionen, die an Sonn- und Feiertagen in andere Pfarren geführt wurden.
Am 11. April 1772 untersagte sie alle über Nacht ausgehenden Wallfahrten. Für Mariazell gewährte sie eine kleine Ausnahme: die drei Wiener Hauptpfarren St. Stephan, Schotten und St. Michael durften jährlich jeweils eine Wallfahrt dorthin organisieren.
Anders als ihr Sohn hielt sie wenig von Toleranz. Gläubige Protestanten ließ sie zwangsumsiedeln, obwohl ihre eigene Mutter eine getaufte Evangelische war. Vater Karl VI. hatte einst den 35-jährigen Göttweiger Benediktiner Gottfried Bessel nach Norddeutschland zum Brautwerben geschickt. Dem diplomatischen Geschick des als „Graf von Wolfstein“ reisenden Mönchs und späteren Abtes war es zuzuschreiben, dass Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel 1707 konvertierte.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Apg 8, 5-8.14-17

Petrus und Johannes legten ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist

In jenen Tagen kam Philippus in die Hauptstadt Samariens hinab und verkündigte dort Christus. Und die Menge achtete einmütig auf die Worte des Philippus; sie hörten zu und sahen die Wunder, die er tat. Denn aus vielen Besessenen fuhren unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus; auch viele Lahme und Krüppel wurden geheilt. So herrschte große Freude in jener Stadt. Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin. Diese zogen hinab und beteten für sie, sie möchten den Heiligen Geist empfangen. Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen Jesu, des Herrn, getauft. Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.

 

Zweite Lesung:   1 Petr 3, 15-18

Dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach lebendig gemacht

Schwestern und Brüder!
Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen. Dann werden die, die euch beschimpfen, weil ihr in der Gemeinschaft mit Christus ein rechtschaffenes Leben führt, sich wegen ihrer Verleumdungen schämen müssen. Es ist besser, für gute Taten zu leiden, wenn es Gottes Wille ist, als für böse. Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen; dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach lebendig gemacht.

 

Evangelium:   Joh 14, 15-21

Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. Nur noch kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

 

Gedanken zum Sonntag

Margarethe Furtner
Pädagogin
Salzburg

Gottes Gebote unbemerkt erfüllt

Etwas großzügig gerechnet 70 Jahre nach dem Tod Jesu hat der Autor des Johannesevangeliums notwendige Anweisungen zu geben. In der Gegend des Nahen Ostens, irgendwo zwischen dem heutigen Israel und der Türkei hatte sich die christliche Botschaft verbreitet. Es gab vielleicht noch Menschen, die sich an die Jesusbegebenheiten erinnern konnten. Aber wenn wir Ältere uns Jahrzehnte zurück erinnern, dann unterscheiden sich die Erinnerungen der Beteiligten. Jeder hat etwas anderes gehört oder gesehen, etwas Unterschiedliches gemerkt. Johannes lässt Jesus eindringlich den heiligen Geist versprechen. Das wichtigste dabei wäre die Liebe, sie ist der der Maßstab für die Gebote. Etwas einzuhalten, was der Liebe widerspricht ist nicht im Sinne Jesu.
Der versprochene Geist Gottes steht für diese Liebe der Menschen untereinander und die Wahrhaftigkeit. Heuchelei und Frömmelei haben in der Nachfolge Jesu keinen Raum. Das ehrliche Miteinander bedeutet einander verzeihen, vertragen und vorbehaltlos lieben. Lieben kann bedeuten, dass man den anderen nicht in materieller oder seelischer Not lässt. Es kann bedeuten, die freie Wohnung zu vermieten, weil sie jemand braucht. Es kann auch heißen, dass man auf Bequemlichkeit, Ungestörtheit, Einigeln verzichten muss, weil die Menschen um uns herum ein Miteinander brauchen. Aber dann, genau dann entsteht ein Klima von Gemeinschaft, Familie, Gruppe, Gemeinde, wo sich niemand mehr verlassen fühlen muss, „niemand als Waise zurückbleibt“. Dann ist Jesus mitten unter uns, wir fühlen uns lebendig und dann haben wir gar nicht bemerkt, dass die Gebote Gottes erfüllt sind.

 

Information

Österreichs Kirchen und Politik zeigen sich solidarisch mit den verfolgten Kopten

In der seit einem Jahr koptischen Kirche Maria vom Siege am Wiener Mariahilfer Gürtel fand am Sonntagabend, 7. Mai, ein ökumenischer Gottesdienst für Ägyptens Christen statt. Dazu eingeladen hatten Kardinal Christoph Schönborn, Außenminister Sebastian Kurz und der koptische Bischof Anba Gabriel. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Am Beginn der Gebetsversammlung legte der koptisch-orthodoxe Wiener Bischof Anba Gabriel dar, dass es vor allem auch um das Gedenken an die Opfer der Attentate auf koptische Kirchen in Tanta und Alexandrien am Palmsonntag sowie auf die St. Peter-und-Paul-Kirche in Kairo am 11. Dezember des Vorjahrs gehe.


Einzug von Kardinal Christoph Schönborn mit dem koptischen Bischof Anba Gabriel.

Verfolgung sei für die Christen eine Tatsache, die bereits in der Bibel angekündigt ist. Schon im Alten Testament werde aber auch gesagt, dass das Volk Gottes durch Verfolgung gestärkt wird. Daher werde auch das Christentum aus der Verfolgung gestärkt hervorgehen, zeigte sich der koptische Bischof überzeugt.

Einsatz für Religionsfreiheit
Nach dem Gebet unterstrich Außenminister Sebastian Kurz die Bedeutung der Religionsfreiheit, die „in vielen Ländern keine Selbstverständlichkeit ist“. Als Außenminister treffe er bei seinen Reisen immer wieder mit den Repräsentanten christlicher und anderer religiöser Minoritäten zusammen und erlebe dabei, dass die Situation in so manchen Ländern „alles andere als gut“ ist, berichtete Kurz. Umso wichtiger sei es, sich weltweit für Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung einzusetzen. Das Außenministerium werde die Umsetzung der EU-Leitlinien zur Religionsfreiheit weiterhin mit Nachdruck verfolgen. Als Inte_grationsminister danke er den christlichen Kirchen in Österreich, dass sie durch die Präsenz vieler christlicher Zuwanderer das Christentum in Österreich „vielfältig und aktiv“ gestalten, so Kurz.


An der Kirchenwand: Bilder von ägyptischen Märtyrern.

Kardinal: „Sieg errungen über Hass“
Kardinal Christoph Schönborn berichtete in seiner Predigt einmal mehr von seiner Begegnung in Ägypten im letzten Herbst mit den Familien der in Libyen von IS -Terroristen ermordeten koptischen Arbeitsmigranten. Auf den Gesichtern der Frauen dieser jungen Märtyrer sei kein Hass gewesen, keine Bitterkeit, ein großer Schmerz, aber auch ein Leuchten. „Hier wurde deutlich, dass ein Sieg errungen ist über den Hass“, sagte der Kardinal. Den koptischen Märtyrern der letzten Jahre, der koptischen Kirche insgesamt, sei für ihr Zeugnis zu danken, betonte Schönborn.
Der Dank gelte aber auch dem ägyptischen Präsidenten Abdi-el-Fattah al-Sisi, der in der im Bau befindlichen neuen Hauptstadt Neu-Kairo eine Kathedrale für die Märtyrer bauen lasse als Zeichen, „dass der Hass Ägypten nicht auseinander-brechen lässt“. Das Zeugnis der koptischen Märtyrer bedeute, dass „der Weg der Liebe in unserer friedlosen Welt stärker sein wird als der Hass“.



Die  Kirche Maria vom Siege war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Glaubenstreue junger Menschen
Er habe es als „großes Privileg“ empfunden, bei seinem Ägypten-Besuch bei Papst-Patriarch Tawadros II. im vergangenen Oktober die Familien der in Libyen ermordeten koptischen Märtyrer besuchen zu dürfen, stellte der Wiener Erzbischof fest. Trotz der Bedrängnis durch ihre Entführer hätten die jungen Märtyrer den christlichen Glauben nicht verleugnet und seien mit dem Namen Jesu auf den Lippen gestorben.

Sammlung für Märtyrer-Familien
Bei dem Gebet in Maria vom Siege waren u.a. der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic), der Wiener Weihbischof Franz Scharl, der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, der koptisch-orthodoxe Bischof von Sydney, Anba Daniel (Metawos El Antuny), zahlreiche in Wien tätige koptische Geistliche sowie syrisch-orthodoxe und armenisch-apostolische Kleriker anwesend. Auch der ägyptische Botschafter Omar A. Yousef war zugegen.
Gesammelt wurde in Maria vom Siege für die Familien der bei den Anschlägen in Tanta und Alexandrien ums Leben gekommenen Märtyrer.
Die frühere katholische Kirche Maria vom Siege – einer der seltenen neogotischen Kuppelbauten – ist erst im Vorjahr an die stark wachsende koptische Gemeinde übertragen worden.
Papst-Patriarch Tawadros II. kam eigens nach Wien, um in Anwesenheit von Kardinal Schönborn am 20. Mai 2016 den Altar der Kirche zu weihen.
In Österreich gibt es nach Schätzungen rund 12.000 koptisch-orthodoxe Christen, die meisten davon leben in Wien.


Außenminister Sebastian Kurz  musste nach der Feier noch eine Stunde lang jungen Kopten für Fotos zur Verfügung stehen.

Wiener Gemeinderat will besseren Schutz
Der Wiener Gemeinderat hat sich für besseren Schutz der koptischen Minderheit ausgesprochen. Infolge der jüngsten Anschläge auf Kirchen in Ägypten seien die Gläubigen auch in Wien „verängstigt“, heißt es in einem Mehrparteienantrag von ÖVP, SPÖ und Grünen vom 5. Mai. Österreichs Bundesregierung solle die ägyptische Regierung und die lokalen Autoritäten in den betroffenen Gebieten bestärken, alles zu tun, um weitere Übergriffe auf Kopten zu verhindern, so der Beschluss. Gleichzeitig wird Kopten in Wien besserer Schutz zugesagt.

Neuer Präsident Südkoreas ist Katholik
Er steht gegen Säbelrasseln und für den Dialog mit dem Norden

Südkoreas Katholiken haben hohe Erwartungen zum politischen Neuanfang und hoffen auf Einheit, soziales Gleichgewicht und ein Ende der Korruption unter dem neu gewählten Präsidenten Moon Jae-in, der ein praktizierender Katholik ist.


Präsident Moon Jae-in.

In einer Glückwunschbotschaft an Moon, in der auch die dramatischen Auseinandersetzungen unter der alten Regierung erwähnt werden, erklärte der Vorsitzende der Koreanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Hyginus Kim Hee-joong von Gwangju, dass das Land „einen glaubwürdigen Führer braucht“. Moon müsse jetzt „Grundprinzipien achten und Schritte unternehmen, die auf wahren Frieden und Gerechtigkeit, jenseits der aktuellen Konflikte und Konfrontationen“, zielten.
Mit Moon Jae-in wird Südkorea zum zweiten Mal in seiner Geschichte von einem Katholiken regiert. Einen Tag nach seiner Wahl mit 41 Prozent der abgegebenen Stimmen hatte Moon am 10. Mai  seinen Amtseid abgelegt.
Nach der Vereidigung in Seoul sagte der neue Präsident, er sei bereit, unter passenden Umständen die verfeindete kommunistische Regierung in Nordkorea zu besuchen.
Moon ist Sohn nordkoreanischer Flüchtlinge und saß in den siebziger Jahren mehrere Monate wegen Protesten gegen die damalige Militärregierung in Haft. Als Menschenrechtsanwalt unterstützte er Arbeiter und studentische Aktivisten.
In Südkorea, dessen 50 Millionen Einwohner zu 31 Prozent religionslos und zu 31 Prozent Christen (11 Prozent Katholiken) sind, engagieren sich in Relation auffallend viele Christen in der Politik.

In Ninive-Ebene beginnt Wiederaufbau

Eine „Olivenbaum-Zeremonie“ als Symbol für den Wiederaufbau christlicher Präsenz in der irakischen Ninive-Ebene.

Wie „Kirche in Not“ vermeldete, wurden am 8. Mai in den Orten Bartella, Karamless und Karakosch drei Baustellen eingeweiht, wo mit Hilfe der internationalen Päpstlichen Stiftung die ersten 100 Häuser für christliche Flüchtlingsfamilien gebaut werden sollen.
P. Andrzej Halemba, vom „Ninive-Wiederaufbau-Ausschuss“ von „Kirche in Not“, beschrieb dies als ein „historisches und einmaliges Ereignis für die Zukunft des Christentums im Irak“. Nicht weniger als 13.000 Privathäuser seien durch den Islamischen Staat zerstört worden.


P. Andrzej Halemba.
Foto: Kirche in Not.

Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Sako bedauert, dass es im Schatten der militärischen Operationen zur Befreiung Mossuls aus der Hand der IS-Terroristen noch immer „Hasspredigten“ in Moscheen und in „social media“ gibt, in denen Christen, Juden und Mandäer als „Ungläubige“ bezeichnet werden, die man so behandeln müsse, wie es die Dschihadisten tun. In der Erklärung des irakischen Patriarchen wird darauf verwiesen, dass solche „Brandreden“ die Gesellschaft spalten und auch zu Phänomenen der „Islamophobie“ führen können.

Florian Kuntner: Buch würdigt Weihbischof als modernen Propheten

Ein neues im Verlag Tyrolia erschienenes Buch würdigt den vor 23 Jahren verstorbenen Wiener Weihbischof Florian Kuntner (1933 – 94) als prägende Persönlichkeit der Kirche Österreichs, als einen Bischof, der seiner Zeit voraus war und auch heute noch Vorbildcharakter genießt.

Ob Frauenpriestertum, „Viri probati“ oder Flüchtlingsfrage – es gebe kaum ein aktuelles Thema, zu dem Kuntner nicht bereits vor über zwanzig Jahren prononciert und zukunftsweisend Stellung genommen hätte, unterstreicht die Publizistin Ingeborg Schödl im Gespräch mit „Kathpress“.

Ihr Buch zeichnet den Lebensweg Kuntners „vom Lausbuben zum Bischof“ nach und ruft einen Priester und Bischof in Erinnerung, der in Amts- und Kirchenverständnis sowie in seinem bescheidenen und volksnahen Lebensstil als ein „moderner Prophet“ gelten könne, so Schödl.
Für Schödl, die bereits 16 Bücher – darunter zahlreiche Portraits und Biografien von herausragenden österreichischen Glaubenszeuginnen und -zeugen – geschrieben hat, steht Kuntner für ein „fröhliches Christentum“ mit Tiefgang; ohne Verbitterung und mit großem Mut und zeitdiagnostischer Sensibilität habe Kuntner, der vor 40 Jahren zum Bischof geweiht wurde, Themen aufgegriffen und sich auch nicht gescheut, politisch und innerkirchlich anzuecken. „Ich bin mir sicher, mit Papst Franziskus hätte Kuntner seine Freude gehabt“, so Schödl. Bis heute genieße Kuntner außerdem bei den Gläubigen ein hohes Ansehen, da er ihnen stets „auf Augenhöhe“ und ohne Attitüden begegnet sei.


Publizistin Ingeborg Schödl.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

15 Jahre Pfarrer
Florian Kuntner wurde am 22. März 1933 in Kirchberg am Wechsel (Niederösterreich) geboren. 1945 trat er in das Knabenseminar Hollabrunn ein und besuchte das Bundesgymnasium Hollabrunn, wo er 1952 die Matura ablegte. Danach trat er ins Wiener Priesterseminar und studierte katholische Theologie an der Universität Wien. 1957 empfing er die Priesterweihe.Danach war er Kaplan in Gerasdorf, Atzgersdorf und Puchberg. 1962 wurde er Pfarrer von Piesting, 1971 Propstpfarrer der Dompfarre Wiener Neustadt und danach Bischofsvikar für den südlichen Teil der Erzdiözese Wien.
Papst Paul VI. ernannte Florian Kuntner zum Weihbischof der Erzdiözese Wien. Am  20. November 1977 wurde er gemeinsam mit Helmut Krätzl durch Kardinal Franz König im Stephansdom in Wien zum Bischof geweiht. Er starb am 31. März 1994 an einer Tropenkrankheit, die er sich bei einer Afrikareise zugezogen hatte.