Inhalt der gedruckten Ausgabe 18/2017

Leitartikel

Herzensbischof

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Ass.-Prof. Dr. Frank Walz
Liturgiewissenschaftler und Diakon
Salzburg

Information

Ägypten: Sehr großer Andrang bei den Ostergottesdiensten
Papstmesse in Kairo am 29. April auf Luftwaffenstützpunkt verlegt

Die liturgischen Osterfeiern in Ägypten haben ohne Zwischenfälle stattgefunden; außerordentlich viele Christen nahmen an den Gottesdiensten teil. Der Seelsorger der deutschsprachigen Katholiken in Kairo, Joachim Schroedel, sagte im Gespräch mit „Radio Vatikan“, man spüre bei den Christen in Ägypten nach den Terroranschlägen vom Palmsonntag ein „Jetzt erst recht“.

Mit neuen Gedanken in die neue Saison

Mit einem neuen Plakat beim Nordparkplatz begrüßt das Stift Herzogenburg seit kurzem seine Besucherinnen und Besucher.

Generalvikar: „Papst hat in Afrika viele gegen IS immunisiert“

Papst Franziskus hat mit seiner Reise in die Zentralafrikanische Republik nach Einschätzung eines örtlichen Kirchenvertreters maßgeblich zum Frieden in dem früheren Bürgerkriegsland beigetragen.

Abu Dhabis Bischof plädiert für mehr Bekennermut unter Katholiken

Der für Südarabien zuständige katholische Bischof mit Sitz in Abu Dhabi, Paul Hinder (74), führt das Erstarken des Islam in Europa auf ein „Schwächeln“ des christlichen Glaubens zurück.

Papst wird nach eigenen Worten gelegentlich mit Arzt verwechselt

Papst Franziskus erlebt nach eigenem Bekunden gelegentlich Missverständnisse, wenn er in seinem weißen Gewand Kinderabteilungen in Krankenhäusern besucht.

Papst spricht im Oktober Opfer protestantischer Verfolgung heilig

Papst Franziskus spricht im Oktober dreißig Katholiken heilig, die im 17. Jahrhundert von Protestanten ermordet wurden. Das gab er bei dem am 20. April im Vatikan abgehaltenen Konsistorium der Kardinäle bekannt.

Wieder Anschlag auf katholische Kathedrale von Kathmandu

Die katholische Kathedrale in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, ist Medienberichten zufolge Ziel eines Brandanschlags geworden.

Gendarmensohn, Arbeiterpriester, „Leutebischof“
Der steirische „Herzbischof“ Johann Weber wird 90

„Unser ‚Herzbischof‘ wird 90″: Unter diesem Titel feiert die Diözese Graz-Seckau ihren von 1969 bis 2001 amtierenden Diözesanbischof Johann Weber und würdigt den Jubilar auf ihrer Website als „Vater des diözesanen Aufbruchs“.

Pakistan:  Radikale Imame fordern die „exemplarische“ Hinrichtung der Christin Asia Bibi

Pakistanische Imame fordern nach einem Bericht des römischen Missionspressedienstes „AsiaNews“ jetzt eine sofortige „exemplarische“ Hinrichtung der seit sieben Jahren in einer Todeszelle wegen angeblicher „Blasphemie“ inhaftierten Christin Asia Bibi.

Kurz: Fremdsprachige christliche Gemeinden fördern Integration

Die Wiener katholischen Gemeinden für Migranten leisten nach den Worten von Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz einen wichtigen Beitrag für die Integration in Österreich.

Texte zu vatikanisch-israelischem Dialog erstmals auf Hebräisch

Die katholische Kirche hat nach Worten des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin gegenüber dem Judentum in den vergangenen Jahrzehnten eine „revolutionäre Wende“ vollzogen.

Russland: Nach Verbot der Zeugen Jehovas sind evangelikale Christen bedroht

Nach dem Verbot der Zeugen Jehovas in Russland haben Menschenrechtler ihre Sorge geäußert, dass weitere Repressionen gegen kleine und unabhängige Glaubensgemeinschaften folgen könnten. Dabei werden von Beobachtern die Mormonen, die Pfingstler und weitere evangelikale Denominationen genannt. Grundlage dafür sei das im Juli 2016 in Kraft getretene „Yarovaya-Gesetz“, wie das Prager Portal „RadioFreeEurope“ berichtet.

Jakarta: Keine Blasphemieanklage gegen christlichen Gouverneur

In einer Wende im Blasphemieprozess gegen den amtierenden christlichen Gouverneur von Jakarta hat die Staatsanwaltschaft die Anklage auf „Verbreitung von religiösem Hass“ geändert.

Taufe von 300 Kambodschanern

In Kambodscha haben sich 300 vorwiegend junge Buddhisten in der Osternacht taufen lassen.

Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel startete europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt

Ein europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt wurde jetzt von der Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) gestartet.

Südsudan: Viele Helfer gehen, die Salesianer bleiben

Die Hilfsorganisation „Jugend Eine Welt“ bittet dringend um Spenden für den Südsudan, wo rund fünf Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

OÖ Landesgartenschau 2017 im Stift Kremsmünster: „Dreiklang der Gärten“

Mit einem Festakt im Kaisersaal wurde am 21. April die OÖ Landesgartenschau 2017 eröffnet. Motto „Dreiklang der Gärten“. Für die nächsten 177 Tage verwandelt sich Kremsmünster mit seinen drei Schauplätzen Stift, Markt und Schloss in eine harmonische Gartenkomposition.

Leitartikel

Herzensbischof

Der steirische Altbischof Johann Weber begeht dieser Tage seinen 90. Geburtstag.
Die Diözese feiert ihn als ihren „Herzensbischof“.
Er hat sie entscheidend geprägt, indem er die Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils tatkräftig umzusetzen bereit war.
Mit 52 Jahren wurde er zum Oberhirten von Graz-Seckau ernannt. Der Wahlspruch des ehemaligen Seelsorgers der Arbeiterjugend war der Zeit um Jahrzehnte voraus und  könnte zum Pontifikat von Papst Franziskus stammen: „Den Armen die Frohbotschaft verkünden“.
Wie Papst Benedikt XVI. hatte auch Johann Weber einen Gendarm als Vater.
Wie nur wenige Bischöfe konnte er bei seiner Ernennung auf  langjährige Erfahrungen an der Basis zurückblicken: er war Kaplan und Pfarrer.
In den Diözesen Innsbruck und St. Pölten stehen derzeit Bischofsernennungen an.
Wir hoffen, dass neue Oberhirten berufen werden, die auch auf intensive Erfahrungen mit dem einfachen Volk Gottes zurückblicken können und die die Impulse unseres Papstes ebenso freudig aufgreifen, wie Weber jene des Konzils.
Dann könnte es bald neue „Herzensbischöfe“ in unserem Land geben.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Apg 2, 14.22-33

Es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde

Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Israeliten, hört diese Worte: Jesus, den Nazoräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.
David nämlich sagt über ihn: Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge, und auch mein Leib wird in sicherer Hoffnung ruhen; denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis, noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen. Du zeigst mir die Wege zum Leben, du erfüllst mich mit Freude vor deinem Angesicht. Brüder, ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben, und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag. Da er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm den Eid geschworen hatte, einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen, sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus: Er gibt ihn nicht der Unterwelt preis, und sein Leib schaut die Verwesung nicht. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er durch die rechte Hand Gottes erhöht worden war und vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen hatte, hat er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.

 

Zweite Lesung:   1 Petr 1, 17-21

Ihr wurdet losgekauft mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel

Schwestern und Brüder!
Wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht. Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel. Er war schon vor der Erschaffung der Welt dazu ausersehen, und euretwegen ist er am Ende der Zeiten erschienen. Durch ihn seid ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, so dass ihr an Gott glauben und auf ihn hoffen könnt.

 

Evangelium:   Joh 21, 1-14

Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.
Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

 

Gedanken zum Sonntag

Ass.-Prof. Dr. Frank Walz
Liturgiewissenschaftler und Diakon
Salzburg

Erkannt

Die Emmausgeschichte (die bereits am Ostermontag und in der Abendmesse am Ostersonntag auf dem Verkündigungsplan steht) beschreibt die Dynamik unseres Glaubens in seiner ganzen Bandbreite. Mit Blindheit geschlagen gehen zwei Jünger Jesu ihren Weg, weg von Jerusalem nach Emmaus, dem Herkunftsort eines der beiden, nämlich des Kleopas (Theologen vermuten, dieser Kleopas stammt aus der Verwandtschaft Jesu, vielleicht sein Onkel, ein Bruder von Josef und er wäre der spätere, nach Jakobus zweite Bischof von Jerusalem). Diese beiden – wenn man also so will, der berühmte Kleopas und ein Unbekannter – unterhalten sich und Jesus geht zunächst unerkannt mit ihnen. Erst als er das Brot nimmt, den Segen spricht, es bricht und es ihnen gibt, erkennen sie ihn. Im Zeichen des Brotbrechens, im Sakrament der Eucharistie gehen ihnen die Augen auf und im Nachhinein spüren sie, wie ihnen das Herz brannte, als er unterwegs mit ihnen redete und ihnen den Sinn der Schrift erschloss.
„…doch auf einmal war er nicht mehr zu sehen.“ Die Erkenntnis von der die Emmausgeschichte spricht, ist offensichtlich eine über-sinnliche; das „Brannte uns nicht das Herz…“ wird im Nachhinein festgestellt. Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, aber es muss vorwärts gelebt werden (Søren Kierkegaard, Tagebücher).
Erkenntnis im Nachhinein, im Rückblick – Leben nach vorwärts, in blinder Unkenntnis. Da geht es mir oft ähnlich wie den Emmausjüngern und ich bin froh, wenn mich jemand auf meinem Lebensweg begleitet, ob berühmter Freund oder Unbekannter und ich bete für die Offenheit der Begegnung mit IHM, der mir die Augen öffnet und der mich erkennen lässt.

 

Information

Ägypten: Sehr großer Andrang bei den Ostergottesdiensten
Papstmesse in Kairo am 29. April auf Luftwaffenstützpunkt verlegt

Die liturgischen Osterfeiern in Ägypten haben ohne Zwischenfälle stattgefunden; außerordentlich viele Christen nahmen an den Gottesdiensten teil. Der Seelsorger der deutschsprachigen Katholiken in Kairo, Joachim Schroedel, sagte im Gespräch mit „Radio Vatikan“, man spüre bei den Christen in Ägypten nach den Terroranschlägen vom Palmsonntag ein „Jetzt erst recht“.


Msgr. Joachim Schroedel.

Papst Franziskus besucht am 28./29. April als zweiter Papst nach Johannes Paul II. Ägypten. Auf dem Programm stehen u.a. Begegnungen mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi, dem Großimam der Al-Azhar-Universität, Ahmed Mohammed al-Tayyeb, sowie dem koptischen Papst Tawadros II. Auf Einladung des Großimams kommt auch das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen, Bartholomaios I., nach Kairo.  Das ägyptische Fernsehen wird in seinem ersten Kanal den ganzen Papstbesuch direkt übertragen.

„Oase des Friedens“
Der Kairo-Besuch von Papst Franziskus bietet Ägypten nach Worten des koptischen Papst-Patriarchen Tawadros II. Gelegenheit, sich als sicheres und friedliches Land zu präsentieren. Diese Reise sei wichtig, „um der Welt die Botschaft zu vermitteln: Ägypten ist noch eine Oase der Sicherheit und des Friedens“, sagte das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR.

Beduinen beschützen Kloster
Die orthodoxe Katharinenkloster-Mönchsgemeinschaft auf dem Sinai berichtete unterdessen, dass nach dem jüngsten Anschlag die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt wurden. Man rechne allerdings damit, dass Reisegruppen ihre Besuche stornierten.
Eine unmittelbare Gefährdung der Mönche wies ein Sprecher jedoch zurück. Das vor 1.400 Jahren mit Wehrmauern errichtete Kloster diene immer noch als Festung. Zudem sorgten die lokalen Beduinen wie seit Jahrhunderten für den Schutz der Anlage.

Anschlag auf Katharinenkloster
Das im sechsten Jahrhundert gegründete orthodoxe Katharinenkloster zählt zu den bekanntesten Pilgerorten der Christenheit.
Am Osterdienstag war ein Polizeiposten unweit des Klosters attackiert worden. Bei dem Schusswechsel kam ein Polizist ums Leben, vier weitere wurden nach Angaben der Mönche verletzt. Zu der Tat bekannte sich eine der Terrormiliz „Islamischer Staat“ nahestehende Gruppierung. Die Fahndung nach dem Angreifer habe mit Hilfe der Beduinen zu einem Verdächtigen geführt, so der Klostersprecher weiter. Der Mann habe bei der Festnahme gedroht, eine Sprengstoffweste zu zünden, und sei daraufhin von der Polizei erschossen worden.

„Muslime und Christen heißen Papst willkommen“
Der ägyptische Botschafter in Deutschland, Badr Abdelatty, sagte gegenüber der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA, er erwarte beim Papstbesuch keine Sicherheitsprobleme.
Franziskus sei „eine großartige Person, die für Toleranz, friedliches Zusammenleben und den Dialog der Religionen eintritt“, betonte der Botschafter. Der Besuch werde eine neue Seite im Verhältnis Ägyptens zum Heiligen Stuhl aufschlagen und den Dialog zwischen dem Islam und dem Christentum weiter vertiefen. Es werde „ein großartiger Besuch sein für Ägypten und das ägyptische Volk“.
Der Botschafter rechnet nicht damit, dass sich konservative Muslime in Ägypten durch den Papstbesuch provoziert fühlen könnten. „Nein, absolut nicht. Der Papst wird von allen Muslimen und Christen in Ägypten willkommen geheißen“, betonte er.

Gendarmensohn, Arbeiterpriester, „Leutebischof“
Der steirische „Herzbischof“ Johann Weber wird 90

„Unser ‚Herzbischof‘ wird 90″: Unter diesem Titel feiert die Diözese Graz-Seckau ihren von 1969 bis 2001 amtierenden Diözesanbischof Johann Weber und würdigt den Jubilar auf ihrer Website als „Vater des diözesanen Aufbruchs“.


„Herzbischof“ Johann Weber.

Nach wie vor sei der Name Johann Weber mit einer Zeit in der Steiermark verknüpft, in der Fortschritt und  Aufbruch auch stark geistlich besetzt gewesen seien. Noch immer wirke er als Seelsorger in Graz, „nach wie vor ist jede Begegnung mit ihm geprägt von offener schlichter Herzlichkeit“.
Die Diözese begeht den runden Geburtstag mit einem Festgottesdienst am 30. April in der Pfarre Graz-Andritz, bei der Bischof Wilhelm Krautwaschl, sein ehemaliger Sekretär,  die Predigt halten wird.

Sohn eines Gendarmen
Am 26. April 1927 in Graz als Sohn eines Gendarmerie-Beamten geboren, wuchs Johann Weber gemeinsam mit fünf Geschwistern auf.
Bis zur Schließung des Bischöflichen Seminars 1938 war er dort Schüler, anschließend im Akademischen Gymnasium. Nach dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg begann Weber mit dem Theologiestudium an der Grazer Universität. 1950 wurde er in Graz zum Priester geweiht.

Kaplan und Pfarrer
Nach Kaplans-Jahren in Kapfenberg und Köflach wurde er 1956 Diözesanjugendseelsorger der Katholischen Arbeiterjugend. In dieser Funktion wirkte Weber sechs Jahre lang, bis er 1962 Stadtpfarrer von Graz-St. Andrä wurde.
Als Stadtpfarrer stellte Weber in seinem Arbeitsgebiet bald neue Weichen, vor allem in der Krankenseelsorge und im sozialen Bereich. So wurde auf seine Initiative unter anderem das „Heim der offenen Tür“ – eine Unterkunft für Schwangere in Not – in Graz errichtet. 1969 ernannte Papst Paul VI. Weber zum 56. Bischof der Diözese Graz-Seckau.

Nach Konzil neue Weichen gestellt
Bischof Weber übernahm die Diözese in einer überaus schwierigen Situation, geprägt durch den plötzlichen Rücktritt von Bischof Josef Schoiswohl und die starke nachkonziliare Polarisierung im Klerus. Als Bischof stellte Weber in vielen Bereichen neue Weichen im Sinne der Konzilsreformen und wurde durch seine herzliche, umgängliche Art zum beliebten „Leutebischof“: In seiner Amtszeit wurden die Pfarrgemeinderäte und der Diözesanrat eingerichtet, er vergab erstmals an einen Laientheologen die Stelle eines Pastoralassistenten und er setzte zum ersten Mal Ordensfrauen zur „geschäftsführenden“ Leitung einer priesterlosen Pfarre ein. Weber rief die Telefonseelsorge ins Leben, später wurden in Graz das Kulturzentrum bei den Minoriten und das Welthaus errichtet.
Viele große Ereignisse der vergangenen 30 Jahre – von der Österreich-Synode 1973/74 über den Katholikentag 1981 in Graz, den „Tag der Steiermark“ 1993, die „Wallfahrt der Vielfalt“ 1996, die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz bis zum „Dialog für Österreich“ 1998 – wurden von Bischof Weber initiiert oder entscheidend mitgeprägt. Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählte auch der Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1983 in Mariazell.

Ab 1995 Vorsitzender der Bischofskonferenz
Weber war einer der Betreiber des bislang letzten Sozialhirtenbriefes der Bischofskonferenz von 1990.
Im Mai 1995 wurde Weber zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt, nachdem Kardinal Hans Hermann Groer dieses Amt nach Missbrauchsvorwürfen zur Verfügung gestellt hatte; Weber übte diese Aufgabe bis 1998 aus.
Im Jahr 2001 legte Johann Weber sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zurück. Der Papst ernannte Bischof Egon Kapellari zum Nachfolger. Seit mehr als einem Jahr lebt Weber im Alten- und Pflegeheim der Dienerinnen Christi in Graz Andritz, jenem Teil von Graz, wo er auch vor 90 Jahren das Licht der Welt erblickte. Als Seelsorger ist er weiterhin im Pfarrverband Graz-St. Leonhard, Graz-Ragnitz und Graz-Kroisbach tätig.

Russland: Nach Verbot der Zeugen Jehovas sind evangelikale Christen bedroht

Nach dem Verbot der Zeugen Jehovas in Russland haben Menschenrechtler ihre Sorge geäußert, dass weitere Repressionen gegen kleine und unabhängige Glaubensgemeinschaften folgen könnten. Dabei werden von Beobachtern die Mormonen, die Pfingstler und weitere evangelikale Denominationen genannt. Grundlage dafür sei das im Juli 2016 in Kraft getretene „Yarovaya-Gesetz“, wie das Prager Portal „RadioFreeEurope“ berichtet.

Das Oberste Gericht hatte am 20. April einen Antrag des Justizministeriums gebilligt, in dem die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas als extremistische Gruppe eingestuft wird, die die öffentliche Ordnung bedrohe und Familien zerstöre.
Die Zentrale der rund 170.000 Zeugen Jehovas und ihre 395 Regionalverbände würden geschlossen, ihr Besitz beschlagnahmt. Zeugen Jehovas, die ihren Glauben weiter ausüben, drohen künftig Strafverfolgung, Geldstrafen oder gar Gefängnis bis zu zehn Jahren.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte das Urteil. Es sei ein gravierender Verstoß gegen Russlands Verpflichtung auf Achtung der Religions- und Versammlungsfreiheit.
Bereits 2015 war in Russland ein erstes diskriminierendes Gesetz gegen gewisse Glaubensgemeinschaften in Kraft getreten. Gefordert wurde, dass diese ihre ausländischen Geldquellen offenlegten. Die orthodoxe Kirche unterstützte die Verschärfung, weil sie kein ausländisches Geld erhält. Andere Konfessionen sowie muslimische und jüdische Organisationen werden allerdings zum Teil aus dem Ausland finanziert.


Theologe Joachim Willems.

Der deutsche Humboldt-Universitätstheologe Joachim Willems warnte im Vorjahr, dass die Gesetze auf bestimmte dynamische Religionsgemeinschaften wie Baptisten und Pfingstkirchen abzielten. Sie seien vom Staat zu „ausländischen“ und „nichttraditionellen“ Gruppen erklärt worden.

Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel startete europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt

Ein europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt wurde jetzt von der Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) gestartet.

Der Leiter der Betriebsseelsorge und Papst Leo-Preisträger Karl Immervoll erklärt: „Wir haben in unserer Region viele Arbeitslose und Langzeitarbeitslose. Wir wollen ihnen helfen, dass sie aus ihrer Berufung einen Beruf machen. Ganz ohne Druck.“
Dieses von der Betriebsseelsorge initiierte Projekt bietet einen völlig neuen Ansatz und schaut auf gesellschaftliche Notwendigkeiten. Die Dauer ist auf 18 Monate angelegt, in der so manche neue Arbeitsplätze und Projekte entstehen können. Der Ansatz lautet: Welche Talente hat man und was will man damit machen?


Der hochengagierte Betriebsseelsorger Karl Immervoll im Bild mit Bischof Klaus Küng.
Foto Wolfgang Zarl.

40 Teilnehmer
40 Personen nehmen am Projekt teil: Analphabeten und Akademiker, Frauen und Männer, Personen aus dem Jahrgang 1954 bis 1993. In den 18 Monaten bekommen die Teilnehmer/innen ein Grundeinkommen sowie Wertschätzung und arbeiten je nach ihren Fähigkeiten und Begabungen. Einige wollen sich im Asylbereich engagieren, andere führen soziale Tätigkeiten aus, manche wollen im Obstanbau tätig sein oder gründen einen kleinen Verkaufsladen.
Die Betriebsseelsorge hat bereits Erfahrungen mit dem sinnvollen Einsatz von Menschen puncto Arbeit, jetzt wird es eben auf 18 Monate ausgedehnt.

Sinnvoll in Gesellschaft einbringen
Karl Immervoll: „Ihnen allen ist der Wille gemeinsam, nicht als ‚Arbeitslose‘ zu gelten, sondern sich sinnvoll in unsere Gesellschaft einzubringen.“ Da ihnen Arbeitsplätze verwehrt seien – manchen von ihnen, weil sie zu alt sind, den Jüngeren, weil sie keine Praxis haben – würden sie sich ab sofort mit Hilfe ihrer Fähigkeiten eigene Möglichkeiten der Arbeit schaffen. Es gebe in Gemeinden, Vereinen und in der Gesellschaft so viel zu tun, wirklich wichtige Tätigkeiten werden oft nicht bezahlt.
Immervoll gibt zu bedenken, dass das Nettoarbeitszeitvolumen stagniere und etwa im Waldviertel sinke. In der Region gebe es viele Zuzügler aus anderen Regionen, weil das Leben dort billiger erscheine, allerdings würden auch die Jobs fehlen. Allein Heidenreichstein habe 100 Langzeitarbeitslose. Nähere Informationen unter www.bsowv.at.