Inhalt der gedruckten Ausgabe 18/2016

Leitartikel

Den Erzbischof von Wien fragen

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Hans Riedler
Pensionist und Sozial-Aktivist
Linz

Information

Theologen fordern mehr Transparenz von der Glaubenskongregation:  „Haltungen des Absolutismus“

Eine Gruppe katholischer Theologen, Bischöfe, Priester und Ordensfrauen fordert die römische Glaubenskongregation zu mehr Transparenz auf.

Milliarden-Loch in Pensionskasse
der deutschen Kirche

Die reiche katholische Kirche Deutschlands hat ein großes finanzielles Problem: Der Pensionskasse der Diözesen fehlen 5,5 Milliarden Euro. Im schlimmsten Fall käme es zur Zahlungsunfähigkeit einzelner Bistümer, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Heinz Fischers Kirchenaustritt war „Protest gegen Kardinal Groer“

Bundespräsident Heinz Fischer ist nach eigenen Angaben 1995 vor allem wegen dem Skandal um den damaligen Wiener Erzbischof Kardinal Hans Hermann Groer aus der katholischen Kirche ausgetreten.

Kirchen haben präzise Vorgaben für muslimische Taufwerber

Immer mehr Asylwerber aus islamisch geprägten Ländern wollen sich taufen lassen. Die Kirchen in Österreich haben deshalb präzise Richtlinien für die Taufvorbereitung erarbeitet und achten genau auf die sorgfältige Vorbereitung der Konvertiten.

Flüchtlingsproblem in Norditalien

Der Mailänder Kardinal Angelo Scola warnt vor gravierenden Flüchtlingsproblemen in Norditalien.

Generalvikar wünscht nach Huonder einen Friedensstifter für Chur

Nach einem möglichen Amtsverzicht des Churer Bischofs Vitus Huonder 2017 wünscht sich der Generalvikar für die Urschweiz-Kantone (Uri, Schwyz, Unterwalden), Martin Kopp (Foto), einen Apostolischen Administrator.

Trotz Heiligen Jahrs weniger Rom-Besucher

Trotz des Heiligen Jahres ist die Zahl der Rom-Besucher im ersten Quartal 2016 zurückgegangen.

Solidaritätsbesuch des Papstes auf Lesbos
„Die ernsteste humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“

Für fünf Stunden hat Papst Franziskus am 16. April der griechischen Insel Lesbos einen Solidaritätsbesuch abgestattet. Bereits auf dem Hinflug bezeichnete Franziskus die gegenwärtige Flüchtlingskrise vor mitreisenden Journalisten als die „schlimmste Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg“.

Prager Kardinal Duka:  Die Masseneinwanderung nach Europa ist von islamistischen Kreisen gelenkt

Die europäische Flüchtlingskrise beschäftigt Kirche und Gesellschaft in Tschechien und der Slowakei weiterhin intensiv. Jüngster Anlass für die Diskussion war die Reise von Papst Franziskus an den Hotspot Lesbos.

In der Türkei  wächst der Druck auf die Christen

Nach der Verstaatlichung mehrerer Kirchengebäude in der Türkei hat die Deutsche Bischofskonferenz Ankara zur Achtung der Religionsfreiheit aufgefordert. Der türkische Staat müsse dafür sorgen, „dass die Möglichkeiten der wenigen in der Türkei verbliebenen Christen, ihren Glauben zu leben, nicht weiter eingeschränkt werden“.

Orthodoxe Kirche verteidigt Treffen von Papst und Moskauer Patriarchen

Die Leitung der russisch-orthodoxen Kirche hat Kritik am ersten Treffen eines Moskauer Patriarchen mit dem Papst entschieden zurückgewiesen.

Hilfswerke gegen Amtsenthebung der brasilianischen Präsidentin

Das Amtsenthebungsverfahren gegen die brasilianische Präsidentin Dilma Russeff wird von kirchlichen Hilfsorganisationen sehr kritisch gesehen.

Deutschland: Glaube muss nicht mit Grundgesetz vereinbar sein

In der Debatte um einen Anti-Islam-Kurs der AfD weist der frühere Verfassungsrichter Dieter Grimm darauf hin, dass Religionen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sein müssen.

Papst an Österreichs Skistars: „Seid Integrationsfiguren!“

Papst Franziskus hat am 20. April eine große Delegation des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) in Sonderaudienz empfangen. Die heimischen Ski-Stars seien Vorbilder und Integrationsfiguren für die Jugend, weit über ihre sportlichen Leistungen hinaus, erinnerte sie der Papst.

Barmherzige Brüder bekommen ärztliche Gesamtleitung

Seit Anfang April 2016 ist erstmals ein Ärztlicher Direktor für die Gesundheitseinrichtungen der gesamten Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder Österreich verantwortlich.

Neuer Bibelgarten in Tulln eröffnet

Am  24. April wurde am Areal der „Garten Tulln“ der Bibelgarten mit einem großen Festakt eröffnet. Hauptinitiatorin: Maria Meyer-Nolz.

„Freiwilliges Ordensjahr“ steht in den Startlöchern

Das Projekt „Freiwilliges Ordensjahr“ steht unmittelbar vor dem Beginn. Die heimischen Ordensgemeinschaften bieten Interessierten damit künftig die Möglichkeit, das Ordensleben

Bischof Kräutler erhält Memminger Freiheitspreis

Bischof Erwin Kräutler (76), erhält den mit 15.000 Euro dotierten „Memminger Freiheitspreis 1525“. Das gab Oberbürgermeister Ivo Holzinger in Memmingen bekannt.

Neue Leitung für „Kirche bunt“

Die St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt“ bekommt eine neue Führung. Nach dem Tod von Herausgeber Prälat Josef Eichinger Ende vergangenen Jahres wird mit 1. Mai Sonja Planitzer die Leitung der Redaktion übernehmen.

Leitartikel

Den Erzbischof von Wien fragen

Papst Franziskus wurde bei seiner fliegenden Pressekonferenz von Lesbos nach Rom auch auf die Fußnote 351 seines Schreibens „Amoris laetitiae“ zu wiederverheirateten Geschiedenen angesprochen. Dort heißt es: „In gewissen Fällen könnte es auch die Hilfe der Sakramente sein. Deshalb ´erinnere ich (die Priester) daran, dass der Beichtstuhl keine Folterkammer sein darf, sondern ein Ort der Barmherzigkeit des Herrn´ (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (14. November 2013). Gleichermaßen betone ich, dass die Eucharistie ´nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen´ ist ( ebd.)“
An die Journalisten appellierte Papst Franziskus, bei Berichten über sein jüngstes  Apostolisches Schreiben auch das Exposé zu lesen, das Kardinal Christoph Schönborn bei der Pressekonferenz im Vatikan gegeben hatte.
Auf die Frage eines Journalisten, ob das Dokument zum Thema Ehe und Familie „neue Möglichkeiten für wiederverheiratete Geschiedene“ eröffnete, sagte der Papst „Ich könnte schon sagen: Ja. Aber das wäre eine zu kurze Antwort. Wenn Sie die Einführung von Kardinal Schönborn, der ein großer Theologe ist, zu dem Text lesen, dann haben Sie die Antwort.“Bemerkenswert. Bisher haben Bischöfe in Auslegungsfragen auf den Papst verwiesen, Franziskus verweist auf einen Bischof.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Apg 15, 1-2.22-29

Der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen

In jenen Tagen kamen einige Leute von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst, könnt ihr nicht gerettet werden. Nach großer Aufregung und heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Paulus und Barnabas beschloss man, Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen sollten wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und den Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen. Da beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie zusammen mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas, führende Männer unter den Brüdern. Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit: Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder, grüßen die Brüder aus dem Heidentum in Antiochia, in Syrien und Zilizien. Wir haben gehört, dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben, euch mit ihren Reden beunruhigt und eure Gemüter erregt haben. Deshalb haben wir uns geeinigt und beschlossen, Männer auszuwählen und zusammen mit unseren lieben Brüdern Barnabas und Paulus zu euch zu schicken, die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, ihr Leben eingesetzt haben. Wir haben Judas und Silas abgesandt, die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen. Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

 

Zweite Lesung:   Offb 21, 10-14.22-23

Ein Engel zeigte mir die heilige Stadt, wie sie aus dem Himmel herabkam

Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis. Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels. Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm. Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.

 

Evangelium:   Joh 14, 23-29

Der Heilige Geist wird euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.

 

Gedanken zum Sonntag

Hans Riedler
Pensionist und Sozial-Aktivist
Linz

Was können wir tun?

Denken wir heute am 1. Mai – im Anschluss an den Tag der Arbeitslosen – besonders an all jene, die schon längere Zeit auf Arbeitsuche sind, oder trotz Erwerbsarbeit mit dem daraus erzielten Einkommen kaum ihre Grundbedürfnisse befriedigen können.
Wenn wir für eine Veränderung dieser Situation nicht nur von den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft Lösungen erwarten, dann erhalten wir im heutigen Evangelium für unser diesbezügliches Engagement Unterstützung und eine hoffnungsvolle Zusage: „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“.
Aber was können wir persönlich angesichts der höchsten Arbeitslosigkeit seit 1945 tatsächlich tun, um dem Auftrag Jesu nahe zu kommen?
•  Wir können uns einmischen und versuchen, Vorurteile abzubauen und der Meinung entschieden entgegentreten, die Arbeitslosen sind an ihrer Situation selber schuld.
•  Wir können eine gerechtere Verteilung von Arbeit und Einkommen fordern und die wahren Ursachen der Arbeitslosigkeit benennen, denn Arbeitslosigkeit ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis wirtschaftlicher und politischer Entscheidungen, die den Menschen immer mehr aus dem Blickfeld verlieren. Vollbeschäftigung ist auch heute möglich. Sie hat nur keinen Platz in einem Turbokapitalismus, in dem Gewinne und Dividenden an oberster Stelle stehen, obwohl „jeder Arbeiter, jede Arbeiterin – jeder Mensch – mehr wert ist als alles Gold der Erde“, wie uns der Gründer der Kath. Arbeiterjugend, Kardinal Josef Cardijn, immer wieder begeistert zurief.
Und wir brauchen bei all diesem Tun vor allem einen langen Atem, damit sich eine hoffnungsvolle Zusage im heutigen Evangelium erfüllen kann: „Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht“.

 

Information

Theologen fordern mehr Transparenz von der Glaubenskongregation:  „Haltungen des Absolutismus“

Eine Gruppe katholischer Theologen, Bischöfe, Priester und Ordensfrauen fordert die römische Glaubenskongregation zu mehr Transparenz auf.

Die älteste und in dogmatischen Fragen höchste vatikanische Kurienbehörde unter der Leitung von Kardinal Gerhard Ludwig Müller solle sich stärker als bisher an den „urchristlichen Werten von Gerechtigkeit, Wahrheit, Integrität und Barmherzigkeit“ orientieren, heißt es in einem am 21. April veröffentlichten Schreiben.
Die 15 Unterzeichner kommen aus Australien, den USA, Irland oder Spanien und sind nach eigenen Angaben bereits von der Glaubenskongregation gemaßregelt worden. Als Begründung für ihr aktuelles Schreiben geben sie an, sie hätten Ende Februar Vorschläge nach Rom geschickt, aber seitdem keine Antwort erhalten.
In ihrem Brief fordern die Theo-logen die Glaubenskongregation vor allem zu mehr Transparenz in ihren Untersuchungen auf. Unter anderem sollten „anonyme Denunziationen“ ignoriert werden. Außerdem sollten alle, deren Aussagen oder Schriften untersucht werden, erfahren, was ihnen genau vorgeworfen wird und wer die Untersuchungen leitet. Außerdem dürften nicht dieselben Personen Ankläger, Untersucher und Richter sein, heißt es weiter in dem Schreiben.

„Haltungen
des Absolutismus“
Die Unterzeichner werfen der Vatikanbehörde vor, sie handle noch zu häufig nach „Rechtsprinzipien, Verfahren und Haltungen des Absolutismus des 16. und 17. Jahrhunderts in Europa“.
Dies sei das Gegenteil „zeitgemäßer Vorstellungen von Menschenrechten, Rechenschaftspflicht und Transparenz, wie sie die Welt von einer christlichen Gemeinschaft erwartet und wie sie auch die katholische Kirche von weltlichen Organisationen einfordert“.
Bei ihren Forderungen nach mehr Transparenz und Barmherzigkeit berufen sich die Theologen ausdrücklich auf Aussagen von Papst Franziskus, unter anderem aus seinem jüngsten Schreiben „Amoris laetitia“.
Die ranghöchsten Unterzeichner sind zwei ehemalige Bischöfe aus Australien: William Morris hatte 2011 die Leitung der Diözese Toowoomba nach einem internen Ermittlungsverfahren abgegeben, weil er eine Zulassung  verheirateter Priester und eine Weihe von Frauen vorgeschlagen hatte.
Pat Power hatte 2012 seinen vorzeitigen Rücktritt eingereicht, um als einfacher Priester „desillusio-nierte“ Katholiken zu ermutigen, als „Stimme der Reform“ in der Kirche zu bleiben. Zuvor hatte er sich wiederholt für eine offene Debatte über den Pflichtzölibat für Priester ausgesprochen.

DSQ_2352
Sr. Teresa Forcades.

Zu den Unterzeichnern gehören auch die spanische Benediktinerin Teresa Forcades, eine feministische Theologin, Ärztin und Kritikerin der Pharmaindustrie, der Friedensaktivist Roy Bourgeois, Träger des Aachener Friedenspreises Gründer der Organisation „School of the Americas Watch“, sowie P. Tony Flannery, Gründer der irischen Pfarrerinitiative ACP.

Solidaritätsbesuch des Papstes auf Lesbos
„Die ernsteste humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“

Für fünf Stunden hat Papst Franziskus am 16. April der griechischen Insel Lesbos einen Solidaritätsbesuch abgestattet. Bereits auf dem Hinflug bezeichnete Franziskus die gegenwärtige Flüchtlingskrise vor mitreisenden Journalisten als die „schlimmste Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg“.

Er betete auf Lesbos für die Flüchtlinge, die während der Fahrt über das Mittelmeer ums Leben gekommen sind. Anschließend warf er am Hafenbecken des Hauptorts Mytilini gemeinsam mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I. und dem Erzbischof von Athen, Hieronymus II. Blumenkränze ins Wasser.

franziskus lesbos 2
Papst Franziskus bei der Begegnung mit Flüchtlingen auf Lesbos.
Foto: L‘Osservatore Romano.

Daraufhin besuchte Franziskus das  Flüchtlingslager in Moria. Eine Dreiviertelstunde lang schüttelte er dort hinter Zäunen und Stacheldraht Hände, segnete Kinder und tröstete Weinende und Verzweifelte.

„Zäune sind eine Illusion“
Zum Abschluss seines Besuchs auf Lesbos forderte der Papst „menschenwürdige Lösungen“ für den Umgang mit Flüchtlingen. Europa sei die Heimat der Menschenrechte, „und wer immer seinen Fuß auf europäischen Boden setzt, müsste das auch spüren können.“ Es sei eine „Illusion“, wenn die Staaten Zäune aufrichteten, um sich sicherer zu fühlen. Solche Barrieren führten zu Spaltungen und Auseinandersetzungen und dienten nicht „dem wahren Fortschritt der Völker“, so Franziskus.
Die Sorgen in Griechenland und anderen europäischen Ländern seien zwar „verständlich und berechtigt“. Dabei dürfe man jedoch nie vergessen, „dass die Migranten an erster Stelle nicht Nummern, sondern Personen sind, Gesichter, Namen und Geschichten“. Weiter forderte der Papst zu einer entschiedenen Bekämpfung der Fluchtursachen in der Herkunftsländern auf.
Bei ihrem Besuch im Flüchtlingslager wandten sich Papst Franziskus, Patriarch Bartholomaios I. und Erzbischof Hieronymos II. mit einem Appell an die Weltöffentlichkeit.

Papst nahm 12 syrische Flüchtlinge mit
Die Überraschung kam zum Schluss: Der Papst flog mit zwölf syrischen Flüchtlingen – allesamt Muslime – in den Vatikan zurück.
Franziskus zitierte Mutter Teresa: „Mag sein, dass das nur ein Tropfen ins Meer ist. Aber das Meer ist nach diesem Tropfen nicht mehr dasselbe.“
Die zwölf Flüchtlinge hatten Losglück. Das sagte der Leiter des Flüchtlingslagers Kara Tepe, Stavros Myrojannis, im italienischen Fernsehen. Demnach kamen Zettel mit Nummern aller Wohncontainer in eine Schachtel; daraus wurden drei Lose mit den Namen der betreffenden Familien gezogen, so Myrojannis.

Papst an Österreichs Skistars: „Seid Integrationsfiguren!“

Papst Franziskus hat am 20. April eine große Delegation des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) in Sonderaudienz empfangen. Die heimischen Ski-Stars seien Vorbilder und Integrationsfiguren für die Jugend, weit über ihre sportlichen Leistungen hinaus, erinnerte sie der Papst.

Wichtig seien im Sport stets auch Tugenden und Werte wie Einsatz, Ausdauer, Zielstrebigkeit, Fairness, Solidarität und Teamgeist. „Mit Ihrem Beispiel tragen Sie zur Formung der Gesellschaft bei. Seien Sie immer Botschafter der einheitsstiftenden Kraft des Sports und der Aufnahme!“, prägte Franziskus seinen Besuchern aus Österreich ein.
Bei „Österreich“ denke er an die Alpen, an Wintersport und auch Naturreichtum, erklärte Franziskus.

ösv-franziskus
Die Mitglieder des ÖSV bei Papst Franziskus.
Foto: ÖSV/Erich Spiess.

Die Wintersportler sollten deshalb auch für die „Bewahrung der Umwelt und der Schönheit der Schöpfung Gottes“ eintreten, so der Papst in seiner Rede an die 80-köpfige Delegation rund um ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, die vom Salzburger Erzbischof Franz Lackner und Olympia-Seelsorger P. Johannes Paul Chavanne begleitet wurde. Hochrangige ÖSV-Funktionäre und Stars wie Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer, Riesentorlauf-Weltcupsiegerin Eva-Maria Brem, der Skispringer Gregor Schlierenzauer und Snowboard-Weltcupsieger Benjamin Karl waren nach Rom mitgereist.
Der Papst begrüßte jeden der Angereisten persönlich. Er bekam vom ÖSV statt einem Geschenk eine Spende überreicht, die an die Hilfsorganisation „Marys Meal“ sowie an die Päpstlichen Missionswerke (missio) geht.
Der Beitrag an „missio“ unterstützt die seelsorgerische Betreuung sowie Therapie und Berufsausbildung für 200 Kinder vom Kindergefängnis in der Stadt Kampiringisa (Uganda). Verbandschef Schröcksnadel schenkte dem Papst zudem eine Biografie über einen persönlichen Verwandten, der Missionar in China war und wegen seines Glaubens erschossen wurde.

„Ein sehr spezieller Moment“
Nach der etwa 15-minütigen Begegnung verabschiedete sich der Papst auf Deutsch mit den Worten: „Danke für Euren Besuch, Gott segne Euch.“ Bereits bei seinem Erscheinen hatte er sich mit „Grüß Gott“ gemeldet, die Ansprache war dann aber auf Italienisch.Österreichs Sportler waren von der „bescheidenen und auch sehr persönlichen“ Audienz beeindruckt. Von einer „unglaublichen Ausstrahlung“ und einem „sehr speziellen Moment, der mir nie wieder passieren wird“, berichtete Hannes Reichelt gegenüber der Austria Presse Agentur (APA). Der Super-G-Weltmeister 2015 hatte zuvor auch im Namen seiner Kollegen einige Worte an den Papst gerichtet.

„Ein herzlicher Mensch“
„Er ist ein herzlicher Mensch, der für alle das Beste will. Für ihn ist jeder Mensch gleich viel wert“, meinte der Weltmeister in der Nordischen Kombination, Bernhard Gruber. Snowboarder Andreas Prommegger berichtete von einer „großen Sympathie“, die der Papst ausstrahlte; in der „familiären Stimmung“ habe er sich Franziskus „sehr nahe gefühlt“.
Besonders schön sei gewesen, dass er jedem die Hand geschüttelt habe. Als „sehr bodenständig und normal“ erlebte auch der nach seiner Kreuzband-OP mitgereiste Gregor Schlierenzauer den Papst.
Riesentorlauf-Weltcupsiegerin Eva-Maria Brem bezeichnete die Begegnung als ein „unwirklich“ wirkendes Erlebnis, „das ist kein Film, er steht wirklich vor dir“. Papst Franziskus sei seiner Verantwortung und Rolle zum Trotz „voll umgänglich und freundlich“.
Im Gegensatz zum ersten ÖSV-Besuch 2007 durften alle Anwesenden diesmal mit dem Handy Fotos machen.

Neuer Bibelgarten in Tulln eröffnet

Am  24. April wurde am Areal der „Garten Tulln“ der Bibelgarten mit einem großen Festakt eröffnet. Hauptinitiatorin: Maria Meyer-Nolz.

Die ersten Veranstaltungen auf dem 210 Quadratmeter großen Areal gab es bereits. Viele der 200.000 jährlichen „Garten Tulln“-Besucher/innen werden wohl vorbeischauen. Religionspädagogische Führungen sind auf Anfrage möglich. Eine bunte Veranstaltungspalette zieht sich durch die gesamte Saison der „Garten Tulln“.
Die Diözese bietet auch Führungen durch den Garten, Anmeldungen unter m.meyer-nolz@kirche.at.

Unbenannt-1 Kopie

„Der ‚Garten Tulln‘ eignet sich hervorragend für dieses Projekt“, betont Meyer-Nolz. Sie habe früher schon erstaunt festgestellt, wie sich hier die Natur wunderbar entfalte und als Christin komme hier natürlich Gott ins Spiel, der dies alles geschaffen habe. In diesem Garten könne sich der Mensch als Teil der Schöpfung wahrnehmen und auch lernen, dass wir diese bewahren müssen. Der Garten solle selbstsprechend sein, aber – wie erwähnt – auch zahlreiche Veranstaltungen sollen darin stattfinden, so die Initiatorin. Meyer-Nolz wünsche sich, dass die spirituelle Seite der Besucher „zum Klingen gebracht“ werde. Gestaltet wurde der Plan von Ewald Schmudermayer. Viel ist an ehrenamtlicher Vorbereitungszeit in dieses Gartenprojekt geflossen, die Idee entstand 2014.

Fülle an Symbolen
Der Bibelgarten bietet einen Leseplatz in Buchform, wo die Heilige Schrift für die persönliche Lektüre bereitgestellt wird, kleine Taschenbibeln können auch mit nach Hause genommen werden. Weiters wurde ein Begegnungsplatz errichtet.
Dieser zentrale Platz ist zur Hälfte mit einer Mauer umschlossen, die an verschiedene Bibel-Erzählungen erinnert, in denen es gilt, Mauern mit Gottes Hilfe zu überwinden.
Im Zentrum des Platzes steht ein Fischmosaik, das Zeichen der ersten Christen war. Der Platz ergibt sich aus einer Kreuzform mit dem Gedanken: Christus, der Grund auf dem die Christen stehen. Zwölf Holzstämme dienen als Sitzplätze, diese stehen symbolisch für die zwölf Stämme Israels sowie die zwölf Apostel. Die Stämme solle zeigen: Gott ruft zur Gemeinschaft. Ein Sonnensegel verweist auf ein Zelt und erinnert an die nomadische Zeit des Volkes Israel. Viele Pflanzen im Garten spielen schon in der Heiligen Schrift eine große Rolle: etwa der Feigenbaum, die Palme, Granatapfel, Olivenbaum, das Getreide oder der Weinstock.