Inhalt der gedruckten Ausgabe 15/2016

Leitartikel

Zwei Fragen

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Willi Hailzl
Elektriker
Wien

Information

Wiener Kardinal spricht christlichen Flüchtlingen im Irak Mut zu
Schönborn: Flüchtlingshilfe vor Ort ist effektiver als jeder Zaun

Als Zeichen der Solidarität hat Kardinal Christoph Schönborn von Ostermontag bis Ostermittwoch den Irak besucht. In Erbil, der Hauptstadt der autonomen irakischen Region Kurdistan, besuchte er Flüchtlingslager und sprach den Menschen Mut zu.

Kardinal Kasper: Papstschreiben wird „kein revolutionärer Text“

Das mit Spannung erwartete offizielle Schlussdokument der Weltbischofssynode zur Familie erscheint am 8. April.

Ostersonntag: 70 Christen in Pakistan ermordet

Ein Selbstmordattentäter hat sich am Ostersonntag in einem Park der Stadt Lahore in die Luft gesprengt, in dem zahlreiche christliche Familien das Osterfest feierten. Nach bisherigem Stand wurden dabei 72 Menschen getötet, darunter viele Frauen und Kinder.

St. Pölten bekommt neuen Caritasdirektor

In der Caritas der Diözese St. Pölten steht ein Führungswechsel bevor: Hannes Ziselsberger wurde von Diözesanbischof Klaus Küng zum Nachfolger von Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck (64) ernannt, der nach 20 Jahren sein Amt in jüngere Hände legen will. Ziselsberger tritt sein Amt am 1. September an.

Gouverneur von Virginia stoppt Gesetz zur Religionsfreiheit

Der Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe (Demokratische Partei), hat am 30. März sein Veto gegen ein Gesetz eingelegt, das Religionsgemeinschaften und Einzelpersonen erlaubt hätte, Dienstleistungen an gleichgeschlechtlichen Paaren zu verweigern.

Stiftungsgeld-Missbrauch: Druck auf Kardinal Bertone steigt

Der Vatikan ermittelt offiziell wegen der Finanzierung der Wohnung von Kardinal Tarcisio Bertone.

Christen werden geköpft  mit Schwertern und feigem Schweigen

Ansprache von Papst Franziskus beim Kreuzweg am Karfreitag beim römischen Kolosseum, publiziert von „Kathpress“.

Prager Kardinal Duka traf mit Chinas Präsident Xi Jinping zusammen

Der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Kardinal Dominik Duka, ist mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammengetroffen. Die Begegnung sorgte für viel Aufmerksamkeit, war der Besuch des Staatsoberhaupts in Prag doch von Diskussionen über Menschenrechte und Religionsfreiheit gekennzeichnet.

Schicksal von verschlepptem Priester im Jemen weiter unklar

Keine offizielle Mitteilung gibt es bisher über das Schicksal eines im Jemen verschleppten indischen Ordenspriesters, von dem Kirchenvertreter befürchten, dass er von Islamisten am Karfreitag gekreuzigt worden ist.

Asylpolitik: Caritas sieht „brandgefährlichen Tabubruch“

Als „Tabubruch“ und „Abkehr von der humanitären Tradition Österreichs“ hat die Caritas die geplante Asylverschärfung kritisiert.

Caritas eröffnet sozial-integrative Frühstückspension „OBENauf“

Eine Frühstückspension mit sozialem Mehrwert hat die Caritas der Erzdiözese Wien in Unternalb bei Retz (NÖ) gestartet.

Slowakische Kirche will Rechtsextremismus im Klerus analysieren

Die Kirche in der Slowakei will sich gründlicher mit dem Phänomen rechtsextremer Tendenzen in einem Teil des Klerus befassen.

Kirchliches Integrationsprojekt mit Familien als Flüchtlingspaten

Familien verfügen über das meiste Know-How in Familienfragen – was auch die Integration von Flüchtlingen fördern kann: Mit dieser Überzeugung startet der Katholische Familienverband (KFÖ) jetzt das Projekt „Familien für Familien“.

Eine Nonne war Gründerin des weltweit größten religiösen Fernsehsenders

Mutter Mary Angelica, Gründerin des christlichen Fernsehsenders EWTN, ist am Ostersonntag nach langer Krankheit im Alter von 92 Jahren gestorben. Der 1981 ins Leben gerufene Sender strahlt laut eigenen Angaben rund um die Uhr seine Programme in über 264 Millionen Haushalte in 144 Ländern aus und gilt als weltweit größter religiöser Fernsehsender.

Päpstlicher Hausprediger würdigt Luther

Bei der Karfreitagsliturgie mit Papst Franziskus hat der päpstliche Hausprediger Raniero Cantalamessa die zentrale Bedeutung der Reformation für die geistige Erneuerung des Christentums gewürdigt.

Diözese Eisenstadt soll „Drehkreuz des europäischen Dialogs“ werden

Der burgenländische Bischof Ägidius J. Zsifkovics hat in Eisenstadt eine hochrangige Delegation der Republik Kroatien mit Außenminister Miro Kovac an der Spitze empfangen.

Leitartikel

Zwei Fragen

„Priester können  zu Wölfen werden, Kardinäle zu Teufeln“ zitierte Kardinal Schönborn die mittelalterliche Heilige Katharina von Siena in seiner Rede zur Eröffnung des Weltkongress der Barmherzigkeit in Rom und fügte hinzu, Jesus habe unter der Verhärtung der Herzen seiner Jünger mehr gelitten als unter der seiner Feinde.
„National Catholic Reporter“ informierte darüber prompt – gleichzeitig mit der Meldung, der Wiener Erzbischof werde gemeinsam mit Kardinal Baldisseri am 8. April das päpstliche Schlussdokument zur Familiensynode der Öffentlichkeit präsentieren.
Schönborn ist einer der meistzitierten europäischen Kardinäle in den USA und einer der meist kritisierten auf konservativen Internetforen weltweit.Warum hat Papst Franziskus jetzt den Wiener Erzbischof mit dieser ehrenvollen Aufgabe betraut?
Unter Johannes Paul II. war Schönborn Sekretär der Weltkatechismus-Kommission, die von seinem Lehrer Joseph Ratzinger geleitet wurde. Sein Verhältnis zu Benedikt XVI. ist vorzüglich.
Bei der Familiensynode im Herbst hat er die deutschsprachige Gruppe geleitet, die es als einzige verstand, unterschiedlichste Tendenzen unter einen Hut zu bringen.
In seiner Eröffnungsrede nannte Schönborn zwei heikle Fragen: „Wie sagen wir die Wahrheit ohne die Barmherzigkeit zu verletzen? Wie sind wir barmherzig ohne die Wahrheit zu übergehen?“
Ob es am Freitag darauf Antworten gibt?

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Apg 5, 27b-32.40b-41

Zeugen dieser Ereignisse sind wir und der Heilige Geist

In jenen Tagen verhörte der Hohepriester die Apostel und sagte: Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu lehren; ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt; ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen. Petrus und die Apostel antworteten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und ermordet habt. Ihn hat Gott als Herrscher und Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken. Zeugen dieser Ereignisse sind wir und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen. Dann verboten sie den Aposteln, im Namen Jesu zu predigen, und ließen sie frei. Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden.

 

Zweite Lesung:   Offb 5, 11-14

Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, Macht zu empfangen und Herrlichkeit

Ich, Johannes, sah und hörte die Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die Lebewesen und die Ältesten; die Zahl der Engel war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend. Sie riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Herrlichkeit und Lob. Und alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde, unter der Erde und auf dem Meer, alles, was in der Welt ist, hörte ich sprechen: Ihm, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit. Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten an.

 

Evangelium:   Joh 21, 1-14

Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch

In jener Zeit offenbarte Jesus sich den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.
Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

 

Gedanken zum Sonntag

Willi Hailzl
Elektriker
Wien

Glauben mit Taten

Das heutige Evangelium beginnt in der Trostlosigkeit, die die Jünger nach der Auferstehung erfasst hat. Jesus, mit dem sie alle Tage zusammen waren, ist nicht mehr immer da. Er kommt und geht ganz sporadisch. Sie werden von inneren Zweifeln geplagt, ist er es wirklich? Was tun? Gehen wir halt wieder fischen. Das haben sie gelernt und das ist ihr Brotberuf. Diesmal – es wird extra erwähnt – ist Thomas dabei. Die ganze Nacht sind sie draußen am See, aber ihre Netze bleiben leer. Ihre Lustlosigkeit hat sicher dazu beigetragen. Sie erkennen Jesus nicht, der am Ufer steht, sie können ihm nicht einmal einen kleinen Fisch anbieten. Erst als er sie am Morgen hinausschickt, wo sie doch genau wissen: das ist sinnlos, erkennt ihn Petrus. Sie glauben an ihn und fahren gegen alle Regeln hinaus. Dieser Glaube an ihn ist der zentrale Punkt. Sie fangen unglaublich viele Fische – gezählte einhundertdreiundfünfzig. Die Jünger erkennen die Gestalt Jesu nicht mehr, aber durch seine Anweisungen erkennen sie ihn. In diesem Evangelium geht es für mich um Glauben und Gottvertrauen. Glaube – ja, aber ich muss auch darauf vertrauen, dass Taten, die aus dem Glauben gesetzt werden, gut ausgehen. In der Lesung aus der Apostelgeschichte wird dieser Glaube gleich einmal geprüft. Das ist das Beispiel, wie weit Glaube gehen muss. Heute gibt es mehr Märtyrer als jemals zuvor, sie werden in den Medien nur am Rande als Kurzmeldung erwähnt. Glauben wir doch mit unseren Taten.

 

Information

Wiener Kardinal spricht christlichen Flüchtlingen im Irak Mut zu
Schönborn: Flüchtlingshilfe vor Ort ist effektiver als jeder Zaun

Als Zeichen der Solidarität hat Kardinal Christoph Schönborn von Ostermontag bis Ostermittwoch den Irak besucht. In Erbil, der Hauptstadt der autonomen irakischen Region Kurdistan, besuchte er Flüchtlingslager und sprach den Menschen Mut zu.

Zwar sei verständlich, dass viele Christen in den Westen wollen, ihre Flucht wäre aber ein großer Verlust für den Irak, sagte Kardinal Schönborn. Das sei inzwischen auch vielen weitblickenden Muslimen klar. Umso notwendiger sei es, dass der Westen die Christen vor Ort im Irak unterstützt.
Diese Botschaft werde er vor allem auch der österreichischen Regierung von seiner Reise mitbringen. Es seien vergleichsweise wenige Mittel notwendig, um den Menschen vor Ort zu helfen. „Wenn sie spüren, dass sie von Europa unterstützt werden, dann bleiben sie auch eher hier“, zeigte sich der Kardinal überzeugt. Inakzeptabel sei es aber, in diesem Bereich zu sparen und zugleich Zäune zu errichten.
Schönborn traf in Erbil den kurdischen Innenminister Kerim Sinjari, den chaldäisch-katholischen Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, den syrisch-katholischen Erzbischof von Mosul, Boutros Moshe, und den syrisch-orthodoxen Erzbischof von Mosul, Mor Nikodemus David Sharaf. Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Sako kam eigens von Bagdad nach Erbil, um Schönborn bei seinem Besuch zu begleiten.

asset-b080814b565ec5dc37d8
Erzbischof Boutros Moshe,  Patriarch Louis Sako und Kardinal Christoph Schönborn mit Flüchtlingen.
Foto: Kathpress.

Nur mehr 300.000 Christen
Vor dem Einmarsch der USA und ihrer Verbündeten und dem Sturz von Saddam Hussein im Jahr 2003 lebten im Irak noch bis zu 1,4 Millionen Christen, jetzt sind es im gesamten Land nicht einmal mehr 300.000. Diese Zahlen hat der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, in einem „Kathpress“-Interview vor Ort genannt. Im Nordirak lebten aktuell noch rund 150.000 Christen, weit über die Hälfte davon Binnenflüchtlinge.
Allein in der Region der kurdischen Hauptstadt Erbil hätten rund 70.000 Christen Zuflucht gesucht. 20.000 von ihnen haben laut Warda das Land inzwischen aber bereits verlassen. Derzeit betreibt die chaldäische Kirche in Erbil vier Flüchtlingscamps für rund 10.000 Menschen. Eine gleich große Zahl sei in von der Kirche angemieteten Wohnungen untergekommen, so der Erzbischof.
Ein großes Problem für die christlichen Flüchtlinge in Erbil sei die Sprache. Ohne Kurdisch-Kenntnisse sei es für die arabischsprachigen Christen kaum möglich, einen Job zu finden. Viele Flüchtlinge hätten deshalb auch schon die Hoffnung auf eine Zukunft in Kurdistan aufgegeben und würden im Westen ihr Glück versuchen. „Jeden Monat verlieren wir 30 bis 40 Familien“, sagte Warda.

Prager Kardinal Duka traf mit Chinas Präsident Xi Jinping zusammen

Der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Kardinal Dominik Duka, ist mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammengetroffen. Die Begegnung sorgte für viel Aufmerksamkeit, war der Besuch des Staatsoberhaupts in Prag doch von Diskussionen über Menschenrechte und Religionsfreiheit gekennzeichnet.

kardinal duka dominik
Kardinal
Dominik Duka.
xi jingpingStaatspräsident
Xi Jinping.

Bei einem Abendessen in der Prager Burg überreichte Duka Xi Jinping eine Monografie des Dichters und Grafikers Bohuslav Reynek. Der Künstler gilt als ein Hauptvertreter der katholischen Moderne.  Die Zeichnungen waren wegen ihrer religiösen Thematik als Bestandteil einer Reynek-Ausstellung in Peking vom chinesischen Kulturminister zunächst zurückgewiesen, dann aber auf tschechisches Drängen doch akzeptiert worden.

Bitte um Religionsfreiheit
In einem Brief, den der Primas der böhmischen Kirchenprovinz dem chinesischen Staatschef beim Festbankett überreichte, habe er die Begründung des Geschenks mit der „Bitte um die Rückkehr der Religionsfreiheit nicht nur für die katholischen Christen, sondern für alle Gläubigen“ verbunden, so Duka in einer Erklärung zu dem Brief, dessen voller Wortlaut nicht bekanntgegeben wurde.
In seiner Erläuterung erinnerte Duka daran, dass der regimetreue „Allchinesische Friedensausschuss der Katholiken“ unter Assistenz von Mitgliedern der von der Kirche abgelehnten Friedensbewegung der katholischen Priester in der Tschechoslowakei gegründet wurde. Andererseits seien vor Jahrhunderten Mitglieder des Franziskaner- und Dominikanerordens, dem der Kardinal selber angehört, die ersten christlichen Missionare in China gewesen.
Von den später bedeutsamen Jesuitenmissionaren erwähnte Duka namentlich den tschechischen Mathematiker und Astronomen Karel Slavicek. An dessen Grab hatte Präsident Milos Zeman im Vorjahr während seines Staatsbesuchs in der Chinesischen Volksrepublik einen Kranz niedergelegt.
Während etliche Regierungsmitglieder aus den Reihen der Sozialdemokratie und der „Aktion unzufriedener Bürger“ (ANO) der Einladung von Präsident Zeman gefolgt waren, blieben die christdemokratischen (KDU- CSL) dem Abendessen fern.
Kulturminister Daniel Herman, früher Sekretär der Tschechischen Bischofskonferenz, wohnte zur selben Zeit einem Gottesdienst für die Opfer des kommunistischen Regimes bei, den der Theologe Tomas Halik in der Akademikerpfarre zu Sankt Salvator hielt.
Der Staatsbesuch endete am Mittwoch mit einem Besuch des Prämonstratenserklosters Strahov.

Asylpolitik: Caritas sieht „brandgefährlichen Tabubruch“

Als „Tabubruch“ und „Abkehr von der humanitären Tradition Österreichs“ hat die Caritas die geplante Asylverschärfung kritisiert.

Es sei „brandgefährlich“, wenn die Politik vorschnell mit Notstand-Szenarien und mit dem Schutz der inneren Sicherheit argumentiere, urteilte Caritas-Präsident Michael Landau  in einer Aussendung. In Wahrheit seien die derzeitigen Herausforderungen bewältigbar und viele Ressourcen noch ungenutzt, beherberge doch nach wie vor jede dritte Gemeinde keinen einzigen Flüchtling. Landau forderte deshalb die Rückkehr zur Sachlichkeit. „Wie wollen wir Flüchtlingen unsere europäischen Werte vermitteln, wenn wir uns Stück für Stück von unseren Grundrechten verabschieden?“, so der Caritas-Präsident.

OÖ: Caritas contra Landesregierung
Die Caritas der Diözese Linz hat die Landesregierung in Oberösterreich wegen der vereinbarten Kürzung der Mindestsicherung für Flüchtlinge mit Asylstatus scharf kritisiert. „Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung als soziale Hängematte darzustellen zeigt bereits sehr deutlich, dass die beiden Parteien ÖVP und FPÖ Menschen in Notlagen und das österreichische Sozialsystem gering schätzen“, äußerte sich Caritas-Direktor Franz Kehrer in einer Aussendung zur aktuellen Debatte.

3,3 Millionen Binnenflüchtlinge
Seit Ausbruch des Konfliktes mussten 3,3 Millionen Menschen vor dem IS fliehen und gelten derzeit als Binnenvertriebene im eigenen Land betonte  Caritas-Auslandshilfechef Christoph Schweifer gegenüber „Kathpress“. Vor dem IS sei letztlich niemand sicher; weder Christen und Jesiden, noch Schiiten oder moderate Sunniten, betonte Schweifer. Alleine im Jahr 2015 seien bei Kampfhandlungen und Anschlägen mehr als 7.500 Menschen im Irak getötet und rund 15.000 verletzt worden.
Die Caritas Österreich ist seit der Eskalation des Konfliktes im Sommer 2014 im Irak tätig. Man arbeite gemeinsam mit anderen Caritas-Netzwerkpartnern an der Versorgung der betroffenen Binnenflüchtlinge, so Schweifer.

Wallfahrt „Romaria“
Ein Zeichen der Solidarität mit Menschen auf der Flucht ist die Fußwallfahrt „Romaria“, die am 30. April am südlichen Wiener Stadtrand stattfindet. Die von einer Vielzahl von religiösen und zivilgesellschaftlichen Organisationen getragene Gebetsveranstaltung ist in ihrer siebten Auflage aktueller denn je.Info: www. fluechtlingswerk.at.

Eine Nonne war Gründerin des weltweit größten religiösen Fernsehsenders

Mutter Mary Angelica, Gründerin des christlichen Fernsehsenders EWTN, ist am Ostersonntag nach langer Krankheit im Alter von 92 Jahren gestorben. Der 1981 ins Leben gerufene Sender strahlt laut eigenen Angaben rund um die Uhr seine Programme in über 264 Millionen Haushalte in 144 Ländern aus und gilt als weltweit größter religiöser Fernsehsender.

mary angelica
+ Mutter Mary Angelica.

Bevor Mutter Angelica als Vorsitzende von EWTN im Jahr 2000 zurücktrat, bezeichnete die Zeitschrift Time Magazine Mutter Angelica als „wohl einflussreichste katholische Frau in Amerika“. „Mutter Angelica hat etwas geschafft, das die Bischöfe der Nation selber nicht leisten konnten“, sagte Philadelphias konservativer Erzbischof Charles Chaput, der seit 1995 im Aufsichtsrat von EWTN sitzt.

Aus ärmlichen Verhältnissen
Rita Antoinette Rizzo, so ihr bürgerlicher Name, wurde am 20. April 1923 in Canton/Ohio in ärmlichen Verhältnissen geboren. Als sie neun Jahre alt war, verließ ihr Vater die Familie; die Ehe der Eltern wurde 1929 geschieden. Zeitweilig sorgten auch ihre Großeltern mütterlicherseits für sie.
Nach ihrem Schulabschluss 1941 erkrankte sie an einem Magenleiden. 1943 wurde sie von einer zur römisch-katholischen Kirche konvertierten Frau namens Rhoda Wise, eine Stigmatisierte und Visionärin, nach einer Novene zur hl. Therese von Lisieux von ihrem Magenleiden geheilt. Diese Erfahrung vertiefte ihren Glauben. 1944 trat sie in Cleveland in das Kloster der Armen Klarissen der Ewigen Anbetung ein.

Startkapital 200 Dollar
1962 gründete sie das Kloster „Our Lady of the Angels“ in Irondale/Alabama.
Im Zuge ihrer Verkündigungstätigkeit wuchs bei der jungen Ordensfrau auch die Überzeugung, die damals sich sprunghaft entwickelnden Medien Fernsehen und Rundfunk zu nutzen.
So nahm 1981 schließlich der von ihr in einer Garage des Klosters gegründete Sender „Eternal Word Television Network“ den Sendebetrieb auf. Startkapital: 200 Dollar.
1992 folgte ein Kurzwellen-Radioprogramm und seit 1996 ein Angebot an Online-Diensten. 1999 folgten Programmableger in Südamerika und Europa.

Gottesdienste aus Stift Heiligenkreuz
Mittlerweile umfasst der Sender mehrere Radio-Plattformen, Online- und andere digitale Medienservices sowie globale Nachrichtendienste und einen Verlag. Zum Programmangebot des spendenfinanzierten Senders gehören regelmäßige Live-Übertragungen aus Rom und von den Papstreisen, Sendungen zu Glaubens- und Lebensfragen, Glaubenszeugnisse sowie Jugend- und Kinderprogramme.
Seit 2011 sendet „EWTN katholisches TV“ 24 Stunden in deutscher Sprache. Täglich überträgt EWTN eine Heilige Messe aus dem Kölner Dom.
Ebenfalls sind regelmäßige Gottesdienstübertragungen aus dem Stift Heiligenkreuz im Programm.
Auch in Österreich besteht ein Kloster des Ordens von Mutter Angelica: das Klarissen-Anbetungskloster Wien-Margareten, gegründet 1898.