Inhalt der gedruckten Ausgabe 14/2016

Leitartikel

Forderung nach Waffenembargo

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Willi Hailzl
Elektriker
Wien

Information

Umfrage: Mehr als die halbe Weltbevölkerung mag den Papst
Nur in Tunesien, Algerien und der Türkei überwiegt Ablehnung

54 Prozent der Weltbevölkerung haben – unabhängig von der eigenen Religion oder Weltanschauung – ein positives Bild von Papst Franziskus. Das geht aus einer am Gründonnerstag in Zürich veröffentlichten Umfrage des Marktforschungs-Netzwerks WIN/Gallup hervor.

Irak: „Kampf gegen IS braucht Einheit, keine christlichen Milizen

Im Kampf gegen die IS-Terroristen im Irak ist Einheit notwendig, nicht die Bildung christlicher Milizen. Dies hat der chaldäisch-katholische Patriarch Mar Louis Raphael Sako in einem Gespräch mit „Radio Vatikan“ am Gründonnerstag betont.

Gründonnerstag: Papst wäscht Priestern den Kopf und Migranten die Füße

Tausenden im Petersdom versammelten Priestern hat Papst Franziskus am Gründonnerstag-Vormittag bei der Chrisammesse „den Kopf gewaschen“.

Zuversicht in Zentralafrika

Der katholische Erzbischof von Bangui in der Zentralafrikanischen Republik, Dieudonne Nzapalainga, blickt hoffnungsvoll in die Zukunft seines vom Bürgerkrieg gepeinigten Heimatlandes.

Kasper: Ökumeneschwung ist erlahmt

Der Weg zur Einheit der christlichen Kirchen ist nach den Worten des emeritierten deutschen Kurienkardinals Walter Kasper zwar grundsätzlich möglich, aber „lang und steil“.

Papst erinnert an seinen in Österreich geborenen Beichtvater

Papst Franziskus hat im Gespräch mit den kroatischen Bischöfen  an seinen in Oberösterreich geborenen Beichtvater, den Franziskanerpater Berislav Ostojic erinnert.

Syrischer Erzbischof: Terror von Brüssel wurde von Europa gesät

Der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Behnan Hindo gibt der westlichen Nahostpolitik eine Mitschuld an den Anschlägen von Brüssel: Unschuldige Bürger ernteten „das, was europäische Kreise und Mächte in den vergangenen Jahren in Syrien und im Irak gesät haben“, sagte Hindo, Oberhirte von Hasaka-Nisibi in Syrien, dem italienischen katholischen Pressedienst SIR.

Syrischer Caritas-Präsident: Wer kann, hat Land längst verlassen

Die Nachrichten über die Flüchtlingskrise in Europa und über den EU-Deal mit der Türkei dürfte auf die Entscheidungen der Menschen in Syrien nicht wirklich großen Einfluss haben.

Integrations-Versäumnisse:
„Europa entwickelt sich zu einem großen Belgien“

Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever hat Versäumnisse bei der Integration muslimischer Jugendlicher in seinem Land eingeräumt.

Offizielles Schreiben: Bartholomaios lädt zum orthodoxen Konzil ein

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. und die zwölf Bischöfe des Heiligen Synods von Konstantinopel haben die offizielle Einladung für die von 18. bis 27. Juni angesetzte erste Session des orthodoxen Konzils nach Kolymbari (Kreta) publiziert und ausgesandt.

Kardinal Königs Afro-Asiatisches Institut in Wien steht vor der Schließung

Unter der Ägide von Kardinal Franz König 1959 als „entwicklungspolitisches Bildungshaus“ gegründet, bildete das Wiener Afro-Asiatische Institut (AAI) in den vergangenen Jahrzehnten einen fixen Treffpunkt für Menschen aus verschiedensten Kulturen und Religionen in der Bundeshauptstadt. Ende Juni wird das kirchliche Haus in der Türkenstraße nun seinen Bildungsbetrieb einstellen und damit de facto geschlossen.

Am Geburtsort von Konfuzius soll eine christliche Kirche gebaut werden

Es ist ein ungewöhnlicher Konflikt: Die kommunistische Regierung in Peking will eine Kirche bauen, und die Menschen protestieren. Allerdings soll die Kirche nicht irgendwo in China entstehen, sondern ausgerechnet am Geburtsort von Konfuzius, in Qufu im Nordosten des Landes in der Provinz Shandong. Die Lehrmeister der konfuzianischen Lehre setzen sich dagegen zur Wehr.

Gänswein: Benedikt XVI. im Frieden mit Gott, sich und der Welt

Beim emeritierten Papst Benedikt XVI. (2005-2013) schreitet nach den Worten seines Privatsekretärs, Erzbischof Georg Gänswein, die Alterung langsam voran.

Singender Benediktinermönch: „Du bist nicht tot“

Mit „Du bist nicht tot“ hat der aus Chile stammende und in Wien lebende Benediktinermönch Bernardo Opazo Aravena passend zum Osterfest seinen ersten Song veröffentlicht.

Kolumbus-Ritter retten „CruxNow“

Die US-Zeitung „The Boston Globe“ beendet nach nur kurzer Zeit ihr Engagement im neu gegründeten Medienportal über kirchliche Ereignisse, „CruxNow“.

Älteste orthodoxe Kirche Österreichs  St. Georg wird renoviert

Die griechisch-orthodoxe St. Georgs-Kirche im ersten Wiener Bezirk wird derzeit renoviert.

„Heilig-Land-Museum“ in Jerusalem

Neun Monate nach der Grundsteinlegung wurde am 16. März mit einer Multimedia-Installation zur Via Dolorosa der erste Teil des „Terra Sancta Museums“ in der Jerusalemer Altstadt eröffnet.

Franziskus jetzt auch bei Instagram

Papst Franziskus verbreitet nun auch Fotos und Videos im Internet: Seit zwei Wochen ist der Pontifex unter dem Namen „Franciscus“ auch bei Instagram aktiv. Einen Tag nach der Freischaltung hatte der Papst auf der Plattform bereits 1,3 Millionen  Abonnenten.

Leitartikel

Forderung nach Waffenembargo

Muslimische Araber der Mittelmeerstaaten jagen dem Abendland Furcht und Schrecken ein. Das hindert seine Handeltreibenden jedoch nicht, den Terroristen Waffen zu verkaufen. Und hält auch „westliche“ Bürger nicht davon ab, in deren Reihen zu kämpfen.
Im März tritt eine internationale Konferenz zusammen. Man diskutiert die Problemlage und fasst Beschlüsse. Resolution Nr. 24 ist die Verhängung eines strengen Waffenembargos und ein Verbot, bei Terroristen anzuheuern.
Europäische Demokratien wundern sich heute zwar über die Migrationsscharen, haben jedoch keinerlei Bedenken, autoritären islamischen Staaten wie Saudi-Arabien Waffen zu liefern, die diese wieder Terrorgruppen zur Verfügung stellen, die Menschen töten und Flüchtlingswellen auslösen…
Doch davon ist hier nicht die Rede, auch nicht vom IS oder von der UNO. Was stimmt, ist der Monat März und die Resolutionsnummer. Doch stattgefunden hat die internationale Versammlung nicht in New York, sondern in Rom – im Jahr 1179.
Die Muslime, die damals im  Mittelmeerbereich Angst und Schrecken verbreiteten, waren die Sarazenen. Die Zahl der Tagungs-Teilnehmer war mit 300 außerordentlich groß. Bischöfe, keine Politiker. Die Konferenz nannte man später „Drittes Laterankonzil.“
Der biblische Weisheitslehrer Kohelet hat recht: Es gibt nichts Neues unter der Sonne.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Apg 5, 12-16

Immer mehr wurden im Glauben zum Herrn geführt, Scharen von Männern und Frauen

Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk. Alle kamen einmütig in der Halle Salomos zusammen. Von den Übrigen wagte niemand, sich ihnen anzuschließen; aber das Volk schätzte sie hoch. Immer mehr wurden im Glauben zum Herrn geführt, Scharen von Männern und Frauen. Selbst die Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf Betten und Bahren, damit, wenn Petrus vorüberkam, wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel. Auch aus den Nachbarstädten Jerusalems strömten die Leute zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte mit. Und alle wurden geheilt.

 

Zweite Lesung:   Offb 1, 9-11a.12-13.17-19

Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit

Ich, euer Bruder Johannes, der wie ihr bedrängt ist, der mit euch an der Königsherrschaft teilhat und mit euch in Jesus standhaft ausharrt, ich war auf der Insel Patmos um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus. Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Posaune. Sie sprach: Schreib das, was du siehst, in ein Buch, und schick es an die sieben Gemeinden. Da wandte ich mich um, weil ich sehen wollte, wer zu mir sprach. Als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der wie ein Mensch aussah; er war bekleidet mit einem Gewand, das bis auf die Füße reichte, und um die Brust trug er einen Gürtel aus Gold. Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt. Schreib auf, was du gesehen hast: was ist und was danach geschehen wird.

 

Evangelium:   Joh 20, 19-31

Acht Tage darauf kam Jesus und trat in ihre Mitte

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

 

Gedanken zum Sonntag

Willi Hailzl
Elektriker
Wien

Von der Macht Gottes

Die Jünger haben panische Angst, kein Hinweis auf Gottvertrauen. Sie sperren sich ein, damit ihnen nicht das gleiche wie Jesus passiert. Sie sind unsicher ob dieser Jesus, dem sie gefolgt sind, tatsächlich auferstanden ist. Da erscheint dieser Jesus in ihrer Mitte und grüßt mit „der Friede sei mit euch“. Er sagt nicht Hallo, Guten Tag oder sonstige Grußformeln. Er wünscht ihnen den Frieden. Damit zeigt er ihnen, dass sie keine Angst haben sollen. Sie müssen ziemlich erstaunt geschaut haben. Ich kann mir die Szene gut vorstellen. Da steht ein Verstorbener plötzlich mitten im Kreis seiner Freunde. Er zeigt seinen Körper her, ja ich bin es wirklich, ihr könnt es glauben. Er wünscht ihnen nochmals den Frieden. Dann das ungeheuerliche, Jesus beruft sich auf die Macht Gottes und gibt diese Macht an die Menschen weiter. So wie Gott Adam das Leben einhauchte haucht er sie an und gibt den Menschen die Macht Sünden zu vergeben oder auch nicht. Die Menschen sollen entscheiden, da geht es ums ewige Leben. Also ich traue mich das nicht, einfach so über die Zukunft eines Menschen zu entscheiden. Jesus hat hier den Schritt vom strengen, strafenden Gott zum barmherzigen Gott gesetzt. Was den ungläubigen Thomas angeht, glaube ich dass jeder, der nicht dabei war, so gehandelt hätte. Dann würden wir eben vom ungläubigen Johannes oder Petrus oder sonstigen sprechen. Mit dem Satz „Selig die nicht sehen und doch glauben“ wollte er nicht den Thomas bloßstellen, sondern hat uns alle und die zukünftigen Generationen gemeint. Die Macht Gottes im Menschen sehen wir in der Apostelgeschichte, wo von vielen Wundern berichtet wird. So wollen wir mit der Macht Gottes sorgsam umgehen und nicht missbrauchen.

 

Information

Irak: „Kampf gegen IS braucht Einheit, keine christlichen Milizen

Im Kampf gegen die IS-Terroristen im Irak ist Einheit notwendig, nicht die Bildung christlicher Milizen. Dies hat der chaldäisch-katholische Patriarch Mar Louis Raphael Sako in einem Gespräch mit „Radio Vatikan“ am Gründonnerstag betont.

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Patriarch Mar Louis Raphael Sako.

Die Bestrebungen zur Bildung christlicher Milizen bereiten ihm Sorge, bereits als die ersten Meldungen darüber  auftauchten, äußerte sich der Patriarch negativ.
Im Interview mit „Radio Vatikan“ sagte der Patriarch: „Viele Leute haben uns geschrieben und gefragt, ob die Kirche diese Milizen unterstützt oder mit ihnen zu tun hat. Nun: Für uns ist das eine Gefahr, eine christliche Miliz aufzustellen. Sie sind nicht gut ausgebildet und ohnehin nicht dazu in der Lage, Mosul oder die Ninive-Ebene zu befreien. Es ist besser, in die irakische oder die kurdische Armee einzutreten. Die Christen sind irakische Bürger und haben das Recht, zur Armee zu gehen, aber nicht, eine eigene Armee zu gründen. Und als Christen sollten wir nicht eine besondere Zielscheibe sein für all den Radikalismus, den es hier gibt. Das ist eine reale Gefahr“.
Die christlichen Milizen seien paramilitärische Gruppen von etwa 50 oder 100 Kämpfern, so Mar Louis Raphael Sako: „Das ist keine Armee, sondern ein Bataillon, ausschließlich aus Christen, und genau das ist die Gefahr: Denn die anderen akzeptieren nicht eine rein christliche Kampfeinheit, die Muslime tötet, auch wenn das Extremisten sind. Das sind hier andere Gegebenheiten als im Westen“. Der Patriarch erinnerte daran, dass vor 20 Jahren Saddam Hussein eine christliche Miliz gebildet hatte – mit dem Ergebnis, dass fast alle ihre Angehörigen getötet wurden.

Syrischer Erzbischof: Terror von Brüssel wurde von Europa gesät

Der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Behnan Hindo gibt der westlichen Nahostpolitik eine Mitschuld an den Anschlägen von Brüssel: Unschuldige Bürger ernteten „das, was europäische Kreise und Mächte in den vergangenen Jahren in Syrien und im Irak gesät haben“, sagte Hindo, Oberhirte von Hasaka-Nisibi in Syrien, dem italienischen katholischen Pressedienst SIR.

Verschiedene politische Führer in Europa hätten sich den Sturz von Syriens Präsident Bashar al-Assad zum Ziel gesetzt und dabei über Jahrzehnte die Beziehungen zu Saudi-Arabien und den Emiraten bevorzugt. Damit gewährten sie diesen Ländern in ganz Europa, auch in Belgien, die Finanzierung eines Netzes von Moscheen, in denen ein radikaler Islam gepredigt werde. Leitend hinter dieser Politik seien wirtschaftliche Interessen und Milliardenverträge mit den Ölscheichs, so der Erzbischof. Dabei handle es sich um Geldflüsse, „die auch die Terrorzentralen finanzieren“.

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Erzbischof Jacques Behnan Hindo.

Ebenfalls kritisierte Hindo die EU-Politik gegenüber der Türkei in der Flüchtlingsfrage. Europa mache sich freiwillig „zur Geisel der Türkei“. Er könne die Probleme in Europa nachvollziehen, „aber die Vertriebenen, die 2015 in Europa aufgenommen wurden, sind nicht mehr als 0,2 Prozent der Bevölkerung“, sagte der Erzbischof.

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Kurienerzbischof Cyril  Vasil.

Solidaritätsbesuch
Der Sekretär der vatikanischen Ostkirchenkongregation, der tschechische Kurienerzbischof Cyril Vasil, und der dort tätige deutsche Dominikanerpater Max Cappabianca hatten Syrien einen einwöchigen Solidaritätsbesuch abgestattet und an der Vollversammlung der katholischen Bischöfe des Landes in der Küstenstadt Tartus teilgenommen. Außerdem standen Begegnungen mit Priestern, Ordensleuten und Laien auf dem Programm.

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P. Max Cappabianca.

Vasil würdigte den seelsorglichen und sozialen Einsatz der Geistlichen und versprach Hilfe; Cappabianca, berichtete im Gespräch mit „Radio Vatikan“, dass die Migrationsbewegung auch Priester und Ordensleute erfasst habe.

Sehr viel Misstrauen
Der Waffenstillstand werde weitgehend eingehalten, betonte der Dominikanerpater. Aber durch den fünfjährigen Krieg sei der gesellschaftliche Zusammenhalt zerstört, der früher für Syrien charakteristisch war, es gebe sehr viel Misstrauen, unter den Christen auch sehr viel Sorge über die wahren Absichten der radikalen Muslime.
P. Cappabianca stellte fest, dass ihn vieles, was er von Bischöfen, Priestern und Ordensleuten gehört habe, „sehr nachdenklich“ im Hinblick auf die Haltung des Westens in der syrischen Krise gemacht habe. Viele Christen beurteilten die westliche Position generell überaus kritisch, in ihrer Wahrnehmung sei Präsident Assad zwar der Repräsentant eines autoritären Regimes, aber auch der „Garant des Friedens“ gewesen.

Kardinal Königs Afro-Asiatisches Institut in Wien steht vor der Schließung

Unter der Ägide von Kardinal Franz König 1959 als „entwicklungspolitisches Bildungshaus“ gegründet, bildete das Wiener Afro-Asiatische Institut (AAI) in den vergangenen Jahrzehnten einen fixen Treffpunkt für Menschen aus verschiedensten Kulturen und Religionen in der Bundeshauptstadt. Ende Juni wird das kirchliche Haus in der Türkenstraße nun seinen Bildungsbetrieb einstellen und damit de facto geschlossen.

Die Erzdiözese Wien will stattdessen mit Blick auf die raschen gesellschaftlichen Veränderungen eine neue Einrichtung schaffen, die derzeit den Arbeitstitel „Zentrum für interreligiöse Kompetenz“ trägt.

Geschäftsführer traurig
Eine Entscheidung, die nicht nur auf Verständnis stößt. „Ich finde es traurig und kann es auch nicht ganz nachvollziehen“, konnte etwa AAI-Noch-Geschäftsführer Nikolaus Heger in einem Interview für die Ö1-Radiosendung „Praxis“ seine Enttäuschung nicht gänzlich verbergen.

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AAI-GEschäftsführer Nikolaus Heger.

„Egal mit wem ich rede, die Leute sagen alle: In dieser Situation, mit den gesellschaftspolitischen Problemen in Österreich, mit Fragen von Integration und Migration, dieses Haus zuzusperren und als Kirche nicht zu sagen ‚schaut, was wir da haben, Integration ist möglich‘ – das können viele nicht verstehen.“
Für den Wunsch der Erzdiözese, das Thema interreligiöser Dialog künftig zur Chefsache zu erklären und auch strukturell nicht mehr wie bisher mit dem AAI in eine kirchliche Stiftung auszulagern, hat Heger dabei völliges Verständnis. „Das halte ich gerade in der heutigen Zeit für wirklich wichtig“, betonte er im Ö1-Interview: „Was mich halt schmerzt ist, dass dieses Begegnungszentrum nicht weitergeführt werden soll.“

Ort des Zusammenführens
Die nun vor der Einstellung stehende Bildungsarbeit im AAI umfasste zuletzt Workshops, Vorträge, Lesungen, Diskussi-onen und kulturelle Veranstaltungen zu Fragen des interreligiösen und interkulturellen Miteinanders genauso, wie entwicklungs- und integrationspolitische Themen.
Das ebenfalls im AAI-Haus untergebrachte Studentenheim, die Sprachkurse, das „Afro-Cafe“ und auch die Mensa werden künftig von Partnern oder Pächtern weitergeführt.
Auf einem Stockwerk finden sich im AAI auch eine Kapelle, ein muslimischer Gebetsraum und ein Hindutempel.
Die letzteren beiden waren jeweils zur Zeit ihrer Errichtung – im Fall der Moschee Anfang der 1960er Jahre und beim Hindutempel 1980 – die ersten Wiens. Wie es mit diesen Gebetsräumen weitergeht ist noch unklar.

Neues Zentrum
Einen Schwerpunkt der AAI-Arbeit bildete über Jahre hindurch die Betreuung und Förderung afrikanischer und asiatischer Studenten durch Stipendienprogramme sowie Bemühungen um Integration afrikanischer und asiatischer Gruppen in Wien. Schon in den vergangenen Jahren durchlief das Haus diverse Neupositionierungen.
Das AAI-Studentenheim etwa wird seit einiger Zeit mit dem Wiener Jugendherbergswerk geführt. Das AAI selbst konzentrierte sich zusehends auf den Bildungsbereich.
Das neue „Zentrum für interreligiöse Kompetenz in der Erzdiözese Wien“ werde zunächst am Ort des bisherigen AAI in der Türkenstraße untergebracht werden, betonte der Generalvikar der Erzdiözese Wien, Nikolaus Krasa, in der Ö1- „Praxis“, dass anstelle des AAI eine neue Einrichtung für den interreligiösen Dialog entstehen soll. Anders als das AAI, soll das neue Zentrum keine kirchliche Stiftung mehr sein, sondern direkt in die Organisationsstruktur der Erzdiözese eingebunden werden, erklärte er.

Veränderte Bedingungen
Das Thema Interreligiosität und Interkulturalität habe sich in Wien in den vergangenen zwei Jahrzehnten drastisch verändert, verwies der Generalvikar u.a. auf die demografische Entwicklung.
Angesichts dessen brauche die Kirche ein optimales Instrument, „das hier gut wirken kann und eine Hilfestelle für die Gesellschaft und für die Diözese als Teil dieser Gesellschaft sein kann“.
Im Fokus des neuen Zentrums werde zum einen die Vernetzungsarbeit stehen, um die vielen interreligiösen und interkulturellen Aktivitäten, die es im mittelbaren und unmittelbaren kirchlichen Kontext gebe, zu bündeln, sagte Krasa.
Jene Fördergelder, die das AAI selbst lukrieren konnte, seien in den vergangenen Jahren immer weniger geworden; zugleich habe die Erzdiözese immer mehr Geld zuschießen müssen, was in Zeiten knapper Budgets nicht unbegrenzt möglich sei, berichtete er: „Das macht automatisch einen Nachdenkprozess: ist das Geld so gut eingesetzt oder macht es nicht Sinn, das Gesamtpaket neu aufzustellen.“

Singender Benediktinermönch: „Du bist nicht tot“

Mit „Du bist nicht tot“ hat der aus Chile stammende und in Wien lebende Benediktinermönch Bernardo Opazo Aravena passend zum Osterfest seinen ersten Song veröffentlicht.

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Fr. Bernardo Opazo Aravena.
Foto: Erzdiözese Wien.

Aravena singt von der Auferstehung Jesu und erzählt über die Hoffnung aller auf ein Leben nach dem Tod.
Stilistisch schlägt der Mönch mit dem deutsch-spanischen Liedertext und den Gitarrenklängen eine Brücke zwischen der Wiener Innenstadt und der musikalischen Tradition Südamerikas. Stimmlich erinnert Aravena an den aus Argentinien stammenden und seit Jahren in Österreich lebenden Schlagerstar Semino Rossi.
Aufgenommen wurde das rund 3:50 Minuten dauernde Video in der Krypta der Wiener Schottenabtei, der Wahlheimat des chilenischen Benediktinerfraters. Licht in der Dunkelheit – dargestellt mit Kerzen und im Sonnenaufgang – ist das zentrale Motiv des Clips und verweist auf die Auferstehung Jesu.
Frater Bernardo trat 2011 in die Benediktinerabtei „Unserer Lieben Frau zu den Schotten“ ein. Zuvor arbeitete er als Journalist und Leiter für Spanischkurse. Sein Gesangsstudium absolvierte er am Institut Olivari in Chile.