Inhalt der gedruckten Ausgabe 12/2016

Leitartikel

Fensterputzen bei Bertone

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

P. Franz Ackerl OSB
Religionslehrer und
Gastmeister im Stift Kremsmünster,

Information

Papst-Exerzitienleiter: Warum fehlen Frauen in Top-Positionen?

Papst Franziskus ist von seinem Exerzitien-Leiter wegen mangelnder Präsenz von Frauen in der vatikanischen Führungsebene ins Gebet genommen worden.

Schönborn fordert Schutz für „gemobbte“ Christen in Asylheimen

Nach dem Berliner Erzbischof Heiner Koch hat auch Kardinal Christoph Schönborn mehr Schutz für jene Christen gefordert, die in Quartieren von Asylwerbern wegen ihres Glaubens teilweise „Mobbing“ ausgesetzt sind.

Ordensoberinnen gründen Netzwerk für Kirchenrechtlerinnen

Die Internationale Vereinigung der Generaloberinnen von Frauenorden (Unione Internazionale delle Superiore Generali/UISG) gründet ein Netzwerk für Kirchenrechtlerinnen. Das kündigte die Präsidentin der Vereinigung, Sr. Carmen Sammut, im Gespräch mit der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ aus Anlass des Weltfrauentages (8. März) an.

Österreich: Missbrauch kostete bisher mehr als 22 Millionen Euro

Eine Zwischenbilanz der von Kardinal Schönborn installierten Unabhängigen Opferschutzkommission zeigt,  dass sich jene seit 2010 mit insgesamt 1.550 Fällen befasst hat.

Deutschland: Abtreibungen auf niedrigstem Stand seit 1996

Während sich in Österreich das Parlament Ende Juni mit der Frage beschäftigt, ob eine anonyme Abtreibungsstatistik eingeführt werden soll, sinkt in Deutschland, wo es diese Statistik längst gibt, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche weiter.

Philippinen: Bischöfe rufen Pfarren zu Kampf gegen Zika-Virus auf

Die philippinischen Bischöfe haben die Priester des Landes aufgefordert, die Gläubigen zur Osterzeit vor einer Infektion mit dem Zika-Virus zu schützen.

Kardinal Bertone überweist Vatikan-Kinderklinik 150.000 Euro

Der wegen seines großen Appartements ins Gerede gekommene Kardinal Tarcisio Bertone hat, wie im Dezember angekündigt, jetzt 150.000 Euro an die vatikanische Kinderklinik „Bambino Gesu“ überwiesen.

Mutter-Teresa-Schwestern bleiben trotz Mordanschlag im Jemen
Schicksal des entführten Salesianerpriesters weiterhin ungewiss

Die Kongregation der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ will trotz des Mordanschlages vom vergangenen 4. März in Aden, bei dem 16 Menschen – darunter vier Mitglieder ihres Ordens – getötet worden waren, im Jemen bleiben.

Mexikanische Kirchenzeitung: „Papst war schlecht beraten“

Einen Monat nach seinem Mexiko Besuch hat es Papst Franziskus erneut in die Leitartikel aller wichtigen Zeitungen des Landes geschafft. Anlass war just seine Ansprachen an die Bischöfe des Landes, bei der er während seiner Visite Mitte Februar mit ungewöhnlich scharfen Aussagen wie „die Kirche braucht keine Prinzen“ hatte aufhorchen lassen.

Sr. Mayrhofer verurteilt Profiteure der Flüchtlingskrise
50 Theologen kritisieren Flüchtlingspolitik der Inhumanität

Die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Sr. Beatrix Mayrhofer, hat die Profiteure der Flüchtlingskrise scharf kritisiert.

Hans Küng: Papst soll Diskussion über Unfehlbarkeit anstoßen

Der Schweizer Theologe Hans Küng hat an Papst Franziskus appelliert, eine „freie ernsthafte Unfehlbarkeitsdiskussion“ zuzulassen.

Deutschafrikanischer Pfarrer tritt nach Morddrohungen zurück

Olivier Ndjimbi-Tshiende, der aus dem Kongo stammende katholische Pfarrer im bayrischen Zorneding, ist nach fünf Morddrohungen von seinem Amt zurückgetreten.

Katholische Kirche wächst schneller als Weltbevölkerung

Die Zahl der Katholiken weltweit steigt schneller als die Weltbevölkerung. Das geht aus den neuesten statistischen Angaben zur Anzahl der Katholiken in aller Welt hervor, die der Vatikan veröffentlichte.

Papst erklärt sich solidarisch mit Katholiken in der Ukraine

Papst Franziskus hat der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine seine Unterstützung angesichts des andauernden Konflikts im Land zugesagt.

Pakistan: Christensprecher Bhatti fordert Minderheitenminister

Der pakistanische Katholik, Mediziner und Menschenrechtler Paul Bhatti fordert von der Regierung seines Landes die Wiedereinführung eines Ministeriums für ethnische und religiöse Minderheiten.

Bischöfe ordnen Zuständigkeiten in der Bischofskonferenz neu

Die Frühlings-Bischofskonferenz hat sich dafür ausgesprochen, die Ursachen von Flucht und Migration solidarisch zu beheben.

Kunst ist „die Nabelschnur“, die den Menschen mit dem Göttlichen verbindet

Der österreichische Dirigent Nikolaus Harnoncourt ist am 5. März im Alter von 86 Jahren gestorben. Der Cellist war einer der Pioniere der historischen Aufführungspraxis für Alte Musik. Als Gastdirigent zahlreicher Spitzenensembles zählte Harnoncourt zu den weltweit angesehensten Orchesterleitern. So dirigierte er wiederholt das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Bundespräsident Fischer traf in Kolumbien Partnerorganisationen
der Dreikönigsaktion

Auf Initiative der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar traf Bundespräsident Heinz Fischer bei seinem Kolumbienbesuch Mitarbeiter/innen der Menschenrechtsorganisationen CODACOP (Corporación de Apoyo a Comunidades Populares), des Komitees der Menschenrechte im Departement Meta (Comité Cívico de Derechos Humanos del Meta) sowie die Sprecherin des indigenen Volkes Wayuu, Remedios Urania.

Hoher deutscher Forschungspreis an Team von Wiener Ordensspital

Die heimische Forschungsgruppe „Vinforce“ vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien konnte 2016 erstmals den Forschungsgruppenpreis der „Deutschen Akademie der osteologischen & rheumatologischen Wissenschaften“ (DAdorW) nach Österreich holen.

Leitartikel

Fensterputzen bei Bertone

Predigen dürfen in katholischen Messen bislang nur Männer – Priester oder Diakone. Jüngst hat die Vatikanzeitung vorsichtig die „Frauenpredigt“ ins Gespräch gebracht.
Frauen, so der „L´Osservatore Romano“, sollten in die Verkündigung stärker einbezogen werden. Als ob diese nicht längst die wichtigsten Verkünder Jesu wären. Den größten Teil der österreichischen Grundschüler unterrichten bekanntlich Relgionslehrerinnen.
Der Leiter der Fastenexerzitien für Papst und kuriale Kirchenspitze hat die provokante Frage gestellt, warum vor ihm nur Männer sitzen. Diese werden wohl indigniert gewesen sein, jedoch zuletzt in der alten Weisheit über die bekannte Nutzlosigkeit vieler „geistlicher Übungen“ Trost gefunden haben: „Die Exerzitien werden gehalten und wir bleiben die Alten!“
Die Kirche wird für Frauen immer unattraktiver. Nach vatikanischen, also eigenen Angaben sinkt die Zahl der Ordensfrauen trotz starker Zunahme in Afrika und Asien, wo die Frauen gesellschaftlich unterdrückt sind, weltweit ständig: 2014 gab es 682.729 Ordensfrauen und damit 10 Prozent weniger als neun Jahre zuvor.
Dem 82-jährigen skandalumwitterten Kardinalstaatssekretär a. D. Tarcisio Bertone stehen für seinen Haushalt in Rom drei Nonnen zur Verfügung. Ob Aussicht auf solch geistliches Tun eine Trendumkehr beflügelt? Bedarf es  für das Fensterputzen bei Bertone wirklich eines speziellen Ruf Gottes?

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Jes 50, 4-7

Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen, doch ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate

(Drittes Lied vom Gottesknecht)

Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

 

Zweite Lesung:   Phil 2, 6-11

Christus Jesus erniedrigte sich; darum hat ihn Gott über alle erhöht

Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.

 

Evangelium:   Lk 19, 28-40

Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn

In jener Zeit ging Jesus nach Jerusalem hinauf. Als er in die Nähe von Betfage und Betanien kam, an den Berg, der Ölberg heißt, schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte: Geht in das Dorf, das vor uns liegt. Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr dort einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her! Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr ihn los?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn. Die beiden machten sich auf den Weg und fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte. Als sie den jungen Esel losbanden, sagten die Leute, denen er gehörte: Warum bindet ihr den Esel los? Sie antworteten: Der Herr braucht ihn. Dann führten sie ihn zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier und halfen Jesus hinauf. Während er dahinritt, breiteten die Jünger ihre Kleider auf der Straße aus. Als er an die Stelle kam, wo der Weg vom Ölberg hinabführt, begannen alle Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben wegen all der Wundertaten, die sie erlebt hatten. Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe! Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, bring deine Jünger zum Schweigen! Er erwiderte: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien.

 

Gedanken zum Sonntag

P. Franz Ackerl OSB
Religionslehrer und
Gastmeister im Stift Kremsmünster,

Freunde, die uns tragen

„getragen“ ist der Titel eines Gedichtes von Andreas Knapp, „von den wellen des erfolgs, vom applaus der menge.“

In „Allein“, einem seiner unzähligen Lieder, beschreibt Reinhard Mey, dass sich, wenn es brenzlig wird, die meisten Weggefährten verabschieden. „Wir mögen noch so sehr geliebt, von Zuneigung umgeben sein: Die Kreuzwege des Lebens geh‘n wir immer ganz allein.“ Diese Erfahrung zeigen auch die beiden Evangelienstellen des Palmsonntags auf, wenn zunächst vom umjubelten Einzug in Jerusalem berichtet und dann bereits die Leidensgeschichte in Blick genommen wird. Es ist gut, wenn es Momente gibt, wo der Erfolg uns trägt und Applaus uns umgibt und wir dürfen solche Augenblicke auskosten. Wir wissen aber auch, dass wieder andere Tage kommen werden. Da kommt dann „Treue“ ins Spiel. Jesus geht den Weg auf Golgotha im selben Vertrauen, wie er Tage zuvor auf dem Esel einzieht. Das wird im Philipperhymnus ausgedrückt, wenn es heißt: „er war gehorsam bis zum Tod.“ Auch wir sollen unsere Erfolge feiern und mit Zuversicht und Treue unsere Kreuzwege gehen. Treue meint, dass ich weiß, was der Grund meines Lebens ist und wer mich trägt. Und das sind nicht die „Beifallklatscher“ und „Schönwetterfreunde“. Aber es gibt im Leben Jesu und hoffentlich auch in unserem Leben Menschen, die auch noch da sind, wenn andere sich verabschieden. Menschen, die uns vermitteln, was in der Lesung aus Jesaja ausgedrückt wird: „Doch Gott, der Herr, wird mir helfen.“ Solche Freunde, die uns die Nähe Gottes spüren lassen, tragen uns. Sie verdienen Applaus.

 

Information

Papst-Exerzitienleiter: Warum fehlen Frauen in Top-Positionen?

Papst Franziskus ist von seinem Exerzitien-Leiter wegen mangelnder Präsenz von Frauen in der vatikanischen Führungsebene ins Gebet genommen worden.

Wenn Jesus ihn fragen würde „siehst du diese Frau?“ dann müsse er antworten: „Nein, Herr, hier sehe ich nur Männer“, sagte der italienische Priester Ermes Ronchi laut Radio Vatikan in einer Meditation für den Papst und seine leitenden Mitarbeiter in Ariccia bei Rom.

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P. Ermes Ronchi.

„Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass hier eine Leere ist, die nicht der Wirklichkeit der Menschheit und der Kirche entspricht“, sagte Ronchi am 8. März weiter. Anlässlich des Weltfrauentages erinnerte der Geistliche daran, dass viele Frauen Jesus gefolgt waren und ihm gedient hatten. Franziskus hatte mehrfach betont, dass er sich Frauen in vatikanischen Führungspositionen vorstellen könne. Bisher leiten jedoch weiter ausschließlich Männer die vatikanischen Behörden. Für Jesus zähle nicht das  Geschlecht eines Menschen, erklärte der Exerzitienmeister. Er sei sich sicher, dass der Heilige Geist seine Gaben verteile, „ohne auf das Geschlecht der Menschen zu sehen“.
Franziskus hat sich bis 11. März mit seinen leitenden Mitarbeitern in den 30 Kilometer südöstlich von Rom in den Albaner Bergen gelegenen Ort Ariccia zu den traditionellen Exerzitien in der Fastenzeit zurückgezogen.

Mutter-Teresa-Schwestern bleiben trotz Mordanschlag im Jemen
Schicksal des entführten Salesianerpriesters weiterhin ungewiss

Die Kongregation der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ will trotz des Mordanschlages vom vergangenen 4. März in Aden, bei dem 16 Menschen – darunter vier Mitglieder ihres Ordens – getötet worden waren, im Jemen bleiben.

Das bekräftigte die von Mutter Teresa gegründete Gemeinschaft  in einer Stellungnahme. Man wolle weiterhin vor Ort den „Armen und Bedürftigen dienen“, sei Mutter Teresa doch „stets in alle entlegenen Ecken der Welt, unabhängig von der dort herrschenden Situation“, gegangen.

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Die vier ermordeten Ordensschwestern
v.li.n.re.: Sr. Anselm, Sr. Reginette, Sr. Judith, Sr. Marguerite.  
Foto: Apostolisches Vikariat Südarabien.

Mutmaßliche Dschihadisten hatten in der jemenitischen Hafenstadt Aden ein von den Mutter-Teresa-Schwestern betriebenes Seniorenheim angegriffen und die Schwestern sowie zwölf weitere Mitarbeiter ermordet. Wie die Behörden des arabischen Landes mitteilten, erschossen vier bewaffnete Männer zunächst einen Wachmann, stürmten dann das Gebäude und töteten dort arbeitende Schwestern, Pflegekräfte, Fahrer und Köche. Zwei der ermordeten Ordensfrauen stammten aus Ruanda und je eine aus Kenia und Indien. Die Oberin entging dem Massaker, weil sie sich verstecken konnte.
Die Bluttat habe nicht nur bei den Christen, sondern bei fast allen Bewohnern von Aden „Entsetzen und Trauer“ ausgelöst, sagte der zuständige Bischof Paul Hinder. Die Mutter-Teresa-Schwestern und ihre Arbeit seien in Aden hochgeschätzt worden.
Der aus dem indischen Bundesstaat Kerala stammende Salesianerpater Tom Uzhunnalil, der bei dem Attentat verschleppt wurde, befindet sich noch in den Händen der Terroristen.

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P. Tom Uzhunnalil.

P. Uzhunnalil sei vor vier Jahren in den Jemen gegangen, „um Werke der Barmherzigkeit“ zu tun, wobei er sich von ständigen Drohungen nicht einschüchtern ließ, erklärte ein Verwandter des entführten Priesters, der Rechtsanwalt N. Kunjaugusty. Aufgrund der Spannungen habe der Salesianerpater allerdings Vorsichtsmaßnahmen treffen müssen und sei bei seinen Wegstrecken zu den Gottesdiensten stets von Wachen begleitet worden.
Tragischer Höhepunkt der Vorfälle war vor dem jüngsten Attentat ein Überfall der Al-Kaida auf die Kirche zur Heiligen Familie in Aden, wo der Priester lebte. Seither hatte der Priester im Altenheim der Mutter-Teresa-Schwestern gewohnt.
Die Salesianer Don Boscos sind seit 1997 im Jemen – in den Städten Sana, Aden, Holeida und Taiz – tätig. Die Ordensmänner sind die einzigen vor Ort verbliebenen katholischen Priester. In dem muslimischen Land betreuen sie vor allem die katholischen Immigranten aus Indien, den Philippinen und anderen Ländern, zudem unterstützen sie auch die Missionarinnen der Nächstenliebe bei deren Tätigkeit.

Mexikanische Kirchenzeitung: „Papst war schlecht beraten“

Einen Monat nach seinem Mexiko Besuch hat es Papst Franziskus erneut in die Leitartikel aller wichtigen Zeitungen des Landes geschafft. Anlass war just seine Ansprachen an die Bischöfe des Landes, bei der er während seiner Visite Mitte Februar mit ungewöhnlich scharfen Aussagen wie „die Kirche braucht keine Prinzen“ hatte aufhorchen lassen.

Ein papstkritischer Leitartikel in der Ausgabe der Kirchenzeitung der Erzdiözese Mexiko-Stadt vom 6. März lenkte jetzt noch einmal die Aufmerksamkeit auf die vom Papst in der Hauptstadt-Kathedrale vor den Bischöfen gehaltene Rede – und dabei auch auf offensichtliche Konflikte innerhalb der mexikanischen Kirchenleitung.
Es gebe keine Spaltung unter den Bischöfen, betonte die namentlich nicht gekennzeichnete Kolumne mit dem Titel „Ein Episkopat auf der Höhe“ in der Kirchenzeitung „Desde la Fe“, um wenige Zeilen später zu erklären, jemand aus der Nähe des Papstes habe ihn zur Lage in Mexiko und der Rolle der Bischöfe „schlecht beraten“. „Leider gibt es auch die Hand der Zwietracht, die versucht hat, negative Akzente zu setzen […] und in den Vortrag des Papstes Einfluss zu nehmen, um in der Öffentlichkeit eine abfällige Wirkung zu erzielen, in dem Herausforderungen und Versuchungen als Übel der Bischöfe hervorgehoben werden“, hieß es wörtlich. Und, in Bezugnahme auf den im 20. Jahrhundert geleisteten Widerstand der Ortsbischöfe gegenüber Evangelikalen, Freimaurerei und Säkularismus: „Hat der Papst all dies wirklich nicht gewusst, um die Bischöfe so zurechtzuweisen?“
Was hatte der Papst den Bischöfen gesagt? Sie sollten das Evangelium verkünden, energisch und mit prophetischem Mut die Drogenprobleme bekämpfen, die Seelsorge in den Familien und an den Gesellschaftsrändern – etwa bei den Indigenen oder Migranten – beginnen; durchaus harsch mahnte er zu Bescheidenheit und Transparenz, warnte vor Klerikalismus und Triumphalismus, vor Intrigen, „eitlen Karriereabsichten“ oder „unfruchtbaren Interessengemeinschaften und Komplizenschaften“.
Bei internen Streitigkeiten sollten die Bischöfe „die offene Debatte unter Männern“ suchen, die trotz Streit zusammen beten und einander verzeihen. Für den bischöflichen Einsatz für Migranten gab es ausdrückliches Papst-Lob.
Noch nie habe irgendein Papst der jüngeren Vergangenheit eine Bischofskonferenz mit einer derart heftigen, kritischen und direkten Rede in aller Öffentlichkeit zurechtgewiesen, befand der Religionssoziologe Bernardo Barranco in der Tageszeitung „La Jornada“. Dass nun in  „Desde la Fe“ eine Antwort darauf erscheine, wertete er als erstes Indiz für eine Rezeption dieser Schelte und auch für die Erschütterungen, die sie unter den Bischöfen ausgelöst habe.

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Religionssoziologe Bernardo Barranco.

Alle Papst-Kritik sei dabei zurückgewiesen worden und der Angriff auf die schlechten Papst-Berater gelte unzweifelhaft Nuntius Christophe Pierre sowie dem Papstreise-Organisator Eugenio Lira Rugarcia, der auch Sekretär der mexikanischen Bischofskonferenz ist.
Dass der Artikel in der Erzdiözese von Kardinal Norberto Rivera erschienen sei, sei kein Zufall, behauptete Barranco und widersprach damit einer Stellungnahme von Diözesansprecher Hugo Valdemar Romero, wonach „Desde la Fe“ weder offizielle Stimme der Erzdiözese noch des Erzbischofs sei.
Rivera stehe  für die als „Club of Rome“ betitelte alte, unter Nuntius Girolamo Prigione aufgebaute Kirchenhierarchie Mexikos, die vor allem „unterwürfig, schal und grau, an Machterhalt interessiert und weit von den Gläubigen und ihrer Realität entfernt“ sei -und durch den Pontifikatswechsel enorm an Einfluss eingebüßt habe, so Barranco.
Der Religionssoziologe hinterlegte dies mit einem Hinweis auf die Umfrage „Glauben in Mexiko“, durchgeführt vom unverdächtigen, weil der Bischofskonferenz nahestehenden Mexikanischen Institut für die christliche Sozialdoktrin (Imdosoc): Auch wenn es gegen-über Institutionen allgemein ein grundsätzliches Misstrauen gebe, sei die Kirche in Mexiko eine der  angesehensten Sozialstrukturen überhaupt, wird darin festgestellt.
Gleichzeitig zählen die Bischöfe in der Umfrage zu den am schlechtesten beurteilten Akteuren: Besonders beim Thema Umgang mit sexuellem Missbrauch, und bei Werten wie Ehrlichkeit, Toleranz, Transparenz, Autoritarismus und Solidarität fielen sie in der Befragung durch.

Sr. Mayrhofer verurteilt Profiteure der Flüchtlingskrise
50 Theologen kritisieren Flüchtlingspolitik der Inhumanität

Die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Sr. Beatrix Mayrhofer, hat die Profiteure der Flüchtlingskrise scharf kritisiert.

Sr. Beatrix Mayrhofer
Sr. Beatrix Mayrhofer.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Als Studiogast in der „ZIB 24“ vom Mittwochabend nannte sie zum einen die Waffenlobby, die einen Gutteil der geschätzten 1,18 Billionen US-Dollar an Kriegskosten in Syrien einsteckten. Ins Visier nahm Mayrhofer aber auch jene politisch Engagierten, die die gegenwärtige Krisensituation für ihre eigenen Machtinteressen und ihren politischen Erfolg nutzbar zu machen trachteten.
Die höchstrangige Vertreterin der österreichischen Frauenorden, die als Mitunterzeichnerin einer von Theologen initiierten Erklärung zur Flüchtlingspolitik an die Öffentlichkeit getreten war, erklärte im Interview mit Roman Rafreider, es gehe bei der Kritik an einer kalkulierten Politik der Angst und Inhumanität nicht um Parteipolitik oder um Regierungsschelte. Anliegen der Verfasser sei es, zu einem „dringenden Wachrütteln in einer sehr brisanten Situation“ beizutragen und Kräfte zu bündeln, die gute Lösungen „mit Herz und Verstand“ anstrebten.
Am 9. März hatten rund 50 namhafte Theologen aus ganz Österreich, die Spitzen der heimischen Ordensgemeinschaften sowie weitere hochrangige Vertreter katholischer Einrichtungen in einer gemeinsamen Erklärung zu einer humanen Flüchtlingspolitik aufgerufen. Bei allen legitimen Auffassungsunterschieden, wie mit der derzeitigen Flüchtlingskrise umgegangen werden kann, müsse der Schutz von Menschen in Not, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung auf der Flucht sind, außer Streit stehen – so der Tenor.

Kunst ist „die Nabelschnur“, die den Menschen mit dem Göttlichen verbindet

Der österreichische Dirigent Nikolaus Harnoncourt ist am 5. März im Alter von 86 Jahren gestorben. Der Cellist war einer der Pioniere der historischen Aufführungspraxis für Alte Musik. Als Gastdirigent zahlreicher Spitzenensembles zählte Harnoncourt zu den weltweit angesehensten Orchesterleitern. So dirigierte er wiederholt das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

harnoncourt nikolaus
+ Nikolaus Harnoncourt.

Der gebürtige Berliner kam aus einem katholischen Elternhaus und wuchs in Graz auf. Sein Bruder, Philipp Harnoncourt, ist Priester und Theologe. „Wir Musiker“, sagte Nikolaus Harnoncourt einmal, „haben eine machtvolle, ja heilige Sprache zu verwalten. Wir müssen alles tun, dass sie nicht verloren geht im Sog der materialistischen Entwicklung. (…) Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage, sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet“.
Gegen heftigen Widerstand des etablierten Musikbetriebs sorgte Harnoncourt, der selbst historische Instrumente sammelt, für eine Blüte des werkgetreuen Musizierens. Zu seinen Favoriten zählen Mozart und Haydn. Seit 1985 gibt es in Graz die „Styriarte“, Harnoncourt gewidmete Klassik-Festspiele, die rasch großes Ansehen gewannen.

Bekennender Katholik
Das Begräbnis von Nikolaus Harnoncourt fand am 12. März in kleinem Rahmen in St. Georgen im Attergau statt. Der Ehrenbürger der oberösterreichischen Gemeinde hatte sich seit den 1970er Jahren immer wieder dorthin zurückgezogen und als Inspirationsquelle für musikalische Ideen genützt. Auf Wunsch des Dirigenten sollte die Abschiedsfeier betont schlicht gestaltet sein. Neben der Familie des Musikers und Dirigenten waren nur die Pfarrbevölkerung und ein paar wenige Ehrengäste eingeladen – darunter Landeshauptmann Josef Pühringer und Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.
Wie die „Oberösterreichischen Nachrichten“ (OÖN) am Donnerstag berichteten, betrachtete Harnoncourt St. Georgen als zweites Zuhause. 1973 bezog der bekennende Katholik mit seiner Familie den alten Pfarrhof im Ort Lohen, der zur Gemeinde gehört.
„Harnoncourt wirkte im Attergau aber auch musikalisch, wie die OÖN erinnerten: Zum 300. Todestag des Barockmusikers Johann Beer im Jahr 2000 führte er mit seinem Concentus Musicus die Beer-Messe Missa Sancti Marcellini in der Pfarrkirche St. Georgen auf. Mit dem Kirchenchor studierte er zudem die Paukenmesse von Joseph Haydn (1991) und die Waisenhausmesse von Wolfgang Amadeus Mozart (1994) ein.