Inhalt der gedruckten Ausgabe 11/2017

Leitartikel

Einer von den 99 Prozent

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Dipl.-Päd. Kerstin Fuchs
Sozialpädagogin
Markt Hartmannsdorf, Stmk.

Information

Religionsfriede in Afrika „auf Messers Schneide“

Vor steigendem Extremismus und Gefährdung des Religionsfriedens in Afrika warnt das internationale Hilfswerk „Kirche in Not“. In immer mehr Ländern – allen voran Nigeria, Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und dem Tschad – gebe es Terror gegen Christen.

Konfessions-Veränderungen in 30 Jahren

In den meisten der hier genannten europäischen Staaten hat sich in den letzten 30 Jahren die Zahl der Katholiken vermindert, jene der Muslime stark vermehrt.

Papst: Wirtschaft des Westens ist an Migration mitschuldig

Menschen in Not, in deren Heimatländern Raubbau an Mineralien und Agrarprodukten betrieben wird, haben nach den Worten von Papst Franziskus ein Recht zur Auswanderung nach Europa.

Rechtsexperte Hagel erhält päpstliche Auszeichnung

Hohe päpstliche Auszeichnung für einen verdienten Kirchenjuristen: Walter Hagel (75), langjähriger Rechtsreferent der Österreichischen Bischofskonferenz und der Diözese St. Pölten, wurde von Kardinal Christoph Schönborn der Silvester-Orden („Komturkreuz mit Stern“) überreicht.

Erstmals Kinder mit „zwei Vätern“ in Italien

In Italien sind erstmals beide Partner einer homosexuellen Lebensgemeinschaft offiziell als Eltern eines Kindes anerkannt worden.

Katholiken wählen am 19. März

In 3.000 österreichischen Pfarren werden am 19. März die Pfarrgemeinderäte neu gewählt. Die diesjährige Wahl steht unter dem Motto „Ich bin da.für“.

Caritas eröffnet 4. Lerncafé in Wien

Die Caritas hat in der Mommsengasse 35 beim Wiener Hauptbahnhof das vierte „Lerncafé“ in der Bundeshauptstadt eröffnet.

Afrika: Erste Diakoninnen-Weihe in orthodoxer Kirche

Der orthodoxe Patriarch von Alexandrien, Theodoros II., hat erstmals Diakoninnen geweiht.

Ägypten: Christen flüchten vor IS-Terror auf der Sinai-Halbinsel

Nach wiederholten Morden an ägyptischen Christen im Norden der Sinai-Halbinsel hat eine Fluchtbewegung von Familien der religiösen Minderheit aus dem Gebiet eingesetzt.

Missbrauchsopfer verlässt päpstliche Kinderschutzkommission

Aus Frustration über mangelnde Kooperationsbereitschaft vatikanischer Behörden ist das irische Missbrauchsopfer Marie Collins aus der päpstlichen Kinderschutzkommission ausgetreten.

Österreichweit starker Anstieg bei Erwachsenentaufen

Die Zahl der erwachsenen Taufbewerber ist in Österreich sprunghaft angestiegen. 633 Menschen ab 14 Jahren werden laut den verfügbaren Zahlen 2017 die katholische Taufe empfangen – was nach 411 im Vorjahr ein Anstieg um 50 Prozent bedeutet.

Deutsches Suizidbeihilfe-Urteil: Scharfe Kritik aus Österreich

Scharfe Kritik am Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts, schwer und unheilbar kranken Patienten „in extremen Ausnahmefällen“ die Verabreichung von Betäubungsmitteln zur schmerzlosen Selbsttötung zu ermöglichen, kommt unter anderem aus Österreich.

Deutsche vertrauen Papst mehr als katholischer Kirche

Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) vertraut auf den Papst in Rom; etwas weniger als ein Drittel (29 Prozent) auf die katholische Kirche.

Medjugorje: Bischof von Mostar bezweifelt Marienerscheinungen

Die im Dorf Medjugorje bei Mostar (Bosnien-Herzegowina) verehrte „Gospa“ ist nicht die Mutter Jesu, von der die Evangelien berichten.

Buch von Kurienkardinal über „Amoris laetitia“ wird Bestseller

Bücher von Kirchenrechtlern sind eigentlich nicht Bestseller-verdächtig, auch innerhalb der katholischen Kirche nicht. Eine Ausnahme bildet offenbar das neue Buch von Kurienkardinal Francesco Coccopalmerio über das päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“.

Deutsches Katholikenkomitee gegen Abriss von Kirchen

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, wendet sich gegen den Abriss nicht mehr benötigter Nachkriegskirchen. Das Wegbrechen von Kirchengebäuden verändere auch die Identität eines Stadtteils oder Ortes, warnte er in Köln.

Irak: „Erschreckender Bericht“ über Vorgänge in Ninive-Ebene

Einen „erschreckenden Bericht“ über die Vorgänge in jenem Teil der irakischen Ninive-Ebene, der nicht von kurdischen sondern von irakischen Truppen befreit worden ist, hat die Nichtregierungsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW) veröffentlicht, wie die Stiftung „Pro Oriente“ berichtet.

500 Amstettner Schüler erinnern mit Kreuzweg an Flüchtlinge

Über 500 Schülerinnen und Schüler sowie viele weitere Teilnehmer waren bei der Eröffnung des 10. Amstettner Kreuzweges, der vom Amstettner Poly errichtet wurde. Davor gab es in der St. Stephans-Kirche eine Kreuzwegandacht inklusive Verteilung des Aschenkreuzes.

Christ aus Bethlehem gewinnt arabische Talentshow

Yaqoub Shaheen, syrisch-orthodoxer Christ aus Bethlehem, hat die arabische Talentshow „Arab Idol“ gewonnen.

Bischof Krautwaschl an Gefirmte: „Mach etwas draus“

Mit der Firmung ist das religiöse Leben nicht abgeschlossen, sondern es geht erst richtig los: Das soll ein neues Buch von Bischof Wilhelm Krautwaschl vermitteln, das unter dem Titel „Mach etwas draus“ im „Styria“-Verlag erschienen ist. Der Grazer Bischof präsentierte das „Firmbuch der Eigen(en)art“ am Aschermittwoch.

„Epochale Schenkung“ macht Stift Admont zum „Gotik-Hotspot“

Eine „epochale Schenkung“ macht Stift Admont zum „Gotik-Hotspot“. Nachdem er einige Jahre gesucht hatte, entschied sich der Gotik-Spezialist und Sammler Kuno Mayer dafür, den Hauptteil seiner außergewöhnlichen Sammlung mittelalterlicher Skulpturen, Tafelbilder und Glasmalereien dem obersteirischen Benediktinerstift zu vermachen.

Leitartikel

Einer von den 99 Prozent

Eine mächtige Lobby und zugegebenermaßen auch ein bisschen Geld brauchen Leute, die so manches erreichen wollen. Das gilt auch in der Kirche, etwa bei Heiligsprechungen.
Nur etwa 1 Prozent der Kirchenmitglieder sind Priester oder Ordensleute. Sie haben Lobbys: Bischöfe und Orden. Leben sie fromm, winken Heiligsprechungen. Die Zölibatären werden dann zu Vorbildern für die Familienväter und -mütter.
99 Prozent der Katholiken können noch so Evangeliums-gemäß leben, von ihnen gelangt fast nie wer zur „Ehre der Altäre“.
Ich kenne viele, die Heilige des Alltags gewesen sind. Etwa jenen Adi, der 2016 noch mitgeholfen hat, das Aschenkreuz auszuteilen, den Karfreitag mitzugestalten und am Ostersonntag Kommunion zu spenden. Kurz darauf ist er 48-jährig verstorben.
Bald nachdem er von einer bitteren Erkrankung seiner Gattin erfahren hatte, erkrankte auch er schwer. Sechs Jahre kämpfte er. Und lebte dabei noch voll für die Seinen. Für seine Kinder in Schule (Elternvereinsobmann), Sport (Trainer) und Musikkapelle (Schlagzeuger). In der Pfarrgemeinschaft als Wortgottesdienstleiter, Kommunionspender sowie Organisator von Jugendmessen und Bildungswerk-Veranstaltungen. Bewusst und gläubig sah er seinem Tod ins Auge. Wenige Tage zuvor traf er sich letztmals mit Freunden. Exakt plante er sein Begräbnis.
Adi hat keine Lobby in Rom, aber dankbare Freunde daheim.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Gen 12, 1-4a

Der Herr beruft Abraham, den Vater des Gottesvolkes

In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte.

 

Zweite Lesung:   2 Tim 1, 8b-10

Mit einem heiligen Ruf hat Gott uns gerufen und uns das Licht des Lebens gebracht

Mein Sohn!
Leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft: Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde; jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat dem Tod die Macht genommen und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium.

 

Evangelium:   Mt 17, 1-9

Er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.
Während sie den Berg hinab stiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

 

Gedanken zum Sonntag

Dipl.-Päd. Kerstin Fuchs
Sozialpädagogin
Markt Hartmannsdorf, Stmk.

Habt keine Angst!

Abraham zieht aus seinem Land weg, Timotheus wird aufgerufen sich seines Glaubens nicht zu schämen, drei Jünger Jesu werden Zeugen als sich der Neue Bund Gottes mit dem Menschen mit einem Spruch aus dem Alten Bund erfüllt: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe…“ (vgl. Jes 42,1). Kein Wunder also, dass bei solch intensiven, lebensverändernden Ereignissen auch Angst, Unsicherheit, Zweifel aufkommen. Doch da kommt es wieder, das für uns Menschen so wichtige Wort: Steht auf, habt keine Angst!
Diese Formel der Ermutigung kommt in der Bibel wohl nicht umsonst als „Fürchte dich nicht“ 365 mal vor. Wir brauchen sie immer wieder dringend um den Unwägbarkeiten des Alltags zu trotzen.
Damit uns diese Botschaft erreichen kann, braucht es aber auch unser Bekenntnis zu dem der diese Botschaft spricht. Auch wir sollten uns nicht schämen Zeugnis abzulegen für unseren Glauben und zu unbekanntem aufzubrechen, wenn wir uns gerufen fühlen. Wenn wir es schaffen für unsere religiösen und auch gesellschaftlichen Werte einzustehen, dann fällt es uns auch leicht neuen, unbekannten Religionen und Weltanschauungen zu begegnen, ohne das Bedürfnis nach Einheitsbrei oder Assimilierung, sondern mit regem, konstruktivem, wertschätzenden gegenseitigem Austausch!
Dieses „Steht auf und habt keine Angst“ verstehe ich aber vor allem auch als ganz persönliche und alltägliche Ermutigungsformel, wenn wir uns in unserem Handlungsspielraum eingeschränkt fühlen. Es tut gut es sich immer wieder in Erinnerung zu rufen!

 

Information

Religionsfriede in Afrika „auf Messers Schneide“

Vor steigendem Extremismus und Gefährdung des Religionsfriedens in Afrika warnt das internationale Hilfswerk „Kirche in Not“. In immer mehr Ländern – allen voran Nigeria, Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und dem Tschad – gebe es Terror gegen Christen.

Zudem finde eine „verschleierte, aber ständige Unterwanderung mit islamischem Fundamentalismus“ auch dort statt, wo Christen und Muslime bisher friedlich und harmonisch zusammenlebten. Der Friede sei „auf Messers Schneide“. Aus diesem Anlass verlagert das katholische Hilfswerk den Fokus für seine diesjährige Fasten- und Osteraktion vom Nahen Osten auf den „Zukunftskontinent“ Afrika.

Islamische Länder fördern Extremisten
Jüngste Nachrichten von Projektpartnern in Afrika seien „besorgniserregend“, schreibt „Kirche in Not“. So laufe etwa in Tansania, Kenia, Benin, Senegal oder Uganda eine „Agenda extremistischer islamischer Länder wie Saudi Arabien, Sudan, Jemen und Iran, die mit Stipendien junge, ehrgeizige Afrikaner fördern“. Deren Aufgabe sei es, in ihre jeweilige Heimat zurückzukehren und die bestehende Ordnung friedlichen Zusammenlebens auseinanderzubrechen.
Muslimische Gruppen würden zudem enormen Druck machen, indem sie Kindern und Jugendlichen Geld geben oder ihnen Arbeit vermitteln und als Gegenleistung die Konversion zu ihrer Religion und das Verachten jener, die weiterhin Christen bleiben, einfordern.

Hassprediger mit Auslands-Unterstützung
In 17 afrikanischen Ländern fanden in den letzten zweieinhalb Jahren gewaltsame islamistische Angriffe statt. 2,5 Millionen Menschen seien in Nigeria vor der islamistischen Terrorsekte Boko Haram geflohen, und allein im Jänner 2015 seien 80 Prozent der Kirchen im Niger angegriffen oder niedergebrannt worden. Radikale Prediger mit Unterstützung aus dem Ausland würden Intoleranz, Verfolgung und Terror predigen, und in Algerien werde christliche Evangelisierung mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.


Ordensschwester in Kenia mit einer von ihr betreuten alten Frau.
Foto: Kirche in Not

Für Frieden in Afrika ist die Gegenwart der Eucharistie und des Evangeliums durch gut ausgebildete Priester und Katecheten die „beste Investition“, so der Standpunkt von „Kirche in Not“, das derzeit jährlich mehr als 1.800 Projekte in 48 afrikanischen Ländern unterstützt.
Die Zahl der Katholiken in Afrika – der Altersdurchschnitt der Bevölkerung beträgt 19 Jahre – hat sich seit 1980 von 55 auf 214 Millionen vervierfacht. Nur hier und in Asien steigt auch die Zahl der Priesterberufungen.

Afrika: Erste Diakoninnen-Weihe in orthodoxer Kirche

Der orthodoxe Patriarch von Alexandrien, Theodoros II., hat erstmals Diakoninnen geweiht.

Theodoros II., der für die orthodoxe Kirche auf dem ganzen afrikanischen Kontinent zuständig ist, weihte am 17. Februar nach der Göttlichen Liturgie in der Kirche St. Nicolas in der Bergbaustadt Kolwezi in der kongolesischen Provinz Katanga drei Katechistinnen und drei Nonnen zu Diakoninnen. Sie sollen vor allem in den Bereichen Erwachsenentaufe, Ehevorbereitung und Katechese tätig sein, wie die Stiftung „Pro Oriente“ berichtet.


Patriarch Theodoros II.

Der Heilige Synod von Alexandrien hatte bei seiner Tagung von 17. bis 19. November die Wiedereinführung der Diakoninnen beschlossen.

Kardinal Ravasi für Diakonat der Frau
Kurienkardinal Gianfranco Ravasi hält ein Diakonat der Frau auch in der katholischen Kirche für möglich.


Kardinal Gianfranco Ravasi.

„Aber natürlich muss darüber diskutiert werden, die historische Tradition ist sehr komplex“, sagte der Präsident des Päpstlichen Kulturrates im Interview gegenüber „Kathpress“. Der Kurienkardinal kritisierte zugleich eine Fixierung auf das Frauenpriestertum als „klerikal“. Stattdessen sollte über andere wichtige Funktionen von Frauen in der Kirche nachgedacht werden.

Wunsch des Papstes
Auch in den Vatikan-Behörden könnten Frauen aus Sicht des italienischen Kardinals stärker vertreten sein – „auch auf höheren Ebenen“.
Das sei ein Wunsch des Papstes, so der Kurienkardinal, der am Päpstlichen Kulturrat erstmals ein rein weibliches Beratergremium einrichten ließ.
Für Veränderungen in diesem Bereich brauche es jedoch Geduld, so der 74-Jährige weiter. Frauen würden von vielen „nur als ‚Kosmetik‘“ gesehen. „Nach dem Motto, wenn der Papst das sagt, müssen auch ein paar ‚Quotenfrauen‘ her, sonst gibt’s Ärger.“

Buch von Kurienkardinal über „Amoris laetitia“ wird Bestseller

Bücher von Kirchenrechtlern sind eigentlich nicht Bestseller-verdächtig, auch innerhalb der katholischen Kirche nicht. Eine Ausnahme bildet offenbar das neue Buch von Kurienkardinal Francesco Coccopalmerio über das päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“.

Bereits wenige Tage nach seinem Erscheinen ist das Werk vergriffen, wie italienische Medien berichteten. „Wir haben Anfragen aus der ganzen Welt erhalten. Das ist eine unglaubliche Sache“, zitierten sie den Leiter des vatikanischen Verlags, Giuseppe Costa.
Coccopalmerio, Präsident des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte, erklärt in seinem Buch das umstrittene achte Kapitel des Schreibens „Amoris laetitia“, das Papst Franziskus im April 2016 veröffentlichte. Der italienische Kardinal erläutert darin, unter welchen Umständen Katholiken, die nach einer Scheidung wieder heiraten, zum Kommunionempfang zugelassen werden können. Zudem legt er dar, dass eine solche Praxis in vollem Einklang mit der kirchlichen Lehre und Tradition stehe. Darüber war in den vergangenen Monaten innerhalb der katholischen Kirche ein heftiger Streit entbrannt.
Das große Interesse an dem Buch erklären Beobachter damit, dass der Papst selbst es wiederholt ablehnte, sich ausführlich dazu zu äußern, wie sein Schreiben mit Blick auf den Kommunionempfang anzuwenden sei. Auch der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, gab bislang keine konkreten Erläuterungen dazu.


Dokument des Lehramts

US-Kardinal Blase J. Cupich kann die Kritik am Papstschreiben zu Ehe und Familie, „Amoris laetitia“, nicht nachvollziehen. Er halte den Text für „sehr klar“ und vor allem handele es sich um ein „Dokument des Lehramts“, sagte der Erzbischof von Chicago dem Internetportal „Vaticaninsider“. Die Debatte um den Text sei jedoch insofern hilfreich, als sie dem Dokument mehr Aufmerksamkeit verschaffe. Die Zahl derer, die den Text uneindeutig finden und sich gegen einige seiner Bestandteile aussprechen ist laut Cupich eher gering – „auch wenn diese Leute viel Lärm machen“.

500 Amstettner Schüler erinnern mit Kreuzweg an Flüchtlinge

Über 500 Schülerinnen und Schüler sowie viele weitere Teilnehmer waren bei der Eröffnung des 10. Amstettner Kreuzweges, der vom Amstettner Poly errichtet wurde. Davor gab es in der St. Stephans-Kirche eine Kreuzwegandacht inklusive Verteilung des Aschenkreuzes.

Im Mittelpunkt der liturgischen Feier stand das Erinnern an die „Tränen der Kinder“, die auf der Flucht sind. Pfarrer Peter Bösendorfer: „Alle Menschen haben als Abbild Gottes die gleiche Würde – egal welche Herkunft, Religion oder Hautfarbe sie haben.“ Es wurde speziell an Menschen gedacht, die raschest flüchten mussten, weil in ihrer Umgebung Autobomben explodierten oder Raketen einschlugen.

Der Kreuzweg mit 10 selber gebauten Kreuzen, Texte und Bilder wird bereits zum 10. Mal installiert und ist wieder an den Wegen vom Alten Friedhof zum Neuen Friedhof in Amstetten in der Zeit vom Aschermittwoch bis Ostern aufgestellt.
Dabei wurde auch eines früheren Amstettner Schülers gedacht, der selber am Kreuzweg mitwirkte und im Alter von nur 20 Jahren am Heiligen Abend 2016 überraschend starb.