Inhalt der gedruckten Ausgabe 10/2016

Leitartikel

Flüchtlinge in Europa

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

P. Franz Ackerl OSB
Religionslehrer und
Gastmeister im Stift Kremsmünster,

Information

„Europa braucht von USA unabhängige Friedenspolitik“

Für eine von den USA unabhängige und selbständige europäische Außenpolitik hat sich die katholische Friedensbewegung Pax Christi Österreich ausgesprochen.

Ukraine: 1,7 Millionen Kinder vom Krieg betroffen

„In der Ukraine spielt sich die größte humanitäre Katastrophe in Europa seit Ende des zweiten Weltkrieges ab.“

Religionslehrerin ist neue Miss Germany
„Mein Glaube ist mein Fundament“

Die frisch gekürte „Miss Germany“, Lena Bröder, unterrichtet katholische Religion und sieht darin einen wichtigen Bestandteil ihres Lebens. „Mein Glaube ist mein Fundament“, sagte die 26-Jährige aus Nordwalde im Münsterland der „Bild“-Zeitung.

Trotz Papst-Kritik: Katholiken für Trump

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat bei den republikanischen Vorwahlen in Nevada am 23. Februar die Mehrheit auch in der Gruppe der größtenteils katholischen Latinos für sich gewonnen, und das trotz der Kritik des Papstes an seinen „Mauer“-Aussagen.

Ernesto Cardenals Bruder Fernando ist gestorben

Fernando Cardenal, Jesuit, in den 1980er-Jahren Minister unter den Sandinisten in Nicaragua und Bruder des Befreiungstheologen Ernesto Cardenal (91), ist tot. Er starb am 13. Fe-bruar im Alter von 82 Jahren in der Hauptstadt Managua.

Grundsicherung statt Pension

Eine Neubewertung von Arbeit und eine lebenslange, von Erwerbsarbeit unabhängige existenzielle Grundsicherung für alle fordert die Katholische Frauenbewegung (kfbö).

Bethlehem: Jahrhundertealte Ikone in Geburtskirche entdeckt

In der Bethlehemer Geburtskirche ist eine jahrhundertealte Mosaik-Ikone entdeckt worden.

Christen aus  Kirche gewiesen

Die christlichen Gemeinden der Stadt Bursa sind von den Behörden der einzigen Kirche der Stadt verwiesen worden.

Kirchenrechtler rät von vorschneller Taufe von Flüchtlingen ab

Der Wiener katholische Kirchenrechtler Ludger Müller hat vor übereilten Taufen nichtchristlicher Flüchtlinge gewarnt.

Weltcaritas-Chef Tagle fordert mehr Geld für humanitäre Hilfe

Der Präsident des Weltcaritas-Dachverbands (Caritas Internationalis / CI), Kardinal Luis Antonio Tagle, hat mehr Geld für humanitäre Hilfe gefordert.

Slowakei: Kirche fordert mehr Solidarität mit Kriegsflüchtlingen

Die Bischofskonferenz der Slowakei tritt für eine „größere Solidarität der Slowakischen Republik mit Kriegsflüchtlingen und Migranten, insbesondere mit verfolgten Christen“ ein.

Syrien: 42 Christen freigelassen

Nach fast einem Jahr Geiselhaft sind 42 Christen aus dem nordostsyrischen Tell Tamer aus der Gewalt der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) freigekommen.

„Sind noch lange nicht überfordert“

Flüchtlinge mit Grenzzäunen dicht machen und Griechenland mit tausenden Flüchtlingen allein lassen wollen, sei „beschämend, unsolidarisch und unchristlich“, kritisierte KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer per Aussendung.

Sporschill: Soziale Lage der Roma ein ungelöstes Problem in Europa

Als ein „ungelöstes Problem in Europa“ hat der in Rumänien engagierte Jesuit P. Georg Sporschill die Sozialsituation der Roma bezeichnet.

„Aslan-Bericht“ zu islamischen Kindergärten: zu wenig Deutsch

Zwischenergebnisse eines Forschungsprojekts zur Evaluierung privat geführter islamischer Kindergärten und Kindergruppen in Wien haben Ende vergangenes Jahres eine Debatte zum Thema „Integration und Islam“ ausgelöst.

Moskauer Patriarch: Wiedervereinigung wäre ein Wunder

Nach seiner historischen ersten Begegnung mit dem Papst hält der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. eine Vereinigung seiner Kirche mit der katholischen Kirche erst in ferner Zukunft für möglich.

Justizministerium: Keine Notwendigkeit für „Homo-Ehe“

Das Justizministerium sieht in der derzeitigen österreichischen Rechtslage zur Ehe, die allein Mann und Frau vorbehalten ist, kein rechtliches Problem. Das geht aus einer Stellungnahme des Ministeriums zur Parlamentarischen Bürgerinitiative „Ehe Gleich“ hervor, die eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare fordert.

Slowakei bootet Caritas bei Pflegedienst aus

Die slowakische Caritas beklagt eine Zurücksetzung bei der Vergabe von Eurofonds durch den Staat.

Vatikan würdigt verstorbenen Schriftsteller Umberto Eco

Mit Umberto Ecos Tod habe die katholische Kirche  einen ihrer klügsten Atheisten verloren, schrieb „Christ & Welt.“

Theologe: Evangelische sind zu wenig protestantisch

Die evangelische Kirche in Deutschland ist nach Auffassung des evangelischen Theologen Joachim Kunstmann nicht protestantisch genug.

„Heilige Krone Österreichs“ in Klosterneuburg ausgestellt

In einer eigenen Jahresausstellung widmet sich das Stift Klosterneuburg vom 5. März bis 15. November 2016 jenem Hut, der vor 400 Jahren – im Jahr 1616 – von Maximilian III. gestiftet wurde.

Jesuiten-Schülerinnen und Schüler aus aller Welt haben mit dem Papst ein Buch geschrieben

Papst Franziskus ist mit einigen der Kinder zusammengetroffen, die ihm Briefe für sein neues Buch  „L’amore prima di tutto“ (dt. „Die Liebe zuerst“) geschrieben haben.

Marcel Koller: „Gehe gerne in Kirchen und suche dort Stille“

Praktizierte Religion ist ein wichtiger Teil in der Biografie von Marcel Koller und für viele Profifußballer ein bestimmender Faktor.

Boutros Ghali war der erste afrikanische UN-Generalsekretär

Boutros Boutros Ghali sei ein „treuer Bürger seines Landes“ gewesen und habe sich „in allen seinen Ämtern“ für den Frieden eingesetzt, sagte der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. bei der Beisetzung des am 16. Februar im Alter von 93 Jahren verstorbenen ägyptischen Politikers und Diplomaten.

Leitartikel

Flüchtlinge in Europa

Keine nationalen Alleingänge, eine gemeinsame europäische Lösung! So argumentierten Österreichs Kirchen vergangene Woche gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung. Ähnliche Appelle der Migrationsbefürworter gibt es schon unzählige – genauso wie das Njet von noch zahlreicheren Gegnern europaweit.
Brüssel kann und will keine Wunder wirken. Die EU ist ein Geld- und Wirtschaftsklub, nicht Sozial- und Solidaritätsbund.
In Deutschland wird die Situation immer bedrohlicher: Regelmäßig brennen Flüchtlingsquartiere, zum Teil sogar unter schrecklichem Applaus von Anrainern. Zur Beruhigung dürften auch Integrations-Vorschläge wie jene des Präsidenten einer Hamburger Uni nicht beitragen. Er meint in der „Zeit“, statt Deutsch sollte Englisch als gemeinsame Unterrichtssprache gewählt werden, „noch anspruchsvoller  wäre es, Deutsch und Arabisch gleichberechtigt als Unterrichtssprachen zu verwenden!“. Deutsche Kinder sollten in einigen Fächern auch auf Arabisch geprüft werden. Der Gelehrte vergisst, dass nicht nur Araber nach Europa strömen und dass Vorschläge wie diese noch mehr Öl ins Feuer gießen.
Beinahe gänzlich vergessen ist die humanitäre Katastrophe aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen in Europa selbst, jene in der Ukraine. Die Flüchtlingszahl dort ist höher als die 2015 in Mittel-europa registrierte. Auch dort sind Kinder betroffen, sogar 1,7 Millionen. Bilder von ihnen sah man bisher kaum.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Jos 5, 9a.10-12

Als die Israeliten in das verheißene Land eingezogen waren, feierten sie das Pascha

In jenen Tagen sagte der Herr zu Josua: Heute habe ich die ägyptische Schande von euch abgewälzt. Als die Israeliten in Gilgal ihr Lager hatten, feierten sie am Abend des vierzehnten Tages jenes Monats in den Steppen von Jericho das Pascha. Am Tag nach dem Pascha, genau an diesem Tag, aßen sie ungesäuerte Brote und geröstetes Getreide aus den Erträgen des Landes. Vom folgenden Tag an, nachdem sie von den Erträgen des Landes gegessen hatten, blieb das Manna aus; von da an hatten die Israeliten kein Manna mehr, denn sie aßen in jenem Jahr von der Ernte des Landes Kanaan.

 

Zweite Lesung:   2 Kor 5, 17-21

Gott hat uns durch Christus mit sich versöhnt

Schwestern und Brüder!
Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat. Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung zur Verkündigung anvertraute. Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen! Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.

 

Evangelium:   Lk 15, 1-3.11-32

Dein Bruder war tot und lebt wieder

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater.
Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden.

 

Gedanken zum Sonntag

P. Franz Ackerl OSB
Religionslehrer und
Gastmeister im Stift Kremsmünster,

Wir sind wirklich getragen

„getragen“ ist der Titel eines Gedichtes von Andreas Knapp, „im väterlichen huckepack, vom wärmekissen des vertrauens.“
Andreas Knapp, Gedichte auf Leben und Tod, echter, 2009.

Durch einen Skiunfall war ich unlängst einige Tage im Krankenhaus. Gerade in so einer „Krise“ beginnt man, nachzudenken. Und bei diesem Blick auf mein Leben und in meinem „Angewiesen-sein“ ist mir neu bewusst geworden, wie dankbar ich sein kann, dass da immer so ein Urvertrauen in meinem Leben da war, dass ich geliebt bin und getragen werde.
Zu einer derartigen Haltung will uns auch das berührende Evangelium vom „Barmherzigen Vater“ animieren. Wenn auch der jüngere Sohn mit seinem Versagen, seinen überzogenen Ansprüchen und letztlich mit eigener Schuld zu kämpfen hat; und wenn der ältere Sohn darunter leidet, dass er sich zurückgesetzt fühlt und er hart urteilt über seinen Bruder, dann finden wir selbst uns vermutlich immer auch in den zwei Typen wieder. Der barmherzige Vater wendet sich beiden zu und urteilt über keinen der zwei scheinbar ungleichen Brüder. Gleich sind die zwei Söhne sich und wir alle uns im Hunger nach Leben und Liebe.
Der Blick aufs eigene Leben und auf die Geschichte Gottes mit den Menschen überhaupt zeigt uns, dass wir uns wirklich vertrauensvoll in den Huckepack des himmlischen Vaters fallen lassen dürfen. Die Israeliten werden befreit und von Gott mit Himmelsspeise genährt. Den Christen in Korinth wird zugesagt, dass Neues begonnen hat und Gott uns versöhnen will. Und uns allen gilt die Anrede aus dem Evangelium „mein geliebtes Kind“ und die Einladung zum Fest. Wir sind wirklich getragen.

 

Information

Ukraine: 1,7 Millionen Kinder vom Krieg betroffen

„In der Ukraine spielt sich die größte humanitäre Katastrophe in Europa seit Ende des zweiten Weltkrieges ab.“

Das sagt der ukrainische Caritas-Präsident Andrij Waskowycz. Er begleitet den österreichischen Caritas-Präsidenten Michael Landau auf einem Lokalaugenschein in der Ukraine. Die heimische Caritas bemüht sich gemeinsam mit der Caritas Ukraine das Leid der vom Krieg betroffenen Menschen zu lindern. Landau möchte mit Flüchtlingen zusammentreffen und Hilfsprojekte besuchen.

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Caritas-Präsident Landau bei seinem Besuch in der Ukraine.

Foto: Kathpress.

Seit dem Frühjahr 2014 tobt in der Ostukraine eine blutige Auseinandersetzung. Separatisten gründeten in Teilen der östlichen Bezirke Lugansk und Donezk mit tatkräftiger Unterstützung Russlands zwei „Volksrepubliken“. Es folgten dramatische Kämpfe mit der ukrainischen Armee mit bisher mehr als 9.000 Toten. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind bereits 1,7 Millionen Menschen aus den umkämpften Gebieten in andere Landesteile geflohen, mehr als 1,1 Millionen Menschen flohen ins Ausland, der Großteil nach Russland.
Insgesamt sind mehr als 5 Millionen Menschen von den Wirren des Krieges betroffen, darunter über 1,7 Millionen Kinder.

„Sind noch lange nicht überfordert“

Flüchtlinge mit Grenzzäunen dicht machen und Griechenland mit tausenden Flüchtlingen allein lassen wollen, sei „beschämend, unsolidarisch und unchristlich“, kritisierte KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer per Aussendung.


KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Versuche einer nationalen Abschottung könnten „nie und nimmer die Antwort auf die derzeitigen Herausforderungen sein“ und seien trotz allen Schönredens zum Scheitern verurteilt.
Christdemokratische und sozialdemokratische Politiker würden sich derzeit selbst auf die Schulter klopfen für eine Politik, für die nationalistische und rechtsextreme Kräfte höhnisch Beifall zollten, so Schaffelhofer.
„Bedrückt“ zeigte sich Schaffelhofer zudem über das Reden von „untragbaren Lasten für die hiesige Bevölkerung“ in der aktuellen Debatte. „Ja, wir sind gefordert, aber noch lange nicht überfordert“, so die Vorsitzende der Katholischen Aktion. Auch von den „Lasten, die den Flüchtlingen aufgebürdet werden“, sollte einmal gesprochen werden, seien diese doch noch „viel untragbarer“.

Vatikan würdigt verstorbenen Schriftsteller Umberto Eco

Mit Umberto Ecos Tod habe die katholische Kirche  einen ihrer klügsten Atheisten verloren, schrieb „Christ & Welt.“

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+ Umberto Eco.

Der Vatikan hat den am 19. Februar verstorbenen Schriftsteller Umberto Eco (84) als leidenschaftlichen Romanautor und brillanten Gelehrten gewürdigt. Mit seinem Erstlingswerk „Der Name der Rose“ – der Weltbestseller rund um das mittelalterliche Klosterleben erschien im Jahr 1980 – habe Eco bis in die Geschichtswissenschaft hinein ausgestrahlt, heißt es in einem Artikel der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“.
Die Kirchenfeindlichkeit des 1932 im norditalienischen Alessandria geborenen Philosophen, Journalisten, Romanciers, Essayisten, Meinungsführers und politischen Kommentators sei mit der Zeit zurückgegangen, räumte die Zeitung ein. Zum Schluss zitiert der Beitrag Ecos Ausspruch: „Wenn ich eines Tages im Paradies ankomme und Gott treffe, habe ich zwei Möglichkeiten: Wenn es jener rachsüchtige des Alten Testaments ist, drehe ich mich auf der Ferse um und gehe in die Hölle. Wenn es jener des Neuen Testaments ist, na, dann haben wir dieselben Bücher gelesen und sprechen die gleiche Sprache. Wir werden uns verstehen.“

Promotion über Thomas von Aquin
Eco, der 1954 über die Ästhetik bei Thomas von Aquin promoviert hatte, bezeichnete sich selbst zeitlebens als „Agnostiker“. Andererseits äußerte er sich in seinen Briefen skeptisch gegenüber einer atheistischen Weltanschauung: Es sei inkonsequent, die Existenz Gottes zu bestreiten, aber gleichzeitig fest an die Beweisbarkeit seiner Nicht-Existenz zu glauben.

Jesuiten-Schülerinnen und Schüler aus aller Welt haben mit dem Papst ein Buch geschrieben

Papst Franziskus ist mit einigen der Kinder zusammengetroffen, die ihm Briefe für sein neues Buch  „L’amore prima di tutto“ (dt. „Die Liebe zuerst“) geschrieben haben.

Die jungen Leute waren am 22. Februar vom Präsidenten von Caritas Internationalis, Manilas Erzbischof Kardinal Luis Antonio Tagle, und dem Chefredakteur der Jesuitenzeitschrift „La Civilta Cattolica“, Antonio Spadaro SJ, begleitet worden. Beide hatten mit Franziskus zusammen das Buch zusammengestellt. Tagle und Spadaro hatten auf 80 Seiten 31 ausgewählte Fragen von Jesuitenschülerinnern und – schülern und die Antworten dazu gesammelt.

buch franziskus

Während der Begegnung mit Kindern aus Italien, den Philippinen, Indien, Kenia, Australien, Argentinien, den Vereinigten Staaten, Kanada, Singapur, Irland, Belgien und China sagte der Papst, dass die ihm für das Buch gestellten Fragen  zu den „schwierigsten“ gehört hätten, die ihm jemals gestellt worden seien. Und Franziskus ging dann ans Werk, um in der Audienzhalle noch weitere Fragen der Kinder spontan zu beantworten, wie Radio Vatikan berichtete.
So sagte er auf die Frage, wie es sei, Papst zu sein, dass es in diesem Beruf eine schöne Sache gebe, nämlich „bei Leuten zu sein“. „Ich habe jedes Mal, wenn ich jemand Neuen getroffen habe, etwas gelernt“, fügte er hinzu.

„Warum leiden Kinder?“
Franziskus ermutigte die Kinder, immer einen Rosenkranz mit sich zu tragen, und fügte hinzu, er trage auch einen kleinen Kreuzweg in der Tasche, weil es sich um eine Erinnerung daran handle, dass „Jesus auch gelitten hat“. Dies helfe ihm, „ein bisschen gut zu sein – und weniger schlecht“.
Am Ende der Begegnung kam das Thema „Warum leiden Kinder?“ zur Sprache. Das sei eine Frage, die ihm „große Schmerzen verursacht“. Er könne die Antwort auf die Frage nicht geben, „weil ich sie nicht kenne. Das einzige, was mir Licht gibt, ist, auf das Kreuz zu schauen und zu sehen, wie Jesus gelitten hat. Es ist die einzige Antwort, die ich finden kann“, sagte Franziskus.

Auch auf Deutsch?
Das neue Buch mit Kinderfragen aus aller Welt ist am Donnerstag in Italien erschienen. Eine deutschsprachige Ausgabe ist nach Angaben des Rechteinhabers, der jesuitischen „Loyola Press“, geplant. Der Erscheinungstermin sei noch unklar. Noch bis Sommer erscheinen Ausgaben auf Spanisch, Englisch, Polnisch und  Indonesisch.