Inhalt der gedruckten Ausgabe 05/2017

Leitartikel

Unsere Welt

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Ehrentraud Maria Schneider
Missionarin i.R.
Laxenburg

Information

„Alternde Ehelose“: Zu ihrem Goldenen Priesterjubiläum rechnen elf Kölner Seelsorger mit ihrer Kirche ab

Das Goldene Priesterjubiläum ist wie eine Goldhochzeit – eigentlich ein Anlass zu dankbarer Rückschau und zum Feiern. Ganz anders sind elf Priester aus der Erzdiözese Köln ihr 50-Jahr-Jubiläum angegangen – und haben damit deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt. In einem Offenen Brief zieht der Weihejahrgang 1967 eine ziemlich kritische Bilanz und leitet daraus auch Forderungen für eine Reform für die Zukunft der Kirche ab.

Ägypten: Mordattacken auf koptische Bürger

Mehrere Mordattacken auf koptische Bürger haben in Ägypten Unruhe und Besorgnis unter der koptischen Bevölkerung ausgelöst, berichtet die katholische Nachrichtenagentur „AsiaNews“.

„Großpfarren unvermeidlich“

In keinem deutschen Bistum sieht der neue Bischof von Limburg eine Alternative zu Großpfarreien, berichtet Radio Vatikan.

Protest gegen Förderstopp für „Oma-Dienst“ in Niederösterreich

Enttäuschung beim Katholischen Familienverband der Diözese St. Pölten: Das Land Niederösterreich fördert nach zehn Jahren den beliebten „Oma-Dienst“ nicht mehr.

Flughafen Wien: Aus für Flüchtlingsbetreuung durch Caritas

Einem Bericht des „Standard“ zufolge habe das Innenministerium die Zusammenarbeit mit der Caritas nach 13 Jahren zum 31. Jänner aufgekündigt.

Ökumenischer Rat der Kirchen  in Österreich unter neuer Leitung

Mit 1. Jänner 2017 hat der neue Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) seine Arbeit aufgenommen.

Malta: Kirche lässt Wiederverheiratete zur Kommunion zu

Die katholische Kirche in Malta öffnet wiederverheirateten Geschiedenen den Zugang zur Kommunion.

Irak: Christen wollen in die  vom IS befreiten Städte zurück

Das Ausmaß der Zerstörungen in der inzwischen weitgehend vom IS befreiten Niniveebene im Nordirak ist enorm. Viele Christen würden dennoch gern zurückkehren, berichtet „Kirche in Not“.

Papst hat kritischen Brief gelesen

Irlands Premier Enda Kenny hatte am 22. November Papst Franziskus einen kritischen Brief des  von der Glaubenskongregation gemaßregelten P. Tony Flannery, Gründer der 1.000 Mitglieder zählenden „Association of catholic priests“ übergeben – JA berichtete.

Bischofsgruppe fordert Ende der israelischen Besatzung

Mit einem deutlichen Appell für ein Ende der seit 50 Jahren andauernden israelischen Besatzung Palästinas hat eine internationale katholische Bischofsgruppe ihren Besuch im Heiligen Land abgeschlossen.

Trump-Amtseinführung: Kardinal Dolan betet mit fünf Geistlichen

Donald Trump suchte so viel geistlichen Beistand bei der Amtseinführung wie kein anderer US-Präsident vor ihm.

Vatikan weist Malteser-Spitze zurecht

Der Vatikan hat sich öffentlich gegen eine Infragestellung seiner Ermittlungen in der Malteser-Leitung durch die Ordensspitze verwahrt.

Anglikanische Kirche bereut Gewalt im Zuge der Reformation

Die anglikanische Kirche von England hat sich für die Gewalt während der Entstehungsjahre der anglikanischen Glaubensrichtung im Zuge der Reformation vor 500 Jahren entschuldigt.

Papst erweitert Beraterstab für Liturgiefragen

Papst Franziskus hat den Beraterkreis der Gottesdienstkongregation deutlich erweitert.

EU-Bischofskommission begrüßt neuen Parlamentspräsidenten

Die EU-Bischofskommission COMECE hat den neu gewählten Europaparlamentspräsidenten Antonio Tajani begrüßt. Als Vizepräsident des Parlaments habe sich Tajani stets besonders aufmerksam und offen für die Anliegen der Kirche gezeigt.

Alterzbischof Mesrob Krikorian +

Der armenisch-apostolische Erzbischof Mesrob Krikorian ist am 14. Jänner im 85. Lebensjahr gestorben. Er war einer der Vorkämpfer der Ökumene in Österreich, seit 1959 wirkte er als Seelsorger in Österreich.

Trauer um Wilfried Daim

Prof. Wilfried Daim, ein katholischer „Vordenker“ der Nachkriegszeit, ist am 30. Dezember im 94. Lebensjahr verstorben.

Paraguays Präsident schenkt dem Papst ein Hilfsprojekt im größten Armenviertel von Asuncion

Paraguays Präsident Horacio Manuel Cartes Jara hat Papst Franziskus ein besonderes Geschenk gemacht: Das Staatsoberhaupt präsentierte dem Papst am Freitag im Vatikan ein Hilfsprojekt in einem Armenviertel der Hauptstadt Asuncion, das Papst Franziskus 2015 besucht hatte. Cartes war zu einer Privataudienz beim Papst in den Vatikan gekommen.

Kirchliche Organisationen für Anti-TTIP-Volksbegehren

Zahlreiche kirchliche Organisationen der Erzdiözese Wien unterstützen das bevorstehende Volksbegehren gegen die Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership), CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) und TiSA (Trade in Services Agreement).

Salvatorianer suchen „Missionare auf Zeit“

„Missionare auf Zeit“ sucht derzeit die Ordensgemeinschaft der Salvatorianer.

Islamischer Theologe fordert „Jahr der Barmherzigkeit“ für Muslime

Der islamische Theologe Mouhanad Khorchide fordert in Anlehnung an Papst Franziskus ein Jahr der Barmherzigkeit für Muslime.

Leitartikel

Unsere Welt

Unsere Welt wird von immer mehr Männern regiert, denen Macht und Geld über alles gehen. Sie verbreiten Angst. Die Furcht ist groß, dass sie keine Grenzen kennen.
Wladimir Putin hat jene zur Ukraine missachtet. Seither gibt es Krieg in Europa. „Lokal“ nur, doch andere ex-sowjetische Ost-Staaten zittern. Der Westen des Kontinents ist beunruhigt.
In Ankara versucht Recep Erdogan die Grenzen der Demokratie zu sprengen. Er will ein autoritärer Herrscher werden. Ein Typ, von dem es weltweit nur allzu viele bereits gibt.
Seit vergangener Woche lenkt ein unberechenbarer Milliardär die Geschicke der größten Supermacht. Donald Trump verkündet, sein Land durch Mauern an Grenzen noch größer zu machen. Klimawandel ist für ihn Märchen, Umweltschutz kein Thema.
In unserer Welt agiert jedoch auch ein Mann, dem Macht und Geld nichts bedeuten. Der weder Panzer noch Flugzeuge besitzt. Der seinen Machtbereich nicht auf Kosten anderer brutal erweitern und Gegner unter allen Umständen weghaben möchte.
Dem die Zukunft der ganzen Erde ein Herzensanliegen ist. Der unablässig für jenen Großteil der Menschen spricht, die keine Stimme haben. Als Mann der Reality, nicht einer Reality-Show.
Seit Trumps Amtseinführung scheint jener Mann, dem Franz von Assisi Vorbild ist, mehr denn je wie ein Wesen von einem völlig anderen Planeten.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Zef 2, 3; 3, 12-13

Ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk

Sucht den Herrn, ihr Gedemütigten im Land, die ihr nach dem Recht des Herrn lebt. Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut! Vielleicht bleibt ihr geborgen am Tag des Zornes des Herrn. Ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht such beim Namen des Herrn. Der Rest von Israel wird kein Unrecht mehr tun und wird nicht mehr lügen, in ihrem Mund findet man kein unwahres Wort mehr. Ja, sie gehen friedlich auf die Weide, und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.

 

Zweite Lesung:   1 Kor 1, 26-31

Das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt

Seht auf eure Berufung, Schwestern und Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung. Wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn; so heißt es schon in der Schrift.

 

Evangelium:   Mt 5, 1-12a

Selig, die arm sind vor Gott

In jener Zeit als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

 

Gedanken zum Sonntag

Ehrentraud Maria Schneider
Missionarin i.R.
Laxenburg

Freut euch!

Wenn ich in der heutigen 1. Lesung von den suchenden Gedemütigten höre, kommt mir eine arme, kleine Kommunität in Erinnerung. Im Südwesten von Mexiko lebt sie auf über 2000 m im Hochland von Chiapas. Sie hat sich ein Kirchlein aus Betonziegeln und mit einem Wellblechdach gebaut (Bild oben). An zwei Seiten ist es mit lebendigen Wasser umgeben. Im Osten sprudelt eine kräftige Quelle, im Süden sucht sich diese Fülle als Bächlein seinen Weg. Diese kleine, arme Gemeinschaft gehört zur Pfarre Unserer lieben Frau von Guadalupe, der Mutter der Armen. In diesem Staat, in ganz Mexiko, gibt es unendlich viele arme kleine Gemeinschaften, die eifrig den Herrn suchen, alle Gotteshäuser sind am Sonntag voll.
Wenn wir die Worte des Propheten Zefanja  an uns gerichtet verstehen wollen, dann geht es in unserem Leben, um die Armut vor Gott, denn wir alle sind Sünder. Sind wir Sünder, sind wir aber solche, die zu wenig auf der Suche nach Gott sind? Wir leben in einer Zeit, in der Macht, Geld und Egoismus als höchste Werte gelebt werden. Der Prophet sagt uns, dass Gott “ein demütiges und armes Volk” will. Auch Paulus weist in seinem Brief an die Korinther, in der 2. Lesung, darauf hin: “…das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das was nichts ist, “ (1 Kor 1,28). Wenn wir aufrichtig nach Gott suchen und “Törichte und Schwache, die Gott erwählt hat”, wie Paulus sagt, sein wollen, dann kann uns das heutige Evangelium dabei helfen. In der ersten Seligpreisung sagt uns Jesus: “Selig, die arm sind vor Gott” (Mt 5,3). Wie können wir das sein? Bei jeder Seligpreisung dürfen wir uns fragen, ob sie uns schon einmal galt oder ob sie uns JETZT gesagt ist. Das Annehmen von Trauer, Gewaltlosigkeit, Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit zu haben, Barmherzigkeit, ein reines Herz zu haben, Frieden zu stiften und Verfolgung zu erleiden – alles das sind Wege, sind Werte zu der Armut, die Jesus von seinem Volk erwartet. Wenn wir diese Wege bejahen, sie gehen wollen, ruft uns Jesus zu: “Freut euch!” (Mt 5,12a) und wir wissen, dass wir aus der Quelle seiner Gnadenfülle dazu die Kraft schöpfen dürfen.

 

Information

„Alternde Ehelose“: Zu ihrem Goldenen Priesterjubiläum rechnen elf Kölner Seelsorger mit ihrer Kirche ab

Das Goldene Priesterjubiläum ist wie eine Goldhochzeit – eigentlich ein Anlass zu dankbarer Rückschau und zum Feiern. Ganz anders sind elf Priester aus der Erzdiözese Köln ihr 50-Jahr-Jubiläum angegangen – und haben damit deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt. In einem Offenen Brief zieht der Weihejahrgang 1967 eine ziemlich kritische Bilanz und leitet daraus auch Forderungen für eine Reform für die Zukunft der Kirche ab.

In ihrem Schreiben wenden sich die Priester gegen die Bildung von Großpfarren, den Pflichtzölibat und den Ausschluss von Frauen von den Weiheämtern. Die Geistlichen, die unter dem euphorischen Eindruck des Zweiten Vatikanischen Konzils und dem Pontifikat von Papst Johannes XXIII. (1958-63) ihre Ausbildung und Seelsorgetätigkeit begonnen haben, berichten von ihren einst hohen Erwartungen an eine sich öffnende Kirche. Und von den anschließenden „Enttäuschungen“ nach ihrer Weihe.

Bunkermentalität
„Leider nahmen später bei Kirchenmännern in Rom und auch im Kölner Bistum die Ängste zu“, heißt es. „Eine Art von Bunkermentalität sollte den Glauben sichern.“ Kritisch halten die Geistlichen fest, dass die Frage nach Gott bei vielen Menschen kein Thema mehr sei. „Es tut uns besonders weh, dass außerhalb der ‚Erstkommunion-Saison‘ kaum noch Kinder und junge Familien zum Gottesdienst kommen, und viele Jugendliche und Erwachsene, wenn überhaupt noch, nur punktuell am Leben unserer Gemeinden teilnehmen.“

„Waren naiv und blauäugig“
Wolfgang Bretschneider Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbandes für Deutschland und einer der Unterzeichner: „Wir waren voller Begeisterung, haben dann aber in den Jahren gemerkt, dass diese Erwartung ein bisschen naiv und blauäugig war.“
Ähnlich frustriert äußerte sich zu Jahresanfang der aus der Diözese Münster stammende Pfarrer Thomas Frings. In einem viel beachteten Facebook-Posting beklagte er den Bedeutungsverlust von Glaube und Kirche. Inzwischen hat der Priester seine Konsequenzen gezogen, sich aus seiner Gemeinde verabschiedet und einem Benediktiner-Kloster angeschlossen.

„Erfahrung von Einsamkeit“
Ein Aspekt in dem Offenen Brief der Kölner Geistlichen hat zu einer besonderen Diskussion geführt.
Die Priester setzen sich offen wie kritisch mit ihrer eigenen Lebensweise, dem Zölibat, auseinander. „Schließlich bewegt uns die Erfahrung von Einsamkeit“, heißt es in dem Schreiben. „Als alternde Ehelose bekommen wir sie – von Amts wegen damals auferlegt – jetzt nach 50 Dienstjahren manchmal deutlich zu spüren.“ Der Zölibat könne zwar in Verbindung mit dem gemeinschaftlichen Klosterleben große Kräfte freisetzen. Verbunden mit dem „Modell alleinstehender Mann“ führe er aber immer wieder zu hilfloser Arbeitshetze sowie Vereinsamung.

Malta: Kirche lässt Wiederverheiratete zur Kommunion zu

Die katholische Kirche in Malta öffnet wiederverheirateten Geschiedenen den Zugang zur Kommunion.

Wenn eine in neuer Partnerschaft lebende Person nach eingehender Gewissensprüfung zu der Überzeugung komme, „in Frieden mit Gott zu sein“, könne sie „nicht daran gehindert werden, zu den Sakramenten der Versöhnung und der Eucharistie hinzuzutreten“, heißt es in Leitlinien an die Priester des Landes, die im „Osservatore Romano“ veröffentlicht wurden.

„Sexuelle Enthaltsamkeit kann Schaden verursachen“
Aufgabe der Priester sei „nicht einfach, den Zugang zu den Sakramenten zu erlauben oder ‚einfache Rezepte‘ anzubieten“, so die Bischöfe. Es gehe auch nicht darum, „das Gewissen dieser Personen zu ersetzen, sondern ihnen geduldig zu helfen, es zu bilden und zu erhellen, damit sie selbst zu einer ehrlichen Entscheidung vor Gott gelangen und das Bestmögliche tun“.
Wichtig sei eine Unterscheidung der einzelnen Situationen, da „der Grad der moralischen Verantwortung nicht in allen Fällen gleich“ sei. Das Dokument würdigt das „Leiden jener Personen, die ungerechterweise die Trennung erlitten haben“ oder von ihrem Partner misshandelt wurden. Einer Auflösung der neuen Beziehung könnten „schwerwiegende Gründe“ entgegenstehen, etwa die Verantwortung für Kinder. Auch sexuelle Enthaltsamkeit in der Partnerschaft könne sich „als menschlich unmöglich erweisen oder größeren Schaden verursachen“.
Die Kirche dürfe „weder in Rigorismus noch in Laxismus fallen“, heißt es weiter. Die päpstliche Lehre verlange von Bischöfen und Geistlichen aber „eine pastorale Neuausrichtung“.

Caffarra: Papst-Schreiben ist Grund für Spaltung
Kardinal Carlo Caffarra hat seine Forderung an Papst Franziskus verteidigt, bestimmte Positionen zur Ehemoral klarzustellen. Die „Spaltung unter den Bischöfen“ sei nicht Folge des Briefs von Caffarra und drei weiteren Kardinälen an den Papst, sondern dessen Grund, sagte der emeritierte Erzbischof von Bologna der Zeitung „Il Foglio“: „Nur ein Blinder kann leugnen, dass die Kirche in großer Verwirrung ist“.


Kardinal Carlo Caffarra.

Paraguays Präsident schenkt dem Papst ein Hilfsprojekt im größten Armenviertel von Asuncion

Paraguays Präsident Horacio Manuel Cartes Jara hat Papst Franziskus ein besonderes Geschenk gemacht: Das Staatsoberhaupt präsentierte dem Papst am Freitag im Vatikan ein Hilfsprojekt in einem Armenviertel der Hauptstadt Asuncion, das Papst Franziskus 2015 besucht hatte. Cartes war zu einer Privataudienz beim Papst in den Vatikan gekommen.

Franziskus hatte zum Abschluss seiner Südamerika-Reise am 12. Juli 2015 die Siedlung Banado Norte in der Hauptstadt Asuncion besucht. Das Armenviertel zählt mit rund 100.000 Einwohnern zu den größten Lateinamerikas und wird regelmäßig durch Hochwasser verwüstet. Das vorgestellte Projekt umfasst die Trockenlegung und Befestigung der Siedlung.


Im Rahmen des neuen Hilfsprojektes soll die Siedlung trockengelegt und befestigt werden.

Cartes erklärte, die Gegend werde nach dem Papst benannt und trage fortan den Namen „San Francisco“, wie anwesende Journalisten berichteten. Denn für ihn sei Franziskus bereits heute ein Heiliger.


Papst Franziskus hatte im Juli 2015 das Armenviertel Barnado Norte besucht.

Der Papst hatte bei seinem Besuch in dem Armenviertel gesagt, ein Christ könne nicht sonntags in die Kirche gehen und gleichzeitig das Schicksal der Bewohner von Banado Norte ignorieren. Franziskus und Cartes verabschiedeten sich scherzend voneinander: „Beten Sie für mich?“, fragte Franziskus – „Immer“, antwortete Cartes. „Gebete für oder gegen mich?“ – „Für Sie, für Sie“.

Islamischer Theologe fordert „Jahr der Barmherzigkeit“ für Muslime

Der islamische Theologe Mouhanad Khorchide fordert in Anlehnung an Papst Franziskus ein Jahr der Barmherzigkeit für Muslime.

„Die Muslime benötigen ein Jahr der Barmherzigkeit, um einerseits selbst die innerislamischen Verhältnisse kritisch zu reflektieren und andererseits die nichtislamische Welt einzuladen, sich gemeinsam an einen Tisch der Barmherzigkeit zu setzen, um unsere gemeinsame Verantwortung für eine barmherzige Welt ernsthaft und aufrichtig anzugehen“, schreibt er in einem Gastbeitrag für die in Berlin erscheinende „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“.


Theologe Mouhanad Khorchide.

Khorchide ist österreichischer Staatsbürger und  war unter anderem Imam in Ottakring, Religionslehrer und Wiener Universitäts-Lehrbeauftragter für Islamische Religionspädagogik.
Für viele Menschen klinge dies „angesichts der vielen Terrormeldungen im Namen des Islam absurd“, so der jetzt in Münster lehrende Religionspädagoge weiter. Der Koran betone die Barmherzigkeit jedoch „wie kein anderes heiliges Buch“. Dennoch, so Khorchide, „vermisst man sehr oft nicht nur die Rede von der Barmherzigkeit im Alltag mancher Muslime, sondern und vor allem deren Umsetzung im Handeln dieser Gläubigen.“
Dies gelte nicht allein für Muslime. „Und daher hat der Papst nicht zu Unrecht 2016 zum Jahr der Barmherzigkeit erklärt, denn die ganze Welt braucht heute das Konzept der Barmherzigkeit.“