Inhalt der gedruckten Ausgabe 03/2017

Leitartikel

Es war einmal

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Ehrentraud Maria Schneider
Missionarin i.R.
Laxenburg

Information

Irlands Premier überreicht dem Papst einen kritischen Priester-Brief
Franziskus greift in der Glaubenskongregation hart durch

Der irische Ministerpräsident Enda Kenny hat am 22. November Papst Franziskus einen Brief des von der römischen Glaubenskongregation abgestraften Redemptoristenpaters Tony Flannery überreicht. Das berichtete die von Flannery  gegründete Vereinigung irischer Reformpriester (ACP) zu Weihnachten auf ihrer Homepage.

Schönborn lobt Franziskus,  Laun solidarisiert sich mit Papst-Kritikern

Weihbischof Andreas Laun ist solidarisch mit jenen vier Kardinälen, die in einem Brief von Papst Franziskus mehr Klarheit über den kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen gefordert haben.

Malteserorden: „Beispiellose Krise“

Angesichts der Leitungskrise im Malteserorden hat der Vatikan Besonnenheit gefordert.

Asyl: Caritas verzeichnet Anstieg bei Rückkehrberatung

Der deutliche Anstieg an Rückführungen von Asylwerbern in ihre Heimatländer hat sich 2016 auch in den Caritas-Rückkehrberatungsstellen niedergeschlagen.

Reina-Anschlag sollte „Nazarener“ treffen

Die Christen in der Türkei blicken mit großer Sorge in die Zukunft. Ihre ohnehin schwierige Lage dürfte sich nach dem IS-Terroranschlag auf den Istanbuler Nachtclub „Reina“ weiter verschärfen.

Medjugorje-Kritiker Kardinal Martins 85

Kardinal Jose Saraiva Martins, ehemaliger Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, wurde am 6. Jänner 85 Jahre alt.

Von Zak und Küng geschätzt, von Krenn abgesetzt: Bischofsvikar und NÖN-Herausgeber Franz Schrittwieser

Die katholische Kirche in Österreich trauert um einer ihrer profiliertesten Priester: Der St. Pöltner Bischofsvikar Franz Schrittwieser ist am 3. Jänner nach langer, schwerer Krankheit im 77. Lebensjahr verstorben.

Evangelischer Theologe: Brüssel ist das neue Rom

Der evangelische Theologe Johann Hinrich Claussen sieht Parallelen zwischen der Reformationszeit und aktuellen Debatten über die Zukunft Europas. „Für viele ist Brüssel heute das, was früher Rom war“, sagte der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einem Interview der Tageszeitung „Die Welt“ (27. Dezember).

Aleppo: Friedensgebet aller Kirchen mit Patriarch und Bischöfen

In der syrischen Großstadt Aleppo, um die bis vor kurzem gekämpft worden war, haben am Neujahrstag die Oberhäupter aller vor Ort vertretenen christlichen Kirchen gemeinsam um Frieden gebetet.

US-Kongress: Zahl der Katholiken 2017 höher als je zuvor

Zwei Wochen vor der Vereidigung von Donald Trump als US-Präsident ist am 3. Jänner in Washington erstmals der neue Kongress zusammengetreten. Laut einer Erhebung des Washingtoner Meinungsforschungsinstituts PEW stellen die Katholiken im neu gewählten Repräsentantenhaus 33 Prozent, im Senat 24 Prozent der Mitglieder.

Papst dankt Priestern der Erdbebenzone für Präsenz in Ruinen

Papst Franziskus hat die Menschen aus den italienischen Erdbebenregionen zum Wiederaufbau ermutigt.

Nigeria: Terrorgruppe der Fulani verübt ähnliche Massaker wie Boko Haram

Von 2006 bis 2014 wurden in Nigeria durch Terrorakte mehr als 12.000 Christen getötet und etwa 2.000 Kirchen zerstört. Diese Zahlen gab Bischof Joseph D. Bagobiri vom Bistum Kafanchan im nigerianischen Staat Kaduna bei einem Besuch in der italienischen Niederlassung von KIRCHE IN NOT (ACN) an.

40 Prozent der Katholiken in Polen gehen zur Messe

In Polen gehen weiter deutlich mehr Katholiken zur Messe als in den meisten anderen Ländern Europas.

Kurz besucht Caritas-Hilfsprojekt im Osten der Ukraine

Außenminister Sebastian Kurz hat am 4. Jänner zum Abschluss seines zweitägigen Besuchs in der Konfliktregion im Osten der Ukraine mehrere humanitäre Nothilfeprojekte besucht, darunter auch ein Gesundheitsprojekt der Caritas Österreich in Mariupol.

Papst zu Dreikönig: Sterndeuter waren offen für das Neue

Papst Franziskus hat am Dreikönigstag zu Offenheit gegenüber der Zukunft und der menschlichen Sehnsucht nach Gott aufgerufen.

Umfrage: Stärkeres Vertrauen in Kirche
Hohe Sympathien für Papst Franziskus

Bemerkenswerte Ergebnisse lieferte die im Auftrag der Tageszeitung „Der Standard“ vom Market-Institut durchgeführte „Weihnachtsumfrage“.

Leitartikel

Es war einmal

Es war einmal – Irland ein katholisches Kernland. Vom 6. bis zum 8. Jahrhundert wurden weite Teile Mitteleuropas von irischen Mönchen missioniert, nicht von Rom, das viel näher lag.
Die Missionierung Kärntens ging von einem gewissen Virgil aus. Dieser Mönch und Gelehrte wurde um 750 Bischof von Salzburg.
Die einst glorreiche katholische Kirche Irlands ist seit Jahren in einer tiefen Krise. Es gibt kaum noch Priesterweihen.
Der Ryan-Bericht deckte systematischen Missbrauch in katholischen Schulen und Heimen zwischen 1940 und 1990 auf. Mehrere Bischöfe mussten zurücktreten.
Kurz nach seinem Amtsantritt erzürnte 2011 ein Bericht aus der Diö-zese Cloyne Premierminister Enda Kenny: „Erstmals in Irland wird in einem Report über Kindesmissbrauch dargestellt, dass der Heilige Stuhl versucht hat, in einer souveränen Republik Untersuchungen zu behindern.“ Er sprach davon, dass Rom eine „dysfunktionale, abgehobene, elitäre und narzisstische Kultur“ pflege.
Derselbe Premier Kenny hat jüngst  Papst Franziskus den Brief eines Priesters überreicht, der  von der Glaubenskongregation unter Benedikt XVI. ohne Anhörung verurteilt worden ist. Dessen Kernaussage: Rom missachtet die primitivsten Regeln einer heute normalen Rechtsprechung.
Was wird Papst Franziskus sagen, wenn er 2018 die „grüne Insel“ besucht?

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Jes 49, 3.5-6

Ich mache dich zum Licht für die Völker

Der Herr sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. Jetzt hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt, und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

 

Zweite Lesung:   1 Kor 1, 1-3

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus

Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sosthenes an die Kirche Gottes, die in Korinth ist, – an die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, überall anrufen, bei ihnen und bei uns. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

 

Evangelium:   Joh 1, 29-34

Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt

In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen. Und Johannes bezeugte: Ich sah. dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen. und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

 

Gedanken zum Sonntag

Ehrentraud Maria Schneider
Missionarin i.R.
Laxenburg

Augen haben für die Not

“Es ist zu wenig, dass du mein Knecht (meine Magd oder mein Kind) bist, … Ich mache dich zum Licht… damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht” (Jes 49,6). Wir dürfen bei allem, was der Prophet Jesája über seine Berufung berichtet, verstehen, dass das auch eine Weissagung auf den kommenden Messias ist. Ist es auch eine Prophezeiung für uns Getaufte? Ja, denn unsere Taufe hat uns “hineingeordnet auf das vollständige Bekenntnis des Glaubens, auf die völlige Eingliederung in die Heilsveranstaltung, wie Christus sie gewollt hat,…”(II.Vat.Konzil, Ökumenismus 3.Kap., Nr.22). Ist das ein Wegweiser für uns Christen, bin ich persönlich damit gerufen? Bei Jesája  haben wir am 1. Sonntag gehört: “… ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, … LICHT … zu sein”(Jes 42,6). Wir verstehen Gottes Gegenwart als LICHT. Der Hl. Geist in uns kann uns zum Leuchten bringen, die Freude in uns entzünden. Dafür ist unsere Taufkerze ein Symbol. Das Leuchten der Freude an Gott, das Lächeln meines Herzens in mir ist ein mächtiges Geschenk der Gnade. Der Geist Gottes ist in mir die MACHT, dieses Lächeln auf mein Antlitz zu bringen. Ich darf nicht “gesichtslos” und blind für meine Mitmenschen und für Gott in ihnen sein oder werden. Wir können heute vielen Schwestern und Brüdern begegnen, die durch ihren Blick auf den kleinen Computer in ihrer Hand, ihren Nächsten oder Fernen nicht mehr wahrnehmen. Paulus sagt uns: Wir sind “die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige” (1.Kor 1,2a). Wir können das LEIDENDE LAMM GOTTES im Mitmenschen, der in einer Notlage ist, erkennen, in unserem immerwährenden JETZT  Augen dafür haben.

 

Information

Irlands Premier überreicht dem Papst einen kritischen Priester-Brief
Franziskus greift in der Glaubenskongregation hart durch

Der irische Ministerpräsident Enda Kenny hat am 22. November Papst Franziskus einen Brief des von der römischen Glaubenskongregation abgestraften Redemptoristenpaters Tony Flannery überreicht. Das berichtete die von Flannery  gegründete Vereinigung irischer Reformpriester (ACP) zu Weihnachten auf ihrer Homepage.

Als mögliche Reaktion erscheint Beobachtern ein bald darauf erfolgtes hartes Durchgreifen des Papstes in der Glaubenskongregation. Vor Weihnachten hat Franziskus nämlich nicht nur der Kurie insgesamt eine Schelte verpasst, sondern darüber hinaus Kardinal Müller, den Präfekten der Glaubenskongregation, gezwungen, mit 31. Dezember drei seiner Beamten zu entlassen. Das konservative Internetportal „Katholisches” nennt sie „ausgezeichnete Priester” und „fähige Mitarbeiter“, die seit vielen Jahren an der Glaubenskongregation tätig waren.

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Papst Franziksus mit dem irischen Ministerpräsidenten Enda Kenny.

„Ich bin der Papst!“
Der Papst befahl laut „Katholisches“, den Franzosen, einen Mexikaner und einen Amerikaner slowakischer Abstammung in ihre Diözesen zurückzuschicken. Kardinal Müller hätte das verhindern wollen. Nach mehrmaligen Bitten habe er eine Papst-Audienz bekommen.
Die Antwort auf Müllers Einwendungen hätte gelautet: „Und ich bin der Papst und bin niemandem für meine Entscheidungen Rechenschaft schuldig. Ich habe entschieden, dass sie gehen müssen, also haben sie zu gehen.“ Dann sei der Papst aufgestanden und habe dem verblüfften Kardinalpräfekten die Hand zum Gruß entgegengestreckt, womit die Audienz beendet war.

P. Tony Flannerys Brief
In seinem Brief schreibt Flannery, dass die irische Kirche auf Grund des Missbrauchsskandals seit 1994 enorm an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat. Das habe unter den Gläubigen zu Diskussionen über Struktur und Praxis geführt. Sechs Priester, darunter er selbst, seien daraufhin von der Glaubenskongregation abgestraft worden. Flannery: „Ich durfte nicht mehr öffentlich als Priester tätig sein.“

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P. Tony Flannery.

Das Vorgehen der Glaubenskongregation sei gegen jedes natürliche Recht gewesen: „Wir wurden angeklagt und verurteilt, wussten jedoch, nicht was gegen uns vorbereitet worden war. Urteil und Strafe wurden uns nur indirekt mitgeteilt – durch unsere Ordensoberen. Man hat uns nie persönlich kontaktiert.”

Keine Möglichkeit der Verteidigung
„Wir hatten nie die Möglichkeit, unsere Positionen zu verteidigen oder sie in den Kontext der Situationen zu stellen, in der sie geschrieben worden sind. Wir erfuhren nie, wer hinter den Anzeigen stand. Wir hatten nie die Gelegenheit,uns gegenüber den Anklägern zu rechtfertigen.” „Manche von uns sprachen und schrieben über unsere Erfahrungen. Angesichts des Umgangs der Kirche mit ihren Priestern haben viele praktizierende Katholiken ihre Enttäuschung kundgetan über das Unvermögen der Kirche, soziale Gerechtigkeit vorzuleben.”
„Die irischen Bischöfe und der Apostolische Nuntius haben uns signalisiert, nicht helfen zu können, das könnten nur die Ordensoberen. Diese jedoch mussten so agieren, wie es ihnen die Glaubenskongregation befohlen hatte.”

Hoffnung auf Papstbesuch
In Hinblick auf den geplanten Papstbesuch in Irland „hoffen wir, dass unsere Situation in einem neuen Licht und gerecht gesehen wird. Mit großem Respekt und Bewunderung für alles, was Sie zur Erneuerung der Kirche tun!”
Der von P. Flannery gegründeten Priestervereinigung ACP gehören mehr als 1.000 irische Priester an.

Von Zak und Küng geschätzt, von Krenn abgesetzt: Bischofsvikar und NÖN-Herausgeber Franz Schrittwieser

Die katholische Kirche in Österreich trauert um einer ihrer profiliertesten Priester: Der St. Pöltner Bischofsvikar Franz Schrittwieser ist am 3. Jänner nach langer, schwerer Krankheit im 77. Lebensjahr verstorben.

Franz Schrittwieser.
+ Bischofsvikar Franz Schrittwieser.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Hochgeschätzt von den Bischöfen Franz Zak und Klaus Küng, erlebte er zwischendrin ein Tief. Nach 13-jähriger segensreicher Tätigkeit als Regens des Priesterseminars St. Pölten wurde er 2001 als zu liberal von Kurt Krenn ab- und durch den konservativen Pfarrer Ulrich Küchl ersetzt.
Dieser Schachzug erwies sich jedoch als Bumerang, der 2004 nach dem Priesterseminar-Skandal zur Absetzung von Bischof Krenn und Einsetzung von Bischof Klaus Küng führte.
Der Dechant des Domkapitels war zuletzt Bischofsvikar für die Kategoriale Seelsorge, Geistlicher Assistent der Caritas der Diözese St. Pölten sowie Obmann des Pressvereins und Herausgeber der „Niederösterreichischen Nachrichten“ (NÖN).

Küng: „Ein echter Seelsorger, der uns fehlen wird“
Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng würdigte den Verstorbenen als „eine der großen Priesterpersönlichkeiten unserer Diözese“. Als langjähriger Verantwortlicher für kirchliche Berufungspastoral prägte Schrittwieser auch über die niederösterreichische Diözese hinaus eine ganze Generation von österreichischen Priestern, Pastoralassistenten und kirchlichen Führungskräften.
Franz Schrittwieser sei „ein echter Seelsorger, der uns fehlen wird“, gewesen. „Er hat viele und vieles begleitet und geprägt, und ihm war die Weitergabe des Glaubens ein großes Anliegen“, so Küng. Der Bischofsvikar habe „ein großes Herz“ gehabt und sei in seinen zahlreichen Seelsorgeaufgaben und nicht zuletzt als Obmann des NÖ Pressvereins „sehr um gute Kirchlichkeit und ein echtes Miteinander bemüht“ gewesen.

Priesterweihe 1965 durch Bischof Zak
Franz Schrittwieser wurde am 5. Oktober 1940 in Purgstall geboren. Er besuchte das Stiftsgymnasium Melk und studierte anschließend Theologie in St. Pölten. 1965 wurde er von Bischof Franz Zak zum Priester geweiht. Anschließend war er Kaplan in der Pfarre Ulmerfeld, ab 1967 Kaplan in der Stadtpfarre Krems und Religionslehrer an der HTBLA.
Ab 1973 hat Schrittwieser als Provisor die neue Pfarre Krems-St. Paul aufgebaut, als deren Pfarrer er von 1974 bis 1988 wirkte.
Von 1976 bis 1982 war er Geistlicher Assistent der Berufsgemeinschaft der Laienreligionslehrer an Pflichtschulen.

11 Jahre Regens, 27 Jahre Assistent der Caritas
Bischof Franz Zak ernannte ihn 1988 zum Regens des Priesterseminars der Diözese St. Pölten, 1989 bis 2000 leitete er zusätzlich die Diözesanstelle „Berufe der Kirche“. Seit 1989 war er auch Geistlicher Assistent der diözesanen Caritas. Bischof Klaus Küng bestellte ihn  2009 zum Domdechanten.
Ab 2003 bis 2010 fungierte Schrittwieser als Rektor des Propädeutikums im Canisiusheim in Horn und war damit für das gemeinsame Einführungsjahr aller österreichischen Priesteramtskandidaten verantwortlich. Zwischen 2003 und Jänner 2016 war er zudem Geschäftsführender Vizepräsident des Canisiuswerks, des nationalen Zentrums für Berufungspastoral der katholischen Kirche in Österreich.

Herausgeber der NÖN
2011 wurde Schrittwieser von Bischof Küng zum Bischofsvikar für die Kategoriale Seelsorge ernannt, womit er für die Seelsorge in Krankenhäusern und im Pflegebereich sowie Notfallseelsorge, Blindenapostolat und Gehörlosenpastoral, Seelsorge für die Exekutive und Justizanstalten sowie für die Telefonseelsorge zuständig war.
Im Dezember 2014 folgte Schrittwieser Prälat Josef Eichinger als Obmann des Pressvereins der Diözese St. Pölten und Herausgeber der NÖN nach.
Mit 28 Bezirksausgaben ist die NÖN Niederösterreichs größte Wochenzeitung.

Begräbnis in der Heimat
Bischof Küng feiert am Montag, 16. Jänner, um 16 Uhr einen Gedenkgottesdienst im Dom von St. Pölten. Am Dienstag, 17. Jänner, feiert Weihbischof Anton Leichtfried um 13.30 Uhr das Requiem in der Pfarrkirche Purgstall. Anschließend wird Franz Schrittwieser am örtlichen Friedhof beigesetzt.

Aleppo: Friedensgebet aller Kirchen mit Patriarch und Bischöfen

In der syrischen Großstadt Aleppo, um die bis vor kurzem gekämpft worden war, haben am Neujahrstag die Oberhäupter aller vor Ort vertretenen christlichen Kirchen gemeinsam um Frieden gebetet.

Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II., der maronitische Bischof Joseph Tobji, der chaldäische Bischof Antoine Audo sowie Pfarrer Ibrahim Nseir von der arabisch-evangelischen Kirche trafen sich in der syrisch-orthodoxen St. Efrem-Kathedrale aus Anlass des Weltfriedenstages.
Eine denkwürdige Feier hatte bereits eine Woche zuvor auch die Kirche St. Elias in der Altstadt von Aleppo erlebt. Das Gotteshaus war in den Gefechten von Granaten zerstört worden. Dennoch entschied sich die Maroniten-Gemeinde, den Weihnachtsgottesdienst inmitten der Trümmer zu feiern.

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Weihnachtsgottesdienst in der von Granaten zerstörten St. Elias Kirche von Aleppo.

Fotos auf Sozialen Netzwerken zeigen eine Weihnachtskrippe, die unter Schneetreiben über den am Boden des Mittelschiffs liegenden Dachgebälk errichtet wurde.
Darüber wurde ein Weihnachtsstern installiert. Durch die Verwendung der Trümmer habe man „den Triumph des Lebens über den Tod“ zeigen wollen, wird ein Mitarbeiter der Gemeinde in Medienberichten zitiert.
Die Gläubigen feierten die Weihnachtsmesse – die erste in der zerbombten Kirche nach fünfjähriger Pause – im weniger beschädigten Altarbereich.
Schätzungen zufolge leben derzeit in Aleppo noch 100.000 der vormals 250.000 Christen.

Papst zu Dreikönig: Sterndeuter waren offen für das Neue

Papst Franziskus hat am Dreikönigstag zu Offenheit gegenüber der Zukunft und der menschlichen Sehnsucht nach Gott aufgerufen.

Die Sterndeuter „konnten sehen, was der Himmel zeigte, weil es in ihnen eine Sehnsucht gab, die sie antrieb: Sie waren offen für die Neuigkeit“, sagte er beim Festgottesdienst zum Hochfest Erscheinung des Herrn  im Petersdom in Rom. Es gelte, dem Vorbild der Heiligen drei Könige zu folgen und sich mit offenen Herzen auf die Suche nach Gott zu machen, so der Papst in seiner Predigt.
Die Sterndeuter hätten sich nicht auf den Weg gemacht, weil sie den Stern gesehen hatten, sondern sie hätten den Stern gesehen, weil sie sich bereits auf den Weg gemacht hatten, zitierte der Papst den Kirchenvater Johannes Chrysostomos.

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„Die Sterndeuter stellen so das Bild des gläubigen Menschen dar, des Menschen, der Sehnsucht nach Gott hat, der das Fehlen seines Zuhauses, seiner himmlischen Heimat spürt“, sagte Franziskus: „Sie spiegeln das Bild all jener Menschen wider, die in ihrem Leben sich nicht das Herz haben betäuben lassen“.
Der Papst rief zugleich dazu auf, auf Neues nicht mit Angst zu reagieren. Zudem verurteilte er erneut einen „Kult der Macht, des Scheins, der Überlegenheit – Götzen, die nur Traurigkeit, Sklaverei und Angst versprechen.“