Inhalt der gedruckten Ausgabe 02/2017

Leitartikel

Drei neue Pfarren

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Ehrentraud Maria Schneider
Missionarin i.R.
Laxenburg

Information

Mitten in Berlin hat ein evangelischer Pfarrer 1.000 iranische und afghanische Flüchtlinge getauft

Die Berliner Dreieinigkeits-Gemeinde liegt sieben Kilometer von jenem Ort entfernt, wo ein tunesischer Islamist kürzlich ein blutiges Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt verübt hat. Die Gemeinde gehört zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) und zählt hunderte ehemalige Muslime, die Christen geworden sind.

Leonardo Boff rechnet mit Reformen des Papstes beim Zölibat

Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff rechnet in Kürze mit dem Wiedereinsatz verheirateter Priester in der Seelsorge. „Das ist eine ausdrückliche Bitte der brasilianischen Bischöfe an den Papst“, sagte Boff dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Taize-Treffen ruft zu Freundschaft mit Flüchtlingen auf

Der Prior der Gemeinschaft von Taize, Frere Alois, hat zur Freundschaft mit Flüchtlingen aufgerufen.

Religion als Kernfach an  irischen Grundschulen vor dem Aus

Im katholisch geprägten Irland könnte der Religionsunterricht aus dem staatlichen Kerncurriculum für Grundschulen gestrichen werden.

Exeget Reiser wirbt für Neuorientierung der Bibelwissenschaft

Der deutsche Theologe Marius Reiser hat sich für Veränderungen in der Bibelwissenschaft ausgesprochen. Sie müsse „sich neu orientieren, wenn sie nicht in Bedeutungslosigkeit versinken will“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Seiner Meinung nach ließen sich kritische Exegese und historische Forschung mit der traditionellen Hermeneutik ohne Schwierigkeiten verbinden.

Kurz will sich für Rückkehr christlicher Flüchtlinge einsetzen

Außenminister Sebastian Kurz hat zugesichert, dass sich Österreich für die freiwillige Rückkehr christlicher Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak einsetzt. Das teilte das Regierungsmitglied in einem Brief an die Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände (AKV) mit.

Steiermark: Josef Krainer prägte Kirche und Land

Am 30. Dezember ist der steirische Alt-Landeshauptmann Josef Krainer im 87. Lebensjahr gestorben. Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl erinnerte daran, dass der Landespolitiker als engagierter Laienmitarbeiter zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils die „Kirche in der Steiermark mitgeprägt“ hat. Sein politisches Engagement sei „getragen aus diesem Geist“ gewesen.

Kardinal Brandmüller für Papst-Zurechtweisung hinter verschlossener Tür

Der deutsche Kardinal Walter Brandmüller hat Erwartungen einer öffentlichen „Korrektur“ des Papstes zurückgewiesen.

Die missionarische Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz

Die missionarisch hochaktive Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz sieht sie sich selbst so.

Chinas regierungstreue Kirche tagte erstmals seit sechs Jahren
Untergrundkirche: Treffen der Staatskirche war ein „Theater“

Chinas regierungstreue offizielle katholische Kirche tagte nach Weihnachten erstmals seit sechs Jahren. Das berichteten asiatische Medien unter Berufung auf eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking.

Neues Video von entführtem indischen Priester aufgetaucht

Von dem im Jemen entführten katholischen Priester Tom Uzhunnalil (Foto) ist ein neues Video auf der Internet-Plattform „YouTube“ aufgetaucht. Darin bittet der aus Indien stammende Salesianerpater die indische Regierung und den Papst um Hilfe.

Bischof Kräutler: Viele Basisgemeinden entstanden durch den Rosenkranz

Bischof Erwin Kräutler pflegt seit Kindesalter an eine sehr enge Beziehung zum Rosenkranz-Gebet und sieht es als wichtiges Zeichen der Hoffnung.

Die Vatikanzeitung  startet eine eigene Argentinien-Ausgabe

Die vatikanische Zeitung „L´Osservatore Romano“ ist seit 30. Dezember erstmals in einer Argentinien-Ausgabe erhältlich.

Die Beziehung zu Christus prägte den Künstler Warlamis von Kindheit auf

Efthymios Makis Warlamis, aus Griechenland stammender, seit langem in Österreich lebender und wirkender Allroundkünstler, ist am 27. Dezember im 75. Lebensjahr verstorben.

„Schenken mit Sinn“: Eine Schule spendete zu Weihnachten 42 Ziegen

Eine Schule könnte Schule machen: Schülerinnen und Schüler des St. Pöltner Gymnasiums Josefstraße spendeten via Schenken mit Sinn zahlreiche Ziegen und weitere Produkte im Wert von 2.215 Euro.

Leitartikel

Drei neue Pfarren

1988 hat Johannes Paul II. im Wiener Stephansdom appelliert: „Unser sogenannter christlicher Kontinent bedarf heute einer Neuevangelisierung!“
Und tatsächlich. Es folgten in Wien eine Stadtmission, ein Kongress für eine Neuevangelisation und weitere Events.
2010 errichtete Benedikt XVI. den „Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung“.
Zum Jahreswechsel ließ jetzt eine Meldung aufhorchen: „Ab Jänner drei neue Pfarren in der Erzdiözese Wien“.
Die Neuevangelisierung hat also Wirkung gezeigt, es können sogar neue Pfarren errichtet werden. Super! Eine frohe Botschaft! Oder  doch nicht ganz?
Die „neuen Pfarren“ sind nicht wirklich neu. Sie sind das Produkt von Zusammenlegungen alter Pfarren.
In Wien bilden fünf Pfarren die neue Pfarre „Zur frohen Botschaft“ und vier weitere die neue Pfarre „Hildegard Burjan“. Im „Entwicklungsraum Wiener Neustadt“ bilden vier Gemeinden die neue Pfarre „Zum Guten Hirten im Steinfeld“.
Die neuen Pfarren sind weniger ein Zeichen gelungener Neuevangelisierung als vielmehr Ausdruck von Hilflosigkeit angesichts des fortschreitenden Priestermangels.
Vielleicht geht Franziskus neue Wege. Der Befreiungstheologe Boff hofft auf den guten Hirten in Rom. Wir auch.

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Jes 42, 5a.1-4.6-7

Seht, das ist mein Knecht, an ihm finde ich Gefallen

So spricht Gott, der Herr: Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln. Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

 

Zweite Lesung:    Apg 10, 34-38

Gott hat Jesus gesalbt mit dem Heiligen Geist

In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist. Er hat das Wort den Israeliten gesandt, indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus; dieser ist der Herr aller. Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.

 

Evangelium:   Mt 3, 13-17

Als Jesus getauft war, sah er den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen

In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.

 

Gedanken zum Sonntag

Ehrentraud Maria Schneider
Missionarin i.R.
Laxenburg

Gemeinsam auf seinem Weg

Jesus, der ganz Mensch ist, verlässt in seinem 30. Lebensjahr die Geborgenheit seiner Familie. Er ist zu einem reifen Menschen geworden durch das Hineinwachsen in die jüdische Religion, das Empfangen wahrer Liebe. In dieser einfachen Familie hat Jesus gelernt, die Werte des Gehorsams, des Dienens, der harten Arbeit und der demütigen Armut mit ihren Entbehrungen anzunehmen und zu leben.
Nach diesen Jahren “kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen” (Mt 3,13). Jesus stellt sich auf die Seite der Sünder, Johannes will es aber nicht zulassen. “Jesus antwortet ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen” (Mt 3,15). Nachdem Johannes ihn getauft hatte, “öffnete sich der Himmel”, ein AUFLEUCHTEN DER OFFENBARUNG (Epiphanie) GOTTES. “eine Stimme aus dem Himmel sprach: das ist MEIN GELIEBTER SOHN” (Mt 3,16a.17,17a). Das ist die 3. Epiphanie. Im  NT  hören wir  von den Offenbarungen durch die Engel an die Hirten und durch den Stern an die Weisen (Lk 2,9; Mt 2,2). Johannes tauft im Jordan, alles Wasser ist durch die Taufe Jesu geheiligt. Wir wurden mit dem dreifachen Kreuzzeichen UNTER dem Taufwasser getauft und sind auf besondere Weise Gottes Kinder geworden, berufen, die Gerechtigkeit-Barmherzikeit Gottes zu erfüllen. Heute müssen wir uns fragen: Sind wir uns bewusst, dass wir Sünder sind und trotzdem die Berufung haben, die Gerechtigkeit Gottes zu erfüllen? Auf Jesus kam Gottes Geist wie eine Taube auf ihn herab. Wir bekamen dieses Zeichen durch die Salbung mit dem heiligen Öl bei unserer Taufe. Jesus hat sein öffentliches Leben nach der Taufe durch Johannes begonnen. In diesen Tagen beginnt für uns wirklich ein “neues Jahr? WURDEN wir getauft oder müssen wir sagen “ICH BIN GETAUFT”? Ich muss meine Taufe leben im JETZT. In der 1. Lesung sagt auch uns Jesaja wie wir unser JETZT leben müssen, damit wir die Gerechtigkeit-Barmherzikeit Gottes erfüllen. “Wir müssen Vermittler des Glaubens sein”, sagt uns Papst Franziskus, Vermittler der Liebe Gottes in unserem Leben des immerwährenden JETZT. Seit unserer Taufe gehen wir Christen gemeinsam SEINEN WEG, denn Jesus sagt uns: “Ich bin der Weg” (Joh 14,6). Das ist keine Einladung, sondern eine Auf-GABE, eine Gabe der Gnade, ein besonderes Geschenk. Laden wir unsere Mitchristen ein, den WEG JESU zu nehmen, besonders in diesem Jahr des Gedenkens an die Reformation.

 

Information

Leonardo Boff rechnet mit Reformen des Papstes beim Zölibat

Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff rechnet in Kürze mit dem Wiedereinsatz verheirateter Priester in der Seelsorge. „Das ist eine ausdrückliche Bitte der brasilianischen Bischöfe an den Papst“, sagte Boff dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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Befreiungstheologe Leonardo Boff.

Papst Franziskus wolle dieser Bitte – zunächst für eine Experimentier-Phase in Brasilien – entsprechen, sagte Boff unter Berufung auf Informationen aus der Umgebung des Papstes.
Er verwies auf eine damit verbundene Abmilderung des weltweit zu beobachtenden Priestermangels. „Zugleich wäre es ein Impuls, dass die katholische Kirche die Fessel des Pflichtzölibats löst.“
Er selbst, so der ehemalige Franziskanerpater weiter, habe auch nach seiner Amtsniederlegung 1992 weiterhin priesterliche Funktionen ausgeübt – mit ausdrücklicher Billigung der Bischöfe in seinem Heimatland.
„Bisher hat kein Bischof, den ich kenne, das je beanstandet oder gar verboten. Die Bischöfe freuen sich sogar und sagen mir: ‚Das Volk hat ein Recht auf die Eucharistie. Mach also ruhig weiter!‘“
Die Befreiungstheologie, die von Papst Johannes Paul II. und dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger (seit 2005 Papst Benedikt XVI.) wegen zu großer Nähe zum Marxismus verurteilt worden war, sieht Boff durch Franziskus mehr als rehabilitiert.
„Franziskus ist einer von uns. Er hat die Befreiungstheologie zum Allgemeingut der Kirche gemacht, und er hat sie ausgeweitet“, sagte Boff und verwies auf die Sorge des Papstes um die „gequälte Schöpfung“.

Taize-Treffen ruft zu Freundschaft mit Flüchtlingen auf

Der Prior der Gemeinschaft von Taize, Frere Alois, hat zur Freundschaft mit Flüchtlingen aufgerufen.

Der Flüchtlingsstrom stelle Europa vor schwierige Fragen, die aber nur im persönlichen Kontakt mit den Flüchtlingen gelöst werden könnten. „Sonst könnte die durchaus verständliche Angst bei vielen Menschen die Oberhand gewinnen“, sagte der Geistliche am 29. Dezember in Riga. In der lettischen Hauptstadt waren bis Sonntag 15.000 Jugendliche und junge Erwachsene zum jährlichen Taize-Treffen versammelt.

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Am Ende des gemeinsamen Abendgebetes richtete
Frere Alois jeden Tag einige Worte an die Anwesenden.

Das 39. Taize-Jugendtreffen in Riga stand unter dem Motto „Gemeinsam Wege der Hoffnung öffnen“.
Die Gemeinschaft von Taize hatte heuer selbst Flüchtlinge aufgenommen. Ihnen in ihrer Not beizustehen, habe erstaunliche Freundschaften gestiftet, berichtete Frere Alois. Er appellierte an die Jugendlichen, diese Gastfreundschaft auch in ihrem Alltag zu verwirklichen. Denn, dort wo „auf einen armen Menschen dieser Erde“ zugegangen werde, da werde Christus aufgenommen.
Brücken gelte es auch zu jenen Kulturen zu schlagen, die seit „Jahrzehnten in all unseren Ländern vertreten sind“. Dazu reichten oft „ganz einfache Mittel“, wie etwa das Zugehen aufeinander, sagte Frere Alois. So seien die „sehr großen Spannungen und Umbrüche“ in der Gesellschaft zu ertragen.
Angesichts der instabilen Lage der heutigen Welt sei es wichtig, sich über die Grenzen hinweg „wie Geschwister“ zu begegnen. Der Taize-Prior bezeichnete es als ermutigendes Zeichen der Hoffnung, „dass Jugendliche aus ganz Europa in Lettland, einem der drei baltischen Länder, zusammenkommen konnten“.

Steiermark: Josef Krainer prägte Kirche und Land

Am 30. Dezember ist der steirische Alt-Landeshauptmann Josef Krainer im 87. Lebensjahr gestorben. Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl erinnerte daran, dass der Landespolitiker als engagierter Laienmitarbeiter zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils die „Kirche in der Steiermark mitgeprägt“ hat. Sein politisches Engagement sei „getragen aus diesem Geist“ gewesen.

Josef Krainer. Wien, 28.10.2003 © Franz Josef Rupprecht; A-7123 Mšnchhof; Bank: Raiffeisenbank Mšnchhof (BLZ 33054), Kto.-Nr.: 17.608
+ Alt-Landeshauptmann Josef Krainer.
Foto: Rupprecht@kathbild.at.

Bischof Krautwaschl erinnerte an einen Besuch zusammen mit Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer noch am Heiligen Abend am Krankenbett Josef Krainers im Spital. Dort habe er ihm „für diese Etappe seines Lebens Kraft und Segen gewünscht“.
Der emeritierte steirische Bischof Egon Kapellari würdigte den Verstorbenen im Interview mit „Kathpress“ als „Politiker von besonderem Format“. Das Religiöse und das Katholische seien „integraler Bestandteil im Denken und Handeln von Josef Krainer“ gewesen, „und er war mir ein guter Freund“, so Kapellari.

Von 1956 bis 1962 KA-Generalsekretär
Auch Erich Hohl, Generalse-kretär der steirischen Katholischen Aktion (KA), verwies auf die Verdienste Krainers, der von 1956 bis 1962 sein Vorgänger in dieser Funktion war.
Schon im Vorfeld des Konzils habe Krainer die Laienbewegung gefördert und viele Impulse gesetzt: „Das gesellschaftliche Engagement von Christinnen und Christen war ihm, dem das ‚Mariazeller Manifest‘ und dessen Ziel einer ‚freien Kirche in einer freien Gesellschaft‘ wichtig war, von Anfang an ein großes Anliegen.“

Bereits in Hochschuljugend aktiv
Schon in seiner Studienzeit war Krainer in der Katholischen Hochschuljugend aktiv. Er leitete auch die Bildungs- und Schulungskurse der Diözese Graz-Seckau. Besonderes Augenmerk legte er auf den Aufbau der Afro-Asiatischen Institute in Graz und Wien. Bei der Diözesansynode „Der Laie in der Kirche“ von 1962 referierte Krainer – in einer Zeit, da es noch unüblich war, dass ein Laie das Wort ergriff.

15 Jahre Landeshauptmann
Josef Krainer junior wurde 1930 als ältestes von fünf Kindern in Graz geboren.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften wurde er 1956 mit erst 26 Jahren Generalsekretär der Katholischen Aktion Steiermark. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent für Agrarsoziologie und Agrarpolitik am Institut für Volkswirtschaftslehre an der Uni Graz. 1966 trat er dem Bauernbund bei, wurde 1969 dessen Direktor und 1970 ÖVP-Abgeordneter im Nationalrat.
1971 wurde Krainer Landesrat, 1981 gewann er mit der ÖVP die steirische Landtagswahl. Bis 1996 war er Landeshauptmann der Steiermark – wie schon sein Vater Josef Krainer senior von 1948 bis 1971.

Die Beziehung zu Christus prägte den Künstler Warlamis von Kindheit auf

Efthymios Makis Warlamis, aus Griechenland stammender, seit langem in Österreich lebender und wirkender Allroundkünstler, ist am 27. Dezember im 75. Lebensjahr verstorben.

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+ Efthymios Makis Warlamis.

Die Wertschätzung für den vielseitigen Kunstschaffenden mit zahlreichen internationalen Ausstellungen und Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst kommt auch bei seiner Verabschiedung am 9. Jänner in Schrems zum Ausdruck: An der von Stadtpfarrer Herbert Schlosser geleiteten Trauerfeier nehmen u.a. der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng, der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios und der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll teil.

Trost durch Christus-Ikone
Für ihn sei die Beziehung zu Christus nichts Theoretisches, sondern eine Erfahrung, die ihn von Kindheit an präge, sagte Warlamis einmal anlässlich einer Ausstellung.
Zur Zeit des griechischen Bürgerkrieges in den 1940er Jahren habe er mit seiner Mutter in einer Kirche Zuflucht gefunden, die Christus-Ikone darin sei ihm Trost und Schutz gewesen. Er habe es immer wieder „gewagt, christliche Themen wie Golgotha, die Auferstehung und die Geburt Christi zu malen“, so Warlamis. Für ihn sei es „an der Zeit“, dass sich die Kunst in Bezug auf Glauben und Religion „zurückmeldet“.

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Ökumenische Kontakte
Der 1942 in Griechenland geborene Warlamis war Architekt, Maler, Designer, Dichter, Schriftsteller, Pädagoge und Museumsgründer. Seit 50 Jahren lebte er in Österreich, war verheiratet mit der Künstlerin Heide Warlamis und Vater der in den USA lebenden Politikwissenschaftlerin Daphne Warlamis.
Der Verstorbene pflegte Kontakt mit zahlreichen international bekannten Persönlichkeiten wie Mikis Theodorakis und Friedensreich Hundertwasser, aber auch mit Papst Benedikt XVI. und dem ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.

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Gründer des Kunstmuseums Waldviertel
Für Warlamis war die Kunst ein Medium, das alle Bereiche des Lebens durchdringt, gestaltet und erneuert. Er setzte sich und seine Kunst ein für Verständigung und Dialog zwischen den Kulturen und Generationen. Warlamis lehrte an verschiedenen europäischen Universitäten, initiierte und leitete 1995 die „World Ecological Academy of Santorini“ und leitete 1988 die Meisterklasse für experimentelle Architektur an der Internationalen Salzburger Sommerakademie in Zusammenarbeit mit Friedensreich Hundertwasser.
Gemeinsam mit seiner Frau gründete und leitete er 1992 das Internationale Zentrum für Kunst und Design „I.DE.A.“ sowie 2009 das Kunstmuseum Waldviertel in Schrems.

Kunst als theologischer Auftrag
Warlamis begann sein Werk im Umfeld der radikalen Wiener Architektenavantgarde der 1970er Jahre mit Ausstellungen, experimentellen Kunst- und Architekturprojekten, sowie soziokulturellen und städtischen Forschungsprojekten, und entwickelte sich im Laufe der Jahre immer mehr zu einem Gesamtkunst-Künstler.
Über sein Planungskonzept für eine Krypta für den Apostel Paulus schrieb Benedikt XVI. an Warlamis: „Ich finde es bewegend, dass Sie Ihre Arbeit als Architekt als theologischen Auftrag auffassen… In meinen Gedanken und Gebeten begleite ich Ihre Arbeit…“

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Christus heute
Warlamis’ malerisches Oeuvre umfasst zahlreiche große Bilderzyklen wie „Christus Heute“.
Seine Werke sind vertreten in internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen, u.a. in der Wiener Albertina, dem Mumok Wien, im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt und in der Sammlung des Landes Niederösterreich.