Inhalt der gedruckten Ausgabe 1/2016

Leitartikel

Demokratische Prinzipien

Zum Sonntag

Schrifttexte

Gedanken zum Sonntag

Mag.a theol. Barbara Greinöcker
Fachtheologin und Pfarrassistentin
Traun, OÖ.

Information

Widerstand der PI gegen Pfarrzusammenlegungen in Erzdiözese Wien
Kardinal Schönborn will ängstliche Mitarbeiter ermutigen

Die Pfarrer-Initiative (PI) kündigt Widerstand gegen die Strukturreform in der Erzdiözese Wien an, wo Pfarren zu größeren Einheiten zusammengelegt werden, berichtete die „Kleine Zeitung“.

Kenia: Muslime verhinderten ein Massaker an Christen

Muslimische Bus-Passagiere haben im Norden Kenias christliche Mitreisende vor Al-Shabaab-Jihadisten gerettet.

Ungarischer Erzabt: „Christliches Europa ist eine Illusion“

„Politiker können eine abwehrende Haltung in der Migrationsfrage nicht mit der Verteidigung des christlichen Europas begründen“.

Weihnachten im Gefängnis von Stein

Mit den Insassen der Justizanstalt Stein, der größten Strafvollzugsanstalt  Österreichs feierte Bischof Klaus Küng am 22. Dezember die Weihnachtsmesse in der Anstaltskirche.

Moskauer Patriarch setzt den Kirchensprecher ab

Einer der wichtigsten Sprecher der russisch-orthodoxen Kirche, Erzpriester Wsewolod Tschaplin (47), ist seinen Job los.

Vietnam bekommt erste katholische Uni

Sensation: Im Mai 2016 soll im kommunistischen Vietnam die erste katholische Universität eröffnet werden. Die Regierung habe die Genehmigung erteilt, sagte der im Vorjahr ernannte Erzbischof von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon), Paul Bui Van Doc, gegenüber „UCAnews“.

Syrien: Armenisch-katholischer Orden ist Christkind im Krieg

In der früher christlich geprägten syrischen Stadt Aleppo hält die armenisch-katholische Ordenskommunität „Gemeinschaft Jesu und Mariens“ mit Schwester Annie Demerjian an der Spitze die Stellung und vermittelt den verbliebenen Christen eine Spur von Weihnachtsfreude mitten im fünften Kriegswinter. Das berichtet das Hilfswerk „Kirche in Not“.

Weihnachten: Bischöfe mahnen zur Solidarität mit Flüchtlingen

Österreichs Bischöfe haben an Heiligabend zu Solidarität mit Flüchtlingen aufgerufen.

Deutsche Kirchen-Studie: Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge groß

Die Bereitschaft der Deutschen, Flüchtlingen zu helfen, ist offenbar ungebrochen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor Weihnachten in Hannover veröffentlichtet hat.

Papst nimmt Rücktritt Kräutlers an und ernennt Franziskaner als Nachfolger

Papst Franziskus hat am Mittwoch das Rücktrittsgesuch des Bischofs von Altamira-Xingu, Erwin Kräutler, angenommen, und einen Nachfolger ernannt. Der gebürtige Vorarlberger hatte bereits im Vorjahr das kirchenrechtlich vorgesehene Emeritierungsalter von 75 Jahren erreicht.

Nach Geiselhaft beim IS: Priester will zurück nach Syrien

Am 10. Oktober wurde der syrisch-katholische Priester Jacques Mourad aus der Hand von Dschihadisten befreit, die ihn während viereinhalb Monaten in Syrien in Geiselhaft hielten. Nun will er bald nach Syrien zurückkehren. „Ich habe keine Angst, Gott hält seine Hand über mich“, sagte der Franzose gegen-über dem Westschweizer Newsportal „cath.ch“.

Papst erinnert an Kurienkrankheiten und kündigt Reformen an

Papst Franziskus hat bei seinem Weihnachtsempfang im Vatikan für seine leitenden Mitarbeiter am Montag bekräftigt, dass „entscheidende Maßnahmen“ zur Heilung der „Krankheiten“ in der Kurie, die er vor einem Jahr anprangerte, weitergehen würden.

Vor orthodoxem Konzil: Probleme mit Putin und mit Frauen

Die Tagung der Interorthodoxen Spezialkommission zur Vorbereitung des für Juni 2016 anberaumten historischen erstmaligen gesamtorthodoxen Konzils seit 1.200 Jahren ist  in Athen ohne Veröffentlichung eines offiziellen Kommuniques zu Ende gegangen.

Papst lobt soziales Engagement der italienischen Eisenbahn

Papst Franziskus hat das karitative Engagement der italienischen Eisenbahn gelobt. Sie wolle nicht nur im geografischen Sinne zur Einheit des Landes beitragen, sondern auch im sozialen, sagte er am 19. Dezember vor 7.000 Bahnangestellten im Vatikan.

Physiker Pietschmann: „Der Physiker muss nicht Atheist sein“

Die Arbeit als Naturwissenschaftler und der persönliche Glaube an Gott schließen sich keineswegs aus.

Syrisch-katholischer Patriarch: Westen ignoriert Nahostchristen

Das Oberhaupt der syrisch-katholischen Kirche, Ignatius Joseph III. Younan, wirft dem Westen vor, das Leid von Christen im Nahen Osten zu ignorieren. Er befürchte außerdem, dass es in der Region bald keine Christen mehr geben werde, sagte der Patriarch der neuen Ausgabe der in Hamburg erscheinenden Wochenzeitung „Die Zeit“.

Flüchtlinge schneiderten Sternsinger-Gewänder

Rund 85.000 Kinder und Jugendliche ziehen seit 27. Dezember 2015 bis zum Dreikönigsfest österreichweit von Haus zu Haus.

Papst rehabilitiert einen vom Volk verehrten brasilianischen Armenpriester

Vor mehr als 81 Jahren ist Padre Cicero Romao Batista verstorben, vor rund 126 Jahren wurde er von seinem Priesteramt suspendiert aufgrund von nicht anerkannten Blutwundern. In Brasilien gilt er dennoch als Volksheiliger, einer der die Armen liebte und mit ihnen lebte.

Leitartikel

Demokratische Prinzipien

Veränderungen in Kirchen-Strukturen auf Druck bzw. nach dem Vorbild politischer Mächte hat es in der Geschichte zuhauf gegeben.
Am Heiligen Abend meldete die asiatische katholische Nachrichtenagentur UCAnews, der Vatikan habe einem im Mai 2014 in der chinesischen Provinz Sichuan lokal gewählten Bischof seine Zustimmung erteilt. Die Weihe von Tang Yuange zum Bischof von Chengdu soll 2016 erfolgen.
Die Zustimmung erfolgte nach dem Besuch einer sechsköpfigen Vatikan-Delegation in Peking und gilt als Test für die Beziehungen zwischen Rom und der kommunistischen Regierung.
Letztere besteht auf „demokratische Prinzipien“, wonach Bischöfe von Priestern und Laien gewählt werden müssen.
Roms Einlenken ist nicht nur ein Signal für die atheistischen Machthaber des „Reichs der Mitte“, sondern auch für die Gläubigen der katholischen Weltkirche.
Bekanntlich wurden in den ersten christlichen Jahrhunderten die Bischöfe – auch jener von Rom – von Priestern und Gläubigen selbst gewählt und nicht von irgendwem willkürlich eingesetzt.
Warum sollte das, was in der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz vom Vatikan als gültig akzeptiert wurde, nicht anderswo möglich sein, wo politische Kräfte keinen Einfluss nehmen?

P. Udo

 

 

Schrifttexte

Erste Lesung:   Sir 24, 1-2.8-12 (1-4.12-16)

Die Weisheit Gottes fasste Wurzel bei seinem ruhmreichen Volk

Die Weisheit lobt sich selbst, sie rühmt sich bei ihrem Volk. Sie öffnet ihren Mund in der Versammlung Gottes und rühmt sich vor seinen Scharen: Da gab der Schöpfer des Alls mir Befehl; er, der mich schuf, wusste für mein Zelt eine Ruhestätte. Er sprach: In Jakob sollst du wohnen, in Israel sollst du deinen Erbbesitz haben. Vor der Zeit, am Anfang, hat er mich erschaffen, und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht. Ich tat vor ihm Dienst im heiligen Zelt und wurde dann auf dem Zion eingesetzt. In der Stadt, die er ebenso liebt wie mich, fand ich Ruhe, Jerusalem wurde mein Machtbereich. Ich fasste Wurzel bei einem ruhmreichen Volk, im Eigentum des Herrn, in seinem Erbbesitz.

 

Zweite Lesung:   Eph 1, 3-6.15-18

Gott hat uns im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört. Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.

 

Evangelium:   Joh 1, 1-18

Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

 

Gedanken zum Sonntag

Mag.a theol. Barbara Greinöcker
Fachtheologin und Pfarrassistentin
Traun, OÖ.

Essenz unserer Existenz

Jedes Mal, wenn ich den Johannesprolog in der Liturgie höre, fasziniert mich die Melodie dieses Textes – GOTT und sein WORT und LICHT und LEBEN – diese Begriffe führen uns wie wohlklingende beruhigend Akkorde durch diese Zeilen und führen uns so einfühlsam an den Kern unseres Menschseins heran:
GOTT – wir kommen nicht aus dem Niemandsland und gehen nicht ins Nichts zurück. Wir werden von einer positiven kreativen Energie in diese Welt gesandt.
WORT – wir sind Teil des evolutionären Schöpfungsprozesses aber kein zufälliges Produkt. Einer hat uns angesprochen, uns eine Identität verliehen, uns als seine Kinder angenommen.
LICHT – wir funktionieren als Lebewesen nicht nur als Rädchen in einem großen Weltenwerk – wir dürfen über das Umfeld, das uns prägt und formt, hinauswachsen, weil wir sehen können, wie das Leben wächst – wenn wir wollen.
LEBEN – wirklich leben ist mehr als existieren. Wer aus Liebe geboren wird und weiß, dass ihn positive Wünsche und Absichten auf diesem Lebensweg begleiten, wer diese Begleitung auch bewusst annimmt, der ist in ein Netzwerk von Zuversicht und Hoffnung eingebunden, das hält und trägt .
In diesen unruhigen Tagen sind mir diese Worte über unsere Grundverfassung als Mensch besonders wichtig: jedes menschliche Wesen – die Schöpfung – ist aus dem liebevollen Wort Gottes entstanden – das ist die Essenz unserer Existenz – und der einzig wahre Leitfaden für unsere Entscheidungen.

 

Information

Widerstand der PI gegen Pfarrzusammenlegungen in Erzdiözese Wien
Kardinal Schönborn will ängstliche Mitarbeiter ermutigen

Die Pfarrer-Initiative (PI) kündigt Widerstand gegen die Strukturreform in der Erzdiözese Wien an, wo Pfarren zu größeren Einheiten zusammengelegt werden, berichtete die „Kleine Zeitung“.

Die Kirche sei nicht die Bank Austria, es gehe nicht um eine Filialstruktur, kritisiert PI-Obmann Helmut Schüller, sondern „um Gemeinschaften an der Basis“. Dabei seien Teile der Verknappungen sogar hausgemacht. Würde man etwa verheiratete Männer zum Amt zulassen, würde auch das Problem des Priestermangels deutlich kleiner. Das Vorgehen der Erzdiözese ärgert den Pfarrer: „Es wird mit einem Rasenmäher über alles drüber gefahren.“
Langsam aber doch würden nun die ersten Gegenstimmen aus den – überwiegend ländlichen – Gemeinden laut werden. Diesen Geistlichen ein „Kirchenturmdenken“ nachzusagen, wie dies bereits geschehen sei, sei schlicht eine „Verleumdung, die wir nicht auf uns sitzen lassen wollen“. Es herrsche hingegen „höchste Verwirrung“, noch im Winter kommenden Jahres wollen sich laut Schüller kritische Pfarrer, Pfarrgemeinderäte und Interessierte bei einem Treffen organisieren und versuchen, Gegenmodelle und Vorschläge zur „verordneten“ Reform zu entwickeln.

Kardinal Schönborn: „ Die Zeit wird schwerer“
Kardinal Christoph Schönborn hat am 16. Dezember die Mitarbeiter der Erzdiözese Wien aufgerufen, nicht nur mit Bangen in eine – mit Gewissheit nicht leichte – Zukunft zu blicken und auch nicht bei der Idealisierung der Vergangenheit stehenzubleiben, sondern das neue Jahr im Sinn des Papstes als „Zeit der Gnade und Barmherzigkeit“ zu nutzen.
Es gebe zu Recht die besorgte Frage „Was kommt auf uns zu? Was wird aus der Kirche? Was wird aus der Diözese?“, so der Kardinal.
Er wolle „kein Unglücksprophet“ sein, so Schönborn, aber es lasse sich mit Sicherheit sagen, „die Zeit wird schwerer“.

„Loch-auf-Loch-zu-Methode“
Schüller freut sich, so die „Kleine Zeitung“,  über die Bestellung des bisherigen Innsbrucker Bischofs Manfred Scheuer zum Bischof von Linz. Dass dadurch ein weiterer Bischofssitz vakant geworden ist, sei jedoch ein Wermutstropfen: „Diese ‚Loch-auf-Loch-zu-Methode‘ ist ein bisschen nervig.“ Unverständnis herrscht bei Schüller auch über die Verlängerung der Amtszeit des St. Pöltener Kirchenoberhaupts Klaus Küng, denn: „Wenige Dinge sind so gut bekannt, wie das Alter eines Bischofs.“

Kenia: Muslime verhinderten ein Massaker an Christen

Muslimische Bus-Passagiere haben im Norden Kenias christliche Mitreisende vor Al-Shabaab-Jihadisten gerettet.

Wie die vatikanische Presseagentur „Fides“ meldete, hatten islamistische Milizionäre aus Somalia einen Linienbus von Nairobi zur Grenzstadt Mandera überfallen. Als sie Muslime von Nicht-Muslimen trennen wollten, um letztere zu erschießen, hätten sich die islamischen Reisenden widersetzt und so das Leben ihrer Mitreisenden gerettet. Bei dem Überfall kamen ein Passagier und der Fahrer eines vorbeifahrenden LKWs ums Leben.
Der Bischof von Garissa, Joseph Alessandro, wertete dies laut Fides als „sehr positives, konkretes Zeichen, dass die kenianischen Muslime gegen Gewalt sind“. Die Al-Shabaab-Milizen wüssten nun, „dass sie nicht die Unterstützung der muslimischen Gemeinde haben“, sagte der Bischof.

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Bischof Joseph Alessandro.

Bei einem ähnlichen Überfall war es vor einem Jahr fast an der gleichen Stelle zu einem Blutbad gekommen. Damals ermordeten die Islamisten 22 Christen, die zum Weihnachtsfest auf dem Weg in ihre Heimatdörfer waren.

Weihnachten in Indonesien: Muslime bewachten Kirchen
Weihnachten ist in Indonesien trotz erhöhter Terrorgefahr bislang friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. Dabei schützten Muslime zahlreiche christliche Einrichtungen. „Wir haben Heiligabend und den ersten Weihnachtstag in aller Ruhe unter starkem Polizeischutz gefeiert“, sagte Theophilus Bela am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Jakarta.
„Die Jugendorganisationen von Nahdlatul Ulama und Muhammadiyah haben unsere Kirchen gut bewacht“, fügte der katholische Generalsekretär des indonesischen Komitees für Religionen für den Frieden hinzu.
Nahdlatul Ulama und Muhammadiyah sind die größten islamischen Massenorganisationen Indonesiens mit jeweils über 30 Millionen Mitgliedern.

Physiker Pietschmann: „Der Physiker muss nicht Atheist sein“

Die Arbeit als Naturwissenschaftler und der persönliche Glaube an Gott schließen sich keineswegs aus.

Das hat der Wiener Physiker Prof. Herbert Pietschmann im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“ betont. Bei der naturwissenschaftlichen Arbeit sei zwar sozusagen der Atheismus „mitprogrammiert“, das heiße aber nicht, dass der Physiker Atheist sein muss. „Der hat die freie Wahl, Agnostiker oder Atheist zu sein, oder sich mit Gott zu beschäftigen“, so Pietschmann.

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Professor Herbert Pietschmann.

„Was ist das Leben“
Schon als ganz junger Mensch habe ihn immer die Frage beschäftigt: „Was ist das Leben? Ich bin auf der Welt, was ist das eigentlich?“ Auf diese Frage gebe es keine endgültige Antwort. „Das hat dann dazu geführt, dass ich die innere Gewissheit erlangt habe, dass das Leben sinnvoll ist. Dass es nicht einfach so abzuspulen ist, sondern dass dahinter auch ein tieferer Sinn liegt. Und damit ist man dann schon nicht mehr Atheist.“

 „Warum ist nicht Nichts“
Die zentrale Frage für ihn sei jene des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz: „Warum ist nicht Nichts?“, so Pietschmann.
Darauf gebe es drei verschiedene Antworten. Die eine sei von Menschen, die sich meistens als Agnostiker bezeichnen und die er folgendermaßen skizzieren würde: „Ich wende mich lieber irdischen Dingen zu, diese Frage ist mir zu kompliziert, die stelle ich nicht.“ Die zweite Antwort sei jene der Atheisten, für die der Grundsatz gelte: „Also einen Grund dafür darf es auf gar keinen Fall geben, das muss alles zufällig entstanden sein.“
Die dritte Möglichkeit bestehe darin zu sagen, es muss einen Grund geben für die Existenz dessen, was es eben gibt, was sonst?“
Dieser Grund hat ein Innen und ein Außen: „Das Außen ist die Existenz des Universums und das Innen ist die Existenz von mir, dass ich bin und diese Frage stellen kann“, so Pietschmann wörtlich und weiter: „Was ich aber als echtes Staunen bezeichnen möchte, ist die Tatsache, dass ich auf der Welt bin und dass es überhaupt eine Welt gibt.“

Zufall als Gott-Ersatz
Der moderne Mensch habe eine Reihe von „Ersatzgöttern“, die nur nicht so genannt werden, sagte der Physiker weiter: „Die häufigste Meinung ist, sie glauben an den Zufall. Zufall ist Ersatz für Gott. Das ist aber relativ unsinnig, wenn man sich überlegt, was Zufall bedeutet. Manche glauben an die Evolution. Das heißt dann, die Evolution hat den Menschen geschaffen und ähnliches.“

Flüchtlinge schneiderten Sternsinger-Gewänder

Rund 85.000 Kinder und Jugendliche ziehen seit 27. Dezember 2015 bis zum Dreikönigsfest österreichweit von Haus zu Haus.

Im letzten Jahr hat die österreichische Bevölkerung 16,2 Millionen € gespendet. Mit den Spenden werden von der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar, jährlich rund 500 Hilfsprojekte in Afrika, Lateinamerika und Asien finanziert.
Flüchtlinge aus Afghanistan schneiderten fleißig mit, damit die Sternsinger der Pfarre Langenhart (Gemeinde St. Valentin, Bezirk Amstetten) wieder ein optimales Outfit haben. Abbas, Hashem und Meyasam unterstützten die Damen der Pfarre. Die neuen Gewänder wurden notwendig, weil es in der Pfarre mit der Sternsingeraktion in den letzten Jahren wieder steil bergauf ging.

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Schneider Abbas, Hashem und Meyasam, Pfarrer Herbert Reisinger und Monika Höller von der Pfarrer Langenhart.

Foto: Wolfgang Zarl.

„Die jungen Asylwerber im Alter von 18 bis 20 Jahren seien nach ihrer Arbeit wie ausgewechselt gewesen“, berichtet Monika Höller, die diese Initiative vermittelt.
Die jungen Asylwerber seien froh gewesen, gemeinsam mit zehn St. Valentiner Damen und dem Modeatelier Unikat aus St. Valentin etwas Sinnvolles zu tun und es habe ihnen großen Spaß gemacht zu helfen. Als Muslime haben sie den Brauch des Sternsingens noch nicht gekannt, aber die beliebte Tradition wurde ihnen erklärt.
Die Schneiderei erlernten die jungen Männer in Afghanistan, wo sie in einer Fabrik gearbeitet haben. Die gesamten Materialkosten (Stoffe, Nähseide, Borten) wurden von einem Sponsor übernommen.